Mittwoch, September 01, 2021

Bauernblog

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Aktuelle Themen zur Landwirtschaft in Schleswig-Holstein aufgegriffen



Hadenfeld den 19.10.2021

Was blüht denn da? 

Bei Nieselregen leuchten im grau in grau orange Blumen in Massen. 
Mitte Oktober ein eher ungewöhnliches Bild und ich steige vom Rad, um mir die Pflanze genauer anzuschauen. 
Es handelt sich um eine drei Hektar-Feldfläche, auf der jetzt die Tagetes (Studentenblume) um die Wette blühen. 
Wieso wird sie hier angebaut, will ich wissen und mein Anruf beim Biounternehmen in Hadenfeld also bei Familie Lieske schafft Klarheit.

Ein Meer von Studentenblumen

Erstmalig hat Jan Lieske vom Biohof in Hadenfeld im Juli Tagetes-Saat ausgebracht. 
Die sehr leichte und feine nicht ganz günstige Saat in den Boden zu bekommen, war kein einfaches Unterfangen, aber es wurde geschafft. 
Die üppig bis in den späten Herbst blühenden Blumen, die wegen ihres nicht so angenehmen Duftes auch manchmal  "Studentenpups" genannten werden, sind in den Farben zitronengelb, orange und manchmal auch dunkelrot meist in den Gärten als Zierpflanze zu entdecken.

Auf dem Feld ist die Tagetes interessant geworden, da Unkraut auf den Ackerflächen die Ausbreitung von schädlichen millimetergroßen Nematoden (Fadenwürmer) verstärkt. An befallenen Pflanzenwurzeln saugen die Fadenwürmer den Pflanzensaft ab. Nematoden verursachen zum Beispiel Kümmerwuchs und Wurzelfäule.
Jan Lieske beobachtete den Pflanzenausfall auf der Ackerfläche besorgt und säte vorerst Sandhafer aus.
Es handelte sich um eine Zwischenfrucht, die verfüttert werden kann und Nematoden unterdrücken soll. 
Bodenproben gaben dem Biobauern erste Erfolge, aber die Werte waren noch immer nicht gut.
Die schädlichen Nematoden müssen weiter ohne Chemie in Schach gehalten werden.


Die Wurzeln mit dem Duft der Tagetes locken die Nematoden an. Die befallene Pflanze setzt Giftstoffe frei, die den Schädling abtöten. 
Für die ungefüllten Blüten der Tagetes mit ihrem Pollen interessieren sich dagegen Insekten wie Hummeln und Bienen.
Nach dem Frost wird die Pflanze als Gründüngung untergepflügt.
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Ottenbüttel den 25.8.2021

Kreisbauerntag mit Stellungnahmen der Parteien vor der Bundestagswahl

Kreisvorsitzender vom Bauernverband Joachim Becker konnte an die 300 Gäste in der Reithalle der Familie Magens in Ottenbüttel begrüßen
Die aufs Podium geladenen Bundestagsabgeordneten wie Mark Helfrich, Gyde Jensen und Dr. Ingrid Nestle mussten kurzfristig ihren Auftritt absagen, da eine Sondersitzung im Bundestag einberufen wurde. Info HIER
Moderiert wurde die Diskussionsrunde mit Karin Thissen SPD Bundestagskandidatin, Mdl Heiner Rickers CDU, Oliver Kumbartzky FDP und Dirk Kock-Rohwer (Grüne) von Sönke Hauschild.
 Bauernverbandspräsiedent SH Werner Schwarz stellt kritische Fragen an die Podiumsteilnehmer mit dem "Speed-Daiting". Schwarz beruft sich dabei auf die beschlossene "Zukunftskommission Landwirtschaft" die nicht wie von Grüne und SPD geforderte Obergrenze an Tierhaltung beinhaltet. 
An Kock-Rohwer gewandt, fragt Schwarz "Sie wollen bei sinkendem Fleischkonsum die Tierhaltung reduzieren und keine Importe mehr? Wie wollen sie den Bedarf der Bürger decken? Wollen sie per Pflicht eine Reduzierung auf dem Speiseteller verordnen?" 
Der angesprochene Demeter-Landwirt wirbt für die Biolandwirtschaft. "Klimawandel und Artensterben mit Wertschätzung unserer Arbeit, daran müssen wir arbeiten." 
Rickers sagt "Alle wollen mehr Tierwohl, keiner will es bezahlen"
Karin Thissen will Bodenspektulanten verhindern, aber wie, lässt sie wie vieles offen. Falls sie in den Bundestag gewählt wird, will sie sich kümmern. 
Oliver Kumbartzky fordert "der Wolf muss ins Jagdrecht" und erhält dafür Applaus. 
Der Landtagsabgeordnete der FDP schimpft weiter über die "Balkonbiologen". 

Es gab nur wenig Anfragen aus dem Publikum, wenn dann wurde die Position der Grünen hinterfragt.
Junge Milchbauern aus Dägeling sind unzufrieden mit dem Beitrag von Heiner Rickers (CDU), "das war eine schwache Vorstellung" so die beiden Männer einvernehmlich. Mit ihren weit über 100 Milchkühen werden sie nicht auf Öko-Landbau umstellen. "Dafür sind unsere Betriebe zu klein", geben die Landwirte resigniert an. 
Jede Menge junge Leute nehmen an der Informationsveranstaltung des Bauernverbandes teil 


Bauernpräsident Werner Schwarz stellt den Politikern zu ihrem Wahlprogramm Fragen:



Nach der Diskussionsrunde gab es Zeit für Gespräche. Nach einer langen verordneten Corona-Pause für viele eine gute Möglichkeit sich auszutauschen.

Der Bauernverband bedankte sich bei Ehepaar Magens für die Möglichkeit, in der riesigen Reithalle Platz bekommen zu haben. 


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Kreis Steinburg den 11.5.2021

Rapsanbau am Scheideweg 

Gut Mehlbek mit einer verbliebenen Rapsfläche 

Im Kreis Steinburg stand die Rapsblüte im Mai immer als attraktives Landschaftsbild im Mittelpunkt.
Inzwischen ist das gelbstrahlende Blütenmeer rar geworden und ich bin den Gründen dafür nachgegangen. 
Vom Imker Jan Otte aus Hohenaspe, Gutsverwalter Marius Augustin (Mehlbek) und von der Landwirtschaftskammer gab es Infos zum Thema.

Vor ein paar Tagen hieß es in einer Pressemitteilung der Landwirtschaftskammer, dass der Anbau von Raps in den letzten Jahren in Schleswig-Holstein stark zurückgegangen ist.
Dabei treibt das begrenzte Angebot im In- und Ausland die Preise nach oben.
Derzeit werden Höchstpreise für die Ölfrucht bezahlt. Ein Ende des Höhenfluges soll nicht in Sicht sein.
Wie kommt es dazu, dass die geschätzte Nutzpflanze trotz super Preise im Anbau im Jahr um rund 10 % sinkt?
Im Foto rechts eine Rapspflanze, die vom Erdfloh befallen ist und links eine gesunde Rapspflanze

Da auf den Flächen bei Mehlbek immer Raps in Fruchtfolge angebaut wurde, erkundige ich mich beim Betriebsleiter Marius Augustin: "Eines der wesentlichen „Probleme“ im Rapsanbau ist der Wegfall der neonikotinoiden Rapsbeizung."
"Es gibt eine Vielzahl an Rapsschädlingen, die ihn ziemlich interessant und lecker finden, uns aber beim Anbau, anders als die Bienen, nicht unterstützen. 
Vorher waren die Wirkstoffe an den Samen gebeizt und schon in der Pflanze, sodass man ihn nicht mit der Spritze ausbringen musste."

Das mit Insektizid gebeizte Rapsgut wurde gegen Rapserdfloh und Kohlfliege eingesetzt. Nach geltendem EU-Verbot darf die Rapsbeize mit Cruiser OSR 322 FS von Syngenta nicht mehr erfolgen, denn sie ist für Bienen ein Risikofaktor. Polen hält sich nicht an diese Vorgabe.

"Des Weiteren wird es zunehmend schwieriger, gute Rapserträge und Qualitäten zu erzielen, da die Düngung so stark begrenzt ist, dass bei nicht ganz optimalen Zeitpunkten der Düngung (Zeitfenster durch Wetterextreme werden immer enger) sofort ein Mangel an essentiellen Nährstoffen eintreten kann", informiert der Betriebsleiter weiter.
Was gibt es für Alternativen zum Rapsanbau will ich wissen, da der Raps auch zur Fruchtfolge angebaut wird. 
"Alternativen so richtig gibt es keine. Aktuell einzig die Ackerbohne, die als zweikeimblättrige Frucht die Fruchtfolge auflockern könnte. 
Sie kann aber nur alle 6 Jahre angebaut werden und hängt dem Raps in einigen Punkten nach, zumal  die Ackerbohne keine Ölfrucht ist", so Augustin.

👉 Hobbyimker und Diplom-Ingenieur Jan Otte frage ich, was er mit seinen 70 ! Bienenvölkern nach der langen Kälteperiode macht. Hat er noch genug Rapsfelder für seine Schützlinge vor Ort zur Auswahl?

Der vielbeschäftigte Hohenasper hat seine Bienenvölker in die Marsch in die Gegend von Süderau / Elskop gebracht, denn hier gibt es noch riesige Schläge mit á 67 Hektar Rapsflächen.
Otte erzählt vom Nachteil der riesigen Blühflächen, denn wenn der Raps hier ausgeblüht hat, dann gibt es weit und breit keine einzige Blume mehr für seine Bienen, deren Honig er auch über REWE (Nahkauf) vermarktet. 
🌼"Auch in der Marsch hat man versucht Blühflächen aufs Feld zu bringen", erzählt Otte, "aber der Boden ist zu fett und so laufen hier die bunten Blumen nicht auf."
Also muss Jan Otte nach der Rapsblüte auf der Hut sein und seine "Mädle" wieder nach Hohenaspe holen. 
Hier stehen dann Blühflächen zur Verfügung. Zwar reicht die Blütenvielfalt mit Pollen und Nektar nicht, um Honig zu gewinnen, da die Ausbeute zu klein ist, aber seine Bienen könnten sich als Selbstversorger bis zur Lindenblüte durchschlagen.

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den 23.4.2021

Warten auf Wärme

Der Mais benötigt eine Mindesttemperatur von 8 ° bis 10 Grad zum Keimen. 
Auf dem Rad mit dem kalten Wind glaubt man an eine Lufttemperatur von Minus 8 Grad.
Die Kälte ist kaum zu ertragen und die Natur liegt bei uns in SH weit zurück.

In Kaaks wird der Boden für die Maisaussaat vorbereitet:
.. nach dem Pflügen wird vor dem Schlepper mit einem Untergrundpacker der Unterboden wieder rückverdichtet. Die Maschine hinten am Traktor ebnet die Kreiselegge die Oberschicht.
Anschließend verdichtet die Zahnpackerwalze den Oberboden. Die Ackerfläche ist nun bereit für die Maisaussaat.
Den Bachstelzen scheint die kalte Luft nicht zu stören. Mindestens ein Dutzend von ihnen laufen dem Traktor munter hinterher. Sie halten bei der Bodenbearbeitung  Ausschau nach aufgescheuchten Insekten.
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den 6.4. Bauernverband teilt mit:

Tag des offenen Hofes 

"....in diesem Jahr geht es digital. Wir wollen den Menschen Einblicke in unsere Arbeit und unser Leben geben. Macht ein Video und schickt es uns!" Info HIER
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 Monat März 2021 mit Gülleausbringung 

Jetzt, wo die Vegetation startet, darf wieder Gülle ausgefahren werden.
Mancherorts wird der Geruch vor allem vom Schwefelwasserstoff sehr unangenehm wahrgenommen. Gesundheitsschädlich soll er aber nicht sein.
Bei Sarlhusen habe ich den riesigen Schleppschlauchverteiler abgelichtet. Kosten 220.000,-€, wie wir erfahren.
Für Ackerflächen ist es inzwischen zur Pflicht geworden, die Gülle bei Ausbringung direkt in den Boden einzuarbeiten.
24 Tausend Liter Gülle fasst der davor gespannte Tank. Vom schlechten Geruch bemerkt man bei der Ausbringung nichts, da hier aus einer gigantischen Biogasanlage schon vergorene Gülle ausgefahren wird. 
 Sie besitzt weniger Geruch, weil die organischen Säuren und Gase während des Gärprozesses weitgehend abgebaut wurden.

Die nach unten Abstrahltechnik bei der Gülleausfahrt ist auf Weiden und Koppeln auf dem Prüfstand, aber noch erlaubt.
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den 5.3. 2021 Ottenbüttel

Monja und Reitkuh Wiebke on Tour

immer dabei ist Hund Coffee

Monja Maaß, Hund Coffee und Reitkuh Wiebke bilden ein harmonisches Team, das häufiger in Ottenbüttel anzutreffen ist.
 Die zweijährige Färse (also eine Kuh die noch nicht gekalbt hat), steht im Stall der Eltern von Monja Maaß, die einen Milchviehbetrieb mit 200 Kühen besitzen. 

Wenn Monja am Abend den Stall betritt und nach der Kuh mit Namen ruft, kommt die schwarz/weiße Wiebke sofort aus der Herde auf sie zu, denn ein Ausflug steht an. 

Monja Maaß ist im dritten Ausbildungsjahr zur Landwirtin. 
Das erste Ausbildungsjahr hat die 20 jährige auf dem Hof ihrer Eltern absolviert, nun ist sie auf dem Milchviehbetrieb von Fabian Offt in Pöschendorf beschäftigt. 
Das Hobby von Monja sich in der Freizeit mit ihrer Reitkuh zu beschäftigen, ist also nicht so ungewöhnlich.
Färse Wiebke macht einen ausgesprochenen friedlichen Eindruck und per Handführung wurden zuerst freiwillige Kinder auf die Kuh zum Einreiten gesetzt. 
An einem umgelegten Voltigiergurt mit Halterung, kann sich festgehalten werden. 
Die Reitkuh zeigte sich überaus gelehrig und bleibt beim Aufsitzen lieb stehen. 
Allerdings gibt es ein Problem: Allein Kuh Wiebke bestimmt wo es langgeht und zwar immer in Richtung Stall, denn da steht ihr Fressen. 
Pferden wird eine Trense angelegt und damit kann der Reiter bestimmen, wohin der Weg führt.
 Bei einem normalen Stallhalfter mit Zügel vom Rücken des Tieres ist die Richtungsvorgabe nicht so einfach.
Monja hat ihre Reitkuh ausgetrickst. Sie führt Wiebke am Zügel außerhalb von Ottenbüttel und dann marschiert die Kuh mit Reiterin auf dem Rücken wieder zum Maaßen- Hof zurück. 

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10.2. 👉 EuroTier mit Vorträgen zum Beispiel über Licht im Geflügelstall HIER

👉9-12 Februar EuroTier / EnergyDecentral 2021 findet digital statt.

HIER geht es zum Veranstaltungsprogramm
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den 27.1.2021

Bauernproteste in Berlin 

Am Morgen treffen Fotos aus Berlin vom Vortag ein: Zahlreiche Landwirte demonstrieren in Berlin gegen die Agrarpolitik und niedrige Erzeugerpreise.
 Auch Bauern aus dem Kreis Steinburg sind am Brandenburger Tor in direkter Nachbarschaft vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin mit ihren Traktoren dabei. Landwirtssohn Magnus Fischer aus Kaaks übermittelt seine Eindrücke
.. auch heute am frühen Morgen sind die Landwirte vor Ort und wollen bleiben. INFO zu den Forderungen HIER

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den 25.1.2021 Landwirte auf dem Weg nach Berlin

... übermitteltes Video von Land schafft Verbindungen
 
Am Dienstag den 26. Januar 2021 findet ab ca. 10 Uhr vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium, Wilhelmstraße 54 in Berlin, eine Kundgebung statt. Auch Landwirte aus der Region sind auf dem Weg nach Berlin:




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Wilstermarsch den 9.1.2021

Hühnerhaltung zu Zeiten der Vogelgrippe am Elbdeich

Am Vormittag fuhr ich nach Hollerwettern, um die Hühnerhaltung zur Zeit der Vogelgrippe zu dokumentieren. Mit Familie Krey hatte ich mich verabredet, denn hier werden in drei Hühnermobilen 700 Hühner gehalten.
Mit der derzeitigen Stallpflichtverordnung ist es problematisch, Hühnern mit gewohnter Freilandhaltung tiergerecht nachzukommen. Landwirt Sven Krey hat eine Lösung gefunden. 

Ganz offensichtlich befinde ich mich im Marschland. Wellige Straßen trotz ebener Landschaft, Schafe, die auch einmal die Gegend außerhalb ihrer Weide erkunden wollen und Massen von Nonnengänse sind zu registrieren.
Die riesigen Schwärme auftretender Gänse in dieser Jahreszeit sind ein Problem für die Landwirtschaft.
 Landwirt Krey vermutet, dass jedes Jahr zu den geschätzten 10.000 Nonnengänse seit Jahren 15 % dazukommen. Er glaubt, dass sich der Bestand in 6 Jahren verdoppeln wird. 
Vor allem der Weizenanbau lohnt sich in der Region nicht mehr. Auch die Grasflächen auf denen sie fressen sind inzwischen braun. 
Der Vertragsnaturschutz löst Nutzungskonflikte mit der Landwirtschaft und leistet damit einen Beitrag zur Umsetzung der europarechtlichen Verpflichtungen des Landes. 
Auch Kreys haben Bewirtschaftungsverträge mit der Landesregierung abgeschlossen. 
"Fakt ist, ob wir einen solchen Vertrag abschließen oder nicht, die Gänse sind sowieso da", so Sven Krey.

Ich will wissen, ob bei den zahlreichen Gänseschwärmen, die nicht weit vom Hof rasten, bereits verendete Tiere aufgefunden wurden, denn die Nonnengans ist eine der verendeten Wildvogelarten, bei der das Virus auch im Kreis Steinburg nachgewiesen wurde. Um ein Überspringen der Geflügelpest auf weitere Nutztierbestände zu verhindern, wurde die Stallpflicht verordnet. 
Krey verneint meine Frage, "bislang wurde noch keine tote Gans vor Ort gefunden". 
Ab Februar bis Mai fliegen die Gänse wieder zu ihren Brutplätzen: Also Grönland, Spitzbergen und an die russischen Eismeerküste und darüber ist der Landwirt froh, denn wenn die Gänse auch noch den ausgebrachten Mais vernichten würden, wäre es verheerend. 
Auf dem Krey-Hof werden zu den Legehennen 130 Milchkühe und Mastbullen in einem geschlossenen System gehalten. Die Ferienwohnungen sind derzeit von Montagearbeitern belegt. 

Familie Krey hält 700 Hühner in drei Mobilien. Je Mobil mit rund 230 Hühnern sind 5 Hähne untergebracht. 
Damit die Hühner auch weiterhin einen Auslauf haben, hat Sven Krey ihnen ein überdachtes, abgeschlossenes Domizil gebaut. Hier können sie ganz nach Lust und Laune wie gewohnt scharren. 
Damit die Hühner nicht auf Langeweile kommen, bekommen sie Rote Beete und Kräuter zum Picken. 
Die Eier werden auch von den jungen Töchtern zwei Mal täglich ausgenommen. 
Die Luxus-Nester der Hühner sind mit weichen Dinkelspelzen eingestreut. 
Auch das Konzept vom Entmisten ist durchdacht. 
Alles in Allem läuft die Hühnerhaltung mit dem Verkauf der Eier im Hofladen optimal und wirkt eingespielt. Seven Krey ist zufrieden. Für das Ei bezahlen die Abnehmer 35 Cent. 
Von weit her kommen zahlreiche Kunden vorbei und als ich das Gespräch führe, ist es ein Kommen und Gehen - immer mit Bedacht den Abstand nach Corona-Auflage zu wahren und sich trotzdem mit einem Gespräch auf dem Laufenden zu halten. Thema heute: Wann dürfen die Kinder wieder zur Schule.

Anstehen vor dem Hofladen der Kreys
Beim Eierkauf werden Hofhund Walli und Kater Leo mit Streicheleinheiten begrüßt. 

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den 15.11. 2020

Seevogel des Jahres

Weißwangengänse können z. B. ab dem Herbst bei Brokdorf  und Wewelsfleth im Kreis Steinburg  in großer Zahl entdeckt werden. Ab Februar fliegen sie zurück in ihre Brutgebiete in die Arktis.

Die hübschen Nonnengänse oder auch Weißwangengänse genannt, haben sich stark in den letzten Jahren vermehrt.
In SH werden sie mancherorts vor allem im Küstenbereich mit Elbe und Stör von den Landwirten nicht immer gern gesehen, denn sie fressen die Weiden und Felder leer.
Als ich (als absoluter Vogelfan) neulich las, dass die Weißwangengans zum Seevogel des Jahres 2021 gekürt wurde, wundere ich mich doch etwas, denn ich glaubte, dass der Verein Jordansand  vor allem auf bedrohte Vögel aufmerksam machen will und bedroht ist diese Gänseart derzeit nicht. 
Gibt es gar einen Zusammenhang zwischen sehr großer Gänsepopulation und der Vogelgrippe?

Bauernpräsident Werner Schwarz nimmt in jedem Fall Anstoß an der Wahl und in einer heute eingegangenen Pressemeldung aus Rendsburg heißt es:

"Schwarz: „Bauern müssen das als Provokation empfinden“

Ungewöhnlich deutlich hat der Bauernverband Schleswig-Holstein auf die Ernennung der Weißwangengans zum „Seevogel des Jahres“ durch den Verein Jordsand reagiert. „Wenn ein Vogel, dessen Bestand nicht gefährdet ist, sondern überhandnimmt und der in seinem massenhaften Auftreten massive Schäden in der Landwirtschaft verursacht, zum Seevogel des Jahres gekürt wird, müssen Bauern das als Provokation empfinden “ äußerte sich der Präsident des Verbandes Werner Schwarz. Wenn dann noch den Bauern, die in den vergangenen Jahren alles versucht hätten, um sich der zunehmenden und existenzbedrohenden Schäden zu erwehren, wohlmeinende Ratschläge und Anbauempfehlungen gegeben würden ohne jegliche Rücksicht auf ökonomische Zusammenhänge, fühle man sich nicht ernstgenommen und verhöhnt, so Schwarz weiter. Schon heute beteiligten sich die Landwirte umfassend an den Vertragsnaturschutzangeboten zum Gänsemanagement. Diese reichen aber nicht aus. Auf einen befriedigenden Vorschlag für die seit längerem seitens des Landes angekündigte Ausgleichsregelung warte man immer noch, stellt Schwarz fest. Noch dringender sei, so der Verbandsvorsitzende weiter, ein angemessenes Bestandsmanagement wie in den Niederlanden und in Dänemark, damit die Schäden von vornherein vermieden, zumindest aber minimiert werden."
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Kellinghusen den 2. November2020: Mitteilung der Aktion „Gemeinsam gegen die Tierindustrie”: 

Tönnies-Schlachtfabrik in Kellinghusen blockiert

Seit den frühen Morgenstunden blockieren über 50 Aktivist*innen vom Bündnis Gemeinsam gegen dieTierindustrie den Schlachthof von Tönnies in Kellinghusen, Schleswig-Holstein. Sie fordern, die Tönnies-Betriebe zu vergesellschaften und zu solidarisch organisierten Produktionsstätten für pflanzliche Nahrungsmittel umzubauen. 

Seit 4:30 Uhr heute morgen steht der Schlachthof von Tönnies in Kellinghusen still. Sechs Aktivist*innen sind auf ein Dach geklettert und haben ein Banner mit der Aufschrift „Shut Down Tierindustrie“ heruntergelassen. Weitere fünf haben sich an der Verladerampe und dem Tor festgekettet und eine dritte Gruppe macht eine Sitzblockade auf der Zufahrt. Die Aktion verläuft unter strenger Einhaltung des Infektionsschutzes, alle Aktivist*innen halten entsprechend Abstand und tragen einen Mund-Nasen-Schutz.
An die 100 Einsatzkräfte der Polizei mit Einheiten aus Eutin wurden eingesetzt. 
Gegen Mittag wird die Sitzblockade nach 6 Stunden aufgelöst. Aktivisten werden vom Dach geholt. Einige Demonstranten waren angekettet.
Nach Abzug der Demonstranten zieht sich die Diskussion über die Feststellung  der Personalien.
Die Aktivisten verweigern die Herausgabe der Personalien, es gäbe keine rechtliche Handhabe seitens der Polizei, so die Sprecher von Gemeinsam gegen die Tierindustrie. 

Landwirte sind sauer und starten eine Gegendemo:

Einem NDR-Reporter wird ein Interview nur gewährt, wenn er den ganzen Text der Befragung sendet. 
Beleidigt zieht der Journalist mit Kamerateam weiter.
Verärgert sind die Landwirte wegen der Sendung Panorama 3, in der es um Tierhaltung ging. Die Landwirte wurden zwar interviewt, aber übertragen wurden die Argumente nicht.  Ein Video mit Aussagen der Teilnehmer vom Bauernverband SH.
Tierhalter möchten zu den Aktivisten, um mit ihnen zu sprechen. Die Polizei hat gute Gründe dies zu unterbinden. Die Stimmung ist angespannt.

In dieser Zeit trifft es Schweinehalter besonders hart und so sind sie am Limit mit den Nerven.
Es meldet sich Werner Schwarz Präsident des Bauernverbandes in SH zu Wort und fordert konsequentes Durchgreifen. 
„Es ist nicht hinnehmbar“, so Schwarz, „dass rechtmäßig arbeitende Unternehmen durch eindeutig rechtswidrige Aktionen geschädigt und so das Demonstrationsrecht missbraucht wird“. 
Militante und strafrechtlich relevante Kommandoaktionen dürften nicht als ´ziviler Ungehorsam´ bemäntelt und damit der gezielte Rechtsbruch verharmlost werden.
 „Wir Bauern fordern, dass der Staat in solchen Fällen schnell und konsequent durchgreift“ bekräftigt der Bauernpräsident die Position des Verbandes. 
Andernfalls drohe auch eine Erosion des Rechtsempfindens und letztlich des Rechtsstaates.
 „Wir Bauern stützen und respektieren den Rechtsstaat und haben uns bei den vielen Aktionen und Demonstrationen der vergangenen Jahre selbstverständlich an das geltende Recht gehalten. Umgekehrt setzen wir voraus, dass dieser Staat uns und die Lebensmittelwirtschaft vor rechtswidrigen Angriffen selbsternannter Tierrechtler schützt.“ 
Besonders verantwortungslos sei es, die aufgrund der Corona-Auflagen und der dadurch reduzierten Schlachtzahlen ohnehin angespannte Situation in der Schlachtbranche und Landwirtschaft für die Wirkung der Störaktion ausnutzen zu wollen. „„Wer den Schweinestau durch Blockaden vergrößert, dem geht es nicht um Tierschutz, noch interessiert ihn die Versorgungssicherheit der Verbraucher“ betont Schwarz. 
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Persönlich habe ich eine eigene Meinung zum Thema:
Worauf läuft diese Debatte hinaus? Tierhaltung im Ausland?
Die Einzeltierhaltung konnte ich im Ausland ablichten und ob sie die Ernährung der Bevölkerung stemmen kann, ist ungeklärt. Ob die Tiere dort besser gehalten werden, ist überaus fraglich.
Natürlich gibt es für Tierhalter im Land noch einiges mit Blick auf das Tierwohl zu tun, aber ich verfolge die politische Diskussion und auch die Landwirte sind aufgeschlossen. Packen wir es gemeinsam an und lassen wir ab von der  Schwarz-Weiß- Malerei!
Kuh- Einzeltierhaltung im Ausland
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den 9.10.2020

Spannungsreiche Lage am Schweinemarkt 

Wohin mit dem Überhang an Schweinen?

Beim Schlachter erhält der Kunde derzeit Schweinefleisch zu absoluten Niedrigpreisen und wenn beim Verbraucher die Krise der Schweinmäster ankommt, dann ist es ein Zeichen dafür, dass die Situation für die Betriebe sehr bedrohlich auf diesem Markt ist. 
Durch den Rückstand der Schlachtungen wegen der Corona-Erkrankungen von Mitarbeitern in den Schlachtbetrieben und des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest entstand ein Überhang an Schlachtschweinen, der letztendlich auch die Vermarktung von Ferkeln ins Wanken bringt. 
Der Bauernverband schreibt in einer eingegangenen Pressemeldung: 
Der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Werner Schwarz, richtet einen dramatischen Appell an Bund, Länder, Kreise und Fleischwirtschaft möglichst schnell alles zu tun, um mehr Kapazitäten für Schweineschlachtungen zu erschließen, damit der derzeitige Überhang an Schlachtschweinen abgebaut werden kann. 
 Dieser Überhang wird in der branchenseitig auf mindestens 400.000 Schweine in Deutschland und 30.000 in Schleswig-Holstein geschätzt. 
D.h. auch in Schleswig-Holstein werden Landwirte ihre schlachtreifen Schweine nicht los. 
Die Lage in diesen Betrieben ist dramatisch. Sie sind dringend auf Einnahmen angewiesen, halten und füttern ihre Tiere jetzt aber erst einmal weiter. 
 Der Überhang beruht auf der unseligen Verkettung der Folgen der Coronakrise mit dem Ausbruch der afrikanischen Schweinepest in Deutschland, wodurch der Auslandsabsatz weggebrochen ist.
 Der Rückstand in den Schlachtungen hat mit der Schließung von Schlachthöfen wegen Corona-Erkrankungen begonnen und sich weiter aufgebaut, weil die Corona-Auflagen die Verarbeitungskapazitäten der Betriebe verringern.
 Zum Beispiel wurden die Bandgeschwindigkeiten reduziert. 
Aktuell ist wegen Corona-Erkrankungen in der Belegschaft ein Schlachtbetrieb im emsländischen Sögel für drei Wochen amtlich vollständig geschlossen worden. 
 Präsident Werner Schwarz fordert eine Reihe von Maßnahmen, um die Absatzkapazitäten zu erhöhen. Fleischverarbeitung und Zerlegung an Wochenenden und Feiertagen sollte durch Ausnahmegenehmigungen ermöglicht werden. 
Auch seien Arbeitszeit-Flexibilisierungen für das Schlachtpersonal nötig. Bei Corona-Erkrankungen in der Belegschaft sollte statt einer kompletten Schließung der Betrieb durch den gesunden Teil der Beschäftigten in Arbeitsquarantäne fortgesetzt werden. 
Gleichermaßen fordert Schwarz, die restriktivem Corona-Auflagen für die Fleischverarbeitungsbetriebe auf Verhältnismäßigkeit zu überprüfen und angemessen zu reduzieren."
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den 18.9.2020

ASP und die Maßnahmen

Mittlerweile wurde an sieben Wildschwein-Kadavern in Brandenburg an der Grenze zu Polen die Wildschweinpest nachgewiesen. 
Die Landwirte im Spree-Neiße Kreis trifft es hart. 
Sie dürfen in der Kernzone nicht mehr ernten, es gilt ein Weide- und Jagdverbot. 
Ein Transport von Schweinen ist im gefährdeten Gebiet streng verboten.
Der bereits geerntete Mais darf hier nicht an die Schweine verfüttert werden. 


Die Angst der Schweinehalter wächst. 
 Bereits nach dem ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland hat China ein Importverbot für deutsches Schweinefleisch vor einigen Tagen verhängt und China ist mit 380 Tsd.T. der größte Abnehmer Deutschlands. Info HIER 
Nach dem Importverbot gehen die Preise für Schweinfleisch in den Keller.
 Was Schweinehalter jetzt wissen müssen:  HIER

Beim Kreis Steinburg erkundige ich mich danach, welche Vorkehrungen gegen diese verheerende Tierseuche ergriffen werden und erhalte Infos:

 Im Veterinäramt wurde bereits folgendes durchgeführt:

❗Umsetzung des Maßnahmenplans zur Vorbeugung gegen den Ausbruch der ASP, welcher zwischen dem Land und den Kreisen/kreisfreien Städten vertraglich vereinbart wurde: 
 👉Übernahme Kosten Trichinenuntersuchungen für Wildschweine, die in SH geschlachtet werden 
 👉Errichten von Sammelstellen für die Entsorgung von Kadavern und Aufbruch von Jagden 
 👉Prämien für das Auffinden, Bereitstellen und Beproben von verendeten Wildschweinen

☝  Materialbeschaffungen für einen ersten Ausbruch im Veterinäramt 
☝Maßnahmenplan im Veterinäramt für den ersten Ausbruch
☝Kontrollen der Schweinehaltungen nach SchweinehaltungshygieneVO (10 – 20% aller Betriebe)
Regelmäßiger Austausch zwischen Veterinäramt, Ordnungsämtern, Jägerschaft und Landwirtschaft 
☝ Übungen der Lagedarstellungen in dem zugehörigen Tierseuchennachrichtensystem 

 Aktuell werden folgende ergänzende Maßnahmen geplant und so kurzfristig wie möglich umgesetzt: 
- Kontrolle aller 200 schweinehaltenden Betriebe im Kreis Steinburg nach der SchweinehaltungshygieneVO
-Ggf. Erweiterung der Öffnungszeiten der Sammelstellen für die Entsorgung von Kadavern und Aufbruch von Jagden – Erleichterte Abgabe von Material für die Jäger 
- Aufforderung der schweinehaltenden Betriebe zur Beteiligung an dem freiwilligen Verfahren zur Intensivierung der ASP-Früherkennung und verbesserten Verbringung von Schweinen aus Restriktionsgebieten 

... und so ist der Kreis so gut wie möglich vorbereitet.
Alle hoffen, dass sich die Wildschweinpest nicht weiter ausbreitet

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Hohenaspe im August 2020

Bauprojekt bei Hohenaspe 

Etwas außerhalb von Hohenaspe in Richtung Hohenlockstedt ist in diesen Tagen ein Kran zu sehen und der Betrachter überlegt vielleicht, ob hier eine Windkraftanlage aufgestellt wird?

Nein, weit gefehlt: Es entsteht eine 75kw Hofbiogasanlage auf Güllebasis auf dem ausgesiedelten Milchviehbetrieb.

Zukunftsorientiert

 Die große Hoffläche im Hohenasper Feld lässt alle Möglichkeiten zu, das bäuerliche Anwesen nach neuesten Vorgaben zu modernisieren. 
Mit Ehefrau Imke packt Reiner Voß neue Projekte zur Betriebsmodernisierung an. 
Voß siedelte 1990 mit seinem Milchviehbetrieb um und zog zwischen Hohenaspe und der B77 ins Feld.
 Der landwirtschaftliche Familienbetrieb mit Acker- und Weidelandflächen investierte inzwischen in neue Stallgebäude.
 Zum Kuhstall wurde 2008 ein weiterer Laufstall für Nachzucht und Bullenmast gebaut. 2015 dann der Bau des Melkhauses. 

Imke Voß mit Tochter Tordis (11), die bereits manchmal beim Melken hilft. Im Untergeschoss der Melkanlage wird die Milch mit Wasser aus dem eigenen Brunnen von 37 Grad auf 14 Grad (Wassertemperatur) runtergekühlt. Die benötigte Milchkühlung auf 6 Grad findet dann im Tank statt.

Imke Voß erklärt: Das zur Kühlung verwendete Wasser wird in blauen Tanks aufgefangen und vollständig an die Kühe vertränkt. Da das Wasser erwärmt ist, mögen die Kühe dieses besonders gerne. 

In 2-3 Stunden können in der fortschrittlichen Melkanlage die Kühe zwei Mal täglich im Melkstand an 32 Melkmaschinen gleichzeitig gemolken werden. 
Seit zwei Jahren plant Familie Voß ihr neuestes Projekt: Eine Biogasanlage auf Güllebasis. 
 Vorerst wurde eine Zuwegung auf das Betriebsgelände errichtet. 
 Seit ein paar Wochen nun der Baustart des umweltfreundlichen Stromerzeugers.
 Eine Firma aus Baden-Würtemberg im Landkreis Schwäbisch Hall übernahm den Part der Realisierung. 
 Fünf Arbeiter sind im Gasthof zur Linde untergebracht. Für sie beginnt der Arbeitstag um 5 Uhr morgens. 

 In einem isolierten Behälter (Fermenter )entsteht zukünftig das Biogas. Bei 60 Grad findet hier der Gärprozess der Gülle statt. 80 Prozent des Geruchs geht dabei verloren.
Jede Stunde wird die Anlage mit Gülle gefüttert und die entgaste Gülle auch Gärsubstrat genannt, wird in dem neuen 6000m³ großen Gärrstelager gesammelt und im laufenden Jahr aufs Feld gebracht.
Auch das ist zukunftsorientiert geplant. Noch schreibt der Gesetzgeber ein Lagervorrat von 6 Monaten vor. Es sind aber bereit 9 Monate vorhandener Lagerraumspeicher im Gespräch. Mit dieser Größe wird auch das eingehalten.  Es wird nur Gülle vergast, die auf dem Betrieb anfällt. So entstehen aus dem Projekt für die Gemeinde keine höreren Belastungen durch den Traktor- oder LKW Verkehr.

 Das entstandene Biogas wird in einem externen Gasspeicher abgespeichert.
 Einem Motor, der Biogas verbrennt, wird Gas zugeführt. 
Dieser Motor treibt einen Generator an, der Strom erzeugt, der dann in das Stromnetz übertragen wird. 
 Reiner Voß erklärt, „ Aus Sicherheitsgründen wird die gesamte Biogasanlage durch den Havariewall umschlossen“. Im neuen Jahr soll die Anlage in Betrieb gehen. 

Familie Voß vor dem neuen Bauprojekt: Imke und Reiner Voß mit den Kindern Tordis und Theede

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Glückstadt den 24.7. 2020

Initiative von Junglandwirten kommt an 

Landwirte aus dem Kreis Steinburg präsentieren am Fähranleger Glückstadt den Wartenden ihre Hofprodukte und kommen mit Verbrauchern ins Gespräch 

Hier gab es Gelegenheit mit Landwirten in den Dialog zu treten
 
Ob Milchprodukte, Eier, Wurst, Obst oder Gemüse die Landwirtschaft vor Ort präsentiert sich mit ihren gesunden Erzeugnissen.  
Der Bauernverband Kreis Steinburg und Stade in gemeinschaftlicher Aktion 

Pellkartoffelkönigin Christina Hollm und Pellkartoffelprinzessin Emelie Soltau werben für Kartoffeln von Erzeugern der Region

Auch die Pellkartoffelhoheiten aus Hohenlockstedt lassen es sich nicht nehmen, an der Aktion teilzunehmen, um die Erdfrucht aus dem Heimatort anzupreisen. Die Wartenden sind über die Abwechselung vor der Fähre meist sehr erfreut, denn es gibt Kostproben der landwirtschaftlichen Produkte. Verteilt wurde Gemüse von Niels Schilling und Albert Busch aus der Blomeschen Wildnis, Eier von Simon Stajohann aus Neuendorf, Wurstwaren der Schlachterei Fülscher in Seestermühe, Milchprodukte des Deutschen Milchkontors, Kirschen von Jan Wille aus Wewelsfleth und Kartoffeln von der Kartoffelerzeugergemeinschaft Hohenlockstedt.

 Auf der anderen Elbseite - also am Fähranleger Wischhafen - werben zeitgleich Junglandwirte aus Niedersachsen mit den Produkten Made in Stade. 
Gegen 14 Uhr treffen sich die Berufskollegen auf der Fähre und tauschen sich mit ihren Erfahrungen aus.

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Berlin den 15.6.2020

Mahnwoche der Landwirte in Berlin startet

Unser Sohn übermittelt Traktoren-Fotos in der Bundeshauptstadt.
Bis zu 1300 Traktoren werden aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet.
Landwirte aus Schleswig-Holsteiner sind bereits dabei. Info HIER
 Landwirte fühlen sich von der Politik in Stich gelassen. Die Mahnwache wird vom 15.6. bis 20.6. andauern.
Vor den renommiertesten Restaurants und Hotels in Berlin wurden die Schlepper geparkt.
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den 5.6.Ottenbüttel

Landwirte treffen sich zum Flashmob

Um 18 Uhr trafen sich an unterschiedlichen Orten im Kreis Landwirte zu einem Flashmob (kurzer Menschenauflauf) mit ihren Traktoren, um sich mit ihren Kollegen, die vor dem Wahlbüro von Umweltministerin Svenja Schulze in Münster eine Mahnwache abhalten, solidarisch zu zeigen.
So fanden sich u.a. 20 Landwirte mit ihren Traktoren aus den umliegenden Gemeinden in Ottenbüttel an der L127 zusammen.

Das  Ziel der Demonstration:  Ein Gespräch mit der Ministerin zu führen. Bislang jedoch erfolglos. 
Land schafft Verbindung  LsV –Deutschland organisiert die Proteste über Whatsapp-Gruppen.

Im Zuge der Mahnwache in Münster wurde von den Teilnehmern Fahrraddiebstähle aufgedeckt.
Info der top agrar HIER
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Rendsburg den 5.6. 2020
Norla 2020 abgesagt
Eine reine Fachmesse wäre keine echte Norla
(Rendsburg) Die für den 3. bis 6. September auf dem Rendsburger Messegelände geplante Norla wird dieses Jahr nicht stattfinden. Auch wenn die aktuell erfreulich niedrigen Corona-Infektionszahlen auf eine weitere Entspannung der Einschränkungen hindeuten, so kann heute niemand mit Gewissheit sagen, dass dieser positive Trend auch anhalten wird.
Ein wichtiger Aspekt der Landwirtschafts- und Verbrauchermesse Norla ist das Aufeinandertreffen von Verbrauchern und Erzeugern, das Anfassen von Tieren, das Bestaunen von Landmaschinen, das Erlebnis oder auch das miteinander austauschen. Und eben das alles wäre aufgrund der Maßnahmen zum Infektionsschutz kaum möglich gewesen. Eine Norla ohne das gewohnt umfangreiche und vielfältige gastronomische Angebot, ohne den Bauernmarkt oder gar ohne die stets gut besuchten Hallen? Es wäre keine wirkliche Norla.
Die Planungen, die Norla in diesem Jahr auf eine reine Fachmesse zu reduzieren und nur Fachaussteller und Fachpublikum zuzulassen, wurden eingestellt. Aus Rücksicht auf Aussteller, die von viel Publikum leben, Besucher und Dienstleister hat sich die MesseRendsburg dazu entschlossen, die Norla in diesem Jahr ausfallen zu lassen.

Geschäftsführung, Gesellschafter und das Team der Norla bedauern die Absage sehr, blicken aber zuversichtlich auf die Norla im kommenden Jahr, die vom 2. bis 5. September 2021 stattfinden soll. „Wir  bitten alle Aussteller und Besucher  um ihr Verständnis und hoffen, dass sie der Norla trotz der diesjährigen Absage die Treue halten werden“ so Stephan Gersteuer und Dr. Klaus Drescher, Geschäftsführer der MesseRendsburg GmbH.
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 den 6.5.2020

Die Bestände von Wildgänsen sind in den letzten Jahren stark angestiegen

Nonnengänse bei Wewelsfleth-

Die Massen an den hübschen Gänsen sind immer ein Blickfang bei uns im Norden. Die noch vor 40 Jahren bedrohte Gänseart hat sich in den Beständen seit einigen Jahren stark vergrößerst.
Es wurde errechnet, dass über eine Millionen Gänse allein dieser Art im Bereich Nordsee, Elbe und Stör rasten, um dann Ende Mai Richtung Osten zu ihren Brutgebieten zufliegen.
 Nonnengänse soweit das Auge reicht im Neufelderkoog

Der Bauernverband SH teilt mit:
 Die Bestände von Wildgänsen sind in den letzten Jahren stark angestiegen.
 Durch die wachsenden Populationen haben die Schäden durch Gänsefraß, aber auch die Verkotung auf landwirtschaftlichen Nutzflächen insbesondere auf den Inseln und an der Westküste immer weiter zugenommen.
Die Schäden reichen bis zum Totalausfall sowohl auf Acker- als auch auf Weideflächen. Dadurch wird der wirtschaftliche Fortbestand der betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe in Frage gestellt.
Dass sich die Lage dieses Jahr weiter zugespitzt hat, belegt die aktuelle Situation insbesondere auf den Inseln Föhr und Amrum, wo die Gänse das für die Tiere dringend benötigte Futter abfressen.
Weiter im Text HIER
Lösung bei Nonnengans-Problem Artikel Der Nordschleswiger
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Rendsburg den 24.4.

Bauernpräsident Werner Schwarz zur Lage auf den Agrarmärkten: „Das Gebot der Krise lautet Zusammenarbeit“

Mehr Zusammenarbeit zwischen allen Marktbeteiligten mahnt Schleswig-Holsteins Bauernverbands-Präsident Werner Schwarz vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie an.
Die Einschränkungen in der persönlichen Freiheit und Freizügigkeit spiegelten sich auch auf den Agrarmärkten wider.
So sei der Absatz in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung weggebrochen.
Darauf ausgerichtete Betriebe und Verarbeitungsunternehmen stelle dies vor enorme Probleme.

Vor allem aber der Milch- und Rindfleischmarkt sei von der Krise betroffen.
Meiereien mit einer überwiegenden Vermarktung über den Großhandel werden ihre Ware nur schwer los. Eine Umleitung in den Einzelhandel sei aufgrund fehlender Geschäftsbeziehungen und falscher Gebindegrößen oft nicht möglich.
„Das sorgt für Unruhe an den Milchmärkten“, erläutert Werner Schwarz, macht aber auch deutlich:
 „Der Milchmarkt weist im Moment nicht nur Schattenseiten auf. Denn die Kehrseite der Gastronomieschließungen zeigt sich in steigenden Absätzen des Lebensmitteleinzelhandels“.
Meiereien, die Produkte für den Einzelhandel
„Dies muss auch der Einzelhandel erkennen und in steigenden Preisen für Milchprodukte und Käse zum Ausdruck bringen. Milch, die zusätzlich benötigt wird, muss vorrangig von regionalen Meiereien bezogen werden, die diese aktuell selbst nicht im Markt platzieren können, und nicht aus Importen. Auch das verstehe ich unter Solidarität.
Das Gebot der Krise lautet Zusammenarbeit. Die private Lagerhaltung als unterstes Auffangnetz kann uns durch kurze Tiefpreisphasen tragen und mit einem geringen Mittelaufwand den gesamten Milchmarkt stützen“ so Werner Schwarz.
Die Getreidemärkte hätten nach einem deutlichen Einbruch aktuell ins Positive gedreht. „Vermarktungsprobleme sehen wir allerdings bei Kartoffeln oder Edelteilen vom Rind und Schaf, beim Spargel und bei bestimmten Teilen des Geflügels. Auch hier sind die Absatzwege in Richtung Gastronomie abgeschnitten“ erläutert Schwarz weiter.
Schon jetzt aber werde in kleinen Schritten daran gearbeitet, das öffentliche Leben wieder langsam zu beleben. „Das stimmt mich zuversichtlich und ich hoffe, dass die gestörten Wertschöpfungsketten baldmöglichst wiederhergestellt werden. Dann kann es durchaus einen Nachholeffekt geben, der unseren Märkten hilft“, so Schwarz´ Einschätzung.
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Rendsburg den 27.3.2020
Pressemeldung vom Bauernverband SH

Stellungnahme des Bauernverbandes Schleswig-Holstein zum heutigen Beschluss der Düngeverordnung

 Der Bundesrat hat heute die Düngeverordnung mit einer Mehrheit der Länderstimmen beschlossen.
Die Maßnahmen in den sogenannten „roten Gebieten“ gelten aber erst ab Januar 2021.
Bei der Abstimmung hatte sich das Land Schleswig-Holstein der Stimme enthalten.
 Nach Einschätzung des Bauernverbandes Schleswig-Holstein war eine Änderung im Düngerecht nach der Verurteilung durch den europäischen Gerichtshof unausweichlich.
 „Folgenschwer bleibt“, so Werner Schwarz, Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, „dass die Bundesregierung sich gegenüber Brüssel frühzeitig auf eine pauschale Reduzierung der Düngung festgelegt hatte.
 Daraus ergibt sich für viele landwirtschaftliche Betriebe eine schwere, kaum zu bewältigende Bürde.
“ Der in letzter Minute mit Brüssel ausgehandelte Kompromiss, die strengen Regelungen in den roten Gebieten erst ab dem 1.1.2021 anzuwenden, sorge dafür, dass das Verbot der Herbstdüngung erst ab Herbst 2021 einzuhalten ist und verschaffe Zeit für die wichtige Aufgabe der Binnendifferenzierung.
 „Die Grundlagen dafür zu schaffen und die Differenzierung selbst vorzunehmen, muss jetzt von Bund und Ländern mit Hochdruck weiterverfolgt werden, damit die Belastungen soweit als möglich begrenzt werden können“, so Schwarz weiter.
 Dazu seien die Länder schon durch den verfassungsrechtlichen Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verpflichtet.
Die Fristverlängerung gäbe auch mehr Zeit, juristische Schritte gegen die Düngeverordnung und die Umsetzung in den Ländern zu prüfen und vorzubereiten.
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 Glückstadt den 26.3.2020

Genießen wir den Anblick der Schafe auf dem Deich, denn es gibt die Vierbeiner hier noch zu entdecken


 Das Schaf als Symbol des Lebens gibt nicht nur Milch und Käse, sondern auch Fleisch und Wolle für Kleidung. Das Lamm mit Hase, Küken, Storch und Kuckuck als Frühlingsboten sind gerade zur Osterzeit kaum wegzudenken.
Die Schäfer Sabine und Bernd Kröger aus Neuendorf im Kreis hatten in den letzten Wochen mit ihren 1000 Schafen gut zu tun.
 Von der Winterweide im Inland kommen die 1000 Schafe wieder auf den Elbdeich.
Im Januar wurden die tragenden Tiere geschoren, denn die Schur sollte einen Monat vor der Geburt des Lamms durchgeführt werden.
 Im Februar wurden 120 Lämmer im Stall geboren, die mit ihrem Mutterschaf seit 14 Tage nun auf dem Elbdeich bei Glückstadt friedlich grasen.
 Munter laufen sie ihren Muttertieren hinterher.

 „Die Zeit, in der die Schafe lammen, ist immer sehr arbeitsintensiv für uns", informiert Sabine Kröger.
30 bis 40 Schafe bringen am Tag (inklusive Nacht) ihre Lämmer zur Welt.
Es muss immer jemand zur Aufsicht dabei sein.

 „Schafe sind „Draußentiere“ und so freuen sie sich endlich wieder frei laufen zu können“, berichtet Sabine Kröger weiter.
 Die Schafhalterin hat ab Februar 20 Lämmer selbst aufgezogen, weil diese von den Muttertieren nicht angenommen wurden.
 Die ersten Tage bekommen die kleinen verwaisten Lämmer die Flasche, aber dann trinken sie sehr schnell aus Eimern mit Saugern.
Auf die Deichwiese dürfen diese handaufgezogenen Lämmer nicht mit, denn sie sind anhänglich und würden jedem Spaziergänger auch durch den Zaun hinterherlaufen, berichtet die Schafhalterin aus Neuendorf auf Nachfrage weiter.

 In Zeiten der Coronakrise sind auf und am Deich in der Nähe der Elbfähre noch mehr Spaziergänger auch mit Hund als sonst üblich unterwegs.
 Kann es ihnen verübelt werden hier die frische Brise der Elbe zu genießen?
 Platz genug um einen vermeintlichen Virenträger aus dem Weg zu gehen, gibt es genug.
 Die Hunde werden brav an der Leine gehalten und die Schafe zeigen kaum Angst vor den Spaziergängern, also kann darauf geschlossen werden, dass sie eher selten schlechte Erfahrung mit ihnen haben.

 Im Herbst 2018 hatten die Krögers auf den Winterweiden in Moordiek zahlreiche Risse von einem Wolf verbuchen müssen.
Diese Probleme gibt es augenblicklich nicht mehr, denn der Wolf zog weiter und wurde tödlich in Niedersachsen von einem Auto erfasst und so ist es deutlich ruhiger geworden mit der Schafhaltung.

 Allerdings macht sich das Ehepaar Kröger Sorgen um die Zukunft.
Für die geschorene Wolle erhalten die Tierhalter pro Kilogramm 20 Cent.
 Ein Schaf trägt in der Regel vier Kilo Wolle.
2,50 € erhält der Schafscherer für ein geschworenes Schaf.
Dazu kommen die Löhne für die Hilfskräfte, die die Schafe sortieren und zur Schur treiben.
 Die Wolle wird von einem Osterhorner Unternehmen abgeholt.
Die Schur wird verschifft und im Ausland weiterverarbeitet.
 Auch die Fleischpreise würden immer mehr in den Keller gehen, berichtet resigniert die Neuendorferin.
 "Die Auflagen mit dem Wolfszaun sind für ihre Zahl an Tieren nicht zu leisten. Schafe sind immerhin die Deichschützer im Einsatz. Wer soll diese Arbeit nach unseren Tieren leisten?“ fragt sich Sabine Kröger.
Eine wichtige Ressource in der Nahrungskette sind auch die Hinterlassenschaften der Schafe.
Die Dungfliegen locken unterschiedliche Vögel an und auch ihre Larven bieten Nahrung für zahlreiche Tiere.
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Hohenaspe den 19.3.2020

Vorgestellte Unternehmen in Hohenaspe, die auch zu "Corona-Zeiten" den Betrieb aufrecht erhalten

Mit der Bäckereifiliale Martin und dem Supermarkt Nahkauf sorgen auch u.a. Eickes  120 Milchkühe dafür, dass wir versorgt bleiben.
Der Hofladen direkt beim Erzeuger

Hier traut sich kein Virus mehr hin: Eickes Kinder v.r. Noreen und Ben dürfen der Mutter Fransiska Eicke beim Schrubben helfen.

Der Hofladen der Eickes  in Hohenaspe, hat nach wie vor seine Tür geöffnet und bietet hauseigene Produkte.
Die Kühe müssen zwei Mal am Tag gemolken werden.
 Volker Eicke mit Angestellten Cedric Wolter im Melkstand mit den 16 Melkgeschirren. Zwei Stunden wird hier morgens und abends gemolken.Einmal im Monat werden die Inhaltsstoffe der Milch überprüft und so werden an diesem Abend Proben entnommen.
Eickes Kühe geben im Schnitt à 8000 Liter im Jahr. 10 Prozent der Milch wird vor Ort vermarktet, der Rest geht in die Breitenburger Milchzentrale.
Die Tiere müssen täglich zwei Mal versorgt werden
...Volker Eicke mit Lieferservice der pasteurisierten Milch
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den 19.3.
Pressemeldung vom Bauernverband

Digitales Bauernblatt während der Corona-Krise frei verfügbar 

 Die Landwirtschaft ist für die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln gerade in Krisenzeiten unverzichtbar.
 Die Bauern in Schleswig-Holstein und Hamburg leisten dazu einen wichtigen Beitrag.
Als Fachmagazin informiert das Bauernblatt Schleswig-Holstein den Agrarsektor und die ländliche Bevölkerung zu allen relevanten aktuellen Entwicklungen. Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen und vor allem Information.
Deshalb wird das Bauernblatt Schleswig-Holstein während der Corona-Krise kostenfrei als ePaper online zur Verfügung stehen.
Das Fachmagazin für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum veröffentlicht das komplette wöchentliche Heft während der Corona-Krise jeweils am Freitag als PDF-Datei auf seiner Homepage: www.bauernblatt.com
Für einen begrenzten Zeitraum stehen damit die aktuellen Ausgaben des Bauernblattes kostenfrei ohne weitere Zugangsbeschränkungen zur Verfügung.
 „Unser wichtigstes Ziel ist es, den Informationsfluss aufrecht zu erhalten.
Das Bauernblatt soll bei möglichen Störungen der Postzustellung die Abonnenten zuverlässig und aktuell erreichen. Wir wollen die Bedeutung der Landwirtschaft in diesen Zeiten auch einem größeren Leserkreis verdeutlichen“, teilt der Verlag Bauernblatt GmbH in Rendsburg mit.
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den 17.1.2020

👉Gästebucheintrag von Dirk ( "Free the Soil") zu meiner Berichterstattung über den Info-Abend in St. Margarethen 

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Hohenaspe den 17.1.

Auf zur Trecker- Demo in Heide

Am frühen Morgen versammelten sich Landwirte der Region auf dem Hof Göttsche in Hohenaspe, um gemeinsam mit ihren Traktoren nach Heide aufzubrechen. 
Sie folgen damit dem Aufruf zu Bauernprotesten von Land schafft Verbindung LsV.
Mit 15 Traktoren aus den Gemeinden Hohenaspe, Kaaks, Huje, Drage, Bokhorst und Ottenbüttel nehmen die Landwirte an der Kundgebung in Heide teil.
Nach den vielen Landmaschinen zu deuten, die am Morgen in Richtung Heide unterwegs sind, werden es nicht die Einzigen aus dem Kreis sein. 

Auch ich werde nun - allerdings mit dem Pkw-  nach Heide fahren. Mein Zeitplan ist heute allerdings sehr straff. 
Um 12:30 Uhr kommt Mike Mohring (CDU Thüringen) nach Itzehoe und um 18 Uhr ist der Neujahrsempfang vom Kreis angesagt.
Rund 600 Traktoren auf dem größten Marktplatz Deutschlands. Ein eindrucksvolles Bild

... das gab es so noch nicht auf dem Heider Marktplatz zu entdecken. Trotz der zahlreichen Trecker, ist es fast leise auf dem Platz. Alles wirkte gesittet und jeder Traktor wusste anscheinend, wo sein Platz ist.
 Eng an Eng stehen sie da und sorgen bei den Meisten für Begeisterung.
Erst als die Ansprachen von einer Bühne folgen, dröhnen Stimmen durch das Mikrophon über den Marktplatz.
Die recht neue Organisation "Land schafft Verbindung" ist Organisator der Kundgebungen (zeitgleich auch in Kiel). Sie macht deutlich, Bauern sind in Bewegung und dabei, sich Gehör zu verschaffen. 
Trotz der 1000 Teilnehmer an der Veranstaltung entdecke ich die in Hohenaspe gestarteten Landwirte wieder. Sie sind gut bei 1 1/2 Stunden Fahrzeit in Heide angekommen und freuten sich über die vielen  Passanten, die ihnen vom Straßenrand aus in den Orten zugewunken haben, sehr.

Vor der Bühne kam ich mit einem interessierten und gut informierten Rentner ins Gespräch, er fragte mich, wo ich her komme und als der Ortsname Hohenaspe fiel, sagte er "Ach da, wo immer geblitzt wird". Er würde es ständig im Radio hören. 
Die Forderungen der Landwirte: Faire Erzeugerpreise. Die neuen Düngevorschriften gefallen ihnen nicht.
... nicht alle zur Demo angereisten Landmaschinen fanden darauf Platz 

Die Kuh Joga von Lisa Suhr ist mit ihrer Halterin bereits eine kleine Berühmtheit und demonstriert mit Junglandwirtin Lisa aus Oldenbüttel Kreis Rendsburg Eckernförde für eine bessere Agrarpolitik.
Als die Kundgebung startet, muss ich weg. Über die Reden ist bei Boyens Medien zu lesen 

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Sankt Margarethen den 13.1.

Zurück von einer Veranstaltung im Dolling Huus der Gemeinde St. Margarethen 

Hier wurde vor zahlreichen Landwirten der Region von den  Klimacamp-Aktivisten "Free the Soil" (befreie den Boden) ein Rückblick  ihrer Demo im  Sept. 2019 geboten. Die Ausführungen sorgten für etliche Diskussionen.
Landwirte machten bereits vor dem Veranstaltungsort ihre Position klar

66 größtenteils Landwirte der Region fanden sich im Dolling Huus  ein, um mit den Organisatoren von Free The Soil zu diskutieren.

Auch wenn im damaligen Klimacamp die Aktivisten selbst friedfertig waren, lief die Aktion mit der Demonstration gegen den Düngemittelproduzent Yara nicht für alle optimal. (Ein Bericht der damaligen Aktion unter Sept 2019 auf diesem Blog)
Aktivist und Mitorganisator Dirk... (Klarnamen geben Mitglieder von Free The Soil  nicht bekannt) gab einen Rückblick der mehrtägigen Aktion und dieser wirkte dann für viele Zuhörer etwas sehr "weichgespült", wie in einer anschließenden Diskussion deutlich wurde.
Grundsätzlich ist der eingeleitete Dialog mit den Landwirten als positiv zu werten und Dirk ... (promovierter Bodenkundler) betonte immer wieder, dass es den Aktivisten nicht darum ging, eine regionale Landwirtschaft anzugreifen, sondern lediglich um die Machenschaften der Düngemittelindustrie aufzuzeigen.
Schade war, dass niemand vom Unternehmen Yara anwesend war. 
Für alle, die noch nicht wussten, wer oder was Yara ist, erklärte Aktivist Dirk das Unternehmen mit den 100 Mitarbeitern vor Ort. "Yara ist ein norwegischer Staatskonzern (36%) mit 60 Handelsniederlassungen in der Welt und verkauft seine Produkte in 160 Ländern weltweit. Jährlicher Umsatz: 13 Milliarden Dollar. In Norwegen wurden Yara von einem Gericht zu 48 Millionen € wegen Korruption und Bestechung in Indien und Libyen  angeklagt. 2012 zahlten das Unternehmen eine Strafe von 12 Millionen €.
 Inzwischen wird der Konzern von Lobbyvereinen vertreten".
Diese Art der Vermarktung ihrer Produkte kostet Yara, laut Dirk..., 12 Millionen € und geht zum Teil an die EU Düngemittelvereinigung mit deren Interesse am Fracking.
Der Redner stellte mit den Verflechtungen der Agrarpolitik zu Lasten der Natur seine persönlichen Motive zu Zeiten des Klimawandels der gelaufenen Aktion in den Vordergrund. "Wir müssen alle unseren Beitrag leisten", so der Aktivist.

 Anmerkungen gab es vom Bürgermeister der Gemeinde Margarethen Volker Bolten, dem der Camprundgang mit Erklärungen sehr gefallen hat. Auch der Pastor der Gemeinde Eckart Grulke meldete sich zu Wort, er hatte die Fläche (im Landbesitz) der Kirche den Aktivisten zum Campen zur Verfügung gestellt, "denn wir als Kirche/ als Christen sehen uns in einer Schöpfungsverantwortung".

Nicht nur Landwirt Sönke Krey aus St. Margarethen stellte die Frage, warum sich die Aktivisten vermummen mussten? Was sollte der Sabotageversuch an den Bahngleisen? 
Krey selbst wertet in der Vermummung einen terroristischen Anschlag und sieht nicht ein, eine solche Organisation zu unterstützen oder gar zu fördern.
Für richtige Empörung der Landwirte sorgte die ständige Bezeichnung "industrielle Landwirtschaft".
Landwirt Jörg Göttsche verwies auf Grenzüberschreitungen der Aktivisten.
Auf seinem Maisfeld wurden Bodenproben entnommen, ohne diese Aktion mit dem Landbesitzer zu besprechen.
Göttsche erhielt einen Anruf von Nachbarn, die eine Gruppe von Teilnehmern des Klimacamps in seinem Maisfeld beobachten. Der Landwirt stellte die Aktivisten und rief die Polizei. "Zwei der Bodenprobenentnehmer gingen stiften. Warum hat man nicht vorab um Erlaubnis gefragt, als die Gruppe sein Land betrat?", wollte der Landwirt wissen.

Dirk.... rechtfertigt Vermummung so: "Vermummung ist in SH kein Tatbestand, sie ist erlaubt. Die Organisation muss sich vor staatlichen Repressionen schützen".
 "Wir haben einen Aktionscodex der lautet "keine Sachbeschädigung, keine Menschengefährdung" und so distanziert sich Free the Soil von den ihnen vorgeworfenen Taten....Die Gleise waren bereits beschädigt."

Dieser Aussage steht gegenüber, dass sehr wohl vermummte Aktivisten auf den Gleisen mit Werkzeug von der Polizei (Hubschraubereinsatz) entdeckt wurden.
Dem gegenüber steht, dass im Camp ein Zelt mit einer Rechtsberatung zur Verfügung stand. Es gab auf dem Camp einen Stand, an dem Mittel angeboten wurden, die Fingerabdrücke vermeiden.

Auf die Frage, wann und wo die nächste Aktion der Organisation geplant ist, wurde ein Treffen in Bremen genannt, bei dem die Aktivisten über die kommende Aktion abstimmen werden. Themen wie Herbizide und Pestizide sind angedacht.
Eine Frage habe ich vergessen zu stellen, dabei brennt sie mir auf den Nägeln, wo doch soviel von Verflechtungen berichtet wurde. Wie finanziert sich die Organisation? Die Flyer und Broschüren wirken professionell und auch das Camp muss einiges an Kosten verschlungen haben.
Westen mit der Aufschrift "Hier ist die Linke" habe ich bei einigen Teilnehmern vom Demonstrationszug zu Yara gesehen.
Also lieber Dirk..., falls du diese Zeilen lesen solltest, könntest du mir eine Antwort übermitteln?
Zwischenzeitlich hat der Aktivist auf meine Frage im Gästebuch reagiert. Vielen Dank dafür!
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den 8.1.2020

Zurück aus dem "Bullentempel" in Rendsburg

Gut 1000 Landwirte fanden sich auf Einladung des Bauernverbandes Schleswig-Holstein und Hamburg mit der Bewegung "Land schafft Verbindung" ein.
Konzepte für eine Zukunftskommission sollen im Auftrag von Bundeskanzlerin Angela Merkel bis Februar 2020 erarbeiten werden.
... straffes Programm 

Je nach Meldung stellten Landwirte zu den unterschiedlichen Punkten ihre Anregungen, Fragen und Erkenntnisse in der Podiumsrunde in Mitten der Halle vor. Mit den Wortbeiträgen wurde für spannenden Gesprächsstoff gesorgt. Die Veranstaltung wurde direkt übertragen (Live-Streaming) und protokolliert, um die Ergebnisse später an die Bundesregierung weiterzuleiten. 
Das Ziel: Gesellschaft und Landwirtschaft wieder zusammenzubringen
Durch das Programm des Zukunftsforums Landwirtschaft in der Nordmarkhalle führte im Podium auf Augenhöhe Dr. Rolf Schwerdtfeger vom Berufsverband Agrar Ernährung Umwelt (VDL).
Begrüßt wurden  die Teilnehmer im Podium:
Von oben links: Präsident vom Bauernverband SH Werner Schwarz,Uta von Schmidt Kühl (LSV), Klaus Peter Lucht (Vorstand Bauernverband SH), Dirk Andresen (Sprecher von Land schafft Verbindung LSV), Dr. Rolf Schwerdtfeger (Moderator), Martin Lüdeke ( Präsident Bauernverband HH), Silke Ladiges (Vorstand Bauernverband HH) und Landwirt Thomas Andresen 

Nicht nur einvernehmliche Positionen waren von den Rednern zu Themen wie wirtschaftliche Nachhaltigkeit, Landwirtschaft und Umwelt, Zukunft der Tierhaltung sowie Zukunft der Agrarpolitik zu hören:
Vorab fragte Werner Schwarz: "Hat Deutschland ein Leitbild für die Landwirtschaft? Gibt es Zielgrößen für eine bäuerliche Landwirtschaft?" 
Dirk Andresen freut sich über den Dialog, der eine Solidarität unter den Landwirten stärkt, die für eine gemeinsame Sache kämpfen. 
Jede Menge Vorschläge von den Rednern der Diskussionsrunde mit konventionellen- und Ökolandwirten.
Eine Zusammenfassung des Tages von Klaus Peter Lucht:

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Hohenaspe den 31.12.2019

Silvester-Rakete landete vor einer Milchkuh und brachte sie vermutlich zu Fall

❗👉Auf der Veranstaltung in Rendsburg traf ich den Hohenasper Landwirt Hermann Eggers, der mir von einer durch eine Rakete verletzten Milchkuh berichtete:
Am Silvesterabend den 31.12. kurz nach 17 Uhr wurde im Außengelände des Milchviehstalles auf dem Hof Eggers eine Kuh von einer Rakete erschreckt, die vor ihr aus Richtung Neubaugebiet gelandet sein soll und sie zu Fall brachte. Dabei wurde ein Bein derart verletzt, dass sie nicht mehr aufstehen konnte.
 Die Kuh musste noch in der Nacht behandelt werden. Eine abgeschossene Silvester-Rakete lag neben ihr.
Inzwischen konnte sich die Kuh erfreulicher Weise erholen.

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Rendsburg den 2. Dezember 2019

Pressemitteilung

Umwelt- und branchenschädigendes Verhalten ist auch in Einzelfällen nicht zu dulden

Der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein Werner Schwarz hat am Montag in Rendsburg Einzelfälle von Verstößen gegen das Düngerecht scharf kritisiert.
Laut Schwarz sei bedauerlicherweise festzustellen, dass einzelne Landwirte die Vorgaben der geltenden Düngeverordnung in grober Weise dadurch missachten, dass zum Beispiel Gülle auf abgeernteten Maisflächen ausgebracht werde. Dies sei nicht nur rechtswidrig und rücksichtslos gegenüber der Umwelt, sondern in höchstem Maße unsolidarisch gegenüber den Berufskollegen. Man verschaffe sich nicht nur einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil gegenüber der großen Mehrheit der Landwirte, die die Bestimmungen einhalten und zum Beispiel erhebliche Kosten für Behälterbau oder die Abgabe von Gülle an andere Betriebe investierten. Zudem falle man mit einem solchen Verhalten den Berufskollegen in den Rücken, die gerade gegen weitere Verschärfungen des Düngerechts kämpften. Schwarz sagte: „Wir wehren uns gegen die zum Teil überzogenen Vorwürfe gegenüber der Landwirtschaft, aber durch solche Aktionen entziehen wir uns dann in dieser Diskussion die Glaubwürdigkeit.“

Es sind zwar nur Einzelfälle, so der Verbandspräsident, aber solche Aktionen, die das genaue Gegenteil von guter Landwirtschaft seien, zeichneten ein verheerendes Bild. „Wir überlegen schon lange wie wir gegen das Phänomen der schwarzen Schafe in der Landwirtschaft vorgehen. Allgemeine Hinweise und Appelle reichen offenbar nicht.“, so Schwarz, der abschließend vorschlägt: „Wer als Landwirt und damit Fachmann solches Fehlverhalten beobachtet, sollte den Berufskollegen darauf anzusprechen und ihm sein branchenschädigendes Verhalten deutlich machen.“

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den 14.11.2019
Zurück aus Hamburg

Bauern legen Hamburg lahm 

 Auf dem Gänsemarkt in Hamburgs Innenstadt wurde es bunt. Rund 5000 Landwirte versammelten sich hier, um ihren Unmut über die Agrarpolitik zu äußern, denn in der Nachbarschaft (Marriott Hotel) tagte zeitgleich die Umweltministerkonferenz
"Kooperation statt Verbote - Dialog statt Konfrontation" lautete das Motto der Großdemonstration


Wie im Video, wurde immer wieder die Melodie  "Spiel mir das Lied vom Tod" abgespielt
Weit über 3000 Traktoren in Hamburg- das gab es noch nie! Aus allen Bundesländern waren die Teilnehmer angereist.
 Traktoren belagern Hamburg
Der Verkehr ist lahmgelegt, aber den Kindern gefällte es. Der kleine Steppke hat kleine Spielzeugtrecker zu Haus und so einen riesigen Traktor hat er noch niemals zuvor aus der Nähe gesehen, informiert mich der Vater des Kindes.  Der Junge ist stark beeindruckt und bleibt immer wieder staunend stehen.

Natürlich waren auch zahlreiche Landwirte aus dem Kreis Steinburg anzutreffen.
Sie waren am frühen Morgen mit dem Traktor im Konvoi ab Schenefeld über Elmshorn gestartet.
Die Traktoren im riesig gewachsenen Konvoi wurden in die Caffamacherreihe in Nähe vom Gänsemarkt gelotst und damit hatten sie riesiges Glück, denn nicht alle Treckerkonvois konnten laut Infos in die Stadt fahren.
Die meisten Fahrer, mit denen ich sprechen konnte, waren gegen 1:30 Uhr aus weiter Entfernung angereist.
Die Dithmarscher sollen cool gewesen sein und angeblich mit ihren Traktoren die Autobahn genutzt haben.

Freudiges Treffen mit bekannten Gesichtern:
Mano, ich hatte extra gesagt, "bitte nicht lachen" immerhin gibt es wichtige Forderungen an die Politiker, aber wir waren gegenseitig so überrascht, uns in der Menschenmasse entdeckt zu haben, dass es dann doch ganz lustig war.
Das Lessing-Denkmal mitten auf dem Gänsemarkt mit grünem Kreuz, als Mahnmal der Bauern.

Allen sollte deutlich werden: Eine Landwirtschaft, die ins Ausland verlagert wird, ist auch keine Lösung!
Auch diese Familie sorgt sich um die Zukunft ihres Betriebes im Kreis Plön 
Eine Delegation überreichte den Innenministern vor dem Marriott -Hotel die Resolution:





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Rendsburg November 2019

Ankündigung vom Bauernverband:

Aktion und Kundgebung zur Umweltministerkonferenz am 14.11.19 

Anlässlich der Umweltministerkonferenz in Hamburg werden Landwirte, andere Landnutzer und Schäfer aus ganz Deutschland am kommenden Donnerstag, 14. November 2019 am Tagungsort der Umweltministerkonferenz ihre Kritik an der aktuellen Politik deutlich machen und zum Dialog einladen.

Die Kundgebung steht unter der Überschrift „Kooperation statt Verbote – Dialog statt Konfrontation".
 Ort: Gänsemarkt, Hamburg Datum: 14. November 2019 Uhrzeit: 12.00 -15.00 Uhr 

 Zentrale Forderung an die Umweltminister von Bund und Ländern ist, in der Umweltpolitik in Deutschland stärker auf kooperative Ansätze zu setzen und nicht auf immer neue Auflagen und Verbote.

Eingefordert wird der Dialog mit den Landnutzern. Bauern, Weidetierhalter, Waldbesitzer, Jäger, Fischer und Grundbesitzer kritisieren überzogene Regelungen im Umwelt- und Naturschutz, insbesondere das geplante Insektenschutzgesetz aus dem Agrarpaket sowie die Handhabung der Artenschutzbestimmungen bei Wolf und Gans.
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den 26.10. 19 Kaiser-Wilhelm-Koog

Kohlernte bei zu nassen Böden in Dithmarschen

Bei uns im Kreis Steinburg freut man sich (jedenfalls in der Geest) nach wie vor über jeden Regentropfen. 
Die letzten Wochen haben reichlich Niederschlag gebracht, aber nach dem trockene Sommer 2018 sitzt immer noch die Angst im Nacken. 
Anders so in der Marsch - in Dithmarschen.
Mein Mann und ich hatten in Marne am Vormittag zu tun und da der Himmel sogar die Sonne ab und an zum Vorschein brachte, fuhren wir anschließend an die Nordsee zum Kaiser-Wilhelm-Koog, um noch etwas Nordseeluft zu schnuppern.
 Vom Deich aus konnte ich Wolfsattrappen mit der Kamera ausmachen und so wurde ich neugierig. 
Ich ging zum Fahrer des Traktors, der mit einer angehängten Maschine die Kohlblätter zerkleinerte und als Bodendüngung eingrubberte. 
Das heißt, so weit kam ich mit meinen Schuhen auf dem Feld nicht, denn es ist schon eine wahre "Schlammpampe", die sich vor mir ausbreitete. 
Aber der Landwirt hatte ein Einsehen mit mir und steuerte seinen Traktor in meine Nähe und so konnte ich meine Fragen stellen. 
Also was die Wolfsattrapen darstellen (es sind drei), wollte ich wissen. Ob sie vor Ort Wölfe beobachtet hätten?  Die Antwort: " Ja, im letzten Jahr wurden sie hier gesichtet, wie viele Schafe sie gerissen haben, weiß ich selbst nicht, da ich keine Schafe halte", so die Info. 
Für die Wolfsattrappen, die er selbst aufgestellt hat, gibt es auch einen anderen Grund......

 ... und diesen Grund hatte ich bereits vor der Kamera, als wir über den Deich schauten.
Nonnengänse in Massen, bereiten wohl Unmut.
Die Wolfsattrappen sollen sie abschrecken, da die Gänse im letzen Frühjahr ein frisch aufgelaufenes Weizenfeld in einer Woche komplett abgefressen hatten.
 Auf die Frage ob er einen Antrag auf Ausgleichszahlung bei der Landesregierung beantragt hat, winkte der Landwirt nur ab, "die Zahlungen sind lächerlich".

Die Nässe macht den Kohlbauern in Dithmarschen zu schaffen, es wird immer schwieriger das Gemüse vom Feld zu holen. " Im letzten Jahr war die Ernte noch wesentlich leichter und besser", so mein Gegenüber.

 Ich habe dem Landwirt natürlich nicht erzählt, dass beim Anblick der Gänse, die im Herbst und im Frühjahr hier rasten, mein Herz aufgeht. Die Gänse sind ein so faszinierender Anblick.
Anderseits kann ich die Landwirte auch gut verstehen, wenn sie die wirtschaftliche Existenz bedrohen.
 Schafe und Nonnengänse weiden an der Nordseeküste am Kaiser-Wilhelm-Koog.

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Hohenaspe den 22.10.2019

Auf zur Bauern-Demo 

Schon allein aus Itzehoe wurden rund 100 Traktoren am frühen Morgen von Itzehoe im Konvoi nach Rendsburg gelenkt. 
Bauern protestieren deutschlandweit mit der Sternfahrt gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung
 In Itzehoes Rudolf-Diesel-Straße (Trede von Pein) starteten am Morgen um 7:30 Uhr gut 100 Traktoren aus dem Kreis Steinburg.

Für den 22.10.2019 wurde im Rahmen einer bundesweiten Aktion unter dem Motto "Land schafft Verbindung - Wir rufen zu Tisch" eine Traktor-Sternfahrt mit anschließender Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz in Rendsburg angemeldet.
Die insgesamt angekündigte Teilnahme von etwa 1.500 landwirtschaftlichen Fahrzeugen wurde noch  übertroffen.
1700 Traktoren wurden nach letzter Meldung gezählt.

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Es bildete sich in Itzehoe am Morgen ein unendlich langer Zug von Zugmaschinen, der jede Menge Aufmerksamkeit auf sich zog.
Überall an den Straßen standen Schaulustige, die das Spektakel fotografierten.
Auch wenn der Verkehr bedingt durch die Kolonne beeinträchtigt wurde, blieb ein Verkehrschaos in Itzehoe aus.
 In Rendsburg dagegen soll es nach Meldungen schon anders gewesen sein.
 Die Anmelder haben Sternfahrten nach Rendsburg von insgesamt 13 Startpunkten in Schleswig-Holstein gestartet.
Die Konvois wurden polizeilich begleitet und abgesichert.
 Die zentrale Kundgebung fand in Rendsburg auf dem Willy-Brand-Platz statt. Info der SHZ HIER 

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Oktober 2019

Immer mehr grüne Kreuze auch in unserer Region 

 Bauer Willis stille Protestaktion mit dem Aufstellen von grünen Kreuzen breitet sich aus.
Es geht um das beschlossene Agrarpaket der Bundesregierung.
Landwirte fühlen sich als Sündenbock für Umweltprobleme und finden die zunehmende Bürokratie belastend.
Das grüne Kreuz als Botschaft für weiteres Höfesterben auch in Schleswig-Holstein.

Stiller Protest auf den Feldern: Heute habe ich vier Kreuze entdeckt.
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Itzehoe den 5.9.2019

Tiertransporte

Besichtigung von Versorgungsstationen in der Russischen Föderation 
Pressemeldung vom Kreis HIER
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Eindrücke von der Norla 2019 HIER auf diesem Blog 


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den 16.8.2019 Nortorf, Graul, Grevenkop und Horst

Agrarfachleute schauen sich Betriebe an 

Was führt einen Landrat in einen Kälberstall, obwohl an diesem Tag der Betriebsausflug der Kreisverwaltung angesagt ist?
Landrat Torsten Wendt gehört zu den Teilnehmern der jährlichen Rindermastbereisung. 
v. r. Nicolai Wree Bauernverband SH, Minister Albrecht, Werner Schwarz Präsident, Klaus Dau Vorsitzender AG Vieh und Fleisch sowie Kreisvorsitzender vom Bauernverband Joachim Becker

Dieses Gruppenfoto von der Rindermastbereisung vom Bauernverband SH zeigt in einem winzigen Detail, wie sehr sich die Mitglieder über das Interesse vom Minister an ihrer informativen Veranstaltung freuen. Es ist die Sonnenblume, die neben Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Bündnis 90/Die Grünen) gelegt wurde. Sie ist eine lustige Geste der gegenseitigen Wertschätzung.
Der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein Werner Schwarz begrüßte mit den Kreisvorsitzenden Joachim Becker am Standort in Breitenburg-Bauernverband Kreis Steinburg über 60 Teilnehmer aus ganz Schleswig-Holstein, die an der diesjährigen Bereisung mehrerer Betriebe in der Region teilnahmen.
Der erste Mastbetrieb wurde im voll besetzten Bus angefahren.
Joachim Becker nutzte die Busfahrt, um den Kreis mit den landwirtschaftlichen Betrieben vorzustellen.
Im Kreisgebiet gibt es demnach 1012 landwirtschaftliche Betriebe (Tendenz sinkend) mit durchschnittlich 68 Hektar Land.
120.000 Rinder und 46.000 Milchkühe werden gehalten. Es gibt rund 10.000 Mutterschafe und rund 34 000 Hektar Dauergrünland.
Jan Beimgraben in Nortorf erwartete die interessierten Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Verbänden bereits und stellt Details zu seiner Arbeit mit den Tieren bei einer Hofführung vor.

In Nortorf können nicht nur Kühe und Mastbullen angetroffen werden. 20 Windkraftanlagen stehen auf den Weiden, ein riesiges Umspannwerk ist zu entdecken und neu ein Konverter (NordLink) wird erstellt.
Ein rund 600 Kilometer langes Stromkabel, das Norwegen und Deutschland miteinander verbindet, soll 2020 den Austausch elektrischer Energie zwischen beiden Ländern ermöglichen. Der Strom wird in Nortorf von Gleichstrom zum Wechselstrom umgewandelt. 

Nach der Vorstellung der knapp 900 Einwohnergemeinde informiert Jan Beimgraben darüber, warum nur seine hübschen "Hobbyrinder" Charolais  auf der Weide gehalten werden. Der ehemals klassische Weidehaltungsbetrieb mit Kühen und Mastbullen " funktionierte wunderbar", so der Landwirt. "Sie waren zwei Jahre auf der Weide und wurden auch von der Weide aus verkauft". 
Was führte den Betriebsleiter dazu, diese Arte der Haltung aufzugeben? 
Eine Klassifizierung kam auf den Markt. Alle Bullen die älter als 24 Monate sind, sollen als Altbullen in der Vermarktung eingestuft werden. Die Mast unter 24 Monate (Jungbullen) ist auf der Weide nicht möglich.  

Der Tierbestand auf dem Hof Beimgraben: 85 Milchkühe, 35 Färsen und im Endmaststall 25 Bullen sowie 40 Mastfärsen. Gefüttert wird mit 70% Maissilage, 30% Grassilage, Getreide. 
Im Betrieb steht eine Biogasanlage.
Weiter ging es mit dem Bus zur genossenschaftlich geführten Viehvermarktung in Horst. Auch hier gab es eine Betriebsführung mit Informationen zum Ablauf des Fuhrparks der Tiertransporte ausschließlich im Nahbereich. Wiegen, Verladung, Sortierung von Nutztieren wird vor Ort durchgeführt.

Klaus Dau - Vorsitzender der AG Vieh & Fleisch begrüßte zu Kurzvorträgen: Dr. Alexander Hinrichs von der ITW Gesellschaft  zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung und Dr. Hans-Jürgen Kunz, Institut für Tierzucht und Tierhaltung der CAU, Kiel.
Seit einem Jahr im Amt - Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht bedankte sich in einen Grußwort für die Einladung und erinnerte an die derzeitigen hohen Anforderungen und Umbrüche in der Tierhaltung. Im Gegensatz stehen hier die extrem niedrigen Preise als Herausforderung für eine Zukunft der landwirtschaftlichen Betriebe in SH. Es sei eine große Verantwortung für die kommende Generation Standarts und Tierwohl zu gewährleisten. "Im offenen europäischen Markt müssen wir uns alle gemeinsam bewähren".
 Die Rindermastbereisung findet Albrecht gut, da sie einen hohen Netzwerkcharakter hat, mit aufkommenden Fragen, die er als Minister mitnehmen wird.
Dem gegenüber (Vorgaben der EU)  gibt es sehr wohl Möglichkeiten, laut Dr. Hans-Jürgen Kunz, die der Landwirt direkt beeinflussen kann. Zu Haltungsformen und Tierwohl in der Rindermast gibt es demnach einige Themen, die unter den Nägeln brennen.
Im Fazit seines Vortrages stellt Kunz fest:
 Belegen konnte Dr. Hans-Jürgen Kunz diese Aussage u. a. mit einer wissenschaftlichen Arbeit aus der Schweiz zum Thema.
Nach einem Mittagsimbiss ging es weiter zum Betrieb Struve in Grauel (Altenjahn bei Hohenwestedt)
Hof Struve mit 400 Mastbullen, 50 Milchkühen, und  150 weibliche Nachzucht.
Nutzfläche 260 ha Acker und Grünland.
Junior Marc Struve hält einen Teil seiner Bullen  in einem modernen neuen Stall auf Stroh.
 Auch auf diesem Betrieb wurde die Haltung wegen der Trockenheit im letzten Jahr um 100 Tiere abgestockt.
Die Milchtierhaltung wurde eingeschränkt, als  Marc Struve sich nach der Betriebsübergabe für die Bullenmast entschied.
Gefüttert werden die Bullen vor allem mit Maissilage, Grassilage, Maismehl / Getreide.
Landtagsabgeordneter Heiner Rickers und Traute Struve während der Betriebsbesichtigung

Die Mutter vom Betriebsleiter Marc Struve kennen viele Gartenliebhaber bereits.
 In Bussen werden Besucher angefahren, um "Trautes Kräutergarten" kennen zulernen. Dieser Garten ist eine Berühmtheit geworden und regional durch TV und Zeitschriften bekannt.
Auf diesem Blog wurde der große Blumengarten bereits vor Jahren vorgestellt HIER  >ziemlich weit nach unten scrollen.

Zum Abschluss wurde der Putenbetrieb Klüver in Grevenkop angefahren.
Da mir das Unternehmen bereits mehrfach vorgestellt wurde (auf meinem Blog z.B. 2014  HIER), habe ich die interessante Tour an dieser Stelle abgebrochen
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Rendsburg 13.Aug.2019

Dürrehilfe wird zum Flop

Die angekündigte staatlichen Dürrehilfen wird nach Angaben des Bauernverbands in Schleswig-Holstein nur wenigen Betrieben helfen.
In der Öffentlichkeit sei der Eindruck entstanden, der Landwirtschaft würde großzügig geholfen.
Allenfalls 700 von 12 000 Betrieben könnten mit Hilfe rechnen, heißt es vom Bauernverband.
Nicht einmal zehn Prozent der Betriebe hätten nach den Schäden des Sommers 2018 Dürrehilfe beantragt und es zeichne sich eine Ablehnungsquote von 30 bis 40 Prozent ab.
Von dem Schaden, den die Landesregierung im Sommer vergangenen Jahres auf 422 Millionen Euro geschätzt hatte, müssten die Landwirte ohnehin 95 Prozent tragen, sagte Verbandspräsident Werner Schwarz.
Zur Pressemeldung vom Bauernverband geht es HIER
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Westermühlen / Ottenbüttel den 13.7.2018

Blühfest in Ottenbüttel auf dem Acker von Joachim Becker

Auf den Feldern im Kreis Steinburg blüht es: Landwirte legten mit unterschiedlichen Förderprogrammen  Blühflächen und Blühstreifen an, um so neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen.
Ein buntes Netz an Blühstreifen in Schleswig-Holstein ist entstanden, denn mehr Blumen an und auf den Feldern wollen aus gutem Grund verschiedene Interessenverbände erreichen.
So zum Beispiel vor Ort die Blompaten plus:
Inke Magens und Joachim Becker organisierten das 1. Blühfest in Westermühlen 

Auf diesem Blog wurde bereits vom recht frischen Projekt berichtet: "Es ist eine simple wie geniale Idee um dem Insektensterben entgegenzuwirken. 
Die Blühflächenstifter verzichten auf einen Teil ihrer Produktionsfläche und bestellen sie mit einer Blühmischung. Der Bürger beteiligt sich mit einer Blomenpatenschaft an den Kosten für die Blühflächen"

Initiatorin vom Projekt Blomenpaten plus Landwirtin im Nebenerwerb Inke Magens aus Grevenkop und Kreisvorsitzender vom Bauernverband Landwirt Joachim Becker als Blühflächenstifter haben sich gesucht und gefunden. 
Beckers angelegter Blühstreifen ist inzwischen in voller Blüte und auch die Bienen von Jan Otte aus Hohenaspe freuen sich, wie es scheint, über die Spättracht.
 Laut Otte neigt sich das Honigjahr bereits schon wieder dem Ende entgegen. Die aufgestellten Bienenkörbe sind Jungvölker /Ableger.
Auf die Frage wie Otte den Honig seiner Bienen von diesem Ort nennen wird - ich habe gleich eine Idee: Blühstreifen-Honig oder besser Blomenpaten-Honig - klärt mich Imker Otte auf:

Die Blühstreifen würden kaum Nektar sonder hauptsächlich Pollen (Bienenbrot) anbieten.
Die Pollenversorgung ist für die Aufzucht der nächsten Generation und somit für den Fortbestand des Bienenvolkes notwendig.  Info HIER

Interessierte hatten in der Nachbarschaft vom Törperhof-Café direkt am angelegten Blühstreifen die Gelegenheit spannendes über Blühflächen, Bienen und Co. zu  erfahren.
Die Paten konnten sich ein Bild davon machen, was auf ihrer erworbenen Blühfläche wächst und wie sie von  Insekten genutzt wird.
Die Blomenpaten. plus hoffen mit ihrer Aktion auf weitere Unterstützung durch Blühflächenanbieter und Paten.
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Westermühlen den 4.7.2019

Landwirtschaft und Bürger in gemeinsamer Aktion gegen das Insektensterben 

 Die Ackerhummel im Bild findet auf einer Phacelia auf dem Feld  von Joachim Becker Nahrung.
Sie verdankt diese Nahrungsquelle letztendlich dem Projekt " Blomenpaten.plus"
Im Bild v. l. Ida Sieh (Geschäftsführung Kreisbauernverband Steinburg), Joachim Becker (Kreisvorsitzender vom Bauernverband) und Sönke Hauschild vom Bauernverband Schleswig-Holstein präsentieren den Blühstreifen, der zugleich im Kreis und darüber hinaus ein Netz bilden soll.

Es ist eine simple wie geniale Idee um dem Insektensterben entgegenzuwirken: Die Blühflächenstifter verzichten auf einen Teil ihrer Produktionsfläche und bestellen sie mit einer Blühmischung. Der Bürger beteiligt sich mit einer Blomenpatenschaft an den Kosten für die Blühflächen.
Landwirt Joachim Becker hatte bereits im Vorjahr einen Blühstreifen ohne Fördermittel bei Westermühlen / Ottenbüttel angelegt, wegen der Trockenheit gedieh er im letzten Jahr nicht sonderlich wie die meisten Ackerpflanzen.
In diesem Jahr sieht es besser für die Blumenvielfalt aus.
 Seit Ende Mai ist der Ölrettich und die Phacelia bereits am Rand eines Maisfeldes am Blühen. Blaue Bitterlupine, Buchweizen, Sonnenblumen, Gelbsenf, der Bokharaklee und Rotklee schließen sich der Blühfreudigkeit bis Ende September an.
18 kg Blütensamen  pro Hektar hat Landwirt Becker im März ausgesät. Gesponsert wurde die Saat von den Blomenpaten, die 20,-€ für 100 m² bezahlten.
Der Blühstreifen kommt nicht nur den Bienen, Schmetterlingen, Fliegen und Hummeln zu Gute.
Er dient als Deckung für Wild und bietet zusätzlich den Vögeln Nahrung und Brutplätze.

Die Idee von Initiatorin Landwirtin Inke Magens aus Grevenkop und Schülerinnen aus Kiel wurde durch den Bauernverband Schleswig Holstein als Kooperationspartner seit Beginn unterstützt. "Landwirtschaft braucht und liefert Artenvielfalt", heißt es vom Bauernverband.
Das Ziel ist, ein enges Netz an Blühflächen schaffen und sichtbar machen, so das Leitbild von den Blomenpaten. 
Inzwischen nehmen landesweit am recht jungen Unternehmen 25 Landwirte mit über 74.000 Quadratmeter Blühfläche an der Aktion teil.

🌻🌻🌻Es wird ein Blühfest der Blomenpaten geben🌻🌻🌻

Am Samstag den 13.7. um 13 bis 17 Uhr findet das erste Blühfest der Blomenpaten am Törperhof-Café im Westermööler Weg 10 in Ottenbüttel statt. 

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Hamburg Harburg den 9. Mai 2019

Gemeinsame Position unterschiedlicher Verbände zum Wolf

Forderung der Tierhalter: Die Tierweide muss wolfsfrei bleiben 

Anlässlich der 92.Umweltministerkonferenz in Hamburg wurden den vier Umweltministern der Nordländer ein Positonspapier überreicht 
Der Bauernverband mit zahlreichen anderen Verbänden aus den nördlichen Bundesländern sehen die bisherige Wolfspolitik als gescheitert. 
Sie fordern die Umweltminister auf, ein verbessertes Wolfsmanagement, Montoring mit gezielter Entnahme umzusetzen. 
Stetig steigende Risszahlen mit explodierenden Kosten und einer Weidetierhaltung, die in Gefahr steht, verursachen erhebliche Probleme.
Innerhalb von drei Jahren haben sich die Wölfe in Deutschland mit über 1300 Wölfen weit als verdoppelt und kann da nicht mehr als bedrohte Tierart gezählt werden.
"Vorbild für ein geordnetes Wolfsmanagement sind Schweden und Frankreich", so der Vize-Präsident des niedersächsischen Landvolkes Jörn Ehlers.
"Die Politik der Herdeschutzmaßnahmen und Ausgleichszahlungen ist gescheitert", war einstimmig von den Teilnehmern der Demonstration zu vernehmen und setzten damit ein deutliches Signal. 
Vor allem die Weidetierhalter trugen ihre Probleme mit dem Wolf den vier Ministern vor:
Wie werden wir hier eigentlich als Praktika behandelt, wenn wir eine aufwendige Genetikuntersuchung an den Rissen vornehmen lassen müssen. Ein Wolfsmanagement mit den Jägern wird auf den Tisch gelegt.
Vor allem Niedersachsen ist massiv von der Wolfspopulation betroffen. Es gibt dort die höchst gezählte Wolfsdichte in Deutschland. 

Nach den Botschaften der Verbände kommen die Minister dann aus dem Tagungshotel um sich die Schelte der Teilnehmer auch schriftlich geben zu lassen 
von rechts: Dr. Till Backhaus (Umweltminister in Brandenburg), Olaf Lies (Umweltminister in Niedersachsen), Jens Hinrich Kerstan (Umweltminister in Hamburg) und Jan Philipp Albrecht
 Der Bauernverband mit seinen Vertretern kritisiert eine planlose Politik, die nicht zukunftsorientiert ist. 
"Die Wölfe vermehren sich im Jahr um 30% und die Grenze ist überschritten" - "Die Herren die gegenüber im Hotel Lindner gerade tagen, sind mitverantwortlich dafür, dass zu wenig getan wurde."
Bauernpräsident Werner Schwarz lobte den "Grünen" Minister Albrecht dafür, dass er selbst die Entnahmen vom Problemwolf GW924  beantragt hat, aber die Umsetzung den Wolf mit 2-3 geschickten Jägern zu erlegen, sei falsch und funktioniert nicht.
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Wilster den 21.3.2019

 Kreisbauerntag kontert "Ökofantasten"

Kreisbauernverband Steinburg mit aktuellem Thema

Das erste Mal im Amt als Kreisvorsitzender vom Kreisbauernverband Steinburg begrüßte Joachim Becker die zahlreichen Teilnehmer des Bauerntages, der alle zwei Jahre stattfindet. 
Die Einladung als Referent Zum Thema "Wolf in unserer Kulturlandschaft" hatte Wolfsbetreuer Jens Matzen trotz vorheriger Zusage abgesagt und so stellte sich an diesem Vormittag den kritischen Fragen vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Jennifer Jasberg (Die Grünen). Jennifer Jasberg lebt in Hamburg und ist Islamwissenschaftlerin.
Becker erinnerte an die Herausforderungen der Landwirte in den letzten Jahren und fordert Verlässlichkeit in der Politik.
Zum Thema Wolf leitet Joachim Becker mit den Worten ein: "Küstenschutz und Weidewirtschaft steht für uns als Kreisvorstand zweifelsfrei vor den Belangen des Wolfes". 
Der anschließende Referent Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe) steig sofort provokativ in den Vortrag ein. "Der derzeitige politische Umgang mit dem Wolf ist ein Instrument, um den Wolf zu schaden!", informiert der Zoologe und lieferte Argumente dafür.
Pfannenstiel ist seit 50 Jahren Jäger (mit Jagdschein versteht sich) und der Wolf ist in seinem Reviert bereits in Brandenburg Dauergast und wurde bereits von ihm gesichtet und  er freut sich über ihn.
Pfannenstiel fordert allerdings,  dass der Wolf nach den Jagdgesetzen behandelt werden muss, denn im Landesjagdgesetz heißt es "Wildbestände müssen der Landeskultur angepasst werden und beim Wolf sieht es nun genau anderes herum aus." 
☝Immer wieder kreidet der Referent an, dass das Wolfsmanagement ins Jagdrecht von 1848 eingreift: "Es wird wegen des Wolfes außer Kraft gesetzt". 
Mit dem Zitat, "Wer Wölfe will, muss auch für deren Bejagung sein", schließt der Zoologe seinen Vortrag.
Rund 350 Teilnehmer fanden sich zum Kreisbauerntag im Colosseum in Wilster ein und verfolgten den Vortrag  des Referenten Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel zum Thema "Der Wolf in unserer Kulturlandschaft".
Eine anschließende Podiumsdiskussion gab über unterschiedliche Positionen der geladenen Gäste wie Friedrich Noltenius Wildtierbeauftragter in Sachsen, Jenifer Jasberg vom Landwirtschaftsministeirum, Sönke Hauschildt Bauernverband SH und Schafhalter Simon Stajohann Aufschluss.
Fragen aus dem Publikum wurden beantwortet.

Ein aufgenommenes Video der Diskussionsrunde:
Am Ende des Videos wurde vergessen, den Namen des Schafhalters und Junglandwirtes Simon Stajohann einzufügen, der zu den Rissen Stellung bezieht.  

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den 26.2.2019

Streit um das Verbot von Rinderexporten 

Veterinäre im Kreis Steinburg stellen keine Atteste für einen Rindertransport nach Marokko aus.
Die Rinderzucht-Genossenschaft Schleswig-Holstein geht nun juristisch gegen den Export-Stopp vor.
Ein Video aus der Sendung Schleswig-Holstein Magazin vom 26.2. HIER

Das Landwirtschaftsministerium Schleswig-Holstein hat landesweit den Export von Rindern in Drittländern für vier Wochen untersagt.
Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht gerät unter Druck.
Stehen Veterinäre in der Verantwortung, wie Tiere in den Maghreb- Staaten gehalten werden, oder später zur Schlachtung gelangen?

Auch der Wolf ist nach wie vor Thema im Umweltministerium. Heute (27.2.) soll in einer Pressekonferenz das weitere Verfahren bezüglich der Entnahmegenehmigung des Wolfes GW924m vorgestellt werden. Leider kann ich an dieser Pressekonferenz nicht teilnehmen.

In der SHZ ist bereits zu lesen, was im Ministerium bekannt gegeben wurde:Abschussgenehmigung für Problemwolf wird verlängert 
Bei diesem Wolf handelt es sich um den Räuber, der mit großer Wahrscheinlichkeit auch in Moordiek (Kreis Steinburg) die Schafe gerissen hat.
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Itzehoe den 19.2.2019

Landkreis verbietet Rinderexporte in mehrere Länder

Pressemeldung Kreis Steinburg:
Transportgenehmigungen für Rinderexporte in bestimmte Drittstaaten Der Kreis Steinburg wird bis auf weiteres keine Tiertransporte von Nutz- und Zuchttieren in bestimmte Staaten außerhalb der Europäischen Union mehr genehmigen und auch keine Vorlaufzertifikate ausstellen. Betroffen sind hiervon Exporte in die Türkei, den Nahen Osten, den Maghreb und in asiatische Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion.
Weiter im Text HIER
Hintergrund sind Medienberichte über tierquälerische Viehtransporte und grausame Praktiken beim Schächten in Schlachthöfen, um Tiere wehrlos zu machen.

Heute 25.2. ging zum Thema eine Pressemeldung vom Bauernverband aus Rendsburg ein:

"Bauernverband kritisiert Transportstopp 

 „Albrecht handelt ohne Grundlage und richtet erheblichen Schaden an“ 
Der Bauernverband Schleswig-Holstein kritisiert Landwirtschaftsministers Jan-Phillip Albrecht scharf für seine Entscheidung, den Drittlandsexport für Zuchtrinder auszusetzen.
 „Der Tierschutz ist ein wichtiges Rechtsgut, das geschützt, beachtet, durchgesetzt und ggf. strafrechtlich sanktioniert werden muss.
Das steht außer Frage. Für den Transport unserer wertvollen Tiere fordern wir die Einhaltung strenger Regeln“, betont der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Werner Schwarz. Schwarz mahnt an, dass in gleichem Maße die Behörden nach Recht und Gesetz handeln müssen.
 Es sei nicht Aufgabe des Ministers oder einer Kreisverwaltung, den Export in Drittländer zu stoppen.
Die Bundesländer hätten nicht die Kompetenz, einen so weitreichenden Runderlass zur Versagung von Gesundheitsbescheinigungen anzuordnen.
Die Regelungskompetenz sowohl für die Umsetzung des einschlägigen Gemeinschaftsrechts als auch für den Tierschutz liege vielmehr beim Bund. Ungeachtet dessen gebe es auch keine rechtlichen Gründe für die Versagung der Exportgenehmigungen. „Die EU-Vorschriften für Tiertransporte gelten auch für den Transport in Drittländer bis zum Zielort. Die Einhaltung muss sichergestellt werden. Allerdings werden aktuell ganz andere Gründe angeführt, für die die bisherigen Bestimmungen nicht herhalten können.“ Aufgrund eines rechtlich fragwürdigen Artikels von Tierschutzseite und einer offenbar willkürlichen Länderliste den Drittlandexport weitgehend zum Erliegen zu erbringen, entbehre damit jeglicher Grundlage. „Der Jurist Albrecht versteckt sich stattdessen hinter der Aussage, dass die Rechtslage unklar sei.
 Die Bauern haben für dieses Lavieren zu ihren Lasten keinerlei Verständnis“, betont Schwarz. Durch einen kompletten Stopp des Exportes würden den schleswig-holsteinischen Züchtern erhebliche Schäden entstehen."
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Bei der Kreisverwaltung erkundigte ich mich nach den hiesigen Exportzahlen.
Wie viele  Genehmigungen gab es in den letzten Jahren im Kreis Steinburg für die betroffenen Länder wie Türkei, den Nahen Osten, den Maghreb und in asiatische Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, wollte ich wissen.
Die Antwort der Kreisverwaltung mit dem Veterinäramt lautete:
Aus dem Kreis Steinburg sind im Jahr 2017 495 Rinder und im Jahr 2018 527 Rinder mit Vorlaufattesten exportiert worden.
Im Jahr 2017 haben wir noch eine Transportgenehmigung für den Export von 31 Färsen in den Libanon abgefertigt.

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 Kollmar den 22.2.2019
..... hieß es eindringlich Nähe Kollmar

Weidetiere statt Wolfsreviere 

Tierhalter aus Kollmar und Umgebung riefen zur Demonstration auf, denn sie sehen ihre Weidetierhaltung gefährdet.
Recht zahm wurde der Kreisel bei Kollmar für den Autoverkehr für diese einstündige Demonstration lahm gelegt.
Die Weidetierhalter machten darauf aufmerksam, dass die Auswirkungen einer uneingeschränkten Besiedlung mit Wölfen in eng besiedelter Weidetier- und Kulturlandschaft mit nur einem kleinen Schalenwildanteil in der Region und ohne Rückzugsgebiete für die Rudel in tiefen Wäldern oder einsamen Ödlandflächen mit ausreichend natürlicher Nahrung Gefahren birgt.
Die Tierhalter wollen wissen, wie verändert sich ihr Umfeld? Was sind ihre Betriebe in 5 Jahren noch wert? Wer schützt die Deiche?, denn viele Schafhalter werden in den nächsten Jahren aufgeben.
Weidetierhalter fühlen sich unverstanden, sie sorgen sich um die Tiere und um ihre Zukunft.
 Immer mehr Menschen kaufen ihre Produkte beim Landwirt ihres Vertrauens. 
Tierhalter fragen sich, wie passen Wölfe und Weidetierhaltung, Tierschutz und Tierwohl, Zäune und Biotopvernetzung,  Plastikmüllvermeidung und Zaunlitzen aus Plastik zusammen?

In der Pressemeldung der Demo-Organisatoren heißt es: 
"Wölfe werden in vielen europäischen Ländern bejagt. Vornehmlich dort, wo er nie ausgestorben war.  Dort funktioniert Koexistenz durch strikte Trennung von Kulturlandschaft  und Naturraum/Wildnis.  Die FFH Richtlinie der EU gibt ihren Mitgliedsländern einen Ermessensspielraum, in dem Wölfe aus Weidetiergebieten ferngehalten werden können, wenn erheblicher ökonomischer Schaden zu erwarten ist. 
Wir fragen uns, warum das in unserer landestypischen Weidetierhaltungsregion rigoros ausgeschlossen wird. Es werden in Kürze Präventionsgebiete ausgerufen: Steinburg, Pinneberg, Segeberg und Dithmarschen.  Was bedeutet das für uns?  Eine Schäferei (1000 Mutterschafe, 80-120 ha) werden für die Zäunung in den Präventionsgebieten reine Materialkosten in Höhe von 50.000 bis 100.000 € beantragen.  60 größere und damit privilegierte Schafbetriebe in den o.a. Kreisen dürfen jetzt ihre Anträge auf Präventionsmittel stellen. Noch ist uns unklar, ob die beantragten Präventionsmittel überhaupt vollumfänglich vom Land bezahlt werden können und werden, denn Frau Erdmann hatte in einem Presseinterview Haushaltsmittel in Höhe von nur rund 1 Mio. € für das Jahr 2019 in Aussicht gestellt. Billigkeitsleistungen werden nach Haushaltslage ausgezahlt. Schleswig-Holstein hat 330.000 ha Grünland, wovon ein Großteil in den nächsten Jahren zu schützen sein wird.
Die großflächige Einzäunung aller Schafweiden mit exakt aufgestellten Zäunen nach den Vorgaben des LLUR (es wird mit dem Zollstock  nachgemessen)  ist in der Praxis nicht möglich.  Wind, Sturm, Schnee, gefrorener Boden, tiefe Pfützen beeinträchtigen die Standfestigkeit der Zäune und die Leitfähigkeit des Materials. Nach Übergriffen verstörte Schafe erschweren das Handling mit ihnen und unseren Hunden. Nicht zu vergessen, die emotionale Belastung nach einem Übergriff und die Sorge, was die nächsten Jahre noch mit sich bringen werden, denn die Population der Wölfe wächst unter vollem Schutzstatus rasant.
Für die Zäunung unserer Sommerweiden sind zusätzliche Arbeitskräfte notwendig. Das ist für eine Schäferei betriebswirtschaftlich kaum darstellbar, denn das Nettoeinkommen liegt etwa bei 2000 -3000 € im Monat  und das bei 365 Arbeitstagen. Tiere brauchen eine tägliche Kontrolle und Aufsicht.  
Hochwertgier Zaunbau benötigt viele Arbeitsstunden in der Erstellung. Die unterste Litze ist immer bewuchsfrei zu halten, damit die Anforderung der Richtlinie erfüllt bleibt. Die Arbeit ist anstrengend, der Freischneider ist schwer. Es ist Handarbeit in schlechter Körperhaltung. Fremdarbeitskräfte werden wir dafür nicht auf dem Arbeitsmarkt finden.
Unsere Winterweiden bedeuten vier Monate kostenloses Futter von anderen Futterbaubetrieben auf das wir nicht verzichten können.  Es ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Ökonomie. Diese Flächen sind nicht eingezäunt und müssen von uns einem mobilen Zaunsystem gezäunt werden. In den Wintermonaten ist das Tageslicht begrenzender Faktor für Zaunbau und Tierkontrolle. Stallhaltung ist für Schafe keine Alternative. Fachlich ungelöst ist weiterhin: Wie sollen wir entlang der zahlreichen
Knicks /Erdwälle im Lande, die dem Wolf eine gute Absprunghöhe bieten, zäunen? Wie hoch soll der Zaun dort werden? 2,00 m? Dürfen wir das? Ebenso ist die Zäunung in der Grabenlandschaft der Marsch aufwendig. Zäune müssen regelmäßig wieder abgebaut werden, da Gräben ausgemäht oder ausgebaggert werden müssen, um ihre Funktion zu erhalten. Das hohe Wellenprofil der alten Marsch erschwert den exakten Zaunaufbau zusätzlich.
Nicht nur auf unseren Flächen, auch an den Meeresdeichen fehlen praktikable und bezahlbare Lösungen zur Einzäunung (Ebbe und Flut, Wander- und Fahrradwege, Verbot von Herdenschutzhunden) heißt es in einer Pressemeldung. Sind die Schafe, die dort grasen gerade nicht besonders schützenswert?
Nach zwanzig Jahren Wolfserfahrung in den überwiegend östlichen Bundesländern wissen wir von den Berufskollegen, dass Herdenschutzmaßnahmen in Form von Zäunen eine Aufrüstungsspirale in Gang setzt. Waren es erst Netze mit 0,90 cm Höhe, so ist man in Sachsen mittlerweile bei einer Empfehlung von 1,45 m hohen Netzen als wolfsabweisender Schutz, angekommen. Wohlgemerkt abweisend, nicht wolfssicher, denn das wäre nur ein hohes Gehege mit einem Betonunterbau. 
Wir Schäfer laden alle ein, sich bei uns am Zaunbau zu beteiligen oder sich ein Bild von unserer Arbeit zu machen. Sie erreichen uns über unsere Verbände oder sprechen Sie uns gerne persönlich an.
Ihre Tierhalter aus Kollmar und Umgebung "
Schäfer Kröger im Interview. 14 seiner Schafe wurden bei Moordiek und Umgebung gerissen. 35 Schafe haben verlammt. Etliche Mutterschafe seiner 1000 Tiere waren erst gar nicht tragend
 MdL Bernd Voß (Die Grünen) meldete sich zu Wort und das war mutig. Er erhielt keinen Applaus, aber auch keine Buhrufe für seine Ansprache.
Die Partei der Grünen ist zum Thema Wolf in Widerspruch geraten. Voß umgeht ihn geschickt, indem er über die zugesicherte Anonymität der Jäger berichtet, die den "Problemwolf" in der Region entnehmen sollen.
Landwirtschaftsminister Albrecht wurde in Abwesenheit kritisiert.
Ansprachen (siehe Video) gab es vom Schafhalter Bernd Kröger, Bauernverband Kreisvorsitzenden Joachim Becker, MdL Heiner Rickers CDU, MdL Oliver Kumbartzky FDP, Lars Kuhlmann CDU EU- Kandidat, MdL Bernd Voß sowie Pferdezüchter Hobe Bernhard.
Dabei war auch die Bürgerinitiative für wolfsfreie Dörfer


Mein Fazit der Demo: Gute Ansprachen, die "Kreiseldemo" hätte allerdings in einer Stadt stattfinden müssen, denn da sitzen meistens die, die es noch nicht begriffen haben. Eigentlich müsste das Motto der Demo heißen, "ist ein Schaf weniger wert als der Wolf?"

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Kaaksburg / Drage den 22.2.19

Moderne Biogasanlage entsteht 

Von der L127  kann der Baustart der Biogasanlage entdeckt werden.
Sie soll im Juni 19 in Betrieb gehen und wird mir dann mit der Kamera vorgestellt.

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Kiel den 16.1.2019

Hintergrundinformationen zum Thema Wolf

Der Wolf beschäftigt erneut das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung.
In Schleswig-Holstein leben voraussichtlich 2 Einzeltiere.
Nach Angaben des Umweltministeriums gab es in Schleswig-Holstein bislang 136 eindeutige Wolfsnachweise und etwa 65 Wolfsrisse auf Weiden und in Gehegen, zumeist Schafe, aber auch Kälber und Damwild.
 Umweltminister Jan Philipp Albrecht informierte in seinem Büro im Kieler Ministerium den neuesten Stand.
Es ging um die Entnahme vom "Problemwolf" im Kreis Pinneberg, um Zaunhöhen, wer darf den streng geschützten Wolf nach Genehmigung töten und wer darf einen Antrag auf Entnahme eines Wolfes stellen?

Das Thema Wolf beansprucht nicht nur das Umweltministerium schon eine ganze Weile.
Neu ist dabei, dass wolfssichere Einzäunungen im Kreis Pinneberg von einem "Problemwolf" überwunden wurde und so kann ein Antrag auf Tötung (Entnahme) des Tieres auf der Grundlage der Ausnahmeregelungen gestellt werden.
In den nächsten Tagen wird eine DNA Analyse an den gerissenen Schafen ausgewertet sein, falls es der Wolf war, wird dem Antrag auf Entnahme stattgegeben, denn wenn ein Wolf gelernt hat, diese mit riesigem Aufwand geleisteten Präventionsmaßnahme zu überschreiten, wird er zum Problem.
Albrecht dankt den Schäfern und Schäferinnen, die die Zäune aufgestellt haben und somit die Maßnahmen unterstützen.
Des weiteren ist die unnatürliche Annäherung an den Menschen ein weiteres Kriterium  für eine Entnahme eines Wolfes in einem lokalem Umfeld.
Wichtig ist ein DNA-Nachweis, um das anspruchsvolle Verfahren rechtssicher zu machen, so Albrecht.
Ein Antrag kann formlos beim LLUR als zuständige Behörde gestellt werden.
Es dürfen nur Anträge von jemandem sein, der vom Wolf geschädigt wurde.
Die Anonymität der Antragstellenden  wird gewahrt.
Im Falle der Genehmigung sucht der Antragsteller einen Jagdscheininhaber aus, der den oder die Wölfe tötet.
Aus naturschutzrechtlichen Gründen wurde in der Vergangenheit in SH nur ein einziger Antrag bewilligt.
Der Wolf, der zum Abschuss freigegeben wurde, weil er Menschen zu nahe gekommen war, muss die Lunte im wahrsten Sinne des Wortes gerochen haben, denn er verließ die Siedlung vorab. (Wölfe sind clever!)
Das Hauptproblem, laut Dr. Thomas Gerth (Referent für Artenschutz), ist das Lernverhalten der Jungtiere im Umgang mit Zäunen ( 1,5 bis 1,8 Meter hoch und mindestens mit 3,500 Volt versehe).

 Für die Landesregierung SH hat Artenschutz eine hohe Priorität. Wölfe in SH 
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Mehlbek den 15.1.2019

Schweinemastbetrieb in Mehlbek besucht

360 Ferkel wurden an diesem Morgen angeliefert. Noch etwas ängstlich untersuchen sie zu zehnt ihr neues Quartier. Die Stallungen sind für die Neuankömmlinge bis zu 24 Grand geheizt.
Ihrem ersten Futter wird eine Impfung gegen Ileitis (eine Darmerkrankung) beigefügt.

 Schon eine lange Zeit wollte ich einen Mastbetrieb für Schweine kennenlernen.
Erst jetzt erhielt ich Gelegenheit, einen Betrieb mit der Kamera zu besuchen.
Immerhin ist laut BLE Schweinefleisch sowohl in Deutschland als auch weltweit das am meisten produzierte Fleisch.
In Deutschland werden pro Kopf durchschnittlich 35,8 kg Schweinefleisch verzehrt Tendenz sinkend. Die Menge entspricht 60 % des gesamten Fleischverzehrs.
Ein seit Jahren wachsender Anteil in Deutschland produzierten Schweinefleisches geht in den Export.

Die Schweinemast steht deutschlandweit  häufig in der Kritik dazu konkurrieren die  Mastbetriebe auf dem Weltmarkt auch mit Landwirten aus anderen Ländern, die sich meist kaum an Tierschutz-Vorschriften zu halten brauchen und das Fleisch wesentlich günstiger anbieten.
 Die zunehmenden Auflagen und Kosten für den Umwelt- und Tierschutz lassen laut Experten seit einiger Zeit die Schweinebestände sinken. 

Es freut mich, dass ich die Möglichkeit habe, einen Betrieb mit deren Ablauf kennenzulernen, denn als Fleischesser möchte ich mir selbstständig ein Bild von der Aufzucht der Tiere machen.
Durch die Qualitätssicherung ist es problematisch geworden, Zugang in die Betriebe zu bekommen.

Helge Treuherz, Verwalter vom Gut Mehlbek gibt mir Auskunft zu meinen Fragen und führt mich durch die Ställe mit den 2350 Schweine-Mastplätzen. Hier werden im Durchschnitt 2000 Schweine von 30 kg auf 120 Kilogramm in drei Monaten gemästet.
Helge Treuherz zeigt das Spielzeug für seine Schweine, mit denen sie sich gern beschäftigen.
10 Schweine befinden sich in einer Box auf Spaltenboden, der Geruch in den Stallungen ist nicht so intensiv, wie ich ihn mir vorgestellt hatte.
Die Stallungen sind von 1986 und wurden bis 1995 angebaut.
In der "Schaltzentrale" wird die Futtermischung angegeben, die Temperaturen geregelt und die Fütterung organisiert. Ein Mitarbeiter des Verwalters übernimmt diese Arbeit, der zu jeder Fütterung die Ställe kontrolliert. 
Medikamente werden so gut wie kaum eingesetzt, informiert Treuherz. Ausfälle von Tieren liegen bei unter einem Prozent.
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Kiel den 5.12.2018

Weide oder Wolf? 

Nutzerverbände protestieren vor Landeshaus in Kiel

Protestaktion vom Bauernverband mit Jagdverband und Tierhaltern

Kurz vor der Anhörung zum Thema Wolf in Schleswig-Holstein  im Kieler Landtag wurde es geräuschvoll vor dem Gebäude. 
Der Bauernverband hatte mit Interessenverbänden von Tierhaltern und Jagdverband zu einer Demonstration aufgerufen.
Durch die zahlreichen nachweislichen Übergriffe auf Nutztiere vom Wolf in SH wird die Debatte lauter und Tierhalter fordern von der Landesregierung klare Entscheidungen, die ihre Tiere schützen. 
 Bauernverbandspräsident Werner Schwarz nimmt wie zu erwarten, klare Position für die Tierhalter ein.
Der Bauernverband SH hat ein Positionspapier zum Thema Wolf herausgegeben.
 Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Die Grünen)  gibt an die Sorgen der Schafhalter zu verstehen und setzte sich bereits dafür ein, Wölfe, die nachweislich einen Wolfszaun überwinden, um Schafe in den abgezäunten Weiden zu töten, zum Abschuss freizugeben.
 Die Forderung nach Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht  wird er nicht unterstützten, denn nach EU-Recht ist der Wolf streng geschützt und so erhielt der Minister wenig Applaus für seine Ansprache. 
Immer wieder gab es Zwischenrufe, die deutlich machten, dass sich die Tierhalter mit dem Problem Wolf allein gelassen fühlen. Albrecht bestritt dies.

Die Landesregierung bezieht Stellung



Videomitschnitte (nicht vollständig) der gehaltenen Reden:



Ein Video der Veranstaltung vom Bauernverband HIER

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Neumünster den 30.11.18

Dialogprozess zum Thema Landwirtschaft der Zukunft in SH gestartet

Über 120 Teilnehmer unterschiedlichster Verbände und Gruppen beteiligten sich am ersten Dialogprozess dieser Art zum Thema " Zukunft der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein". 
Veranstaltung in den Holstenhallen mit durchweg positiver Resonanz

 Bildmitte: Gastgeber der geladenen Interessenverbänden Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein - Jan Philipp Albrecht bespricht mit  (rechts) Reinhard Degener (BUND Gründungsmitglied in SH) und  Klaus-Peter Lucht, Vizepräsident des schleswig-holsteinischen Bauernverbandes das weitere Vorgehen im Dialogprozess.

Es war der Auftakt des Dialogprozesses zum Thema Landwirtschaft und ihrer Perspektiven.
Minister Albrecht stellte es in einer Zusammenfassung klar: "Was brauchen wir, um in der Landwirtschaft wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen, aber eben auch um Lösungen der Herausforderungen für Klimawandel, Umweltschutz, Artenschutz, Gewässerschutz und Tierwohl zu erzielen."
Es ist ein großer Spagat, den sich das Ministerium vorgenommen hat, aber einen anderen Weg gibt es nicht und so sind sich alle einig einen Dialog zu führen, der notwendig ist. Die Voraussetzungen für gute Gespräche wurden an diesem Tag geschaffen.
Lucht vom Bauernverband teilte mit, dass SH mit seiner Landwirtschaft weit über den Selbstverbrauchermarkt gewachsen ist und die Produkte weltweit mithalten sollen. Dafür braucht die Agrarwirtschaft gute Rahmenbedingungen und die müssen politisch akzeptiert werden. Der Vieze Bauernpräsident erkennt Schwachstellen in der Landwirtschaft, die festgehalten wurden und deren Lösungen angestrebt werden. Lucht stellt damit unter Beweis, dass der Bauernverband mit seinen Mitgliedern sehr wohl darauf bedacht ist, auf die Gesellschaft mit deren Ansprüchen zuzugehen.
Minister Albrecht ist zuversichtlich. In den vier Monaten in dem er das Ministeramt inne hat, lernte er die  unterschiedlichen Verbände, die mit der Landwirtschaft zu tun haben, kennen.
Allen war klar, dass sie im gleichen Boot sitzen und nur gemeinsam die Probleme meistern können.

Die volle Bandbreite der Verbände und gesellschaftlichen Gruppen wurden aufgerufen, sich aktiv einzubringen und bei dieser Veranstaltung ins Gespräch zu kommen.
Unsere Landtagsabgeordneten für Agrar-Themen durften auf dieser Auftaktveranstaltung nicht fehlen.
Im Bild rechts MdL Heiner Rickers CDU und MdL Bernd Voß Bündnis 90/Die Grünen.
Beide stehen der Veranstaltung positiv gegenüber. 
Eingeladen waren neben Politikern, Teilnehmer aus den Bereichen Wissenschaft und Ausbildung, Landwirtschaft, Handel, Zucht, Natur- und Umweltschutz, Kirche Verbraucher- und Tierschutz und Verwaltung
In kleinen Diskussionsgruppen wurden zu verschiedenen Fragestellungen die Gruppenmitglieder gebeten Stellung zu beziehen.
Themen wie Digitalisierung, Klimawandel, Entbürokratisierung, Rolle der Verbraucher, Gewässer- und Bodenschutz etc. standen im Wechsel an 9 Workshops der gemischten unterschiedlichen Interessensgruppen  zur Diskussion.
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den 28.11.18

 8 (!) neue Schafsrisse  gemeldet.

4 in Horst, 2 in Westerhorn (Kreis Pinneberg) und 2 erneut in Moordiek

Es wurde bislang berichtet, dass nur einzelne Wölfe im Kreis Steinburg unterwegs sind.
Die gehäuften Übergriffe an einem Tag lassen dies bezweifeln.
Es sind wieder grausige Dokumentationen, vor allem weil die Schafe nicht alle sofort tot waren.
Die Tiere mussten also einige Zeit schrecklich leiden.
Weiter ist brisant, dass die zwei Schafe in Westerhorn hinter einem Wolfsschutzzaun gerissen wurden.
Bericht vom NDR HIER
Gerissenes Schaf in Horst -Foto Joachim Becker
Letzte Gewissheit, ob es wirklich ein Wolf war, der hier in Horst zugeschlagen hat, wird es erst nach der DNA-Analyse geben. Also in drei bis vier Wochen.  Mit den  Proben der gerissenen Schafe  vom 26.10.18 in Moordiek wurden 100 Prozent Gene eines Wolfes nachgewiesen.

Nach letzter Meldung wurden im Kreis Steinburg in diesem Jahr bereits 51 Nutztiere gerissen. (Stand 18.11.2018 - die letzten Übergriffe fehlen also noch in der Zählung)
Insgesamt wurden bis zum 18.11.18 in Schleswig-Holstein  307 Nutztiere gerissen. Im Vorjahr waren es 43 Tiere.

noch vorgestern den 26.11. hieß es:

Erneut wurden Schafe in Moordiek gerissen. Ein Bericht der SHZ HIER

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Hannover den 13.11. 2018

 Zurück aus Hannover von der EuroTier 

Sandra Neuhaus verteilt goldene Eier auf der Messe für eine Firma, die Hühnermobile im großen Stil anbietet.
Das auf dem Punkt gekochte Ei  ist köstlich und besitzt gesund aussehendes Eigelb. Ob alle Hühner in einem solchen Mobil mit Freilandhaltung eine so gute Qualität produzieren?
In den Hannover Messehallen präsentieren sich bis zum 16.11. 2.500 Aussteller aus 62 Ländern zum Thema moderne Nutztierhaltung.
Auffällig und neu ist, dass fast 59 Prozent der Aussteller aus dem Ausland kommen. 
China ist hier mit 254 Ausstellern Spitzenreiter. 
Hannover zeigt sich am Nachmittag für die 45 000 erwarteten ausländischen Gäste von seiner sonnigen Seite. Erwartet werden insgesamt über 160 000 Besucher der Messe. 
Die DLG (Deutsche-Landwirtschafts-Gesellschaft) mit Geschäftsführer Dr. Reinhard Grandke sieht in der hohen Beteiligung aus dem Ausland, dass viele Unternehmen der internationalen Agrarwirtschaft sich immer mehr global ausrichten, und die EuroTier gezielt dazu nutzen, um neue Märkte zu erschließen. 

Nicht nur ich bin aus SH zur Leitmesse für Tierhaltung angereist:
Das Bullenkalb Yoshio ist vier Wochen alt und das Weideland in  Beringstedt - also nicht weit von Hohenaspe - ist seine Heimat.
Bei der Vorstellung der Internationalen Fleischrinderrassen wurden u.a. die Wagyu Rinder vom Hof Holstenberg vorgestellt. Gesche Fürsen präsentierte Kazumi und eben Yoshio, die als teuerste Rinderrasse der Welt gelten und ihren Ursprung in Japan hat.


Zahlreiche Fachvorträge zur Tierhaltung informieren über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse mit Lösungswegen.
Als Beispiel:
Zum Thema Schnabelkürzung bei Puten berichtete Referentin  Dr. Jutta Berk vom Friedrich-Loeffler-Institut.
 Das Schnabelkürzen bei Hühner ist seit Ende 2016 nicht mehr erlaubt.
 Federpicken und Kannibalismus sind Verhaltensstörungen mit multifaktoriellen Ursachen, die in den unkupierten Putenbeständen zu erheblichen Schäden führen können.
 Das Verzichten wie bei Hühnern vom Kürzen der Oberschnäbel bei Puten ist bislang nicht durchgesetzt, da es nicht zum Tierwohl, zur Tiergesundheit und zur Wirtschaftlichkeit beiträgt.
Putenküken werden kurz nach dem Schlupf mit einem Laserstrahl am Schnabel behandelt.
Ein Putenhalter berichtete mir, dass die Küken nach dem Kopieren sofort mit Fressen beginnen und so geht er davon aus, dass es für die Tiere schmerzfrei ist.

 Die auslösenden Faktoren vom aggressiven Verhalten der Puten gegenüber Artgenossen werden derzeit in einer Studie im Friedrich-Löffler-Institut untersucht.
Auch in klein gehaltenen Putengruppen konnte die Verhaltensstörung nicht ausgeschlossen werden.
 Eine Verhaltensänderung durch Lichteinflüsse, Besatzdichte, Fütterung mit Beschäftigungsmaterial und das Verhalten unterschiedlicher Rassen wurde erforscht.
 Gefördert ist die Studie vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung.
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Pressemeldung aus Rendsburg:
Rendsburg, 6.11.18

 Bauernverband fordert deutliche Änderungen im Wolfsmanagement 

 Angesichts stark steigender Zahlen von Nutztierrissen fordert der Bauernverband Schleswig-Holstein ein Umdenken beim Wolfsmanagement sowie die Unterstützung der betroffenen Weidetierhalter von Seiten der Politik.
 Zudem müssen die Verfahren zum Nachweis eines Wolfsrisses deutlich verbessert werden. „Wir müssen angesichts der Bilder von toten und verletzten Tieren sachlich darüber diskutieren, ob Schleswig-Holstein ein geeigneter Lebensraum für den Wolf ist und prüfen, ob seine Wiederansiedlung wirklich vereinbar ist mit der Lebenswirklichkeit der Menschen, mit Landwirtschaft, Tourismus oder Küstenschutz“, macht Verbandspräsident Werner Schwarz deutlich.
 Wie auch die aktuellen Fälle zeigen, stellt eine Rückkehr des Wolfes die Weidetierhalter vor zum Teil existenzbedrohende Herausforderungen.
Dabei gehe es den Betroffenen nicht allein um eine finanzielle Entschädigung, sondern insbesondere darum, ihre Tiere tiergerecht, gesund und unversehrt halten zu können. Sei dies nicht gewährleistet, müsse eine gezielte Entnahme des Wolfes möglich sein.
 Der Bauernverband wird entsprechende Anträge von Weidetierhaltern unterstützen.
 Dessen Landesvorstand hat zudem sein im Jahr 2015 verabschiedetes Positionspapier konkretisiert und der verschärften Situation angepasst.
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Mehlbek den 29.10.18

Digitalisierungsminister Jan Philipp Albrecht informierte sich über digitale Technologien in der Landwirtschaft auf Gut Mehlbek
Prof. Dr. Yves Reckleben und Doktorand Jan Ferdinand von der Fachhochschule Kiel berichten über die Anforderungen und Chancen der Digitalisierung in der Landwirtschaft. 
Der Gutsbetrieb stellt seinen Ackerbau- und Schweinemastbetrieb seit einiger Zeit auf digitale Technologien um und wird dabei von der FH Kiel unterstützt.
Es gibt derweil einen rasanten Fortschritt: Landmaschinen mit intelligenten Technologien kommunizieren  miteinander. 

Nach viel Theorie ging es auf den Acker zur praktischen Umsetzung (der Minister durfte den über 200 PS-starken Trecker fahren), denn der Gutsbetrieb ist mit der neuen Technologie in den Traktoren ausgestattet.
 Helge Treuherz Betriebsleiter vom Gut Mehlbek weiht Landwirtschaftsminister Albrecht über das automatische Lenksystem am Traktor ein.
Durch die freigegebenen GPS-Daten der Landesregierung für die landwirtschaftliche Nutzung können ausgestattete Maschinen automatisch, aber nicht ohne Besetzung fahren.
Im Bild von rechts zukunftsorientierte Männer: Helge Treuherz, Minister Albrecht und Gutsbesitzer Alexander v. Rosenberg

                       Vorführung der GPS gesteuerten Maschinen, die nur für Großbetriebe rentabel sein können.

In Zukunft lässt sich die Technik noch weiter ausbauen.
Mit Sensoren soll zum Beispiel nach Unkraut geschaut werden, das dann punktuell behandelt werden kann.
Auch die Düngung kann in naher Zukunft punktuell dosiert werden und so wird die zukunftsorientierte Handhabung  für Effizienz sorgen.
Die moderne Technik ist kostenintensiv und in absehbarer Zeit nicht kostendeckend, berichtet Alexander v. Rosenberg. 
Vor allem stört ihn, dass man mit der Technik leicht in Abhängigkeit von landtechnischen Anbietern geraten kann.
Blühende Zwischenfrucht Ende Oktober in Mehlbek.
Der Betriebsleiter Helge Treuherz ist auch im Anbau von Nutzpflanzen experimentierfreudig und neuen Ideen aufgeschlossen.
Die Saat von sieben unterschiedlichen Bodenverbesserern hat er nach eigenem Wunsch mischen lassen.  
Auf einem Acker bei Mehlbek in Richtung Tonkuhle, ist es trotz später Jahreszeit noch bunt
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Mehlbek den 29.10.18 Joachim Becker und Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht im Gespräch


Offener Brief an Minister Jan Philipp Albrecht

Kreis Steinburg, den 29.10.18

Sehr geehrter Minister Albrecht,
mein Name ist Joachim Becker. Ich bin Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Steinburg. Seit längerer Zeit werden wir aus dem Kreisvorstand zum Thema Wolf angesprochen, von Tierhaltern aber auch von anderen Bürgern. Wir spüren eine Verunsicherung der Betroffenen, von offizieller Seite nicht ernst genommen zu werden. Tierhalter fühlen sich bei diesem Thema oft alleingelassen. Dies führt soweit, dass nicht mehr alle Risse gemeldet werden. Auf Nachfrage hieß es dann: „Interessiert in Kiel sowieso keinen.“ Oder: „Kommt ja sowieso nichts bei raus.“
Im südöstlichen Teil des Kreises Steinburg gab es vermehrte Wolfsübergriffe. Das Gleiche gilt für den Kreis Pinneberg. Allein in der letzten Woche gab es vier Übergriffe und am 11. Oktober fand sogar ein Übergriff auf ein elf Monate altes Jungrind statt, es musste eingeschläfert werden.
Zurück zu den Fällen von letzter Woche (KW 43). Besonders betroffen war hier die Gemeinde Moordiek. Der erste Vorfall war am 25. Oktober. Es wurden drei Schafe getötet. Am 26. Oktober erfolgte der nächste Überfall in der gleichen Herde, drei tote Tiere. Ein Schaf stand lebend in einem wassergefüllten Graben mit angebissener Kehle. Dieses Tier musste vom Tierarzt eingeschläfert werden. Die restlichen Schafe waren in Panik von der Fläche ausgebrochen. Ich persönlich war beide Tage vor Ort und habe das schreckliche Ergebnis mit eigenen Augen gesehen.
Herr Matzen, der Wolfsbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein, wurde im Vorwege am 16. Oktober vom betreffenden Schäfer darüber informiert, dass er in diesem Gebiet mit 250 Schafen auf Winterweide gehe. Er erzählte ihm auch, dass sein Betrieb nur auf eine hütesichere Einzäunung zurückgreifen kann. Herr Matzen sagte ihm, er werde ein sog. Rappersystem zur Einzäunung sowie Blinklichter gestellt bekommen.
Die Schafe sind dann am 21. Oktober auf die Flächen gekommen, da im Herbst der Elbdeich nicht mehr beweidet werden kann. Am 26. Oktober, nach dem sich die Risse ereignet haben, hat der Wolfsberater dann drei Blinklichter vorbeigebracht. Weiter äußerte der Wolfsberater, dass das Land keine wolfsabweisenden Zäune mehr stelle, da die Mittel aufgebraucht sind.
Dieser vorbeschriebene Fall kann sich schnell wiederholen, da die Deichschäfereien in Schleswig-Holstein dringend auf Winterweiden angewiesen sind. Geht diese unkontrollierte Ausbreitung der Risse so weiter, werden wir bald massiv weniger Schäfer an den Deichen haben, die bislang zu kostengünstig für das Land Schleswig-Holstein an der Deichpflege mitwirken.
Es wird dann auch einen massiven Rückgang der restlichen Weidehaltung geben. Tierwohl bedeutet für uns, dass Weidetiere unversehrt auf der Weide bleiben können. Ein Rückgang der Weidehaltung führt zwangsläufig zu einem Rückgang der Wiesenvögel und Bodenbrüter. Denn die Weidetiere garantieren eine Offenhaltung der Fläche, vor allem während der Brutzeit.
Weidehaltung in Schleswig-Holstein und unkontrollierte Wolfausbreitung sind aus meiner Sicht leider nicht vereinbar.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim Becker
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den 26.10.2018
🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑👉 Anzahl der in den letzten Tagen gerissenen Schafe unserer Region.

Am Abend wurden weitere zwei Schafe gerissen. 
Dieses Mal in Brande-Hörnerkirchen trotz 1,60 Meter hohem Schutzzauns.
Die Gemeinde ist nicht weit von Moordiek entfernt, liegt aber im Kreis Pinneberg.
Der Wolfsbetreuer Richter hatte also gut zu tun an diesem Tag mit Probenentnahmen und Kadaver-Abtransport.

Moordiek den 26.10.2018

Erneut wurden drei Schafe in Moordiek gerissen

Probenentnahme beim gerissenen Schaf vom Wolfsbetreuer Heiko Richter, der davon ausgeht, dass es sich um einen Wolfsriss handelt.

In der letzten Nacht wurden erneut drei Schafe gerissen. Zwei davon wurden tot aufgefunden, eines musste eingeschläfert werden.
Das Schäferehepaar Kröger hält auf den Weideflächen in Moordiek in direkter Nachbarschaft zum Gasthaus Spieker 250 Schafe. Probleme mit dem Wolf hatten sie noch nie.

Mit ihren rund 1000 Deichschafen gehen die Krögers auf die Winterflächen.
Die bei Moordiek weidenden 250 Schafe sind tragend und sollten ab Februar lammen.
Fünf der Schafe wurden durch einen Kehlenbiss getötet. Ein entdecktes Schaf am Morgen, war so stark verletzt, dass es vom Tierarzt eingeschläfert werden musste.
Der Kehlenbiss ist ein starkes Indiz dafür, dass es ein Wolf war, der hier auf Jagd nach leichter Beute ging. Gewissheit besteht erst, wenn die Proben ausgewertet sind, also in drei bis vier Wochen.
 Pro getötetem Schaf werden vier Proben entnommen und dem Senckenberg-Institut auf dem Postweg übermittelt.
 Schäfer Kröger erhält auf Wunsch außerdem drei Proben im Reagenzglas.

Sabine Kröger berichtete von der vergangenen Nacht: "Gegen 22:30 Uhr wurden von den Anwohnern Schafe auf der Straße per Telefon gemeldet, da wir nicht im Ort wohnen. Die Schafe werden mit einem Elektrozaun auf der Weidefläche eingezäunt."
Landwirt und Anwohner Tim Holz schaltet schnell und fuhr mit dem Traktor zu den Weideflächen vor seinem Hof und machte dabei großen Lärm.
Im Scheinwerferlicht seines Traktors entdeckte er den Wolf, wie er davonlief.

Im Foto von rechts: Schäfer-Ehepaar Kröger, Schafhalter Simon Stajohann und Wofsbetreuer Heiko Richter vor dem eingeschläferten Schaf, dass sich vor Verzweifelung vor dem Feind in den Graben flüchtete, es hat dem armen Tier nichts genutzt.

"Es ist nicht das erste Mal, dass in dieser Region ein Wolf gesichtet wurde", informiert die Schäferin weiter, die mit ihrem Mann und Tochter, die durch Panik weit verstreuten Schafe, inzwischen wieder zusammen getrieben haben.
Sabine Kröger macht sich Sorgen um ihre Schafe, "durch Panik und Stress der letzten Nächte besteht Gefahr, dass einige Tiere verlammen werden", so die Schafhalterin. Ob in diesem Fall eine Entschädigung ansteht, ist noch ungewiss.
 Die toten Schafe werden in Leichensäcke gelegt und zur veterinär-pathologischen Untersuchung in das Landeslabor Neumünster transportiert.
Der Wolfsbetreuer verspricht Blinklichter zur Wolfsabwehr den betroffenen Schafhalter vorbeizubringen.
Nicht weit von der Gaststätte "Zum Spieker" jagte mit hoher Wahrscheinlichkeit der Wolf in zwei Nächten erfolgreich. 

Beim Wolfsbetreuer erkundige ich mich, ob es sein kann, dass ein einzelnes Tier in zwei Nächten so viele Tiere töten kann, denn die großen Schafe zu erlegen, dazu gehört doch jede Menge Kraft und Energie? 
Heiko Richter berichtete von seinen Erfahrungswerten und meinte: "Ein einzelner Wolf schafft die hohe Anzahl von Schafen zu reißen."
Bei einem erlegten Schaf wurde der Brustkorb vom Raubtier geöffnet und ein Teil der Innereien entnommen. 
Dabei muss der vermeintliche Wolf gestört worden sein. 
"Vorsicht Schafe auf der Straße" steht auf dem Schild an der Gaststätte

Moordiek den 25.10.2018

Drei gerissene Schafe bei Moordiek (Kreis Steinburg)

Die Fotos sehen grausam aus und der Kehlenbiss weißt auf den Täter hin.
Der Wolfsberater ist inzwischen eingetroffen und hat Proben entnommen.
Der Bezirksvorsitzende vom Bauernverband Steinburg Joachim Becker informiert nach Rückfrage, dass die Proben nach zirka 4 Wochen im Labor des Senckenberg-Instituts in Gelnhausen (Hessen) ausgewertet sind.

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Kiel den 26.9. 2018

Klarer Kurs – Naturschutz

Es ist der 34. Deutsche Naturschutztag, der alle zwei Jahre in unterschiedlichen Städten Deutschlands stattfindet. 
2016 wurde der DNT in Magdeburg ausgetragen. Der erste Deutsche Naturschutztag fand 1925 in München statt. 
So viele Teilnehmer wie in Kiel  hatten sich für den diesjährigen Fachkongress noch nie zuvor angemeldet.
In der Christian-Albrecht-Universität CAU steht vom 25. - 29. September der  DNT  mit einer großen Ausstellungsfläche im Mittelpunkt. 

Unter dem  Motto "Klarer Kurs -Naturschutz wurde in Kiel Deutschlands größte Naturschutztagung eröffnet.
Auf dem 34. Deutschen Naturschutztag treffen sich rund 1.200 Naturschutzinteressierte aus Politik, Verwaltung, Planung, Verbänden, Ehrenamt und Wissenschaft.
Auf der Eröffnungsveranstaltung: Dr. Meeno Schrader mit dem Vortrag "Klimawandel – größte Herausforderung an Meer und Mensch"

Meeno Schrader möchte nicht über das Klima sprechen, wie er am Anfang seines Vortrags deutlich macht, denn beim Klima würde es sich immer nur um einen Mittelwert (von 30 Jahren) handeln und würde so die Situation verharmlosen.
 Der Wetterexperte spricht also über das Wetter und erinnert an die letzten Monate mit Nässe, Trendwende Wärme, dann Trockenheit, Hitze und Dürre.
 Für Landwirtschaft und Forstwirtschaft eine Katastrophe für den Tourismus ein Segen, denn noch nie waren  Nord- und Ostsee so warm. Die Temperaturen förderten aber gleichzeitig die Qualen-Vermehrung. 

Der Diplom-Meteorologe Meeno fragt, woher kommt die Energie für die zunehmenden immer größer werdenden Wirbelstürme und gibt die Antwort selbst: Die Windhosen und Hurrikans erhalten die Energie vom aufgewärmten Wasser. Der Mittelwert: 1,1 Grad ist die Erde zu warm geworden. "Die Erde mit den Ozeanen hat Fieber", so Schrader. 

👉 Nicht fehlen durfte bei der Eröffnung im Hörsaal der CAU der Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Bündnis 90/Die Grünen). 
Per Liv-Schaltung beteiligte sich die Bundesministerin für Umwelt und Naturschutz und Sicherheit Svenja Schulze (SPD) aus Berlin an der Veranstaltung. 
Thematisiert werden Meeresnaturschutz und Klimaschutz, Plastikmüll in den Meeren, Artenvielfalt mit Schwerpunkten wie z.B. Grünlandverluste und Insektensterben, Krabbenfischerei, Wiederansiedlung der heimischen Auster in der Nordsee, touristische Nutzung von Schutzgebieten, Gänsebestände, Forderung nach Kormoranmanagement, Wolfsmanagement, Moorschutz, Übersäuerung der Meere  und und und

Ausschnitt der Eröffnungsansprache beim 34.Deutschen Naturschutztag von Jan Philipp Albrecht - Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein in der Christian-Albrechts-Universität zum Thema Agrarpolitik:
" So groß die Meere um uns herum sind: Sie sind mehr denn je in Gefahr. Es ist unsere Aufgabe und Pflicht, ihrem Schutz höchste Priorität zu geben."


Es gibt Kritik vom Bauernverband/ Bauernblatt über den Deutschen Naturschutztag, die vielleicht nicht ganz unberechtigt ist, denn auf Rednerlisten stehen Landwirte nicht, obwohl es in Ansprachen auf dieser Veranstaltung immer wieder heißt, "Man muss mit den Landwirten zum Thema Naturschutz in Dialog treten."

Die Kieler Erklärung ist ein Abschlussdokument der Teilnehmenden 34. DNT und wird am letzten Tag veröffentlicht.

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Brunsbüttel den 18.9.2018

32. Kohltage in Dithmarschen eröffnet

Im Landkreis Dithmarschen werden in Rund 180 Betrieben auf 3000 Hektar 80 Millionen Kohlköpfe in den nächsten Wochen geerntet.
Im Foto von links: Dithmarschens Kreispräsidentin Ute Borwieck-Dethlefs, Landrat Stefan Mohrdieck, Kohlregentinnen Angelina I. und Bente I. sowie Minister Jan Philipp Albrecht schneiden auf dem Gemüsefeld in der Marsch bei Brunsbüttel den ersten Weißkohl an.

Viele Kohlköpfe sind wegen der lang anhaltenden Trockenheit klein geblieben, obwohl nach dem nassen Vorjahr die Marschbauern nicht ganz so traurig über Trockenheit waren wie zum Beispiel die Milchviehhalter im Kreis Steinburg mit teilweise ganz anderen Böden.
In den letzten Wochen haben die Kohlköpfe in Dithmarschen an Potential noch einmal zugelegt und so kann bei der Kohlernte bis spät in den Oktober mit einer durchschnittlichen Ernte gerechnet werden.

Ehepaar Susanne und Jan Vollmert mit Sohn Till Jakob (16 Jahre) bauen auf knapp 10 Hektar Weißkohl und Rotkohl an.
Auf dem Hof Vollmert im Moordeichsweg herrscht an diesem Vormittag großer Andrang, denn auf  ihrem Betrieb findet der diesjährige traditionelle Kohlanschnitt statt. 
Mehrere 1000 Gäste erschienen, um diesen Anlass mit einem bunten Bühnenprogramm bei schönstem Wetter gebührend zu feiern.


Nach dem Anschnitt auf dem Feld, an dem es an politischer Prominenz nicht fehlte, konnten an 35 Ständen auf dem Hof regionale Produkte gekauft und darüber informiert werden.
Von der klassischen Kohlroulade bis hin zu köstlichen Torten der Landfrauen, gab es jede Menge zu essen und zu trinken.
Platz gibt es auf dem Hof Vollmert genug und auch in den Hallen, in denen in den Wintermonaten der Kohl lagert, standen Sitzplätze bereit.
Bevorzugt wurden bei diesem Event allerdings die Plätze in der Sonne.
Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht beim Kohlanschnitt in Dithmarsachen lobt das gelungene Regionalmarketing.
 "Die Situation  für Kohl am Markt sieht positiv aus, da in ganz Nordeuropa die Trockenheit sehr heftig war und so durch die Knappheit die Preise angezogen sind," informiert Landwirtschaftsminister Albrecht in seiner Begrüßungsansprache die Gäste.


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Rendsburg den 31.8.2018
In den letzten Tagen war die Landwirtschaft im Focus meiner Kamera. 
Drei Tage hintereinander besuchte ich in Rendsburg unterschiedliche Veranstaltungen, in deren Mittelpunkt die Landwirtschaft in SH stand und steht.
Da auf jeder Veranstaltung Werner Schwarz (Bildmitte) - Präsident des schleswig-holsteinischen Bauernverbandes - dabei war, kennt er mich nun. Im Bild links ist der Europa-Abgeordnete Herbert Dorfmann, der über die EU-Agrarpolitik berichtete.
Ministerpräsident Daniel Günther im Bild rechts verabschiedete Robert Habeck nach Berlin und nach den zahlreichen Verabschiedungen vom Umweltminister der letzten Monate ging dann auch der nötige Blick nach vorn, nämlich auf den Nachfolger Philipp Albrecht.
Von diesem Blog natürlich auch die besten Wünsche für Robert Habeck in Berlin!

Landesbauerntag ohne Proteste

Ansprache Ministerpräsident Daniel Günther auf dem Landesbauerntag in Rendsburg


Letzter Auftritt von Robert Habeck als Umweltminister in SH


Die Festhalle der Deula in Rendsburg war mit 1100 Gästen besetzt. 

Unter anderem konnte Werner Schwarz 17 Landtagsabgeordnete beim diesjährigen Bauerntag begrüßen und soweit er sich erinnern konnte, war das die höchste Zahl von Abgeordneten des SH Landtags, die an dem Landesbauerntag in Rendsburg teilnahmen. Zur Ansprache des Bauernpräsidenten  geht es HIER.


 Grußwort des LandFrauenVerbands SH e.V. mit Ulrike Röhr
Claus Heller - Präsident der Landwirtschaftskammer ehrt den Ausbildungsbetrieb 2018
Isarnho Farms, Prall & Marxen GbR aus Gettorf   HIER 

Der Südtiroler Europaabgeordnete Herbert Dorfmann wurde in seiner Rolle als Berichterstatter für das EU-Parlament zur Zukunft der europhäischen Agrarpolitik als Hauptredner geladen.
In dem langen leidenschaftlichen Vortrag informierte der EU Abgeordnete über die zukünftige Ausrichtung der EU mit dem Agrarbudgets. “ Die europäische Agrarpolitik müsse nachhaltig wirtschaftende bäuerliche Familienbetriebe stärken und Anreize schaffen, damit junge Menschen in die Landwirtschaft einsteigen“, betonte Herbert Dorfmann in seinem Vortrag mehrfach.

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Rendsburg den 30.8.2018
Landwirtschaft im Fokus

Start der 69. Norla

Vom 30. August bis 2. September herrscht wieder ein buntes Treiben auf dem Messegelände in Rendsburg.
Heute startete die Norla bei regnerischem Wetter, über das sich niemand ernsthaft nach der langen Dürre beklagte. 
570 Aussteller präsentieren sich auf der Norla 2018 mit dem Schwerpunkt der Landtechnik.
Auf der Eröffnungsveranstaltung hielt Umweltminister Robert Habeck in dieser Position seine letzte Ansprache, denn wie seit Monaten berichtet wird, wechselt der Politiker nach Berlin in die Bundespolitik.

In der Halle der Landwirtschaftskammer und im Pavillon vom LandFrauenVerband Schleswig Holstein e.V.  stellt sich der scheidende Minister einer sportlichen Herausforderung. 

Minister Robert Habeck auf der Norla 2018 "Ich bin noch 20 Stunden als Minister im Amt".
Nachfolger Jan Philipp Albrecht Bündnis 90/Die Grünen wird in die Landwirtschaftsmesse eingewiesen und zu den zahlreichen Interviews stellte er sich sportlichen Aufgaben beim Rundgang über das Messegelände.
Alter und neuer Minister haben ganz offensichtlich Spaß auf der Norla:



Die Anstrengung hat sich gelohnt: 
Im Bild links Dr. Jörg Hittenbeck von der Lehranstalt für Forstwirtschaft übergibt die Urkunde mit der Anzahl der erarbeiteten Baumspenden.

Der neue Landwirtschaftsminister soll schätzen, wie viele Kartoffeln im Sack sind. 100 Stück gibt er an und beteiligt sich mit der Zahl am Stand der Versicherungsvereine an einer Mitmachaktion.

Steinburger Politiker sind auf der Eröffnungsveranstaltung gut vertreten

Landtechnik im Mittelpunkt einer Messe

Weitere Fotos und Info vom Messerundgang HIER auf diesem Blog

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Rendsburg den 29.8.2018

Dürre in Norddeutschland mit der Auswirkung auf die Milchproduktion

....so der Schwerpunkt der diesjährigen "Milchwirtschaftlichen Kundgebung"  in Rendsburg

Die Milchwirtschaftliche Vereinigung Schleswig-Holstein e. V. hatte fachkundige Referenten für das Thema "Dürre in Norddeutschland - Auswirkungen auf die Milchproduktion " geladen.
Im Bild von rechts vor rund 160 Gästen: Bauernverbandspräsident Werner SchwarzProf. Dr. Falk Mißfeldt  für landwirtschaftliche Betriebslehre Fachbereich Agrarwirtschaft der FH Kiel, Jan Oke Sacht -Landwirtschaftliche Unternehmensberatung, Monika Wohlfahrth Geschäftsführerin ZMB Zentrale Milchmarkt Berichterstattung GmbH Berlin, Prof. Dr. Karin Malkow-Nerge Professorin für Tierernährung FH Kiel sowie Klaus-Peter Lucht Vizepräsidenten des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Milchbauer und Moderator der Veranstaltung.
Landwirt Lucht war am 28. August zum Thema in der TV -Sendung Frontal 21 HIER ab Minute 34:26 zu sehen
Werner Schwarz erinnerte nach der Begrüßung, der 160 nach Rendsburg angereisten Gäste durch Klaus-Peter Lucht, an die aufgebauten Probleme des Sommers mit deutlichem Nachspiel.
"Die Trockenheit beeinflusste die Erträge massiv. Die Erntestatistik 2018 zeigt, dass die Dürre deutliche Auswirkungen auf unsere Landwirtschaft hat". 
 Die Erntebeträge bei Getreide sollen laut Schwarz deutschlandweit unter 16 Prozent des Vorjahres und in SH sogar bei 31 Prozent liegen.
 Schleswig-Holstein zeichnet sich damit als unglücklicher Spitzenreiter ab.
"Die Erntemenge ist die geringste seit 42 Jahren", informierte der Bauernverbandspräsident weiter.
Es muss eine erhebliche Menge Getreide importiert werden.
Werner Schwarz fordert Solidarität vom Einzelhandel.
Auch der Grasschnitt blieb mit 20 bis 30 Prozent unter dem  Erntedurchschnitt. Hoffnung auf den vierten Schnitt besteht, da inzwischen Regenschauer eingegangen sind. 
Die anstehende Maisernte entwickelt sich dramatisch: " Es werden bis zu minus 60 Prozent Einbußen erwartet", so Schwarz. 
Die Versorgung der Tiere wird in den kommenden Monaten mit vielen, beachtlichen Herausforderungen zu kämpfen haben, die auch eine existentielle Bedrohung bedeuten

Lösungsvorschläge im Umgang mit der Futterknappheit gab es in den Vorträgen der Referenten an diesem Vormittag, in denen aber eines klar wurde, die wirklichen Probleme der Milchviehalter werden erst 2019 auftreten. 
Prof. Dr. Karin Malkow-Nerge  gibt Infos zu den dramatisch niedrigen Niederschlagsmengen
und gibt Lösungen, wie der Futtermangel begegnet werden kann:
Z.B. Kurz gehäckseltes Stroh dem Futter mit Wasser beimischen.










Info in Arbeit

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13.8.2018

Hitziger Diskussionsabend zum Thema Wolf

Die Einladung der CDU mit einem  recht lieb dreinschauenden abgelichteten Wolf. Die Erlebnisse vor allem der Schafhalter mit dem Einwanderer geben ein anderes Bild

Der CDU-Kreisverband Steinburg lud zum Info- und Diskussionsabend in die Gaststätte Pahl  in Dägeling ein und rechnete mit 20 bis 30 Gästen. Es kamen rund 160 (!) interessierte Bürger einer großen Region und hielten mit ihrem Frust über die Politik im Umgang mit dem Wolf nicht hinter dem Berg.

            Tierhalter und Jäger stehen dem Wolf kritisch gegenüber

Nach der Begrüßung der zum Teil weit angereisten Teilnehmer durch den CDU Landtagsabgeordneten und Jäger Heiner Rickers, informierte Wolfsbeauftragter Wolfgang Springborn die Teilnehmer über die Lebensweise und Verbreitung des Wolfes: 
Im Alter von 10 bis 22 Monaten fangen Wölfe an, abzuwandern. Dabei können sie weite Strecken zurücklegen. 
Als Beispiel nannte der Wolfsbeauftrage einen Wolf, der von der Lausitz bis Weißrussland 1000 Kilometer gelaufen ist und hier waren sich alle anwesenden Schafhalter im Saal einig, dass er dorthin gern abwandern darf. 
50 bis 90 Kilometer legt der Wolf am Tag zurück und benötigt 4 Kilo Fleisch am Tag das sind 1500 kg Fleisch im Jahr. Also in Umrechnung 62 Rehe oder 14 Sauen.
 Das Revier eines Wolfes ist laut Springborn zirka 25 000 Hektar groß und so sei nach Umrechnung z.B. ein halbes Reh auf 100 Hektar zu werten.
 "Die Strecken (erlegte Wildtiere) von Reh-, Dam- und Schwarzwild haben in den Bundesländern zugenommen, in denen der Wolf heimisch geworden ist" so der Wolfsbeauftragte und bittet darum, den Fleischkonsum des Wolfes zu relativieren. 
Als Springborn rhetorisch die Frage stellte, "was frisst so ein Wolf?", hallte es durch den den Saal von allen Seiten "Schafe!". 
Die Stimmung drohte zu kippen, als es um das Thema Probeentnahme bei gerissenen Tieren ging. 
Mit der Entnahme durch Wolfsbeauftragte von Proben am Kadaver wird festgestellt, ob der Wolf der Verursacher war. 
Tierhalter unter den Besuchern der Veranstaltung kritisierten diese Probeentnahme, denn sie würden oft nicht sachgerecht entnommen und so zu keinem Ergebnis führen. 

Im Kreis Herzogtum Lauenburg wurden Sichtungen aber keine gerissenen Tiere gemeldet. 
Die meisten bestätigten Nachweise kommen aus Nordfriesland (Eiderstedt) mit 12 Übergriffen auf Schafe.
Als der Wolfsbeauftragte diese Zahlen nannte, meldet sich ein Schafhalter aus Eiderstedt zu Wort: " Wir sind auf unserem Betrieb bei 50 gerissenen Lämmern". 
Als Springborn informierte, dass auch wenn 10 Lämmer gerissen wurden, es als ein einziger Fall gemeldet wird, wurde es erneut laut im Saal. 
Rickers rief immer wieder zur Tagesordnung zurück. 
Ohne Mikrofon war es für die Redner sehr schwer, bis zum Saalende (nicht alle Zuhörer erhielten einen Platz) mit der Lautstärke durchzukommen 
Wolfgang Springborn gab aufschlussreich Auskunft, über seine ehrenamtliche Arbeit als Wolfsbetreuer.
Wolfsbegnungen sind umgehend zu melden beim Koordinator Wolfsbetreuer Jenz Matzen

Im Jahr 2016 wurden  in Deutschland 60 Wolfsrudel,13 Paare und drei Einzeltiere gezählt.
Totfunde von Wölfen in Deutschland gab es 271, die meistens durch Verkehrsunfälle ihr Leben verloren.
Dabei wurden aber auch 39 illegale Tötungen registriert.
In Schleswig-Holstein wurden bislang keine Wolfsrudel entdeckt. Es wurden lediglich einzelne durchziehende Wölfe gesichtet und gemeldet.   
Der Wolf ist ein Energiesparer und so kann seine Spur recht eindeutig bestimmt werden. Auskunft gab es auch über die typische Tötung durch Kehlbiss vom Wolf.

Lösungsangebote für Maßnahmen zum Schutz von Schafen und Ziegen wie hohe Zäune oder Herdenschutzhunde (am Deich nicht erlaubt) sind nicht durchführbar und sorgen erneut für starke Diskussionen. 
Halter von Pferden sind ebenfalls beunruhigt, da ihre Schützlinge Fluchttiere sind und bei Gefahr auch vor Zäunen kein Halt machen. 
Ein Lösungsangebot wird außerdem heiß thematisiert: "Auffällige Wölfe aus der Natur nehmen". 
Klingt albern. ist es auch! Denn was ist ein auffälliger Wolf?  Ein Wolf, der ohne große Anstrengung ein Lamm erbeuten kann, ist doch eher clever als auffällig. 
"Der Wolf ist ein besonders streng geschützte Tierart. Wer einen Wolf tötet, muss mit einer Strafe bis zu 5 Jahren Gefängnis oder in Brandenburg bis 60 000 € rechnen", informiert der Wolfsbeauftrage Wolfgang Springborn.

Bei anerkannten Wolfsrissen werden Ausgleichszahlungen angeboten, die den ideellen Wert eines Zuchttieres schwer wieder geben kann.

MdL Hauke Göttsch gab bekannt, dass im Kreis Steinburg eine einzige Tötung eines Schafes dem Wolf zugeschrieben wurde. Sofort gab es Widerspruch aus dem Publikum. Ein Landwirt berichtet, dass bei einem gerissenes Kalb die Keule mit ca.30 kg fehlte und so fragt er, " welcher Hund frisst 30 Kilo?"
Die nicht ganz ernst gemeinte Antwort von Göttsch: "Zwei Hunde"🐕🐕

Ein Lösungsangebot wird außerdem heiß thematisiert: "Auffällige Wölfe aus der Natur nehmen"
Klingt albern. ist es auch! Denn was ist ein auffälliger Wolf?  Ein Wolf der ohne große Anstrengung ein Lamm fangen kann, ist doch eher clever als auffällig. 
Die Organisatoren sind über ein so reges Interesse ihrer Veranstaltung überrascht:
Von rechts: Marko Förster und Claudia Buschmann vom CDU Kreisvorstand, MdL Hauke Göttsch, Wolfsbetreuer Wolfgang Springborn, MdL Heiner Rickers und  Kreistagsabgeordneter Marcel Ulrich.

Eines wurde an diesem Abend deutlich, die Tierhalter gerade in Nordfriesland fühlen sich mit dem Problem Wolf allein gelassen. Einerseits will der Bürger eine Weidehaltung für Nutztiere, aber gegen den Wolf darf nicht vorgegangen werden. Die meisten Schafhalter sagen es klar: "Der Wolf passt nicht in unsere Region".

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den 6.7.2018

Auch die Zuckerrübenernte wird schlecht ausfallen

Fläche bei Looft

So wie es derzeit aussieht, werden die Zuckerrüben vieler Orts nicht größer als eine Kartoffel in diesem Jahr zur Ernte stehen. 
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Pressemeldung vom Bauernverband:
Rendsburg den 27.7.

Rekorddürre existenzbedrohend: Bauernverband fordert Unterstützung vom Land


Nach Rekordniederschlägen im Winterhalbjahr erleben die Landwirte derzeit eine außergewöhnliche Dürre. Die Ernteausfälle auf dem Acker und dem Grünland nehmen ein existenzbedrohendes Ausmaß an.
 „Wir Landwirte leben und arbeiten mit dem Wetter, seinen Schwankungen und der Natur. In dieser außergewöhnlich dramatischen Situation halten wir es jedoch für absolut erforderlich, dass das Land die betroffenen Landwirte nach allen Möglichkeiten unterstützt“, macht Bauernverbands-Präsident Werner Schwarz deutlich.

Die „Nationale Rahmenrichtlinie zur Gewährung staatlicher Zuwendungen zur Bewältigung von Schäden in der Land- und Forstwirtschaft, verursacht durch Naturkatastrophen oder widrige Witterungsverhältnisse“ biete dem Land die Möglichkeit, die Landwirte schnell und vor allem unbürokratisch zu unterstützen.
Neben Zuschüssen, Zinszuschüssen sowie zinsverbilligten Darlehen könne den Landwirten mit Steuer- und Pachtstundungen für vom Land gepachteten Flächen geholfen werden.
Nachdem weite Teile des Dauergrünlandes irreversibel durch die Hitze geschädigt sind, bedarf es einer Neueinsaat, um die Futtergrundlage für die Tiere sicherzustellen. Fällt der für die Saat notwendige Regen, müssen die Landwirte schnell reagieren können. Anträge auf Pflegeumbruch sind somit äußerst kurzfristig zu genehmigen bzw. durch eine Anzeigepflicht zu ersetzen.

Um für vergleichbare existenzbedrohende Situationen vorsorgen zu können, muss den Bauern auf Bundesebene zudem endlich die Möglichkeit zur Bildung steuerfreier Rücklagen ermöglicht werden.
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Mehlbek den 25.7.2018

Hoher Arbeitsaufwand bei der Bewässerung 

Wer in diesen Wochen seine Felder bewässern kann, ist klar im Vorteil.

Helge Treuherz Betriebsleiter vom Gut Mehlbek kann ein Stück Land an der Tonkuhle aus dem eigenen Brunnen bewässern, aber der Erfolg ist gering.
"Es ist ein enormer Arbeitsaufwand, deren Erfolg minimal ist", so Treuherz.
Frustriert berichtet der Gutsverwalter, dass er in seinem Studium der Agrarwirtschaft die Fächer Wasserwirtschaft belegen hätte müssen oder ganz und gar als Studienfach wählen sollen.
In seiner jetzigen Arbeit als Agrarwirt steht nicht nur für Helge Treuherz immer wieder Wasser im Mittelpunkt.

Im letzen Herbst standen zahlreiche Flächen unter Wasser und Treuherz  hat aufwendig Dränage legen lassen.
Jetzt kämpft er recht aussichtslos wie viele seiner Kollegen gegen die Trockenheit an.
Zwar braucht der große Betrieb kein Futter für Rinder einfahren, aber das Getreide für die Schweinemast sei ebenfalls knapp ausgefallen, so Treuherz in einem geführten Telefonat.

Irgendwo habe ich (glaube SHZ online) einen Kommentar zur Trockenheit in der Landwirtschaft gelesen. Der Schreiber meinte, die Landwirte sollten doch einfach ihre Felder bewässern, so wie sie es früher getan hätten, aber wenn sie das nicht täten, würden sie selbst schuld sein (oder ähnlich dämlich).
Selbst wenn ein Brunnen auf den Ackerflächen zur Bewässerung zur Verfügung stehen solle, gibt es Probleme, wie mir ein Landwirt aus der Gemeinde Hohenaspe berichtete.
  Rohre für die Bewässerung zu organisieren, ist in diesen Monaten aussichtslos, so Gerd Schmidt.
Bei den großen Flächen, wo soll man anfangen und wo aufhören mit dem Bewässern?
Eines ist jetzt schon absehbar, die großen Milchviehbetriebe, werden Probleme bekommen, genügend Futter für ihr Vieh einzufahren. Nach der minimalen Gras- und Getreideernte ist auch der Mais bereits am Vertrocknen.
Gerd Schmidt hat Glück, denn in dieser Zeit kann er noch das Futter aus dem Silo vom letzen Jahr nutzen.
Woher er das Futter für seine Rinder in absehbarer Zeit nehmen wird,  ist noch ungewiss.

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Lohbarbek / Hohenaspe den 24.7.2018

Feueralarm gegen 14 Uhr

Verbrannte Erde

 Es war nur eine Frage der Zeit, wann der nächste Alarm ausgelöst wird.
Die Trockenheit mit der extremen Hitze lassen nichts Gutes ahnen.
 In diesem neuen Einsatz wurde die Hohenasper Wehr erneut zur Einsatzhilfe gerufen.  In der Feldmark von Lohbarbek Richtung Winseldorf war ein Stoppelfeld bereits komplett schwarz verbrannt.
Das wirkliche Problem sah man vorerst in der Ferne. Aus dem anliegenden Knick stiegen Rauch und Flammen auf. Das Feuer breitete sich bereits auf dem nächsten Feld aus.

Wenn ich noch vor wenigen Minuten das 31 Grad anzeigende Thermometer auf der Terrasse abgelichtet hatte, war das kalter Kaffee.
Hier vom Boden aus durch das Feuer die extreme Hitze und vom Himmel das Hitzeschild. Also Weicheier waren hier falsch am Platz. (Total verschwitzt verließ ich den Einsatzort)
 Keine Hydranten weit und breit und so mussten die Wehren der Region mit Tanklöschzügen anfahren.
Immer wieder schlugen Flammen aus dem Knick und ich informierte die Wehren, die stetig neue Brandherde zu löschen hatten.
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Wewelsfleth  den 15.4.2018

Hühnerhof Krey direkt an der Elbe

Auf dem Heimweg vom Flohmarkt in der Eissporthalle in Brokdorf, der überaus gut besucht war, fuhr ich einen Schlenker zum Hof Krey in direkter Nachbarschaft vom Elbdeich. 
An den zwei großen Hühnermobilen öffneten sich gerade die Klapptüren und eine glückliche Scharr von Hühnern nahm die riesige Freilauffläche in Beschlag. 
Alle Hühner sehen gesund und munter aus und so kann man hier im Hofladen mit gutem Gewissen Eier kaufen. 
Oft lese ich ein Schild mit "Eier von freilaufenden Hühnern", aber wenn ich dann mal nachfrage "Wo laufen sie denn?", gibt es häufig Ausreden, wie zum Beispiel: " Bei diesem Wetter lassen wir die Tiere nicht raus".
 Kreys halten ganz offensichtlich Wort mit ihrer Hühnerhaltung. 
Insgeheim warte ich darauf, auch von Schweinen solche Aufnahmen machen zu können.
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Rendsburg den 13.4. 2018
Pressemitteilung vom Bauernverband SH

Düngen, Säen, Walzen: Bauern nutzen das Wetter für dringend anstehende Arbeiten 

Die extremen Niederschläge und die anhaltend nassen Böden verursachen den Bauern seit dem Spätsommer des vorigen Jahres erhebliche Probleme: eine Bestellung des Wintergetreides und des Rapses waren im Herbst 2017 teils nicht möglich, die Lagerkapazität der Gülle stieß an ihre Grenzen.

In ganz Schleswig-Holstein nutzen die Bauern nun das trockene Wetter, um dringend anstehende Arbeiten auf den Feldern zu erledigen. Wer im Herbst kein Wintergetreide aussäen konnte, kann nun auf die Frühjahrsaussaat von Sommerweizen und Sommergerste oder Leguminosen wie Bohnen ausweichen oder bereitet den Boden für die Mais-Aussaat vor.
Sommergetreide benötigt keinen Kältereiz, um zu schossen, d.h. in die Länge zu wachsen.
Allerdings sind die Erträge im Vergleich zum Wintergetreide im Durchschnitt geringer. Mineralische und organische Düngung und Pflanzenschutzmaßnahmen müssen erfolgen, ebenso Pflegemaßnahmen wie Abschleppen und Walzen des hochgefrorenen Bodens auf Grünland.

In einigen Bereichen des Landes hat der Raps erheblich unter dem nassen Boden und Kahlfrösten gelitten. Auch das „königliche Gemüse“, der Spargel, lässt auf sich warten: „Der Boden ist noch sehr nass und kalt“, erläutert Heinrich Mougin, Spargel-Anbauer aus Grömitz. „Die Sprösslinge sind erst 5 bis 10 Zentimeter hoch und benötigen zehn warme und sonnige Tage, damit wir an eine Ernte denken können“.

Im Vergleich zu den Vorjahren werde man in diesem Jahr trotz Einsatz von Folien, die eine schnellere Erwärmung des Bodens bewirken, erst 10-14 Tage später Spargel anbieten können.
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Looft den 12.4.2018

Förderung für Anlagen von Blühstreifen und Blühflächen vorgestellt

Informationsveranstaltung im Landhaus Looft der Kreisjägerschaft Steinburg zum Thema Maßnahmen zur Schaffung von Lebensräumen für Vögel, Kleinsäuger, Insekten und Amphibien.

Blühfläche bei Mehlbek Juli 2017
Die Agrarumweltprogramme von Schleswig-Holstein bieten Blühstreifen oder Blühflächen als Maßnahmen an. Die Ausgleichszahlungen für Landwirte liegen auf Ackerflächen bei 100,- bis 750,- Euro pro Hektar und sind an Auflagen gebunden. 
Referenten wie Jochen Thun von der Landgesellschaft SH, Jan-Marcus Carstens vom Naturschutzring Aukrug sowie Ulf Schünemann von der Unteren Naturschutzbehörde Kreis Steinburg  gaben Auskunft über unterschiedliche Fördermöglichkeiten im Vertragsnaturschutz.

Begrüßen konnte Sven Heesch (Hegeringleiter sowie stellv. Kreisjägermeister) gut 70 Gäste zu einem Thema, das immer mehr in den Mittelpunkt gerät: Der massive Rückgang von Insekten.
" Man muss kein Wissenschaftler sein, um eine Reduzierung der Artenzahl  festzustellen.
Schauen sie sich ihre Windschutzscheibe nach einer Autofahrt an, es kleben keine toten Insekten mehr auf der Scheibe und Motorhaube."
Wie bekommen wir wieder Insekten in unsere Felder, welche Maßnahmen können wir ergreifen, um Blühstreifen auf möglichen Flächen unbürokratisch anzulegen, um die Vorteile vom Vertragsnaturschutz nutzen zu können?, fragt Heesch.
Die geladenen Referenten konnten Antworten geben, aber ohne Bürokratie geht es in den vorgestellten Maßnahmenkatalogen nicht.

Jochen Thun (Obere Bildreihe Mitte) der Landgesellschaft Schleswig-Holstein informierte über den Vertragsnaturschutz - ein Instrument des freiwilligen Naturschutzes mit der Landwirtschaft.
 Insgesamt wurden bereits für Grünland und Ackerland an die 3000 Verträge mit einer Ausgleichszahlung von rund 13 Millionen für 40.576 Hektar abgeschlossen. Davon wurden im Kreis Steinburg
312 Verträge mit einer Ausgleichszahlung von rund 754.000 € unterstützt.
Der Vertrag mit der Landgesellschaft wird für die Dauer von 5 Jahren jeweils für volle Kalenderjahre geschlossen (Verpflichtungszeitraum). Info unter https://www.lgsh.de/vertragsnaturschutz/vertragsnaturschutz/

Jan-Marcus Carstens vom Naturschutzring Aukrug stellte seinen Verein vor und erläuterte die Fördermaßnahmen auch für nicht Landwirte. 
Der Naturschutzring hilft den Antragstellern bei den Formularen.
Wenn eine Maßnahme im Katalog für ein Naturschutzprogramm gefunden wurde, schaut sich der Verein die Fläche an und setzt gegebenenfalls alle Hebel mit der Unteren Naturschutzbehörde oder Landgesellschaft in Gang, um die Maßnahme durchzusetzen.
Die Stoppelbrache ist eine der häufigsten genutzten Maßnahmen. Nach der Ernte lässt man die Stoppel bis zum März stehen. Dafür zahlt der Naturschutzring 100 € pro Hektar.
Körnerfresser profitieren von diesem Projekt.
 Einjährige Blühstreifen werden mit 47,- € a Hektar unterstützt, soweit das Budget reicht. Saatgut muss selbst erworben werden.


Der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde Kreis Steinburg Ulf Schünemann informierte die Gäste des Abends über die Ökokonten. Im Kreis gibt es derzeit 50 dieser Konten, die bei Schünemann beantragt und von ihm berechnet wurden. Im Ausgleichsmarkt können diese Punkte angeboten werden. Die abgeschlossenen Maßnahmen sind dauerhaft und werden ins Grundbuch eingetragen und sind somit gebunden. Gefördert werden nur Dauerhafte Projekte wie der Erstellung von Knicks, aber keine Blühstreifen.
Laut Schünemann laufen Maßnahmen, die über 30 bis 40 Jahre ohne, dass sie Wirkung zeigen, da sie auf Langfristigkeit angelegt wurden.
Hegeringleiter Sven Heesch appellierte an dieser Stelle, den Anstoß für neue unbürokratische Projekte zu starten, um dem Insektensterben und damit die mangelnde Nahrungsquellen für andere Tiere zu stoppen.
Als positives Beispiel wurden Streuobstwiesen genannt.
Ein Fan von Blühstreifen ist Schünemann nur bedingt, denn wenn sie nach drei Jahren wieder entfernt werden, würde es nur minimale Erfolge geben. Die Nachhaltigkeit würde in diesem Projekt nach seiner Sicht fehlen. "Es braucht größere Kräfte, um das Problem in den Griff zu bekommen", so der Experte.

Der hohe Stickstoffeintrag ist nach Aussage von Schünemann eine der zahlreichen Ursachen vom Insektensterben.
Flächen die früher still gelegte wurden, weil es sich nicht lohnte, sie zu bewirtschaften, würde es nicht mehr geben und es ist den Landwirten nicht abzusprechen, denn es sind Wirtschaftsunternehmen, die immer effektiver arbeiten müssen.
Ulf Schünemann vermisst die Kühe und damit die Kuhfladen auf den Weiden. Dungkäfer sind Nahrungsquelle für zahlreiche andere Tiere.
Der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde sieht als eine der Problemlösung die Steigung der Kosten für Nahrungsmittel mit der Hoffnung, dass dann nicht mehr eine so extensive Landwirtschaft betrieben werden muss.
Eine Veranstaltung mit jeder Menge Diskussionen, aber der Anfang ist gemacht: Jäger, Landwirte und Naturschützer reden nicht übereinander, sondern miteinander.

Auch MdL Heiner Rickers ließ es sich nicht nehmen, an der Veranstaltung teilzunehmen und stellt sich den Fragen von Teilnehmern.

v. r. Jan-Marcus Carstens, Ulf Schünemann, Sven Heesch und Jochen Thun freuen sich über das große Interesse zum Thema neue Lebensräume für Insekten und Kleintiere schaffen.

Ein Feld mit der blau-violett blühenden Phacelia in Richtung Hohenlockstedt (Bücken) Ende Juni 2017
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Wachsende Sorgen vor der Schweinepest 

Schleswig-Holstein wappnet sich für einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP).  Um die Prävention weiter zu stärken und im Falle eines Ausbruchs so gut wie möglich handeln zu können, ist ein intensives Zusammenspiel aller Beteiligten notwendig.
 Landwirtschaftsminister Robert Habeck rief zu einem ASP-Gipfel auf, um die bereits eingeleiteten und mögliche weitere Schutz- und Präventionsmaßnahmen zu besprechen.
 Am Gipfel nahmen unter anderem Vertreter von Verbänden der Landwirtschaft, der Jagd, des Tierschutzes und des Naturschutzes sowie des Innenministeriums, der Polizei und der kommunalen Spitzenverbände teil.

 In einer anschließenden Pressekonferenz informierte der Landwirtschaftsminister über die anstehenden Bekämpfungsmaßnahmen des Erregers. Die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland hätte sehr schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für die schweinehaltenden landwirtschaftlichen Betriebe, informierte Habeck und gab ein Maßnahmenpaket bekannt.
Hier der Tonmitschnitt der Pressekonferenz: 


Record and upload audio >>

 Es wurden Präventionen vom Eintreten der Schweinepest in SH besprochen und es wurde das Szenario durchdacht, falls das Virus SH erreichen sollte, wie im Krisenfall reagiert werden soll.
Info HIER
70 % der Wildschweine sollen bejagt werden, um die Ausbreitung der ASP zu verhindern. Wie viel 70% in SH sind, weiß niemand.
Landwirte sollen in Zukunft Sichtschneisen im Mais stehen lassen, damit die Bejagung von Wildschweinen einfacher verlaufen kann.
Wer diese Sichtschneisen nicht einhält, wird in Zukunft keine Entschädigungsgelder mehr in Anspruch nehmen können.
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Rendsburg den 7.9.2017

Norla 2017 begeistert  

Am heutigen Tag wurde die Messe eröffnet und zahlreiche Besucher strömten auf das Gelände.
Eindrücke von der 68. Norla wurden mit zahlreichen Fotos festgehalten.
Auf dem Messegelände mit gut 600 Ausstellern steht in diesem Jahr die Landestierschau sowie die Digitalisierung in der Landwirtschaft im Schwerpunkt.
Nach der Eröffnungsveranstaltung konnte ich z.B. diese jungen Schüler der Auenwaldschule der Gemeinde Böklund antreffen. Als ich sie um ein Foto bitte, schaut plötzlich ihr Lehrer vorbei und möchte mit aufs Bild. Der Lehrer (Bildmitte) ist überrascht, seine Schüler hier anzutreffen.



Auftaktveranstaltung mit Begrüßung vom Geschäftsführer der Messe Rendsburg Stephan Gersteuer

Zur Eröffnung der Norla 2017 Grußworte von rechts nach links 
Christina - Johanna Paulsen - Schlüter Vorsitzende SH Tierzüchter
Präsident des Bauernverbandes Werner Schwarz, Stephan Gersteuer 
sowie Stadtpräsidentin Karin Wiemer-Hinz

Die Bläsergruppe Hohner Harde steht für den musikalischen Auftakt bereit
Minister Habeck darf auf der Norla nicht fehlen. Im Foto testet er die alte Apfelpresse.
Im Foto unten rechts der Parteikollege MdL Bernd Voß (Landwirt)

Alte Tierrassen von Schwein, Schaf, Ziege, Rind, Huhn und Pferd begeistern nicht nur junge Messebesucher:
Die alte Schweine Landrasse kommt auch beim Minister an


Die Interessenvertretung für alle Frauen in Schleswig-Holstein darf auf der Norla nicht fehlen.
Der LandFrauenVerband Schleswig-Holstein lädt alle Besucher in den LandFrauen-Pavillon ein.

 Präsidentin des Landfrauenverbandes Ulrike Röhr begrüßt u.a. Bauernpräsident Werner Schwarz und Claus Heller Präsident der Landwirtschaftskammer im Pavillon

Die Norla bietet attraktive Angebote für Kinder. Hier zum Beispiel kann nach Stärke in Lebensmitteln geforscht werden.
Natürlich dürfen Hohenasper auf der Messe nicht fehlen. Dorthe Reimers koordiniert die "Blaumeisen" also die Landfrauenschülerinnen, die reichlich Einsätze auf der Norla haben.

Hier wird den Besuchern die neueste Technik vorgeführt. Darüber in Kürze mehr.

Verhungern oder gar verdursten braucht auch auf der 68. Norla in Rendsburg niemand.

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Hohenaspe den 15.8.2017
Neue Regenwolken ziehen auf und deshalb noch schnell den Moment des Sommers in Hohenaspe festgehalten
Die Sonnenblumen wurden am Rand eines Maisfeldes von Eickes ausgesät.
Ich erkundige mich danach, ob die  Blumen im Rahmen vom Programm Ackerlebensräume angebaut wurden.
Die Anlage von Blühstreifen und -flächen hat sich bundes- und europaweit im Rahmen der Agrarumweltprogramme etabliert und so gibt es auch inzwischen finanzielle Unterstützung von der Landesregierung in SH.
Eickes haben sich nicht für dieses Programm beworben, da sie im Fall eines Vertragsnaturschutzprogramms auf 5 Jahre festgelegt wären. Außerdem war das dafür zur Verfügung stehende  Budget bereits ausgebucht. Info im Bauernblatt HIER
Vor ihrem Hofladen bieten Eickes nun zur Freude von zahlreichen Insekten und anderen Blumenliebhabern einen Sonnenblumen-Blühstreifen am Maisfeld aus eigener Initiative.
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Hohenlockstedt den 18.8.2017

Maisanbau als Mischkultur - wissen sie warum?

Auf einer Radtour bei Hohenlockstedt entdeckte ich ein Maisfeld der (für mich) besonderen Art.
Einen Blühstreifen am Maisfeld gibt es inzwischen häufiger zu finden (Bericht nach unten scrollen).
Aber hier entdeckte ich einen Acker mit Mais und Sonnenblumen als Mischkultur (ich bin extra in die Fläche gegangen, um herauszufinden, ob die Sonnenblumen auch im Maisfeld sind und sie sind).
Ist dies vielleicht ein Umdenken in der Vermaisung? 
Leider nein.
Es gibt unterschiedliche Gründe für diese Art des Anbaus
 Wie mir berichtet wurde, werden Mais und Sonnenblumen vereinzelt in Mischkultur aus folgendem Interesse angebaut:
Die Wildschweine haben sich dank der riesigen Maisfelder, in denen sie sich verstecken und ernähren können, rasch vermehrt.
 Für Jäger ist es fast unmöglich, die in einigen Gebieten zur Plage gewordenen Tiere auf den großen Flächen zu entdecken.
Da auch Wildschweine auf Sonnenblumen mit den leckeren Kernen stehen, suchen sie diese Flächen intensiver auf und sind so für die Jagd leichter zu orten. 
Anderseits können silierte Sonnenblumen die Gaserträge durch ihre hohen Ölgehalte erhöhen. In der Kombination von Sonnenblumen mit Mais soll sich die Silierbarkeit deutlich verbessern.

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Looft den 7.8.2017

Getreideanbau-Auswertung Kiel

Als ich mit dem Rad zum Betrieb radele, dem die Mutterkühe entwendet wurden, treffe ich auf einem Roggenfeld vor dem Hof zwei Herren, die Getreide vom Acker per Hand schneiden und in große Säcke füllen.
Ich komme mit den Männern ins Gespräch und sie erzählen mir, dass sie von der Landesregierung / Agrarstatistik im Auftrag vorab ausgesuchte Flächen nach dem zu erwartenden Ertrag kontrollieren. Die Ähren werden nun in ein Labor gebracht und nach Ertrag ausgewertet.
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Aus dem Polizeibericht vom 7.8

Looft: 3 Mutterkühe entwendet

Zwischen dem 24. Juli und dem 07. August wurden in Looft, Katstelle, von einer Weide 3 Mutterkühe (Limousin) gestohlen. Die Kühe waren mit entsprechenden Ohrmarken versehen. Zeugen melden sich bitte bei der Polizei in Schenefeld/MH unter 04892-899260. (Polizeidirektion Itzehoe)
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Archivfoto von der besagten Herde

Wie der Landwirt berichtete, wurde das Fehlen von 3 Mutterkühen erst jetzt bemerkt, da die 40 Limousin Rinder von der Koppel in Stallungen gebracht wurden. Es wird gemutmaßt, dass der Diebstahl der Mutterkühe in den letzten 14 Tagen vorgenommen wurde.
Da jedes Rind eine Ohrmarke besitzt, wird ein Weiterverkauf der entwendeten Tiere schwierig.
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Mehlbek den 26.7.2017

Digitalisierungsminister Robert Habeck auf Sommertour


Auf dem Gut Mehlbek hat sich hoher Besuch angekündigt.
Den alten und neuen Landwirtschaftsminister Robert Habeck hat es auf seiner Sommertour zum Gut Mehlbek verschlagen.
Durch die Digitalisierung ist Schleswig-Holstein mitten in einem Veränderungsprozess. 
Habeck stellt diese neue Technik in den Mittelpunkt seiner Sommerreise und so führte es ihn u. a. nach Mehlbek.

Auf dem Gut wird das Thema Digitalisierung gerade angepackt und das "Rosenberg-Team" informierte den Minister über Probleme und Fortschritte bei diesem Prozesses der Bewirtschaftung der
370 Hektar Ackerfläche und 19 Hektar Dauergrünland inclusive Mastplätze für 2330 Schweine (Jahreserzeugung von 6900 Mastschweine).
Die Welt ist im digitalen Aufbruch
Dr. Robert Habeck - Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung wurde vom Gutsbesitzer Alexander von Rosenberg herzlichst begrüßt.
Rosenberg benannte Habeck in seinem Grußwort als Dynamikminister, der sich den neuen Themengebieten annimmt.
Gern stellte das Rosenberg-Team ihre Versuche vor, die Digitalisierung auf dem Betrieb voranzutreiben.
Alexander von Rosenberg mit Betriebsleiter Helge Treuherz holten sich vor zwei Jahren Hilfe von der Fachhochschule Kiel Fachbereich Landbau mit Prof. Dr. agr. Yves Reckleben ein.
Dr. Robert Habeck wird vom Betriebsleiter Helge Treuherz  über die ersten Schritte der Digitalisierung der Ackerflächen informiert. 

Die Ackerfläche wurde vermessen. Eine Zonenkarte zeigt die unterschiedlichen Bodentypen in Farben an. Sie lässt Rückschlüsse auf Ertragsmengen und Wasserhaltbarkeit zu. Es wurden Bodenproben genommen. Die Drillmaschine konnte je nach Bodenbeschaffenheit mit der Saatstärke eingestellt werden, um einen gleichmäßigen Pflanzenbestand zu erhalten. Auch die Düngung kann den unterschiedlichen Zonen angepasst werden.
Im zweiten Schritt sollte die manuelle Arbeit der Einstellung an die Zonen von den Maschinen selbst unternommen werden.
Die Digitalisierten Daten können mit den Maschinen gesteuert werden, es ist aber kompliziert.
Zwar bieten Firmen Programme für gutes Geld an, aber in diesem Fall würden die Betriebe von den einzelnen Firmen abhängig sein. Da Betriebe Ackergeräte unterschiedlicher Maschinenhersteller in der Regel besitzen, fehlt es an  Kompatibilität, informiert Betriebsleiter Helge Treuherz.
Und auch Alexander v. Rosenberg bestätigt, dass die Programme der großen Firmen wie Jon Deere, Claas und Fendt an einer Kundenbindung interessiert sind. Weniger dagegen tun, um effiziente Verwendung von Saatgut, Düngemittel und Pflanzenschutzmittel einzusetzen.  
Außerdem würden die Daten auf einer Cloud weit weg vom Betrieb gespeichert und auch dies sei nicht im Interesse des Betriebes.
Die Investitionskosten für die Digitalisierung wären gleich beim Start mit einer Firma enorm.
Die Kosten des "Schritt für Schritt digitalisieren" sei in Zusammenarbeit mit Prof. Reckleben überschaubar, so der Gutsbesitzer.
Investitionskosten für die Aufrüstung vom Trecker belaufen sich auf  zirka 6000 - 8000 €uro. Beim Mähdrescher liegen die Kosten bei  zirka 15 000 €uro. Diese aufgebrachte Leistung wird derzeit noch nicht zurück-verdient und so soll eine Schrittweise Umstellung auf dem Gut vorgenommen werden.

Diese Informationen mit Ausführungen vom Prof. Reckleben sorgten für Diskussionsbedarf  mit dem Minister.
Vor dem Gutshaus (Baujahr 1710) der Familie Rosenberg von r. nach l. Mitarbeiter vom Gut Mehlbek Klaus Harders, Jan Hensel und Helge Treuherz. Minister Habeck, Alexander von Rosenberg, Prof.Dr. agr. Yves Reckleben, Joscha Blümel ( Fachhochschule Kiel) und Beatrice v. Rosenberg.
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Hohenaspe den 18.7.2017

Familie Eicke eröffnet Hofladen

Der Eickehof ist ein typisch schleswig-holsteinischer Familienbetrieb mit dem Schwerpunkt Milchwirtschaft. Dabei setzt die Familie seit Anfang des Jahres auf Direktvermarktung. Die frisch gemolkene Milch wird vor Ort pasteurisiert und ausgefahren. Seit dem Wochenende gibt es auf dem Betrieb einen Hofladen.
Volker Eicke führt nicht ohne Stolz sein neuestes Großfamilienprojekt vor, denn alle aus der Familie haben mit angepackt, um den Hofladen zu verwirklichen. 

Nachdem auf dem Milchviehbetrieb Eicke im Rolloh 3 in Hohenaspe am Jahresanfang eine Pasteurisierungsanlage direkt an den Stallungen der 130 Kühe aufgestellt wurde und die Milch in 1 und 1/2 Literflaschen zweimal wöchentlich in der Gemeinde Hohenaspe an Haushalte ausgeliefert wird (Bericht nach unten scrollen), wurde am Wochenende ein weiterer Schritt zur Direktvermarktung unternommen.
Ein liebevoll umgebauter ausrangierter Bauwagen dient nun als Hofladen der von 6 -21Uhr an jedem Wochentag zur Selbstbedienung genutzt werden kann. Nicht nur Vollmilch mit Erdbeer-, Vanille-, Banane-, Schoko- und Eiskaffeegeschmack kann hier seit neuesten erworben werden. Eier, Marmelade, Holunderbeersaft und Johannisbeersaft - alles Made auf dem Betrieb Eicke - sind im Hofladen erhältlich.
 Im Sortiment sind weiter Kartoffeln vom Hof Thurau aus Ridders sowie Apfelsaft vom Obsthof Semmelhaack  aus Neuendorf. Eickes setzen mit ihren Angeboten auf landwirtschaftliche Qualitätsprodukte der Region.
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Ende Juni 2017

Blütenmeer bietet gute Bedingungen

Was in der der Provence der Lavendel ist, ist bei uns die Pahcelia - jedenfalls farblich gesehen.
Ein Feld mit der blau-violett blühenden Phacelia in Richtung Hohenlockstedt (Bücken) ziert in diesen Tagen die Landschaft und verbreitet einen Geruch, der an Vanille erinnert.
Beim blühenden Blickfang  der etwa 60 Zentimeter hohen Pflanzen mit feingliedrigen stark behaarten Blättern, handelt es sich um Büschelschön, botanisch Phacelia, ein Wasserblattgewächs, das Landwirte im April oder Mai zur Begrünung ihrer Stilllegungsflächen ausgesät haben.
 Für den Landwirt ist die Phacelia nützlich. Sie sorgt für eine sehr rasche intensive Bodenbedeckung und verhindert Verunkrautung der Felder.
  Die Pflanze wird zur Gründüngung genutzt und eignet sich zur Vorbereitung einer Mulchsaat von Mais und Zuckerrüben im nächsten Jahr.

Aber auch den Insekten gefällt die Blütenpracht. Der Kleine Fuchs, Hummeln, Bienen und und und laben sich hier am großen Tisch.

Seit einiger Zeit ( ich habe es bereits in Dithmarschen an Möhrenfeldern fotografiert) wird Phacelia entlang der Acker- und Feldränder ausgesät, denn der blaue Blütengürtel hat sich als Insektenschutz bewährt.

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Mehlbek 19.6.2017
Dieses riesige Erbsenfeld kann an der Muldsberger Tonkuhle entdeckt werden.
Die Futtererbsenflächen sind eher selten in SH zu sehen. 2016 wurden in Schleswig-Holstein gerade mal  zirka 500  ha angebaut. Auch bei konventionell wirtschaftenden Betrieben wird die Futtererbse als Bodenverbessere genutzt. 
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3.Mai 2017 bei Marne

Kohlpflanzung in Dithmarschen

Landwirt Kreuzkamp aus Kronprinzenkoog pflanzt an diesem Tag auf einer Fläche von 5 Hektar mit seinem Team Spitzkohl und Blumenkohl. 

Erntebilder von dicken Kohlköpfen kennen wahrscheinlich die allermeisten, aber wie werden die Massen an Kohlpflanzen in die Erde gebracht?
Gestern hatte ich Gelegenheit zwei Betriebe bei den Pflanzungen  mit unterschiedlichen Maschinen zu begleiten.
Das größte zusammenhängende Kohl-Anbaugebiet in Europa befindet sich in unserer Nachbarschaft also in Dithmarschen an der Nordseeküste. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts werden hier auf 2.800 Hektar vor allem Kohlarten wie Wirsing-, Weiß- und Rotkohl angebaut.
Zuerst treffe ich auf ein Team von Pflanzern, die unterschiedliche Setzlinge (Rot- und Weißkohl) mit einer älteren Maschine in die Erde bringen. Es ist ein Versuchsfeld der holländischen Firma Rijk Zwaan, die auch neue Kohlsorten züchtet. Der Kohl wird von diesem Feld nach der Ernte im Herbst ausgewertet und gelangt nicht in den Handel.Samen bildet Kohl erst im 2. Lebensjahr.

 Der Abstand der Pflanzreihen beträgt 45 cm und der Pflanzabstand der Setzlinge je nach Sorte 30 bis 55 cm. Eine Kohlpflanze kostet Rund 5 Cent.
Hier wird Blumenkohl und Spitzkohl gepflanzt

 In Dithmarschen gibt es zwei Aufzuchtbetriebe für Gemüsepflanzen. Riesige Gewächshäuser zur Anzucht von Kohl findet man aber natürlich auch in Holland.
Die ersten Setzlinge werden je nach Sorte bereits im März in die Erde gebracht. Dann ist allerdings Flies vonnöten. Das Vitamin C haltige Gemüse ist ein starkzehrer und benötigt dementsprechend guten Boden und den gibt es im Marschland zu genüge.
Eine neuere Pflanzmaschine konnte gleich in der Nachbarschaft vom Versuchsfeld abgelichtet werden.
In horizontalen Bechern werden hier die Setzlinge von den 5 Mitarbeitern bestückt.
 Im exakt gleichbleibendem Abstand werden die 5 Wochen alten Pflanzen  in die Furche ausgestoßen.

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Heiligenstedten den 10.4.2017

Strukturwandel oder Agrarwende

Steuerungswirkung in der Landwirtschaft 

Die CDU mit den Abgeordneten Mark Helfrich (MdB) und Heiner Rickers (MdL) luden ein zum moderierten Gespräch mit Dr. Maria Flachsbarth (Mitglied des Deutschen Bundestages und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft).
Rund 50 Gäste informierten sich in Heiligenstedten im Gasthof Zur Erholung über die Ansätze der Konfliktlösungen in der Agrarpolitik aus Sicht der CDU/CSU.
Im Gespräch: v.r. Moderator Willem Lüschow (CDU Kreisverband), MdL Heiner Rickers, MdB Maria Flachsbarth sowie MdB Mark Helfrich.
Bundestagsabgeordneter Mark Helfrich startete den Abend mit einem Rückblick auf die Aktivitäten seiner Partei in Fragen  der Agrarwirtschaft. Themen waren, Glyphosat, Milchpreiskrise und wie die Agrarpolitik 2020 aussehen soll. Zur Diskussion stand, wie viel Markt verträgt Landwirtschaft?  Wie kann  Landwirtschaft unterstützt werden und welche  Rahmenregeln sind zu setzen, damit Landwirtschaft in Deutschland existieren kann, wie wir es als Gesellschaft  wollen.

Aus Hannover war Dr. Maria Flachsbarth angereist, um Rede und Antwort den Landwirten und Landwirtinnen vor Ort zu geben. 
 Auf dem Weg legte sie einen Zwischenstopp in Ahrensbök ein,  wo sie mit Landwirten sprach und  selbst hergestelltes Bauernhof-Eis  kosten durfte. 

In ihrem Vortrag verdeutlichte die Abgeordnete, dass Politik und Berufsstand sich für eine Akzeptanz der Bevölkerung einsetzen muss.
 Hohe Standards sind nötig, um wettbewerbsfähig arbeiten zu können.
 Es gibt eine Bundesrat-Initiative, die die 2. Säule mit 6% aus der 1. Säule stärken möchte, dieser Antrag liegt inzwischen beim Bundestag vor und wird von der CDU/ CSU in Mehrheit abgelehnt und so wird der Gesetzentwurf aller Wahrscheinlichkeit nicht durchkommen.
Auch in Brüssel will die Partei die erste Säule gestärkt wissen. Ob die Mittel von dieser Direktzahlung auch weiter aus Brüssel fließen werden ist fraglich, da durch den Ausstieg des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union (Brexit)  der Agrartopf in Brüssel kleiner geworden ist.  Außerdem wird es neue Politikfelder wie Außensicherung der Grenzen, Integration und Fluchtursachenbekämpfung geben. Das Fazit von Maria Flachsbarth ist hier: „ Wir müssen mit der Gesellschaft in einen vernünftigen Dialog treten, um unsere berechtigten Forderungen letztendlich gelten zu machen“.
In der Landwirtschaft zeigt sich derzeit ein rasanter Strukturwandel ab. Von 1990 bis 2016 haben 33% laut Flachsbarth der Milchviebetriebe bundesweit aufgegeben. In SH waren es mit 16,5 % weniger Milchviehbetriebe, die resignierten. Die Tierbestandszahl an Milchvieh blieb dagegen gleich.
Nach dem Vortrag durften Fragen gestellt werden, was von den Gästen auch reichlich in Anspruch genommen wurde.
Der Landtagsabgeordnete Heiner Rickers wurde angekündigt.
Der Fachmann für Landwirtschaft musste sich an diesem Tag "zweiteilen", da zeitgleich eine Podiumsdiskussion zum Thema Energiewende im IZET seine Anwesenheit verlangte.
In Kiel fehlt Rickers die Fachlichkeit in der Agrarverwaltung. "Ökologen und Volkswirte würden dort Zurzeit die Oberhand haben und die machen uns das Leben schwer", so Rickers, der sich nach dem 7. Mai eine Wende erhofft.
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Wilster den 16.2.2017 Kreisbauerntag

Welthandel - Chance und Risiko in einem 

Da wo vor wenigen Tagen im Saal des Colosseums eine bunte ausgelassenen Faschingsveranstaltung stattfand, ging es an diesem Vormittag sehr viel ernster zu.
Der Weltmarkt mit dem Handel landwirtschaftlicher Produktion und gleichzeitiger Pflege der begrenzten natürlichen Ressourcen sind Themen unserer Zeit.
Landwirte sind derzeit einem Preisdruck sowie Anfeindungen ihres Berufsstandes ausgesetzt. Der Lebensmitteleinzelhandel / die Politik fordern immer höhere Standards. Neue Verordnungen belasten die Betriebe.
Wie in Zukunft besser mit Höhen und Tiefen in der Landwirtschaft umgegangen werden kann und warum der Welthandel für die Landwirtschaft eine immer wichtigere Rolle spielt, darüber informieren in Vorträgen Junglandwirt aus Kellinghusen Niels Bartels und als Hauptreferenten Prof. Dr. Sebastian Hess von der Christian Albrechts-Universität Kiel und Ernst-Walter Meyer vom Berufsbildungszentrum - Fachgruppe Landwirtschaft in Segeberg
Der Kreisvorsitzende vom Bauernverband Peter Lüschow begrüßt im Colosseum im Wilster 250 Landwirte und geht gleich zum Thema des diesjährigen Bauerntages über:
"Regionale Vermarktung der Produkte aus der Landwirtschaft vor Ort -  ob ökologisch oder konventionell - ist lobenswert und mit viel Arbeit verbunden, aber die großen Mengen, die bei uns in SH produziert werden, müssen verkauft werden und der Landwirt macht die Preise für seine Produkte nicht allein."
 Prof. Dr. Sebastian Hess - Wie werden die Weltmärkte auf die derzeitige Veränderung reagieren?

Landwirt Bartels verdeutlicht seine Aussage an vielen landwirtschaftlichen Produkten. Vom Export und Import profitiert die Landwirtschaft und besitzt durch den freien Handel riesige Möglichkeiten.
"Über die regionale Vermarktung können nur Teilmengen abgesetzt werden, darum müssen wir überschüssige Mengen auf dem Weltmarkt vermarkten". Bartels weiter: " Es wird gesagt, der Landwirt sollte ein zweites Standbein haben, um Krisen zu meistern, aber immer daran denken, was man macht, muss man gut machen, sonst wird es keinen Erfolg geben."
Bartels selbst würde den Verkauf seiner gesamten Milchmenge niemals für ein Jahr abschließen. Es sollte nur in Teilmengen abgeschlossen werden, so der Betriebsleiter.( In der nachfolgenden Collage im Bild oben links)

Mit dem Austritt von Großbritannien aus der Europäischen Union und der neuen Handelspolitik der USA werden neue Weichen gestellt, informiert Referent Hess.
Mit Hilfe einer Grafik verdeutlicht Hess, dass man sich dem Welthandel kaum entziehen kann.
" Die Anteile der chronisch unterernährten Bevölkerung sind noch immer in den Ländern am Größten (Beispiel südl. Afrika - Teile von Süd-Asien ), wo die wirtschaftlichen Aktivitäten gering sind".
Im Welthandel sind globale Standards gefragt
Ernst Walter Meyer: "Ein guter Unternehmer muss seine Entscheidungen auch ohne Fakten treffen"
Um Krisen gewappnet zu sein, sollten Rücklagen gebildet werden.
Dem Segeberger ist besonders wichtig, dass die Landwirte auf ihre Gesundheit achten. "Leistungsfähigkeit muss erhalten bleiben", appelliert Meyer an alle Betriebsleiter. Es sei enorm wichtig, die Partnerschaft zu pflegen. Streitigkeiten sind immer schlecht für den Betriebserfolg.
 "Erfolgreich ist, wer seine individuellen persönlichen Ziele und seine betrieblichen Ziele auf einen Nenner bringen kann", ruft Meyer in Erinnerung.
 Die Schweinehalter hätten schon immer mit großen Preisschwankungen zu tun gehabt und so verstehe Meyer selbst nicht die vergangene Diskussion um die Milchpreise. (Inzwischen wieder steigend)

Als Meyer als Berufsschullehrer Fachrichtung Agra startete gab es 4000 Schweinemastbetriebe in SH. Zurzeit sind es noch verbliebene 1000 Betriebe. Auf Nachfrage, ob sich die Tierzahl verändert hätte, verneinte der Referent.
im Bild von rechts nach links:Klaus-Peter Lucht, Vizepräsident im Bauernverband und Kreisvorsitzender von Rendsburg-Eckernförde, Ernst Walter Meyer, Sebastian Hess und Peter Lüschow.
Zum Schluss der Veranstaltung wurde ein neu produzierter Videospot vorgeführt. Mit dieser demnächst anlaufenden Aktion, will der Bauernverband in der Bevölkerung eine größere Wertschätzung für den Landwirt bewirken.
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Aus der Pressemitteilung von Dr. Karin Thissen:

Berlin, 7. Februar 2017

Die Geflügelgrippe ist keine Erfindung der Neuzeit

Die Bundestagsabgeordnete Dr. Karin Thissen besuchte heute einen von der Geflügelgrippe betroffenen Betrieb im Kreis Steinburg, um sich aus erster Hand über den Sachstand und die Auswirkungen auf das Unternehmen zu informieren. 
„Ich höre häufig, Tierseuchen, wie zum Beispiel die Geflügelgrippe, seien „früher“ nicht aufgetreten. Epidemien unter Geflügel, Schweinen oder Rindern sind keine „Modeerscheinung“ der Neuzeit.

 Im Gegenteil,  Seuchenzüge unter landwirtschaftlichen Nutztieren sind seit der Antike bekannt“, erläutert die Veterinärmedizinerin und SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Karin Thissen.
 „Die Folgen für die Menschen waren verheerend: Die Menschen litten Hunger, es fehlten Fleisch- und Milchprodukte, aber auch Rohstoffe für Kleidung und Häuserbau; über Jahre musste der Bestand wieder sorgsam aufgebaut werden.“
Auch die Geflügelgrippe ist nicht „urplötzlich in großen Geflügelbeständen“ entstanden, sondern wurde bereits 1878 in Norditalien diagnostiziert. 


Um die Menschen vor solchen Seuchenzügen mit nachfolgenden Hungersnöten zu bewahren, entstand vor ungefähr 250 Jahren aus den Hufschmieden der Berufszweig der Tierärzte.
Dank staatlicher Seuchenbekämpfung konnte so manche Tierseuche, zum Beispiel die Rinderpest, in Europa ausgemerzt werden.
 Die angeordnete Stallpflicht für bestimmte Tierarten trägt erheblich dazu bei, Übertragungsmöglichkeiten zu minimieren. 
Der Erreger der Geflügelgrippe kann auch indirekt übertragen werden. Daher sollte die Anleinpflicht für Hunde und der „Hausarrest“ für Katzen befolgt werden.
 „Es mag hart klingen, dem eigenen Haustier den gewohnten Freilauf zu verwehren,“ meint Karin Thissen, „doch sie werden es überleben und jeder Tierarzt gibt auf Nachfrage Tipps, wie man seinem Tier Abwechslung verschaffen kann.
Wenn dadurch die weitere Verschleppung der Seuche und die Keulung von zehntausenden Hühnern und Puten verhindert werden kann, sollte das jede Mühe wert sein.
 Ich wünsche mir, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher den betroffenen Betrieben die Treue halten und wieder dort einkaufen, sobald diese wieder produzieren dürfen.“

Zum derzeitigen Stand der Geflügelpest informiert die Landesregierung SH HIER

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Februar 2017

Politik mit Bauernregeln 

  Derzeit sind Bauernregeln im Netz angesagt. 
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD)sorgt mit ihrer neuesten Kampagne  für Empörung.
Mit bunten Blumen und ländlichen Motiven umrandet - nach Art der Bauernregeln - sind Slogans wie  "Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein" oder "Haut das Ackergift die Pflanzen um, bleiben auch die Vögel stumm." Mehr HIER

" Das ist eine bewusste Absage an jede Form der sachlichen Zusammenarbeit - Sie machen sich damit zur Handlangerin der Tierhaltungsgegner", schreibt der Bauernverband Schleswig-Holstein mit Adresse an Frau Hendricks und fordert die Kampagne, die aus Steuergeldern für  1,6 Millionen Euro finanziert wird, zu beenden. 

Auf Facebook sind nun jede Menge Bauernregeln zu finden, die von Landwirten verfasst wurden:
Zum Beispiel: "Bauern-Bashing platt und dumm - hochbezahlt vom Umweltministerium" oder
" Schließt der Bauer Hof und Stall, brachten die Umweltauflagen ihn zu Fall."

Inzwischen wurde das Projekt eingestellt
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24.1. Süderau 2017

An die 20.000 Puten müssen getötet werden

Der Ausbruch eines aggressiven neuen Geflügelpest-Virus in einem Putenmastbetrieb im Kreis Steinburg lässt Schutzmaßnahmen in Kraft treten.
Der Himmel ist wie die Landschaft in diesen Tagen: Grau in grau und spiegelt nach meinem Eindruck auch die Stimmung der Region wieder.
 Schwere wirtschaftliche Folgen für die Mäster entstehen. Das Virus sorgt für einen schnellen Tod. So oder so.
Innerhalb kurzer Zeit sind die bereits ausgewachsenen Tiere am Befall verendet. Der Bestand wird nun um ein Ausbreiten zu vermeiden, gekeult - soll heißen: Die Tiere werden in einem Container mit CO2 vergast.

Was passiert zeitgleich mit den Wildvögeln?
Desinfektionsschleuse vor dem Betrieb in Süderau
Die Wege und Straßen sind in diesem Gebiet nur für Anlieger frei. 
Einsatzkräfte der FFW aus dem gesamten Kreis sind abwechselnd im Einsatz.

 Landrat Torsten Wendt und Landwirtschaftsminister Robert Habeck machen sich ein Bild und  informieren die Presse über die eingeleiteten Maßnahmen. Sie bedanken sich bei den Einsatzkräften der Feuerwehren aus dem Kreis Steinburg, die hier ihren Dienst leisten.

Der hochpathogene Geflügelpesterreger des Subtyps H5N5 wurde hier erstmals in einer Geflügelhaltung in SH festgestellt.
Es ist bislang ungeklärt, wie der Erreger in die Stallungen gelangen konnte
Das Friedrich-Löffler-Institut hat auf Bitten des Landes ein Experten-Team in den Kreis Steinburg geschickt, um die Ursache des Ausbruchs zu klären.
 "Es gilt, alle möglichen Eintrags- und Verbreitungswege zu untersuchen. Dazu gehören unter anderem Einstreu, Futter, Handels- und Transportwege sowie Betriebsmanagement", sagte Landwirtschaftsminister Robert Habeck.
 Bei H5N5 handelt es sich nach Einschätzung des FLI um ein Mischvirus. Bislang wurden weltweit noch keine Fälle von Infektionen mit H5N5 beim Menschen beobachtet.
Um die Tiere zu schützen, gelten die Stallpflicht und die Biosicherheitsmaßnahmen unverändert.
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Kiel den 17.1.2017

Förderpolitik der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein

Blick vom 12. Stockwerk des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume SH auf die Kieler Förde

Für Ökolandbau und Vertragsnaturschutz sollen höhere Fördergelder fließen

 Minister Robert Habeck und Hermann - Josef Thoben ( Vorsitzender der Akademie für ländliche Räume in SH) auf der Pressekonferenz im Kieler Landwirtschaftsministerium. Leider versagte mein Blitzlicht für diese Aufnahme und ewig Zeit hatten die Herren dann auch nicht. Sorry!

Der Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume informierte über die Umschichtung der EU-Fördermittel.

 Die an diesem Vormittag beschlossene Bundesratsinitative im Kieler Kabinett, sieht eine Änderung der Direktzahlung in der Landwirtschaft vor.
Es sollen Fördermittel aus der sogenannten ersten Säule (direkte Prämien an die Landwirte, gemessen an Hektaren) in die zweite Säule (Europäische Landwirtschaftsfonds für Entwicklung des ländlichen Raums, kurz ELER) umgeschichtet werden.
Diese Gelder der 2. Säule können und werden politisch ausgerichtet, eingesetzt.
In SH im Sinne einer ökologischen und tierfreundlichen Landwirtschaft, so der Landwirtschaftsminister Habeck.
In Zahlen geht es hier jährlich um eine Summe von 14 Millionen Euro für SH.
Pro Hektar erhält der Landwirt je nach Agrarstruktur eine EU -Fördersumme in SH von knapp 300 Euro jährlich. Durch die Umverteilung auf die 2. Säule werden es um die 30,-€ a Hektar weniger sein. Die umgeschichteten Fördergelder werden zurück in die ökologisch geführte Landwirtschaft fließen.

Weiter informierte Habeck über die Förderung des ländlichen Raumes:
Alle Orte und Landstriche mit einer Einwohnerzahl unter 35.000  (also 98 % des Landes SH) unterstützt ein Förderprogramm für zum Beispiel Infrastruktur, Bildung, Nahversorgung und Kultur.
Die Mittel im Landesprogramm ländlicher Raum (LPLR) des Landes Schleswig-Holstein wurden in der neuen EU-Förderperiode  vorn rd. 90 auf 120 Mio. Euro erhöht.
Davon sind 43 Millionen gebunden.

Hermann - Josef Thoben in der Position als Vorsitzender der Akademie für ländliche Räume in SH informiert in diesem Zusammenhang über die Ziele des Vereins, der die Erhaltung und nachhaltige, eigenständige Entwicklung der ländlichen Räume unterstützt.
Auf der Internationalen Grünen Woche 2017 wird die Akademie e.V. (ALR) mit dem Jugendprojekt Circus UBUNTU aus dem Kreis Steinburg für beeindruckende kulturelle Beiträge in Halle 4.2. (Lust aufs Land) sorgen. 
Es sollen gelungene Projekte und innovative Lösungen in ländlichen Räumen der ALR in den Themenfeldern Bildung, Beteiligung und Gemeinschaft präsentiert werden.

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Hohenaspe den 6.1.2017

Milch von nebenan

Es ist lange her, seit der Milchmann mit seinem zum Teil noch vom Pferd gezogenen Wagen vorfuhr und den Kunden frische, unkonservierte Milch zur Türe brachte.
Foto:  Hohenaspe um 1960 - Heinz Kähler fährt Milch aus.

Anfang der 60iger hieß es: „Wann immer sie die Chance haben, einen Milchmann zu sehen, grüßen sie ihn freundlich. Es könnte das letzte Mal sein.“

Weit gefehlt, denn Landwirt Volker Eicke aus Hohenaspe lässt die alte Dienstleistung in Hohenaspe seit kurzem wieder aufleben.

90 Liter Vollmilch werden von Volker Eicke an diesem Vormittag mit seinem Milchmobil ausgefahren

Landwirt Volker Eicke bewirtschaftet mit  Ehefrau Franziska, Senior Heine (Heinrich) und  Karin Eicke den Hof in Hohenaspe zu viert. Eingebunden im  Betrieb sind Kinder Ben und Noreen, sowie Uroma Marga.
Den Hof in Hohenaspes Dorfstraße hat der 36 jährige Landwirt 2013 von seinem Vater Heine übernommen und ist damit die vierte Generation, die auf dem inzwischen  ausgesiedelten Betrieb im Rolloh 3, Landwirtschaft betreibt.
 130 Milchkühe mit eigener Nachzucht stehen in modernen Stallungen und dürfen in den Sommermonaten auf dem am Stall gelegenen Koppeln grasen.
 Zum Betrieb gehören 96 Hektar Land in Hohenaspe und  24 Hektar in der Wilstermarsch.
Als die Milchpreise im letzten Jahr im Keller gingen, überlegte sich Volker Eicke eine eigene Vermarktung seiner Milch.
Cousin Olaf Maaß betreibt beim Hungrigen Wolf sehr erfolgreich eine Milchtankstelle, mit Rohmilch zum Selbstzapfen.
Da Eickes Hof nicht verkehrsgünstig liegt, stand für die Familie fest, das kann nicht unser Konzept sein.
Eine neue Vermarktungsidee musste gefunden werden und eine Alternative wurde aufgegriffen.
Das Pasteurisieren  der Milch vor Ort wurde dank der Milchtechnik von der Firma Busch Milchtechnik aus  Albersdorf und der Förster-Technik  mit dem Kleinpasteur für Rohmilch umgesetzt. 
Im aufgestellten  Container auf dem Hof Eicke steht nun eine Anlage, die die Milch in 20 Sekunden auf 72,5° erhitzt und anschließend sofort  auf 5 ° runter kühlt. Mit diesem Pasteurisierungsvorgang  wird die Milch 7 Tage haltbar gemacht. 600 Liter und mehr fasst der aufgestellte Kühltank.
Abgefüllt wird in 1 Liter Flaschen und nach Bedarf in 10 Litereimern. Die Milch kann auch als Erdbeer- und Vanillemilch bezogen werden.

 Die Anlage wurde vom Veterinäramt geprüft und abgenommen.  
Das Veterinäramt gab zahlreiche hilfreiche Tipps für Landwirt Eicke, der sich im Vorfeld Betriebe angeschaut hat, die eine solche Anlage in SH bereits zur Direktvermarktung der Milch erfolgreich einsetzen.
 In Schleswig – Holstein gibt es inzwischen sieben Betriebe, die das Pasteurisieren zum Verkauf ab Hof einsetzen.
Die kostenfreie Auslieferung der Milch findet bei Eickes immer dienstags und freitags statt.
Bestellungen werden montags und donnerstags bis 15 Uhr unter der Nr. 0172 . 925 43 67 oder 04893 . 376 88 83
 auch gern per WhatsApp angenommen.
 Ausgeliefert wird vorerst nur in Hohenaspe.
Die Milch kann auch auf dem Hof Rolloh 3 in der Zeit zwischen 16:30 – bis 18 Uhr abgeholt werden.
Der Liter Milch kostet 1,30 Euro (Erdbeer- und Vanillemilch 1,80 €) und besitzt einen Fettgehalt von zirka 4,2 % Fett.
Für die Glasflasche wird ein Pfand von 1,- € berechnet. Zurück nehmen Eickes die vorgesäuberten Flaschen ohne Deckel.
Obwohl  Familie Eicke bislang kaum Werbung für ihre Direktvermarktung der Milch gemacht hat, freuen sie sich über die zahlreichen Bestellungen.
Ab nächster Woche wird die Grundschule  und der Kindergarten in Hohenaspe mit ihrer Milch beliefert.

 In der Schulpause am kommenden Dienstag den 10.1.werden Becher mit Milch ausgegeben, die per 10 er Karte für 5 € erhalten werden können. 
Zur Webseite des Unternehmens geht es HIER

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Oldendorf/ Bekdorf/ Krumendiek und Mehlbek den 17.Dezember 2016

Zugvögel, die keine mehr sein wollen

Foto vom 27.1. 2017

Was machen eigentlich die Störche auf dem Hof Mahn bei Oldendorf?, wollte ich schon vor einiger Zeit wissen und erst heute fuhr ich spontan zum abseits gelegenen Hof  zwischen Oldendorf und Bekdorf. Dort traf ich zwar nicht die Störche, dafür aber Hofbesitzer Heino Mahn an, der mir Auskunft geben konnte.
Wie auf diesem Blog unter September berichtet, ist ein Strochenpaar im Herbst nicht abgeflogen und so interessiert, wie es den Hiergebliebenen ergeht. Ob sie ihren Entschluss bereut haben, kann ich sie leider nicht persönlich fragen oder sind sie vielleicht doch noch abgeflogen?
Eisig kalt war es in unserer Region bislang noch nicht, aber dieses trübe, nasskalte Wetter würde ich persönlich einem Winter am Mittelmmeer nicht vorziehen.
Der männliche Storch vom Horst Mahn ist, wie berichtet, nun schon den 2. Winter über im Kreis Steinburg geblieben.
Irgendwie muss er seine Lebensabschnittsgefährtin überredet haben, zu bleiben, denn auch sie landet nach wie vor Abend für Abend laut Mahn auf dem Nest.
Das Paar fliegt schon in der Früh auf die Flächen an der Bekau zur Futtersuche und am Abend zwischen 16 und 17 Uhr kommen sie heim.
Wenn es schon ganz dunkel ist, verlassen sie nie den Horst, um sich von Heino Mahn ein paar Leckerbissen abzuholen. Da Mahn meistens erst spät von der Arbeit kommt, erübrigt sich dann das Zufüttern.
Ein einziges Mal hat das Storchenpaar zur Futtersuche in diesem Winter tagsüber den Horst nicht verlassen. Es soll sehr neblig und kalt gewesen sein.
 Als Heino Mahn ihnen an diesem Tag etwas zum Fressen anbot, kam auch die Storchendame (beide im gebührenden Abstand) und holten sich die abgelegten toten Küken.
Leider konnte ich das Paar bei der Futtersuche an der Bekau nicht entdecken.
Ein Reh und ein paar Schafe waren für mich die einzigen zu beobachteten Tiere in einer trüben Landschaft.
 Auf dem Heimweg stoppe ich bei Mehlbek.
Hier warten an einem Feld mehrere Lkws darauf, beladen zu werden.
 Zirka 700 Tonnen Zuckerrüben, die auf einer 10 Hektar großen Fläche im Herbst geerntet wurden, werden nun in zirka 30 Lkw-Ladungen abtransportiert.
In einen Lkw passen ungefähr 23 Tonnen Zuckerrüben, die nach Beladung direkt nach Uelzen zur Zuckerfabrik gefahren werden. Das ist eine Strecke von 162 Kilometer.
Der Zuckergehalt einer Rübe liegt im Durchschnitt bei 18%.
Der Preis für einen Kilo Zucker liegt derzeit bei 0,65 bis 0,95 € und so frage ich mich, wie die Gewinnmarge bei diesem Lebensmittelrohstoff nach so vielen Arbeitsabläufen wohl aussieht.
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Hohenaspe den 14.11.2016

Engagierter Landwirt aus Hohenaspe

Ausgediente Silofolie wird von Hermann Eggers gesammelt und zur Wiederverwertung verkauft. Der Erlös kommt in diesem Jahr dem Kindergarten zu gute.

Der Gast wird in der Morgenrunde von den Kindergartenkindern mit einem Willkommenslied empfangen

 Vor 20 Jahren hat der Hohenasper Landwirt Hermann Eggers damit begonnen, jährlich die ausgediente Silofolie der landwirtschaftlichen Betriebe aus Hohenaspe entgegenzunehmen.
Im Mai vor dem ersten Schnitt sammeln sich an die 10 Tonnen Plane in Hohenaspe an.
Beim Start der Sammelaktion vor 20 Jahren übernahm noch die Gemeinde die Kosten für die Entsorgung.
Seit 5 Jahren erhält der Landwirt Geld für die besenreine Siloplane, denn sie wird inzwischen wiederverwertet. 

"Mit der Aufarbeitung entsteht über die Sammelaktion inzwischen eine funktionierende Kreislaufwirtschaft, die die Umwelt schützt und finanzielle Möglichkeiten für ein soziales Engagement schafft", freut sich Initiator Hermann Eggers.
Unterstützt wurden mit dem Geld aus diesem Topf in den Jahren die örtliche Feuerwehr mit der Jugendwehr, der Hegering 6 und in diesem Jahr erhält der Kindergarten in Hohenaspe 150,- €.
Kindergartenkind und die Leiterin vom Kindergarten Nathalie Hillbricht nehmen dankend die Spende von Hermann Eggers entgegen

Die Kinder vom Kindergarten dürfen sich nun überlegen, wie sie die Spende anlegen wollen. Wahrscheinlich wird die Bastelausstattung damit erweitert.
Als Dankeschön wird von den Kindern das Rollenspiel mit Lied vom St. Martin vorgetragen. Sehr eifrig sind alle Kinder dabei.
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Grevenkop den 25.9.2016

50 Jahre Grevenkoper Pute

Familienbetrieb Klüver feiert Jubiläum
Als das Familienunternehmen Klüver vor 50 Jahren mit der Putenmast begann, zeigten Hans und Christel Klüver Weitsicht und leisteten Pionierarbeit. Heute leitet den Betrieb Sohn Tim mit über 30 Angestellten. Pro Jahr werden inzwischen 80.000 Tiere geschlachtet und vermarktet. Die Schlachtung vor Ort bewahren die Tiere vor Stress und die schnelle Fleischverarbeitung garantiert eine Frische der Produkt.
Eine Halle, in der ansonsten Küken aufgezogen werden, wurde für das Fest aufwendig dekoriert und mit Tischen und Stühlen ausgestattet.
Grußworte hielten (Foto der Reihen nach): Volker Susemihl (2. stelv. Kreispräsident), Ewald Drebing Geschäftsführer des Moorguts Kartzfehn (Elterntierfarm für Puten), Präsidenten der Landwirtschaftskammer Klaus Heller sowie Tierschutzbeauftragter der Landesregierung Prof.Dr. Edgar Schallenberger.

Klaus Heller gratulierte in seiner Ansprache dem Familienunternehmen zur vor 50 Jahren getroffenen mutigen Entscheidung mit hohen Qualitätsansprüchen neben der Aufzucht und der Putenmast auch die Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung selbst in die Hand zu nehmen. 
" Als Sie damals anfingen, wurde noch kein frisches Putenfleisch verkauft, sondern nur gefrorene Unterkeulen aus den USA als saisonales Erzeugnis eingeführt. Inzwischen hat sich das magere Putenfleisch durch Zerlegung und Weiterverarbeitung zur ganzjährigen Delikatesse entwickelt", so Klaus Heller in seinem Grußwort. 
Betriebsbesichtigung mit Tim Klüver (Bildmitte) und links Prof.Dr. Edgar Schallenberger

Auf der Jubiläumsfeier mit 140 geladenen Gästen, wurde das Unternehmen auch in der Historie präsentiert. Eine Betriebsführung vorbei an den Stallungen, durch die Schlachterei bis hin zum eigenen Hofladen ließen für den Besucher einen Einblick im Ablauf des erfolgreichen Betriebes zu.

Die Küken benötigen eine Temperatur von 34°, wenn sie geliefert werden.
Schon die ersten 200 Putenküken vor 50 Jahren (1966) erhielten die Klüver vom Moorgut Kartzfehn 
Fotos aus dem Archiv. Die Aufnahmen durfte ich bei einem Besuch vor zwei Jahren, ohne vorheriger Anmeldung aufnehmen.
In der 5 wöchigen Aufzuchtphase können sich die Küken frei im ganzen Stall bewegen, dessen Boden mit  kontrollierter Späne abgestreut ist. 
In der Mast sind die Puten dann 15 bis 17 Wochen bei Stroheinstreu. Die Tiere erhalten in dieser Zeit unterschiedliche Futtersorten und werden ab der 15 Woche geschlachtet.
Vor der Schlachtung werden die Puten von einem amtlichen Tierarzt begutachtet.
Auch während der Schlachtung wird amtlich kontrolliert.
Die elektrische Betäubung vor der Schlachtung verläuft nach Tierschutzbestimmungen.


Tim Klüver informiert: " Insgesamt sind auf dem Hof in Grevenkop zwei Betriebe ansässig. Einmal der landwirtschaftliche Betrieb -Tim Klüver- mit der Putenmast und dem Ackerbau. Zur Grevenkoper Puten GmbH gehört der Schlachtereibetrieb mit der gesamten Vermarktung.

Hier geht es zur Diashow mit Eindrücken der Veranstaltung:




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Westerdeichstrich den 20.9.2016

 Kohlanschnitt  auf dem Bioland-Hof der Gebrüder Langmaack bei Büsum 

Zirka 5000 Besucher ergriffen die Gelegenheit, den feierlichen Kohlanschnitt vor den Toren Büsums live mitzuerleben und die Dithmarscher zeigten sich als gute Gastgeber.
Ein buntes Unterhaltungsprogramm wurde auf dem Hof Langmaack geboten und Kohlköstlichkeiten standen als Speisen reichlich zur Wahl.

Beim diesjährigen Kohlanschnitt im Rahmen der Dithmarscher Kohltage nahmen die aktuellen Kohlregentinnen Maren I., Silke I. und Gast Rapsblütenkönigin Jessica von Fehmarn den ersten offiziell geschnittenen Kohl vom Kreispräsident Hans Harald Böttger entgegen.
Dr. Robert Habeck Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume freut sich mit den Dithmarscher Kohlbauern darüber, dass das Wetter nach einer schlechten Anlaufzeit in den letzten Wochen hält und so noch eine qualitative gute Kohlernte eingefahren werden kann.
In der Begrüßungsansprache berichtet Karl-Albert Brandt (Gemüseanbauverband Dithmarschen), dass in diesem Jahr höchstens eine durchschnittliche Kohlernte erwartet wird. Durch die sonnigen letzten Wochen, besitzt der Kohl aus Dithmarschen aber eine gute Qualität und so sind die Gemüseanbauer vor Ort zufrieden, auch wenn es in diesem Jahr keine 80 Millionen Kohlköpfe einzufahren gibt.
Der traditionelle Kohlanschnitt feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. Einen lesenswerten Bericht gibt es im Netz HIER
Im Vordergrund des Fotos Renke Langmaack, der mit seinem Bruder Oliver auf ihrem Bioland-Hof gut 17 Hektar Kohl in 6 jähriger Fruchtfloge anbaut. Die Zwischenfrucht Kleegras in unterschiedlichen Sorten wird von nicht eigenen Schafen abgeweidet. Tierbestand bei den Langmaacks: Drei Hunde.
Große Hallen auf dem Hof sorgen für die Kühlung des Gemüses (Möhren und Kohl) bei fast 0 Grad.
Seit 15 Jahren bewirtschaften die Brüder den Hof gemeinschaftlich nach Bioland- Richtlinien.

Hier geht es zur Diashow mit Eindrücken der Veranstaltung


Gleich in der Nachbarschaft vom Hof Langmaack wird bei schönstem Wetter kein Kohl, sondern es werden Möhren eingefahren. Da ich selbst keine Vorstellung von dieser Ernte im "großen Stil" habe, stoppe ich den Pkw und schaue mir die Ernte an.
Wie bei den Langmaacks werden hier Biomöhren angebaut und nun geerntet.
Die Möhren wurden für Firma Hipp Holding, die Babynahrung herstellt, größtenteils angebaut.

Eine 8 Hektar große Fläche mit dem Biogemüse wird an diesem Tag vom Feld geerntet und auf dem Hof Carstens (Westhof) gelagert.
Die Möhren werden nicht wie der Kohl per Hand geschnitten, sondern maschinell geerntet.

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Rendsburg den 2. Sept.2016
In diesem Jahr konnte ich wegen eines Fotoauftrags den Bauerntag in Rendsburg nicht besuchen, was ich selbst sehr bedauerlich fand.
In der SHZ geht es zum Bericht vom Landesbauerntag 2016 HIER
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Rendsburg den 1. Sept.

 Norla 2016

Einen ausführlicher Bericht mit Fotos ist HIER  auf diesem Blog einzusehen.
Der Minister kostet die Milch, die ihm Hans Möller vom Vorstand der Horst eG reicht

Der Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Robert Habeck kostet Milch aus dem Kreis Steinburg. Auf der Norla ist die Meierei Horst aus Horst  mit einem Stand präsent. Ein Video vom Unternehmen gibt es HIER
Die Meierei Horst eG ist eine Genossenschaftsmeierei.
Familienbauernhöfe aus dem Kreis Steinburg liefern täglich ihre Milch an die Genossenschaft, wo diese am selben Tag noch frisch und schonend verarbeitet wird.
Konsumenten und Milchbauern können sich direkt beteiligen.

Landwirtschaft im Wandel - War früher alles besser?

Die Landwirtschaftskammer auf der Norla ist mit dem Thema „Vorurteil Landwirtschaft: Früher war alles besser!?“ in der Kammerhalle und auf dem Außengelände mit Fachwissen entgegentreten. 
Agrarwirtschaft früher und heute. Mit Fotos erinnert eine Ausstellung an das Arbeiten in der Landwirtschaft an eine Zeit, in der Arbeitsschutz und Tierschutz noch nicht das Thema waren. 



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Hohenaspe den 16.8.2016

Getreideernte

Die Gerste eines Feldes von Hauschildts in Hohenaspe kann endlich eingefahren werden.

In diesem Sommer müssen Landwirte mit Getreideanbau Nerven behalten.
Seit Anfang August steht das Getreide wie Gerste, Roggen und Weizen zur Ernte in unserer Region bereit, konnte aber wegen der anhaltenden  Niederschläge der letzten Wochen nicht eingebracht werden.

Am Dienstag den 16.8. nun der erste Tag, der mit den Wetterbedingungen wieder Hoffnung aufkommen lässt. Viele Getreidebauern hatten vor Ort bereits mit Totalverlusten gerechnet.
 Die Gerste ist längst erntereif, aber nicht optimal trocken. Neu angekündigte Regenschauer lassen den Landwirten keine Wahl.
Auch der Roggen wird heute gemäht.
Ernteaufnahmen vom Roggenfeld in Richtung Kaaks vom Betrieb Engel aus Drage



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16.8.

250 Milchviehbetriebe im Norden geben auf SHZ HIER

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Zu Besuch in Niedersachsen am 15.7.2016

Eine Familienfeier führte uns einmal wieder in die Alte Heimat - In den Landkreis Helmstedt

Auf dem Hof meines Bruders finde ich diese beiden Schilder vor:
Meinen Bruder fragte ich, warum er nicht auf der Abschlusskundgebung vom Bauerntag in Hannover war (ein Bericht davon nach unten scrollen.).
Er antwortete: " Wieso war ich doch". Nun habe ich mir meine Aufnahmen noch einmal genauer angeschaut und tatsächlich gibt es Fotos mit ihm. Ich hatte meinen Bruder,ohne es zu wissen, abgelichtet. 
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Hannover den 30.6.2016

Bauerntag mit Abschlusskundgebung

 Kreisbauernverband Steinburg beteiligt sich am Protestzug durch Hannover

An der Abschlusskundgebung vom Deutschen Bauerntag in Hannover nahmen Kreisbauernverbände aus Dithmarschen, Pinneberg und Steinburg teil. Der Reisebus startete in Richtung Hannover schon ab 5:30 Uhr mit 28 Teilnehmern, die sich um die Zukunft ihrer Betriebe sorgen.
Die Demonstration wurde mit Trillerpfeifen und Transparenten tatkräftig unterstützt. Mehrere Tausend Teilnehmer forderten in der Landeshauptstadt von Niedersachsen von der Politik unter anderem Unterstützung in der Agrar- und Milchpreiskrise.

  Die Bauern aus dem gesamten Bundesgebiet setzten mit der Kundgebung  einen Schlussakkord unter den Bauerntag in Hannover. 
... sorgen sich um die Landwirtschaft der Zukunft

Auf Transparenten wehrten sich auch die Landwirte aus den drei Landkreisen aus Schleswig-Holstein gegen immer weitere Anfeindungen, Bürokratie, Auflagen und gegen die Kritik an ihrer Arbeit.

Der Protestzug startete morgens am Hauptbahnhof in Hannover.
 Ein Zwischenstopp an der Oper war der Tragödie „Der zerbrochene Milchkrug“ gewidmet, vor dem Zoo wurde die schwarzbunte Arabella aus Otternhagen (Nähe Hannover) als letzte Kuh an den Zoo übergeben, die miserablen Preise zwangen ihren Besitzer zu dem Schritt.
Auf der Abschlusskundgebung vor dem Hannover Congress Centrum schilderten junge Landwirte  aus den unterschiedlichen Bundesländern ihre Sorgen.
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) stellte den Landwirten höhere Nothilfen wegen der Milchkrise in Aussicht.

Der Geschäftsführer vom Kreisbauernverband  Steinburg Peter Mau-Hansen und der Geschäftsführer aus dem Kreis Pinneberg Peer Jensen-Nissen boten den Teilnehmern nach einer perfekt organisierten Kundgebung  auf der Rückfahrt ein Ausflugsziel.

Der Reisebus steuerte den Hof Oelkers in Wenzendorf  Samtgemeinde Hollenstedt  an der A1 an.

Im Hofcafé informierte Werner Maß - Geschäftsführer vom Kreisverband Lüneburger Heide - über die Landwirtschaft mit  ihren Problemen vor Ort.
Auch Maß hatte festgestellt, dass auf dem Bauerntag mit der Kundgebung recht wenige Politiker anwesend waren. "Im letzen Jahr war sogar noch Gregor Gysi dabei, der damals stolz berichtete, dass er eine Kuh besamen könnte", erinnert sich der Geschäftsführer.

Der niedersächsische Unternehmer Bernd Oelkers stellte anschließend seinen Betrieb vor.

Auf seinem Hof werden im November / Dezember in der Hochsaison Tannenbäume  verkauft.
  Bernd Oelkers bringt dann seine gesamte Jahresproduktion: 180.000 Bäume, im Schnitt über 4.000 pro Tag an den Mann.
Der Unternehmer Oelker: „Ich setzte mich dafür ein, dass zwei Mal im Jahr Weihnachten gefeiert wird“
 Spargel und Blaubeeren erntete er mit einem riesigen Team nicht ganz in diesen Dimensionen, aber sein Unternehmen gehört auch hier mit den Produkten zu den Größten der Region.

 Der Hofladen und das Restaurant sorgen weiter für Umsatz.
Dank Ausbau des Betriebes bietet er inzwischen Platz für Großveranstaltungen.

  Es wurde Zeit wieder die Heimat anzusteuern. Mit der Gewissheit für alle, dass gewaltige Herausforderungen für die Landwirtschaft anstehen, verabschiedeten sich die Teilnehmer von einander.


Video mit Eindrücken der Kundgebung

 Hier geht es zur Diashow
 
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Hohenaspe den 22. Mai 2016
Der erste Grasschnitt wird eingefahren
Schade eigentlich, dass nur wenige landwirtschaftliche Betriebe im Kreis Steinburg  an der Aktion teilnahmen und so war von "Offen.Ehrlich.Echt." nicht allzuviel zu sehen. 

Aber die Betriebe, die ich kenne, würden mit großer Wahrscheinlichkeit ihre Höfe mit Ställen den interessierten Bürgern auch außerhalb dieses Tages ihren Wirkungskreis mit den Tieren vorstellen.
Einfach mal nett fragen und wenn Zeit ist, können sie sicher einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Zum Beispiel der Milchviehbetrieb Maaß am Gelände Hungriger Wolf bietet den Milchzapfern an ihrer "Tankstelle" eine Besichtigung an. 
Die Besitzer der  Putenfarm in Grevenkop hatten mir mit meiner Kamera ohne Anmeldung einmal ihren Betrieb gezeigt.
Persönlich würden mich die Schweinemastbetriebe in der Region nun interessieren.
 Ich habe es schon einmal geschrieben: Die Schilder " Betreten Verboten -Wertvoller Tierbestand" wirken nicht gerade einladend und machen misstrauisch. 
 Natürlich weiß ich, dass es die Schilder zum QM -Standards gehören und wegen der Sorge um  Krankheitserreger angebracht werden müssen.

Beteiligt am Tag des offenen Hofes hatte sich der Schnuckenhof in Kaisbrostel und der Hof Krey bei Wewelsfleth in unserer Region.
Auf dem Schnuckenhof werden Rinder, Schafe, alte Nutztierrassen wie Heidschnucken, Wollschweine und Steppenrinder gehalten.
Ein  Hofladen bietet Fleischprodukte, Eier, Gemüse und Felle.

Geboten wurde an diesem Tag eine Hofbesichtigung, Speisen und Getränke, Informationen zu alten Nutztierrassen, Infostand der Jäger, Schafschurvorführungen, Filzen, Spinnen und Färben von Schafwolle.

Zahlreiche Ausflügler hatten den recht abgelegenen Hof gefunden und genossen auf dem Schnuckenhof bei Kaffee und Kuchen das tolle Sommerwetter.
Auch die Bundestagsabgeordnete der SPD Dr. Karin Thissen besuchte am Tag des offenen Hofes die beteiligten Betriebe.
Als Tierärztin und als Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft ist sie zum Thema Agrarpolitik durchaus kompetent und unterstützt die Aktion vor Ort.
Vier Betriebe mit dem Ferienhof Mißfeld in Tensbüttel-Röst, die Baumschule Rohwedder in Schafstedt, den Hof Krey bei Wewelsfleth und den Schnuckenhof besuchte sie an diesem Tag.


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LandFrauenTag in Neumünster den 11.5. 2016

Begrüßt wurde an die 2000 Gäste von der Präsidentin Marga Trede und vom Präsidenten des Bauernverbandes Werner Schwarz.

Bis auf den letzen Platz besetzt. Ein Bericht zur Veranstaltung HIER auf diesem Blog
Bauernpräsident Werner Schwarz mit Gattin

Ich habe kurz Gelegenheit Werner Schwarz zu fragen, was er von der aktuellen Meldung hält: "Kanzlerin Angela Merkel erklärt die Milchkrise jetzt zur Chefsache und kündigt eine Finanzspritze von 100 Millionen Euro an"?
 Der Bauernpräsident gibt sich erfreut über die Nachricht: 
"Inwieweit den Milchviehhaltern mit der Unterstützung geholfen werden kann, ist noch nicht klar, aber wichtig ist erst einmal, dass bei der Bundesregierung nun endlich angekommen ist, dass immer mehr Landwirte ihre Betriebe aufgeben müssen und so dringen Handlungsbedarf besteht."
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Im April 2016

Alles in Butter?

Umgangssprachlich soll  der Ausdruck " Alles in Butter " aus dieser Deutung stammen:
Wenn der Adel im Mittelalter von Hofsitz zu Hofsitz zog, musste der ganze Hausrat mit. Dazu wurden die wertvollen Porzellane und Gläser in flüssige Butter eingelassen.
Kamen die Pferdekarren über die holprigen Wege am Zielort an, war die erste Frage: "Ist noch alles Butter?

„Alles in Butter“ als Synonym für „Alles in Ordnung, alles in Sicherheit“, davon kann heute der Milchbauer kaum sprechen.
Der Preis, den Landwirte derzeit für einen Liter Milch bekommen, spitzt sich von 40 Cent im Januar 2014 nun (April 2016) steil auf 20 Cent zu.
Dieser dramatische Preisverfall macht sich auch bei den Milchprodukten bemerkbar:
Für ein Kilogramm Butter werden zirka 22 Kilogramm Milch benötigt.
Das 250 g Butterstück (Sauerrahm oder Mildgesäuerte Butter) kostet derzeit im Discounter 74 Cent.
  
Auch die Süßrahmbutter sinkt im Preis.
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Hohenaspe den 5.3. 2016

Stammzellenspender Volker Eicke aus Hohenaspe muss erneut nach Köln reisen

Vor gut einem Jahr spendete Landwirt Volker Eicke aus Hohenaspe Stammzellen für einen Leukämie erkrankten unbekannten Mann.
Ein Bericht von der Stammzellenspende in Köln ist auf diesem Blog unter Februar 2015 einsehbar.

Volker wurde vor wenigen Tagen vom DKMS mitgeteilt, dass es dem Spendenempfänger nicht gut geht - es gab Komplikationen und so wurde der Hohenasper gebeten, erneut Stammzellen zu spenden. 
Am kommenden Montag reist Volker Eicke noch einmal nach Köln.
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Hohenlockstedt den 26.2. 2016

Unfassbar: Hoflader erneut gestohlen 

"Unbefugten ist der Zutritt verboten " Dieses Schild wurde an der Maschinenhalle nun schon das zweite Mal ignoriert.

Wie glücklich war Milchbauer Holger Itzenga, als er vor gut 3 Wochen seinen entwendeten Hoflader  unversehrt zurückerhielt.

 Im Rahmen einer Kontrolle am Grenzübergang Pomellen zu Polen  entdeckten Beamte der Bundespolizei  Anfang Februar den  gestohlen gemeldeten Lader aus dem Ortsteil von Hohenlockstedt  in einem Kleintransporter.
Der 29-jährige Fahrer des Lasters, ein Litauer, gab damals an, das Frachtgut nur übernommen und mit dem Diebstahl an sich nichts zu tun zu haben.

  Als Landwirt Holger Itzenga am Freitagmorgen den 26. Februar seine Maschinenhalle betrat, dachte er vorerst an einen schlechten Scherz.

In der Nacht vom 25. auf den 26. Februar wurde erneut von Unbekannten gewaltsam in die Halle des abseits gelegenen landwirtschaftlichen Betriebes eingedrungen und der sieben Jahre alte Lader vom Hersteller Schäffer mitsamt einer Futterschnecke im Wert von 20.000 Euro entwendet.

 Erst als die eingeschaltete Polizei den Hof verließ, stellte der Landwirt fest, dass 400 – 500 Liter Diesel aus seinen drei Traktoren abgezweigt wurde.
 Itzenga zieht eine Videoüberwachung seines Hofes in Betracht.
 Ob die Versicherung den Schaden  übernimmt, ist noch nicht geklärt.
 Der Landwirt aus Ridders hat sich bereits innerlich von seiner Maschine verabschiedet.
Er glaubt nicht mehr daran, dass sie wie beim ersten Mal, wieder entdeckt und zurückgeführt  wird.

 Hinweise zu diesem Fall nimmt die Itzehoer Kripo unter der Telefonnummer 04821-6020 entgegen.

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Hohenlockstedt den 19.2. 2016

Frische Landmilch zum Selberzapfen

Es ist bereits die 3. Milchtankstelle, die auf diesem Blog vorgestellt wird. 
Über die 1. Zapfanlage wurde aus Rehden (Kreis Diepholz in Niedersachsen) im Okt. 2015 informiert, die 2. Milchtankstelle wurde in Hollerwettern an der Elbe angezapft und heute kann ich die Milchzapfanlage am Hungrigen Wolf vorstellen.
Das Gute daran:  Sie steht in direkter Nachbarschaft von Hohenaspe.
Die Anschrift von Maike und Olaf Maaß lautet: Hungriger Wolf 20 - Hohenlockstedt

Zufällig, bei einer meiner Radtouren traf ich auf das vorerst provisorische Schild am Radweg in Richtung Hohenlockstedt und durfte auch gleich eine Aufnahme von Mutter und Tochter - also Maike und Tomke Maaß aufnehmen. 
Das Blockhaus am Milchviehbetrieb Maaß wurde selten genutzt und hat nun eine neue Aufgabe erhalten, denn vor gut einer Woche wurde hier eine Milchzapfanlage in Betrieb genommen. 
Der Milchviehbetrieb von  Olaf und Maike Maaß beherbergt 180 Milchkühe und liefert am Tag  zirka 5000 Liter Milch.
Selbst wenn ihre 24 Stunden-Zapfanlage jede Menge Kunden findet (60 bis 100 Liter verkaufte Milch am Tag wären erstrebenswert), würde das bei der Milchleistung des Betriebes kaum ins Gewicht fallen.
Jeden Morgen wird die bekömmliche unpasteurisierte und unhomogenisierte Rohmilch in die Zapfanlage gefüllt und auf 4° heruntergekühlt.

Es gehört Lust und Freude dazu, eine Geschäftsidee "Direkt von der Kuh" umzusetzen.
Treibend ist hier Maike Maaß, die zur ländlichen Hauswirtschaft ausbildet und Unterstützung für ihr Projekt von Ehemann Olaf und den drei Kindern erhält.
Alle Kinder ( im Alter von 7-16 Jahren) versorgen die 50 freilaufenden Hühner auf dem Hof mit. Selbstverständlich werden die Eier ebenfalls mit im Blockhaus zum Verkauf angeboten.
Auch regionale Produkte wie Kartoffeln aus Hohenlockstedt stehen zum Verkauf bereit und die Palette wie Marmelade, Kräutersalz, Gemüsebrühe-Extrakt, Vanillezucker und und und wird täglich erweitert.
Maike Maaß zeigt gern interessierten Milchkunden die Hofanlage mit den Kühen und so gewährt der Hof Maaß am Hungrigen Wolf Einblicke in " Wo die Milch herkommt".

"Wenn wir jeden Tag 30 Liter aus der Milchtankstelle verkaufen, hätte sich die Investition in drei Jahren amortisiert", sagt Maike Maaß.
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Ottenbüttel den 10.2.2016

Bauernverband-Bezirksversammlung Hohenaspe und Itzehoe 

Ab dem 1. Januar 2016 ist eine neue aktualisierte Fassung des QM – Milch- Standards  (Qualitätsmanagement) in Kraft getreten.
In einer Bezirksversammlung des Bauernverbandes berichtete Nicolai Wree, Referent für Milch, Vieh und Fleisch beim Bauernverband über die neuen Kriterien in der Gaststätte Stahfast in Ottenbüttel.
Gut 40 Milchbauern informierten sich über die neuen Qualitätsanforderungen im Milchproduktionsprozess und diskutierten anschließend in fachlicher Runde über Sinn und Zweck der  auferlegten Maßnahmen.

Der QM-Milchstandart ist eine Initiative des Deutschen Bauernverbandes, des deutschen Milchindustrieverbandes und des Deutschen Raiffeisenverbandes.
Mit dem Audit wurden  gesellschaftliche Ansprüche und gesetzliche Vorgaben in der Milcherzeugung  im Rahmen von Qualitätsmanagement untersucht.
Zu den bislang 55 Erfüllungskriterien kommen nun neun dazu und so müssen die Milchbauern weitere „ Kröten schlucken“ und eine Änderung auf dem Milchmarkt ist noch nicht in Aussicht.
Meiereien, an denen die Milchbauern ihre Milch liefern, schreiben die QM- Milchstandards vor und so müssen auch die neuen Richtlinien aufgenommen werden.

Da Milchbauern die Kriterien zum Wohl ihrer Tiere in der Regel eh durchführen, bleibt ein Mehraufwand an Schreibtischarbeit an ihnen hängen.
Neue Kriterien wie zum Beispiel jährliche Klauenpflege der Tiere, das Vorgehen bei Enthornung, der Nachweis eines Notstromaggregats und erforderliche Vorkehrungen bei einem Brandfall sind als Standards dazugekommen und werden mit Punkten bewertet.
Maximal kann ein Milchviehbetrieb 75 Punkte in dieser Wertung erhalten und eine Mindestpunktzahl von 54 muss erreicht werden. Allerdings müssen 17 Kriterien aus dem Katalog zwingend erfüllt werden.
Die Standards in der deutschen Milcherzeugung gehören zu den weltweit strengsten.
Sie sind entscheidend, um mit Milchprodukten aus Deutschland regional und weltweit zu glänzen.
Außerdem sind die QM-Milchstandards für eine kritische Öffentlichkeit als Argument nicht zu unterschätzen.

Der Bezirksvorsitzende Gerd Vock aus Itzehoe informierte die Landwirte darüber, dass es in Zukunft für Grundschüler Pflicht werden soll, mit der Schule einen landwirtschaftlichen Betrieb zu besuchen.
Da es an die 1600 Grundschulklassen in SH gibt, besteht Bedarf an Betrieben, die Klassen einladen würden.

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Berlin den 16.1.2016

"Wir machen Euch satt" - Demonstration in Berlin mit Landwirten aus dem Kreis Steinburg

Abfahrt um 3 Uhr in der Früh vom Parkplatz des Bauernverbandes in Breitenburg-Nordoe 

Ankunft in Berlin gegen 11 Uhr

Ein Bus mit 40 Landwirten / Landwirtinnen aus Dithmarschen, Pinneberg und Steinburg steuerte Berlin an.
Mit einer Petition an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft machten Landwirte auf ihre leidvolle Situation aufmerksam.
Zur Demonstration "Wir machen Euch satt" waren an die 1500 Bauern aus dem Bundesgebiet angereist, um zum Beispiel für einen Dialog mit dem Verbraucher zu werben.

"Redet mit uns, statt über uns!",  hieß es auch auf einem Transparent von Landwirten aus Diepholz.
Zunehmend werden Landwirte von Parteien, Medien und Lobbyorganisationen angegriffen. Mit teils unseriösen und fachlich falschen Argumenten wird vielfach die moderne Landwirtschaft kritisiert. 
Landwirte wehren sich:

„Wir machen Euch satt” gegen „Wir haben es satt” 

 Am Rande der Grünen Woche demonstrieren sowohl Bauern als auch Kritiker der Landwirtschaft.
„Wir können nicht mit radikalen Tierrechtlern gemeinsam auf eine  Demo gehen“ und so fand am 16. Januar 2016 die zweite Auflage der „Wir machen Euch satt“-Demo in Berlin statt.

Dazu wurde ein Bus aus Dithmarschen eingesetzt, der auch Demonstranten aus dem Kreis Steinburg und Pinneberg einsammelte.

Zu früher Stunde pünktlich um 3 Uhr traf der Bus aus Dithmarschen auf dem Parkplatz vor dem Gebäude des Bauernverbandes in Breitenburg-Nordoe ein, um 18 der Landwirtschaft verbundene Teilnehmer einzusammeln.
Landwirt Joachim Becker aus Westermühlen bat den Bauernverband Steinburg, die Teilnahme an  der Demonstration zu organisieren und der Geschäftsführer Peter Mau-Hansen stellte sich der Aufgabe und koordinierte die Fahrt nach Berlin mit dem Bauernverband Dithmarschen und Pinneberg.

Trotz eingelegter Pausen, in denen die Teilnehmer bestens versorgt wurden, kam der Reisebus pünktlich vor Start der Demonstration am Hauptbahnhof an. Es wurden Warnwesten verteilt und auf dem Washington Platz vor dem Hauptbahnhof trafen auch bald Kollegen und Kolleginnen aus dem gesamten Bundesgebiet ein.
Als freie Bloggerin habe ich eine Meinung zur Demonstration, die ich hier posten darf:

Es waren weniger Teilnehmer als gedacht und das war ziemlich enttäuschend. Haben viele Landwirte ihre Rechte einzufordern, bereits aufgegeben?
Vermisst habe ich Redner auf der Demo wie Bauernpräsident Werner Schwarz. Er hätte mit seinen Worten die Stimmung anheizen können und Proteste der Landwirte gut vertreten.
Eine Rednerin mit einer Handpuppe (einem Schwein) fand ich persönlich grenzwertig.

Erinnerte es doch an die Bespaßung von Kindergartenkinder unserer Pastorin in der Kirchengemeinde (sie nutzt dafür eine Fledermaus-Handpuppe).
Na gut, ich war nicht bei allen Reden auf dem Platz, denn um ein Foto in der Übersicht machen zu können, ging ich in den Bahnhof in das oberste Geschoss und suchte ein Restaurant auf, von dem aus ich einen Überblick hatte und fotografieren durfte. (Es wird nicht viele dieser Fotos geben)

Es war ein vornehmes Restaurant und vor dem Panoramafenster saß eine Gruppe von (ich nehme an Biobauern) die dort einen Tisch reserviert hatten.
Es war eine elitäre Gruppe, soviel war ziemlich schnell festzustellen, die nicht die freundlichsten Worte für die Demonstration auf dem Platz hatten.
Erst als sie an meiner Weste erkannten, dass ich nicht eine von ihnen war, hielten sie sich mit ihrer Kritik zurück.
Es macht mich persönlich fassungslos, wie eine Berufsgruppe sich untereinander so derartig bekriegen kann, statt einen Konsens zu suchen und zu finden!

Es sollten sich alle zusammentun, denn immerhin sitzen alle in einem Boot.
Die Partei Die Grünen verurteile ich für ihre Politik diese Berufsgruppe immer weiter zu spalten, um Wählerstimmen zu erzielen, aufs Schärfste!
Wenn sie ihrer Verantwortung in der Bundesregierung bewusst wären, müssten sie mit aller Stärke versuchen, die Landwirtschaft zu einigen.
Ein Zeichen wäre es, eine gemeinsame Demonstration zu organisieren.


 Diashow mit Fotos der Demonstration auf dem Washington Platz vor dem Berliner Hauptbahnhof:


Landwirte aus dem Kreis Steinburg, Dithmarschen und Pinneberg sind dabei 




Ein Bericht von der anschließend besuchten  Internationalen Grünen Woche HIER auf diesem Blog.

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Hollerwettern den 10.1.2016

Frischmilch gezapft

In Hollerwettern (Kreis Steinburg) an der Elbe gibt es seit wenigen Wochen eine Milchtankstelle. 
Wie bereits die auf diesem Blog vorgestellte Milchzapfanlage in Niedersachsen, wurde nun auch im Kreis Steinburg ein Automat zur Selbstbedienung in Betrieb genommen.

Aber nicht nur Milch kann an der "Tankstelle" erworben werden: Regionale Produkte von Kartoffel, eingelegte Gurken bis hin zum Ei sind zu erwerben und so wirkt die Bloghütte wie ein Tante-Emma-laden nur frei von einer Kassiererin, denn bezahlt wird am Automat oder ganz ehrlich in eine Kasse. Ans Mogeln denkt hier niemand und außerdem wird die kleine Geschäftsstelle mit einer Videokamera überwacht.
Das Ehepaar Stefanie und Sven Krey vermarkten nun im eigenen Deichladen die Milch ihrer Kühe für einen Euro á Liter und so wie es scheint, läuft der Absatz trotz des recht einsam gelegenen Hofes.
An diesem grauen nassen Sonntag waren wir nach einem Spaziergang an der Elbe nicht die einzigen Milchzapfkunden.


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Hohenaspe / Luhnstedt den 27.12.

Traktor angezündet

Der in Hohenaspe gestohlene Fendt 714 Vario  wurde ausgebrannt in Luhnstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) entdeckt

Wie auf diesem Blog berichtet, wurde der Traktor im Wert von 150.000,- € an der L127 bei Hohenaspe aus einer Halle entwendet.
 In der Nacht zum Dienstag vom 21. - 22. 12. verließen unbekannte Täter mit dem Schlepper unbemerkt einen landwirtschaftlichen Betrieb.
In der darauffolgenden Nacht am 22.12. wurden Bewohner eines Bauernhofes in der Nähe vom Waldfestplatz in Luhnstedt ( ca 30 Kilometer von Hohenaspe entfernt) von einer Explosion am Abend kurz nach 22 Uhr aufgeschreckt.

Die alarmierte Feuerwehr aus Luhnstedt und Stafstedt rückten mit 35 Einsatzkräften an und löschten einen in hohen Flammen stehenden Traktor.
Die Polizei identifizierte den brennenden Traktor, als den in Hohenaspe gestohlen gemeldeten Schlepper.
Die Kriminalpolizei nimmt jetzt Hinweise aus der Bevölkerung entgegen 04821 / 6020
Wehrführer Finn Wittmaack aus Luhstedt berichtet, dass die Löscharbeiten und die Nachsuche im Gelände bis in die späte Nacht andauerten.
Wehrführer Finn Wittmaack ist immer noch fassungslos darüber, wieso ein so wertvoller Schlepper angezündet werden konnte.

Nach Aussagen der Polizei, soll der Frontlader am Schlepper fehlen.
Vom Besitzer wurde die Aussage bislang noch nicht bestätigt.

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Mehlbek den 3. November 2015

Sonnenblumen Anfang November

Das Licht am heutigen Tag lockt ins Freie und so hole ich schnell noch einmal mein Rad aus der Garage, um zu einer kleinen Tour aufzubrechen. 
Bei Mehlbek muss ich mir die Augen reiben: Blühende Sonnenblumen bei einer Herbstkulisse ist ein ungewöhnlicher, aber reizvoller Anblick.
 Wieso wurden hier so spät Sonnenblumen auf etlichen Hektar Land angebaut?
 Dem will ich nachgehen und treffe auf dem Gutshof in Mehlbek einen sympathischen Verwalter, der mir gern Auskunft gibt.
Helge Treuherz erklärt, dass die Sonnenblumen zur Gründüngung als Zwischenfrucht angebaut wurden.
 Sie bewirken nach der Getreideernte, dass der Boden beschattet wird und nicht unter Verkrustung leiden muss. Sonnenblumen können u.a. mit einer Durchwurzelung gegen Verdichtung im Boden wirksam sein.
 Bevor auf diesem Acker im Frühjahr 2016 Zuckerrüben ausgelegt werden, werden die dann längst abgestorbenen Sonnenblumen, als Humus untergepflügt.
Den Tipp mit den Sonnenblumen hatte Treuherz von einem Kollegen und die Saat günstig erworben.
Der Verwalter ist selbst überrascht darüber, dass die Sonnenblumen noch mit blühen angefangen haben.
Wo ich doch schon mal auf dem Gut bin, frage ich, ob ich die historische Scheune nicht mal ablichten dürfte.
 Ich hatte sie schon oft von der Straße aus gesehen und sie von dort aus auch schon mal fotografiert, aber nun stehe ich direkt vor ihr und bin vom Bau fasziniert.
  Die Scheune ist von 1710! 
Mehr zur alten Scheune in Kürze unter "Historische Gebäude vorgestellt" auf diesem Blog

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Rehden den 19.10. 2015

Eine Milchtankstelle in Niedersachsen vorgestellt

Im Landkreis Diepholz lernte ich eine Milchtankstelle kennen.

Die Idee mit dem Verkauf finde ich sehr interessant und so bitte ich meine Begleitung, einmal Milch für die Kamera zu zapfen.
Da wir keinen Behälter dabei haben und in der "Tankstelle" angeschlagen steht, dass man Flaschen bei den Milchbauern im Haus beziehen kann, klingele ich kurzentschlossen bei Fam. Johanning an der Tür.
Ein zirka 14-16 jähriges Mädchen - ganz offensichtlich die Tochter des Hauses - öffnet mir die Tür und hat auch gleich eine Flasche zur Hand, für die ich allerdings 2,50€ zahlen musste.
Ich frage das Mädchen, ob die Eltern gerade beim Melken sind.
Die Schülerin schaut mich entgeistert an, als ob ich von einem anderen Stern komme: "Wir haben Melkroboter, die diese Arbeit bei 120 Kühen erledigen."
 Weiter erfahre ich, dass jeden Morgen 100 Liter Milch frisch in die Zapfsäule gefüllt werden.
Die Kühltemperatur liegt um die 3-4 Grad. Ein Liter Frischmilch kostet einen Euro.
Im Hintergrund der Zapfsäule können die Milchproduzenten entdeckt werden.
Die ortskundige Heike Koldewey erzählt uns, dass es bei den jungen Leuten  Kult geworden sei, nach einer langen Partynacht hier spät vorbeizuschauen, um sich die Milch ganz frisch zu genehmigen. Selbst junge Landwirte mit eigenen Milchkühen auf dem Hof, nehmen an der Aktion teil.

 Die Milch schmeckt sehr gut und es ist schön einmal wieder eine unpasteurisierte und nicht homogenisierte Milch trinken zu können.
Einen Bericht über die "Milch rund um die Uhr" vom Hof Johanning (ein Name, der in dieser Region häufig vorkommt) gibt es HIER in der Diepholzer Kreiszeitung zu lesen.
Einen ausführlichen Bericht über den Ausflug nach Rehden gibt es HIER auf diesem Blog zu lesen.
 Gleich geht es weiter, denn es gab noch mehr zu entdecken, denn Rehden ist eine reiche Gemeinde.
Warum das so ist? Lassen sie sich überraschen.

Die Gemeinde Rehden mit ihren knapp 2000 Einwohnern ist im ersten Blick landwirtschaftlich geprägt. 
Zahlreiche Betriebe, die immer weit über 100 Tiere beherbergen, sind an den großen Stallungen zu erkennen.
Heike Koldewey stellt den elterlichen Betrieb vor, der inzwischen von ihrer Schwester mit Ehemann und Kindern geführt wird. 130 Milchkühe melkt die Familie Mackenstedt mit Hilfe von zwei Robotern.
Landwirtin Diane Mackenstedt ist gerade beim Melken nach heutiger Zeit. Im Büro am Stall werden die Melkdaten überprüft. 
 Ihr Mann Hartmut ist beim Füttern der 130 Milchkühe
 Auch Dianes Garten ist ein Augenschmaus. Die selbst gezogene Buchsbaumabgrenzung der Beete, haben die Schwestern allesamt wunderschön angepflanzt.
Heike Koldeweys riesiger Bauerngarten wird später noch gesondert vorgestellt.

Es gibt eine weitere Gemeinsamkeit: Jeder Betrieb, den ich in Rehden kennenlernen durfte, besaß ein außergewöhnlich tolles und modernes Partyhaus.
Feierfreudig scheinen die Rehdner zu sein und eine Flasche Bullenschluck - ein Kräuterlikör, der nach Klosterfrau-Melissengeist riecht, ist schnell zur Hand.

Überhaupt können in Rehden jede Menge  kreative Unternehmen vorgestellt werden.
Zum Beispiel gibt es die Firma Land-Kartoffel-Chips:
Die Cousins Heiner und Marin Johanning  setzten ihre Idee, mit den eigenen angebauten Kartoffeln Chips herzustellen, erfolgreich um.
Mit inzwischen 9 Angestellten werden hier Chips gebacken.

Für die überregionale Bedeutung gilt Rehden durch den unterirdischen Erdgasspeicher, der mit 4 Mrd. m³ der größte Westeuropas ist.

Was hat Putin mit Rehden zu tun?

Der ehemalige Besitzer der BASF mit der Tochterfirma Wintershall verkaufte vor kurzem den größten Erdgasspeicher Westeuropas im niedersächsischen Rehden an den russischen Energiekonzerns Gazprom.
Mit dem BASF-Deal bekam Gazprom Zugriff auf rund ein Viertel der deutschen Gasspeicher.
Dazu zählt auch der größte natürliche Erdgasspeicher Europas im niedersächsischen Rehden.

Auf einer Fläche von acht Quadratkilometern in 2000 Metern Tiefe kann genug Erdgas eingelagert werden, um damit zwei Millionen Einfamilien-Häuser ein Jahr lang zu versorgen.

Im Gegenzug hat Wingas (Tochterfirma von Wintershall) nun Zugang zu großen Erdgasvorkommen in Westsibirien.

Rehden ist eine aufstrebende Gemeinde. Überall wird gebaut und es boomt in fast allen Branchen.
Wie auch bei uns, haben die  Milchviehhalter und Schweinemäster jede Menge Grund zu klagen.
Die Besitzer der großen Betriebe mit zum Teil riesigen Biogasanlagen sind unzufrieden:
 Biogas ist plötzlich nicht mehr politisch angesagt und die Milchpreise sind zum Verzweifeln.

Interessant für mich war, dass inzwischen Zuckerrüben für die Biogasanlagen genutzt werden.
Ich weiß, dass die Rüben mehr Energie liefern als Mais, aber dadurch, dass sie vor der Verwertung aufwendig gewaschen werden müssen, damit der Sand die Anlagen nicht schrottet, sind Rüben dann doch keine ernste Alternative zu dem Energielieferanten  Mais.

Eine Landwirtin klärt mich auf: "Nein, inzwischen gibt es Zuckerrübensorten, die wenige kleine Haarwurzeln besitzen, an denen sich der Sand hält und so werden sie nun für die Biogasanlage angebaut"

Die großen Massen an Gänse und Kraniche auf den Weiden sind in dieser Stimmung das I-Tüpfelchen des Missmutes. 
"Der Kot der Tiere verschmutz die Nahrung für unsere Tiere und bei uns in den Ställen werden Nahrungsmittel produziert", so ein Senior-Landwirt eines großen Betriebes in Rehden.
Als ich ihm entgegenhalte, dass der Kot der Gänse reine Zellulose wäre und ich mir eher über die Nitratbelastung im Grundwasser Sorgen mache, wird das Gespräch mürrisch abgebrochen.


 Der Betrieb von den Koldeweys mit Blick auf nun Gazprom muss nicht unter dem großen Preisdruck der Mich leiden, da sie eine reine Bullenhaltung und Land besitzen.
An die 500 Tiere sind in modernen Stallungen untergebracht und werden hier ein Jahr gemästet bis sie nach Bad Bramstedt zum Schlachten kommen.
"Die Preise für die Bullen sind augenblicklich ok", so der Junglandwirt des Betriebes.

Den ausführlichen Bericht über den Ausflug nach Rehden unter Ditt und Datt auf diesem Blog
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Lüneburg den 10.10.

Ohne Buern ward dat nix!

Als ich am Morgen in Lüneburg in einem Hotel beim Frühstück die Zeitung aufschlage, finde ich diese Anzeige vor:
und ich überlege, wie die Überschrift im Schleswig-Holsteiner/ im Steinburger Platt heißen müsste.
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Nordermeldorf den 22.9.

Wetter schlecht, Stimmung gut!

Start der 29. Kohltage in Dithmarschen

 In den nächsten Tagen dreht sich im Kreis Dithmarschen alles verstärkt um den Kohl.

Tradionell starten die Dithmarscher Kohltage mit dem offiziellen Kohlanschnitt und einer großen Feier - in diesem Jahr auf dem Hof von Anne und Reimer Thiel-Peters in Christianskoog.


Prominente Gäste beim Kohlanschnitt 2015 von rechts: Christian Ufen Vorsitzender der Bundesfachgruppe Gemüsebau, Hans-Harald Böttger Kreispräsident in Dithmarschen, Landrat Dr. Jörn Klimant,  Kohlregentin Freia I, Dr. Robert Habeck Minister für Landwirtschaft und Kohlregentin Maren die I.

Gastgeber waren in diesem Jahr Familie Thiel Peters, die in Christianskoog auf 200 Hektar Getreide und Gemüse anbauen. Das Kohlfeld, auf dem der Anschnitt stattfand, grenzt an den alten Deich. Dahinter lag noch vor 30 Jahren die Nordsee.
 Der Speicherkoog an der Meldorfer Bucht ist der jüngste Koog in der Region und wurde 1979 vollständig eingedeicht. Neben Ackerland befinden sich dort heute die Naturschutzgebiete „Kronenloch“ und „Wöhrdener Loch“. 
Kohlschneiden ist nach wie vor eine Handarbeit. Bei dieser Nässe gibt es schönere Arbeiten und dennoch herrscht bei den Kohlbauern eine gute Stimmung.
Christian Ufen, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Gemüsebau gibt in einem kleinen Interview Informationen: 
" Die Preise für Kohl liegen zurzeit zwischen sehr gut, hervorragend und außergewöhnlich gut", so Christian Ufen.
Die Gründe dafür seien vielfältig informiert der Vorsitzende weiter:
" Zum einen wurde in diesem Jahr weniger Kohl in unserer Region angebaut, die Ernte wird dementsprechend geringer ausfallen und zum anderen waren die Wetterverhältnisse in anderen Teilen  Deutschlands und auch in Osteuropa anders als vor Ort. 
Teilweise konnte man von Dürre sprechen und die wirkte sich auch auf den Gemüseanbau negativ aus. Dagegen hatte Schleswig-Holstein mit den reichlichen Niederschlägen beim Gemüseanbau weniger Sorgen."

"In Polen, Tschechien und Slowakei müssen die fehlenden Erträge aufgefüllt werden und dies geht nur, wenn man auf überregionlen Versand eingestellt ist und da können die Dithmarscher und die Holländer mit ihrem Gemüseanbau mithalten. Die Nachfrage ist hoch, aber die Landwirte verkaufen vorsichtig."
In der Begrüßungsansprache von Christian Ufen heißt es:
" Eine Gesellschaft, die die Aufgabe hat, eine Millionen Flüchtlinge aufzunehmen, braucht genug zu Essen und dafür benötigt sie eine moderne, eine leistungsfähige Landwirtschaft und dies muss neu in die Diskussion Landwirtschaft einfließen."

In einer Ansprache vor einem großen Publikum bringt nach dem Kohlanschnitt  Landwirtschaftsminister Dr. Robert Habeck Zahlen auf den Tisch:
"Der Wert des Kohls in Dithmarschen auf 3000 Hektar Anbaufläche beträgt 73 Millionen Euro" 


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Rendsburg den 4.9.2015

Landesbauerntag

Vor dem Landesbauerntag in Rendsburg demonstrieren Landwirte gegen den Preisverfall von Agrarprodukten in der EU

Auf dem Milch- Fleischmarkt gibt es viel mehr Angebot als Nachfrage und entsprechend niedrig sind die Preise. Was tun?

Bauernpräsident Werner Schwarz begrüßt in der gefüllten Deula-Halle in Rendsburg  über 1.000 Teilnehmern.

Zitat von Werner Schwarz: " Ich verspreche heute: Wir werden in zehn Jahren noch viel umwelt- und tiergerechter erzeugen, den Klima-, enbenso wie den Gewässerschutz noch besser hinbekommen, der Artenvielfalt noch mehr Chanscen einräumen! Wenn sie uns lassen! Denn das braucht Zeit und Geld, es braucht Wissenschaft und Erfahrung."

Jede Menge Ehrengäste auch auf dem diesjährigen Bauerntag

Peter Harry Carstensen wird vom Bundesminister Christian Schmidt begrüßt
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt brachte keine Lösungsvorschläge für Milchbauern und Schweinehalter mit.
Seine Rede über nötige Inovationen war ohne wesendliche Aussage und sicher kaum hilfreich für Landwirte, die in Stallungen infestiert haben und nun einen Preisverfall der Milchprodukte und der Schweinefleischpreise registrieren müssen.
Als ich vom Landesbauerntag nach Haus komme, fange ich meinen Bricht an mit " Was hat der Minister eigendtlich gesag? Grübel, grübel - ich muss mir wohl noch einmal meinen Sprachmitschnitt anhören."
Aber auch der brachte mich nicht wirklich weiter. Geblieben war -" Die Landwirte müssen selbst sehen, wie sie es schaffen".

Der Artikel aus der Zeitung  "Die Welt" bringt es auf den Punkt HIER

Claus Heller Präsident der Landwirtschaftskammer überreicht die Auszeichnung für den Ausbildungsbetrieb Sönke Holling aus Osterstedt
Minister Dr. Robert Habeck und Bundesminister Christian Schmidt auf dem Landesbauerntag 2015 in Rendsburg
Volles Haus beim Landesbauerntag in Rendsburg 2015- in diesem Jahr ohne Zwischenrufe bei den Ansprachen, aber trotzdem mit vielen resignierten Landwirten.
Dr. Robert Habeck (Grüne) sieht keine Lösung darin immer mehr Milch zu produzieren.
"Die ewige Ausweitung des Marktes braucht eine zweite Antwort". "Eine Exportstrategie nach Russland würde nicht helfen", so Habeck und spätestens da sind nicht alle Milchbauern mit ihm einer Meinung.



Eindrücke der gleichzeit laufenden Norla mit Ausstellern aus dem In- und Ausland zu den Themenbereichen Landwirtschaft, Tierzucht und - haltung, Agrartechnik, Pflanzenbau, Erneuerbare Energien, Verbraucher, Ernährung, Gartenbau, Forst, Jagd und Kommunaltechnik HIER auf diesem Blog.
Auch die Grüne Woche besuche ich jährlich. Info auf diesem Blog HIER

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Drage Ende August 2015

Erbsenanbau im Kreis Steinburg

Auf einer neun Hektarfläche bei Drage hat Landwirt Ingo Götsche aus Kaaksburg in diesem Jahr Erbsen angebaut.
Nach der Aussaat der Hülsenfrucht (auch Leguminose genannt) entwickelten sich die Erbsen Mitte April gut und so versprach sich Ingo Götsche auch in diesem Jahr eine gute Ernte des Eiweißfutters für seine Rinder.
  
Foto der Erbsen von Ende Juni 2015

Mit dem Anbau der Proteinpflanze machen sich Landwirte unabhängig von Sojabohnen –Importen, die hauptsächlich aus Südamerika stammen.
Die  Bundesregierung fördert seit 2014 den Anbau der Eiweißpflanzen mit insgesamt EUR 5,4 Mio Euro.
 Konkret sind jährlich 2,4 Mio. Euro bis 2017 vorgesehen. Die  Fördersumme sieht die Regierung für den Anbau von Pflanzen wie etwa Soja- und Ackerbohnen oder Futtererbsen vor.
Körnerleguminosen als  Glied in der Fruchtfolge (Greening)  waren lange Zeit beliebte Futtermittel für Schweine.  Mit zunehmendem Import von Sojabohnen bzw. Sojaextraktionsschrot, das zu günstigen Preisen auf den deutschen Markt gekommen ist, nahmen die Anbauvorzüge kontinuierlich ab.
Die Eiweißpflanzen wie Erbsen, Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Wicken und Sojabohnen verbessern  aber auch die Bodenfruchtbarkeit.
Aufgrund der Eigenschaft das Hülsenfrüchte Stickstoff aus der Luft binden können und aufgrund ihres hohen Eiweißgehaltes stellen sie eine wichtige Pflanze in der Landwirtschaft und in der Viehhaltung dar.

Mitte August waren die Erbsen auf dem Acker vom Landwirt Götsche erntereif. Die trockene Schoten mit den inzwischen steinharten Erbsen kündigten an, dass sie geerntet werden konnten.
Leider trat ein Problem auf, dass das Mähen vorerst verhinderte. Es waren nicht nur die Regenschauer, die die Ernte ins Stocken geraten ließen.  Getreide war zwischen den Erbsen aufgelaufen und das war noch nicht erntereif.
 Die grünen unreifen Halme von Gerste und Weizen hätten das Mähwerk des Dreschers verstopft und so mussten die Erbsen länger auf dem Feld stehen, als geplant.
„ Die Erbsensaat muss unsauber gewesen sein“,  so der resignierte Landwirt Götsche.
Ende August war es dann endlich soweit, der Mähdrescher mit einem imposanten Schneidwerk von 7, 60 Metern rollte an.
Viele Erbsen waren inzwischen bereits auf den Boden gefallen und das Mähwerk verstopfte ab und an. Der Mähdrescher musste stoppen und per Hand wurden Halme aufwendig aus dem Schneidwerk gezogen.


Aber … etliche Hänger voller  Erbsen konnten dann doch noch auf den Hof in Kaaksburg transportiert werden.
Hier wurden die Hülsenfrüchte gleich geschrotet und das eiweißhaltige  Erbsenschrot kann nun an die Rinder verfüttert werden. Das Stroh will Ingo Götsche unterpflügen.
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Kaaks den 20.9.2014

CDU-Kreistagsfraktion besucht den größten und modernsten Milchviehbetrieb im Kreis Steinburg

Die Stallanlage am Ortsrand von Kaaks wurde 2010 erstellt und war für Familie Heiko Fischer eine große Herausforderung
Der Betriebsinhaber begrüßt die Gruppe des Kreistages und führt sie zu Beginn durch die Stallanlage im Ort, die aus dem elterlichen Betrieb übernommen wurde.
  In modernisierten Stallungen wird hier die Milchvieh-Nachzucht in Laufstallhaltung auf Stroh aufgezogen und außerdem trockenstehende Mutterkühe vor dem Kalben versorgt. 

Am 2. Standort des Betriebes kamen die Fischers nicht umhin vor Baubeginn, der ab 2005 geplanten modernen Stallanlage, eine Infrastruktur zu schaffen. Der Zugang zum Gelände - Asphaltstraße/Strom / Wasser - allesamt eine finanzaufwendige Aktion, bei der noch für keine einzige Milchkuh eine Unterkunft bereit stand.
2010 wurde der Stall für die ersten Tiere fertig gestellt. Es entstand das Melkhaus und die Gülle-Lagune.
2011 wurde der Stall noch einmal gespiegelt. 
2012 entstand eine große Siloanlage und eine umfangreiche Futterlagerhalle. Eine Maschinenhalle wurde gebaut und seit 2012 besteht eine eigene Stromversorgung mit 1 Megawatt- Spitzenleistung.
Drei mal am Tag werden in dieser Melkanlage 500 Milchkühe gemolken
Täglich wird die Milch aus den Kühltanks abgeholt

Laut Milchviehhalter Fischer haben sich Roboter-Melkanlagen bei seinem großen Milchviehbestand nicht bewehrt. Mit 10 Angestellten werden die Tiere rund um die Uhr versorgt. 2 Melker im Melkstand übernehmen das Melken der 500 Hochleistungskühe pro Schicht und so sei man näher am Tier dran, informiert Heiko Fischer.
Den Kühen geht es vom Augenschein her im Laufstall gut. Die überdurchschnittliche Milchleistung der Tiere sagt auch aus, dass sie optimal versorgt werden. Die Anlage ist nach neuesten  technischen Maßstäben erstellt.
 Sehr viel Mühe wird sich bei der Laufstallhaltung mit den Liegeplätzen der Kühe gegeben. Die Tiere liegen im Tiefeinstreu - im Stroh. Die meiste Milch wird bei Milchkühen im Liegen produziert - sie benötigen hohe Liegeleistungen. 
Einmal in der Woche werden 30 Tonnen Stroh, Mist, Kalk Mischung in die Liegeboxen eingefahren. Die hohe Milchleistung der Tiere im Stall sei laut des Betriebsinhabers, durch die gute Fütterung gegeben. 26 kg Trockenfuttersubstanz pro Tier und Tag ist ein überaus hoher Wert. Die  Fütterungen finden 3 mal am Tag statt. 
Für den Anbau der Futterpflanzen besitzt der Milchviehberieb rund 320 Hektar Land, die aber zum größten Teile Pachtland sind und da drückt der Schuh - so Heiko Fischer. Bei sinkenden Milchpreisen wäre sein Unternehmen mit der Finanzierung am Limit.

Zum Kritikpunkt der Ganzjahresstallhaltung geht der Milchviehhalter Fischer ein :
"Wenn die Kuh einen Weidegang vom 15. April -15.Oktober hat, sind auch nicht alle Tage schön.
Eine Wohlfühl- und Funktionstemperatur hat die Kuh bei 4° und so ist sie einem Stress bei Wärme ausgesetzt. Im Stall liegen sie immerhin im Schatten und die Tiere haben hier die beste Haltung, die man ihnen nach heutigem Stand der Technik zukommen lassen kann."
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Ridders den 10.9. 2014

Kartoffelernte 




Wie die Kartoffelsorte Agria bei Familie Stoll in Nähe von Hohenlockstedt geerntet wird, konnte ich an diesem Tag dokumentieren.
Auf der Kartoffelolympiade in Ridders, an der 5 Grundschulklassen aus dem Kreis teilnahmen, erkundigte ich mich beim Karoffel-Anbauer Heiko Stoll, ob ich nicht einmal ein paar Aufnahmen von der Kartoffelernte mit dem Roder machen könnte.  Am Nachmittag stand eine Ernte an und so war ich zur Stelle.
Die große Sorte Agria sollte an diesem Nachmittag aus der Erde geholt werden. Sie wird vor allem für die Zubereitung  von Pommes Frites verwendet. Dank ihres starkes Stärkegehalts ist sie außerdem gut für Kartoffelbrei und Eintöpfe geeignet.
Holger Stoll baut aber nicht nur diese Sorte an. Markthändler, Gaststättenbetreiber und Einzelkunden bietet er folgende Speisekartoffeln ab Hof an:
Leila (rotschalig), Agria, Linda, Princess, Allians, Annabelle und die Sorte Afra,
Gerodet wird ab Ende Mai.

Das Erntegut wird direkt auf der Maschine sortiert. Die Familie ist eifrig dabei und auch Sohn Tillmann macht keinen unglücklichen Eindruck über seine Aufgabe auf der Rodemaschine.
Vor allem werden hier die Steine aussortiert. Ab und an lässt die Sortiermaschine einige der unliebsamen Feldsteine mit durchrutschen und hier heißt es, wachsam sein. Auch Grüne- und Knollen mit kranken Stellen müssen für die erste Sortierung ausgesammelt werden.
In 14 - 17 Zentner fassende große Holzkisten werden die Kartoffeln auf dem Hof in einer Halle gelagert, bis sie vor dem Verkauf noch einmal sortiert und abgepackt werden.
Die Stolls sind in diesem Jahr zufrieden mit der Ernte.
Krähen ärgern die Kartoffel-Anbauer. Sie picken wohl eher aus Langerweile an den von ihnen ausgebuddelten Kartoffeln herum. Der Schaden hält sich aber in Grenzen.
Auch Wildschweine hatten es auf die Knollen vor kurzer Zeit abgesehen.
Ein Video von der Ernte :
 
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"Zutritt verboten! Wertvoller Tierbestand “ 

Ein Verbotsschild im Visier
Diese Botschaft vermittelt unmissverständlich, dass das Betreten von Viehställen nicht gestattest ist.
Das Anbringen eines Betreten verboten Schildes an einem Rindviehstall ist als Kriterium für das QM-Audit (Qualitätsmanagement Milch) ausgeschrieben.
Der Landeskontrollverband Schleswig-Holstein e.V. verordnet in einem QM-Milch-Kriterienkatalog u. a. das Anbringen der Schilder, ansonsten gibt es für den Milchviehbetrieb Abzüge vom QM –Audit.

  Gut, man könnte dieses Verbotsschild als typische bürokratische Handlung unserer heutigen Zeit bewerten und es allerhöchstens achselzuckend registrieren, wenn man nicht die fast zu späten Aufwendungen der heimischen Landwirtschaft vergisst, die sich  mit viel Anstrengung Vertrauen verschaffen wollen.

Eine Frage kommt zu diesen Verbotsschildern auf: „Wer würde einen Stall ohne Erlaubnis des Betriebsleiters  betreten?“ 
Der durchschnittliche Bürger würde in der Regel nicht auf die Idee kommen, ohne Einladung einen Hof geschweige denn, einen Stall zu betreten. Diejenigen, die es dennoch tun, für diese Personen nützt auch ein Schild nichts.
Mit diesem Betretungsverbot, das mittlerweile an fast jedem Milchviehbetrieb / Schweinemastbetrieb in SH mit minimalen Textänderungen angebracht ist, wird Misstrauen erweckt!
Es entsteht der Eindruck, dass Viehbetriebe sich immer noch stärker abschotten und so eine größere Distanz zur Bevölkerung entsteht.
Schilder wie dieses Betretungsverbot kenne ich aus meiner Kindheit von der ehemaligen Zonengrenze in Niedersachsen und zum Beispiel auch in Schleswig-Holstein vom Atomkraftwerk Brokdorf.
Es macht misstrauisch sie an den Hoftoren zu sehen, hinter denen sich Tiere befinden.

Natürlich ist der Bürger darüber informiert, dass die Schilder zur Seuchenprophylaxe  aufgehängt werden. 
Aus Fürsorglichkeit für den Tierbestand heißt es.
Keine Frage, eine Erkrankung bei Tieren in gewerblicher Haltung  ist mit enormen wirtschaftlichen Konsequenzen verbunden. Ein Ausbruch der Maul-und Klauenseuche, der Schweinepest, der Geflügelpest, dem Schmallenberg-Virus, der „Pseudowut“  oder die Infektion vom BHV 1 sind allesamt anzeigepflichtige Tierseuchen und verehrend in ihren Auswirkungen.

In meiner Eigenschaft als Fotografin lichte ich ab und an den Reinraum bei Fraunhofer ab. Wenn man die Räume dort betritt, müssen alle (!) spezielle Kleidung tragen, die verhindert, dass Schmutzartikel mit in die Anlage getragen werden, die sich auf die Chips niedersetzen könnten.
 Für potentielle Gäste eines Viehbetriebes wäre dies auch eine Option um zu vermeiden, dass Krankheitserreger von Schuh oder Kleidung auf das gesunde Tier übergreifen. Diese weißen wenige Cent kostenden Einweg-Overalls könnte man auch in den Viehställen nutzen, wenn man so große Sorgen vor Tierseuchen hat.
Statt des Verbotsschildes  also „Betreten nur mit Schutzkleidung“ wäre da eine spontane Idee.

Selbst aus einem landwirtschaftlichen Betrieb stammend, erinnere ich mich daran, wie viele Jugendliche sich immer auf dem elterlichen Betrieb aufhielten.
 Überall wuselten sie herum- meist Jungens, die gern auf den Trecker wollten und die die eine oder andere Arbeit auf dem Hof erledigten oder meinen Brüdern bei ihren Aufgaben halfen.
Eltern schauten mit ihren Kleinkindern am Abend vorbei, um ihnen zu zeigen, wo und wie gemolken wird, in einer Milchkanne nahmen sie abgefüllte Milch mit nach Haus.
Und wenn in der Dorfschule eine Frage zur Kuh, zum Schwein oder sonstigen Vieh aufkam und der Lehrer sich an mich mit einer Frage zur Tierhaltung auf unserem Hof wandte, kannten sich einige Mitschüler in der Regel besser mit unsrem Viehbestand aus, als ich selbst und ich kann mich daran erinnern, weil es mich enorm ärgerte.
Diese Zeiten sind längst vorbei.
 Die Landwirtschaft hat sich verändert und alten Zeiten hinterher trauern, soll hier nicht der Gedanke des Berichts werden und wer glaubt, dass die Tierhaltung in früheren Jahren artgerechter war, unterliegt einem Irrglauben.
Registrieren können wir inzwischen, dass es ein Problem zwischen Landwirt und Verbraucher gibt.

Wie Tiere gehalten werden, kann man heutzutage vielleicht gerade Mal im TV sehen.
 Die Dokumentationsfilme sind für zahlreiche Menschen befremdlich, denn die Verbindung zur Landwirtschaft fehlt bei vielen ganz und gar. 
Seit ein paar Jahren hängen einige wenige Schweinemastbetriebsinhaber eine Webcam in ihren Mastställen auf, um die Haltung Interessierten näher kommen zu lassen.
Eine gute Idee sollte man meinen, aber die Schweinehaltung wird oft böse kommentiert.
Als Leser der Kommentare erhält man den Eindruck, dass es Leute gibt, die davon ausgegangen sind, dass die ca 30 Millionen gehaltene Schweine in Deutschland hinter einem idyllischen Bauernhaus auf einer Weide leben.  
Der Fleischkonsum in Deutschland geht zurück und das Misstrauen wächst.
... neulich in Hamburg - Mönckebergstraße
Um eine verunsicherte Bevölkerung entgegenzutreten, müssten sich Viehbetriebe öffnen und ihre Tierhaltung jederzeit der Öffentlichkeit präsentieren können.
Schade eigentlich, dass es keinen Kriterienkatalog für Landwirte und deren Öffentlichkeitsarbeit gibt. 

Wilster den 12.2. 2015

Kreisbauerntag in Wilster

Zum Thema "Auch im Kreis Steinburg haben wir bald die ersten Dörfer ohne aktive Bauern. Wie soll das weitergehen?" suchte der Kreisbauernverband an diesem Vormittag mit eingeladenen Mitgliedern und regionalen Abgeordneten in einer Informationsveranstaltung nach Antworten. 
Bis auf den letzen Platz war der historische Saal in Wilster besetzt. Über 400 landwirtschaftliche Betriebsleiter (überwiegend Männer) fanden sich zur Informationsveranstaltung des Bauernverbandes ein. 
 Das Colosseum in Wilster stand mit der Deko der letzten Faschingsparty FuBaMa vom Wochenende noch ganz im Zeichen des Karnevals.
 Von einer ausgelassenen Stimmung bei diesem Kreisbauerntag konnte aber nicht die Rede sein. Bauernverband und eingeladener Gast  Dr. Robert Habeck -  Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume sind nicht immer einer Meinung und so gab es jede Menge Diskussionsbedarf.
v.r.:  DBV Präsident Werner Schwarz, Minister Dr. Robert Habeck, DBV Kreisvorsitzender  Peter Lüschow, Junglandwirt Arne Meyn aus Oldendorf, Prof. Dr. Christian Henning Prof. für Agrarpolitik sowie stellvertretender Generalsekretär vom DBV Michael Müller-Ruchholz

Ein Video mit einem Ausschnitt der Ansprache von Minister Robert Habeck:


Ausschnitt der Ansprache von Peter Lüschow:

... und das waren auch fast die einzigen lobenden Worte für Minister Habeck an diesem Vormittag.
Zu sehr war der Bauernverband über die Aktivitäten ihres Landwirtschaftsministers verletzt, der in ihren Augen den Bauernstand nicht genügend unterstützt.
Der Appel von Peter Lüchow " Wir wollen vernünftig mit einander reden" wurde in einer Diskussionsrunde weitgehend mit einer Ausnahme eingehalten.
Sehr übel nahm der Bauernverband dem Minister, dass er sich erneut an der Demo "Wir haben es satt" in unmittelbarer Nachbarschaft der Grünen Woche in Berlin beteiligt hatte.
Im Gegenzug fand Minister Habeck die letzte Demo einiger Bauern nicht gut, die vor dem Hamburger vegetarischen Restaurant „Vegan Eagle" ein Streitgespräch mit dem Chef der Grünen-Bundestagsfraktion Anton Hofreiter führten und vor dem Lokal Bratwürstchen (sicher keine vegetarischen) grillten.
Habeck missbilligte diese Aktion mit den Worten: " Wir von den Grünen würden auch keine Gegendemo veranstalten, wenn Landwirte sich treffen."
Grübel, grübel, was war das denn mit der Demo zur Grünen Woche?
Es hilft alles nichts - Hier müssen Brücken her. Eine Brücke hat Robert Habeck präsentiert.
Er warb erneut für die Förderprogamme der Bundesregierung zum Thema Tierwohl. (Auf diesem Blog wurde darüber HIER unter "Neue Konzepte in der Schweinehaltung" berichtet.)

Aus dem Mund des Ministers klingt es immer wie eine Drohung: "Hier im Saal werden in 20 Jahren nur noch die Hälfte der Betriebsleiter sitzen.  Die landwirtschaftlichen Betriebe werden sich nicht nur in SH extrem reduzieren."
 Auch Prof. Dr. Christian Henning bestätigte in einem wortgewaltigen Vortrag diese These. Nachfolger für Betriebe sterben aus. Geld wird in "Nichtlandwirtschaftlichen-Betrieben" verdient. Das Höfesterben wird sich nicht aufhalten lassen.
In Schleswig-Holstein besaß der durchschnittliche landwirtschaftliche Hof 2013  60 Hektar - im Vergleich zu Bayern - hier waren es im gleichen Zeitraum 2013  - 20 Hektar.
Die Aussage von Prof. Dr. Christian Henning: Wenn die Wirtschaft in Deutschland mit Gewinnen wächst, sinkt anderseits der Verdienst in der Landwirtschaft.

Zu guter Letzt eine Diashow der Veranstaltung