Donnerstag, September 20, 2018

Ortswechsel

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Özdere / Hohenaspe den 18.10.2018

Zurück aus der Türkei

 Nach zwei Jahren haben mein Mann und ich uns erneut einen Urlaub in der Türkei gegönnt.
An der Westküste der Türkei - der türkischen Ägäis - finden wir alles, was für uns zum perfekten Urlaub gehört. Eine relativ kurze Anreise,  ein überschaubares Hotel mit reichlich Annehmlichkeiten und tollen Ausflugszielen gleich in der Nachbarschaft.
Mit antiken Ausgrabungsstätten fast immer ohne Menschengedränge, mit Naturlandschaften, die zum Erkunden einladen, Temperaturen zum Genießen und ein Mittelmeer mit teilweise klarem fischreichen Wasser und nicht zu vergessen, eine überaus freundliche Bevölkerung, bei der man sich als Gast noch willkommen fühlt.
 Die Hotelanlage ist reizend, aber es ist zu schade, wenn man das weitläufige Gelände nicht verlässt, um einen Eindruck von der Region zu bekommen.
Für mich bietet die Türkei erneut tolle Naturerlebnisse. 
Der Schwalbenschwanz soll der schönste Tagfalter Europas sein. Fotografiert habe ich ihn an der Küste der türkischen Ägäis.
Nicht nur Schmetterlinge und Vögel konnte ich hier artenreich ablichten.
 Seine gefundene Nahrung weißt auf den Namen des Vogels hin, den es hier in Massen gibt.
 Auch die Haubenlerche ist häufig zu beobachten. Beobachtet habe ich einen Schwarm an einem Strand.

Zahlreiche Tiere konnte ich an den kleinen meist zu dieser Zeit ausgetrockneten Zuflüssen aus den Bergen fotografieren. Es verwundert, wie viel Müll mancherorts in den Gewässern liegt. Es ist ein Manko hier an der Küste, auf das ich noch eingehen werde.
Auch der Eisvogel fischt zwischen Plastikmüll, der auf dem Weg ins Mittelmeer ist.
 Und es sind noch weitere Fischfänger zu entdecken:

Nicht weit von der Küste entfernt, gibt es den Gemüseanbau.
Früh am Morgen auf dem Weg nach Izmir  treffe ich diese Frauen beim Dillschneiden an. 
Auf den Märkten sind die üppigen Agrarprodukte der Türkei in Massen für wenig Geld zu erhalten. 
 Vor allem Mandarinen-Plantagen bestimmen in dieser Region der Türkei die Landschaft. Sie stehen kurz vor der Ernte und sind bereits zuckersüß.
Die Wochenmärkte in der Türkei sind ein Muss! 
 Ich habe immer noch nicht herausgefunden, wie dieses Gemüse heißt.
 Zu den zahlreichen Wochenmärkten, die es sich immer lohnt zu besuchen, denn sie spiegeln mit den Angeboten ein Stück Türkei wieder, gibt es noch die Basare in den Städten.
Es ist ein buntes Treiben mit viel Trubel, in den von uns besuchten Basarvierteln von Izmir und Kusadasi mit Angeboten ohne Ende. Auch wenn man nichts kaufen möchte, macht das Schlendern durch die Gassen Spaß. Manchmal wird man von Verkäufern angequatscht - es nervt, aber nach einer Weile bekommt man die aufdringlichen Verkäufer in den Griff.

Was mich an der Türkei fasziniert, ist die Pflanzen- und Tierwelt.

Als ich die Fische am Hotel im Mittelmeer fütterte, gab es gleich Beobachter. Also die Türken und die Katzen  sind schon auffällig. In den Orten gibt es nach meiner Einschätzung pro Quadratmeter eine Katze.
Auch Hunde trifft man reichlich und ich glaube nicht, dass alle ein Zuhause haben. Ob die Beiden abgelichteten ein Heim besitzen, meine ich nicht. Sie wurden weit ab von einer Ortschaft fotografiert.
Die Hündin kam schwanzwedelnd auf mich zu, aber ihr Junges war sehr ängstlich. Beide waren total verlaust, sahen aber gut ernährt aus.

Als mein Mann und ich einmal an einer Schafherde vorbei marschierten, schlug ein Wachhund an, da er uns als Fremde wahrnahm. Alle (zirka 40) Schafe aus einer weitläufigen Landschaft (ohne Zaun)  kamen sofort zu ihm und stellten sich in seine Nähe.
Ich glaube, ein Wolf hätte hier wenig Chancen.

Auf Wunsch meines Mannes fuhren wir ins nicht weit entfernte Claros, das schon im 7 Jh. v. Chr. existierte, die jetzigen Ruinen des Orakeltempels werden dem 4. Jh. v. Chr. zugeordnet. 
Lustig auf dem Gelände fand ich die zahlreichen Wasserschildkröten
Hier am Pamucak Beach kann man stundenlang spazieren, es wird nie langweilig.
Das Wasser ist warm und lädt zum Schwimmen ein. 
An diesem Abschnitt war das Meerwasser aber nicht so klar wie bei Özdere an unserem Hotel.

Die Kühe werden hier von einem Hirten mit Mofa bewacht. Auf Rinder trifft man allerdings selten, ich glaube sie werden ansonsten in großen Ställen gehalten. Das bekomme ich beim nächsten Besuch heraus.
Auf Ziegen trifft man dagegen oft. Hier fressen sie die Pflanzenabfälle aus der Hotelanlage.
 Typische Landschaft an der Küste der türkischen Ägäis
 Gleich im Inland geht es in die Berge
 Für mich als Schleswig-Holsteiner war es ungewohnt, so hoch in den Bergen mit dem Pkw zu fahren Mein Ehemann zog es vor, die Strandliege am Hotel zu nutzten.  Der Ausflug hat sich gelohnt. Das besuchte Bergdorf war interessant mit den engen Gassen und alten Häusern, wenn auch etwas überlaufen.
Die Besucher des Ortes waren meistens Asiaten, wie wir sie vor zwei Jahren auch in Ephesos, den berühmten Ruinen ganz in der Nähe getroffen haben.
 Auf meinen Spaziergängen an der Küste traf ich immer wieder auf Plastik-Müllmengen.
Mein Verdacht ist, dadurch dass die Türkei soviel wilde Natur besitzt, machen sich die Landbewohner noch nicht so viele Gedanken wie wir in Deutschland um unsere Umwelt. 
Leider kein Einzelfall, sonst hätte ich dieses Foto nicht online gestellte, da es auch in Deutschland Umweltsünder gibt. 
 Mein Eindruck ist aber dennoch, dass sich etwas in der Türkei tut, was den Umweltschutz betrifft.

Betonwand an einer Schnellstraße in Izmir


Urlaubserlebnisse aus der Türkei von den Jahren zuvor auf diesem Blog unter Ditt und Datt
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Ende September 2018

  Auf den Spuren von Martin Luther

Auf privater Einladung eines Oberkirchenrates vom Lutherischen Weltbund (mit Sitz in Hannover)  lernten mein Mann und ich ein mittelalterliches Wittenberg zur Zeit des Mönchs und Gelehrten kennen.
Im Programm standen:
Stadtführung, Baumpflanzung am Lutherhaus, Führung durch das Panorama vom Künstler Yadegar Asisi, Besichtigung des Lutherhauses, Sektempfang im Lutherhaus mit anschließender Begrüßung von Katharina von Bora (Luthers angetrauter Ehefrau) und Barbara Cranach (Ehefrau des berühmten Malers).
Reise in das Mittelalter
Obwohl wir fast 500 Kilometer gefahren sind, treffen wir in Wittenberg eine alte Bekannte:
Die Elbe, die die Thesen von Luther in die Welt getragen hat.
Zum Vergleich die Elbe im Kreis Steinburg bei Glückstadt nach zirka 300 Kilometern in Richtung Nordsee unterwegs.
Foto vom 3.10. 2018

Die sehenswerte Innenstadt von Wittenberg mit Blick auf die Schlosskirche mit dem Turm, der den Schriftzug "Ein feste Burg ist unser Gott" trägt, ist der Kaiserkrone nachgebaut.

Die Schlosskirche steht nach Luthers Thesenanschlag im Mittelpunkt der Reformation.
Die Bachläufe wurden in Wittenbergs Innenstadt um 1880 wegen Gestank und Platzmangel abgedeckt.
Seit 1990 gab es Pläne die Bachläufe in der Altstadt wieder zu öffnen.

Es hieß: "Die Offenlegung der Stadtbäche ist ein wichtiger Aspekt der Altstadtsanierung mit historischer Dimension. Wasser als verbindendes Element der Gesamtstadt ist ein bedeutendes Thema des Stadtumbaus. Ziel ist eine lebenswerte Stadtmitte mit unverwechselbarem Profil. Die Altstadt als Wohn- und Geschäftsstandort aufzuwerten und weitere touristische Anziehungspunkte zu schaffen."

Wittenberg hat viele Millionen € für die Sanierung / Restaurierung der geschichtsträchtigen Stadt erhalten und so konnten auch die Bäche in der Altstadt wieder freigelegt werden.
Vielleicht gibt es irgendwann einmal auch bewilligte Gelder für das Projekt "Stör auf" in Itzehoe? Träumen darf man ja.
 Vorerst ging es am Lutherhaus bei der Stadtführung mit sehr interessanten Details vorbei.
Am Nachmittag dann die Führung durch das Lutherhaus, mit dem Museum.
Noch original erhalten und zu sehen ist die Lutherstube.  Hier hat Martin Luther mit Ehefrau, Freunden, Studenten und Kollegen gesessen und seine berühmten Tischreden gehalten.
Damals war es üblich, dass sich alle Gäste des Hauses an der Wand mit Namenszug verewigten. So auch der Namenszug des russischen Zaren an der Wand von Peter der Große von 1712. Dieser Schriftzug sorgte dafür, dass ein russischer Kommandant im April 1945 das Haus unter seinen Schutz stellte.
Das Lutherhaus besitzt die umfangreichste Sammlung zu Luther und der Reformationsgeschichte.

Kathrina von Bora wird in Wittenberg fast so häufig, wie Martin Luther selbst erwähnt. 

In der Führung durch die Stadt und durch das Lutherhaus wurde eines sehr deutlich: Martin Luther hätte es ohne Unterstützung seiner Frau Kathrina von Bora, dem GelehrtenPhilipp Melanchthon (der ihm u.a. bei der Übersetzung der Bibel half) und dem Maler Lucas Cranach, der Martin Luther und die Reformation immer wieder ins Bild setzte, niemals so weit gebracht. 
Melanchthon bekam von der Stadt Wittenberg ein Haus geschenkt, um ihn in der Stadt / an der Universität zu halten.
Alle Häuser in der Stadt sind top restauriert.
Lucas (der Jüngere) Cranach mit dem Bild im Lutherhaus - Christus am Kreuz
Die 10 Gebote aus der Werkstatt von Lukas Cranach der Ältere. Das Gemälde von 1516 wurde mit Öl auf Holz gemalt. Auch für Analphabeten (zu dieser Zeit gab es nur wenige, die lesen und schreiben konnten) wurde mit diesem Bild eine Botschaft vermittelt.
Am Abend gab es im Colleg Wittenberg Martin Luthers Lieblingsessen: Erbsenpüree mit Matjes, denn Kartoffeln gab es zu der Zeit noch nicht.
Als zweiten Gang wurde eine köstliche Gemüsesuppe gereicht und später gab es Fleisch mit Sellerie-Stampf.
Als Nachtisch wurde Obst gereicht.
Vor dem Essen am Abend begrüßten uns von rechts Barbara Cranach und Katharina von Bora und erkundigten sich u.a. nach der Anreise der Gäste. Als den Damen jemand erzählte, dass er aus Holland angereist war, fragten sie ihn, wie viele Wochen er brauchte, um mit der Kutsche nach Wittenberg anzureisen.


Panoramabild des Künstlers Yadegar Asisi


Blick aus unserem Hotelzimmer. Wir waren in der Alten Lateinschule direkt in der Innenstadt untergebracht.

Und dann geht es auch wieder in Richtung Heimat.


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Sachsen-Anhalt / Niedersachsen Juli 2018

Ausflug nach Sachsen-Anhalt und Niedersachsen 

Eine Familienfeier in Oschersleben / Sachsen-Anhalt führte in eine für uns fast unbekannte Region.
Die A 7 mit den zahlreichen Baustellen in der Ferienzeit zu nutzen, ist derzeit Höchststrafe.
In Sachsen Anhalt geht es dagegen ruhiger zu und wir staunen über die kleinen verschlafenen Orte in der Magdeburger Börde.

Auf den riesigen Feldern ist fast ausschließlich Sommergetreide zu sehen. Die landwirtschaftlich geprägte Hügellandschaft ist für uns Schleswig-Holsteiner reizvoll, aber ungewohnt.
Überall sind historische Baudenkmäler zu entdecken.
Hier der Neuwegersleben Telegraphenberg, der ab 1833 bis 1849 für optische Signale genutzt wurde.
Die einzige Telegrafenlinie Preußens verband Berlin und Koblenz über Potsdam, Magdeburg, Gandersheim, Iserlohn und Köln.
In Neuwegersleben fällt der Blick auf den Eingang einer alten Domäne, die zu DDR-Zeiten als LPG genutzt wurde und nun verpachtet ist.

Der Anblick ist derartig traurig, dass ich es kaum aushalten kann diese verbauten historischen Gemäuer anzuschauen. 
In Oschersleben selbst erwartet uns eine schöne familiäre Feier in deren Mittelpunkt nach wie vor die Gespräche über die DDR mit der Wende stand.
Ich möchte mich nach dem guten Essen bewegen und unternehme einen Spaziergang, der mich durch eine Schrebergartensiedlung führt. 

Zu DDR-Zeiten war das Kleingärtnern besonders beliebt. Es wurde aber nicht nur zur Erholung genutzt, sondern diente auch zur Versorgung der Bevölkerung, wie mir ein zufällig angetroffener Gärtner berichtete.
Der rüstige Senior (80 Jahre) pflanzte gerade Erdbeeren in seiner gut gepflegten Parzelle und wir kamen ins Gespräch.
"Zu DDR-Zeiten verkaufte ich um 1970 Tomaten aus dieser Parzelle an die staatliche Annahmestellen und erhielt 3,50 Mark für das Kilo".
 (  Laut MDR: "Nicht selten aber zeigte sich auch bei diesem Konkurrenzgeschäft zu den staatlichen Erzeugern die Schwäche der subventionierten Planwirtschaft. Oft nämlich verkauften Kleingärtner ihre Ware hinten an der Annahmetheke teuer an den Staat, kassierten den Ertrag und kauften ihre eigene Ware vorn im Laden billiger wieder ein.")

Diese Machenschaften traute ich meinem Gegenüber in keinster Weise zu. Er erzählte stolz, dass er mit dem Verkauf 2000 Mark in einem Sommer verdiente. Es war eine schöne Zeit, erzählt er, aber jetzt sei es auch schön, denn er käme gut mit seiner Rente aus und würde mit seiner Frau viel reisen. Sein Sohn wohnt bei Lüneburg und auch Schleswig-Holstein würde ihm gut gefallen.
Unzufrieden ist er mit Angela Merkel (und da sind wir uns einig). Traurig macht ihn die Situation der Jugend vor Ort, die oft nur schlecht bezahlte Jobs annehmen müssten und so nicht in die Rentenkasse einzahlen könnten. Er sieht das zukünftig als großes Problem.

Ich erkundige mich nach einer Pflanze in seinem Garten, die ich nicht bestimmen kann, aber auch in einigen anderen Nachbargärten gesehen hatte. Es ist die Weißrand-Wolfsmilch, die er von einer anderen Schrebergartenbesitzerin bekommen hat und die (also die Pflanze) sich nun üppig vermehrt.
 In den Schrebergärten konnte man gut erkennen, mit wem sich die Frau gut verstand und mit wem nicht. Denn die Weißrand-Wolfsmilch war nicht überall zu entdecken.
Zwiebeln wurden zum Trocknen gelegt. Niederschlag fehlt in dieser Region wie bei uns in SH


Wir begeben und auf die Heimreise und wollen in Niedersachsen bei Königslutter einen Stopp einlegen, um andere Verwandte zu besuchen. 

Vor Königslutter (Landkreis Helmstedt) erblicke ich dieses Feld und bitte meinen Mann das Auto zu stoppen, da ich ein Feld mit gelber Schafgarbe und Mohn noch nie zuvor gesehen hatte. Wofür die Blumen hier wohl angebaut wurden?
Schafgarbe wird für Tee und als Heilpflanze genutzt, aber vielleicht wurden die Blumen auch für Gestecke angebaut?


Im Landkreis Helmstedt sieht es genauso trocken aus wie bei uns. Auch hier bestimmt ansonsten reifes Sommergetreide wie in der Magdeburger Börde das Bild. Die Landwirte wurden gerade zu gezwungen es anzubauen, da sie im Herbst im letzten Jahr wegen der Nässe nicht aufs Feld kamen.  
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Hohenaspe / Mecklenburg Vorpommern den 23.6.

Skatverein Null ouvert Hohenaspe unternimmt einen Ausflug mit vielen Highlights 


Eine überschaubare Zahl an Mitglieder und Fans vom Skatverein Null ouvert Hohenaspe machte sich am frühen Morgen in einem riesigen Reisebus (ein kleinerer Bus war ausgebucht) auf dem Weg nach Mecklenburg-Vorpommern.
 Skat-Vereinsmitglied Egon Kunzmann - ein erfahrener Reiseführer - hatte für die Ausflügler eine ganz besondere Tour organisiert.
 Vorerst ging es in Richtung Ludwigslust in die kleine Gemeinde Wöbbelin zum nicht so kleinen Hof Denissen
 Kurz vor der Ankunft informierte Egon Kunzmann die Reisegruppe über den angesteuerten Großbetrieb.

 Seit 1992 bewirtschaften Rudolf und Michaela Denissen den 1500 Hektar großen Betrieb in Wöbbelin. Einen Namen gemacht haben sich Ehepaar Denissen u. a. durch den Spargelanbau mit Verkauf.
 Michaela Denissen ist eine geb. Kraft und stammt aus Hohenlockstedt.
Bis 1986 hatte sie bei der Raiffeisen Hauptgenossenschaft im Kreis Steinburg die Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann absolviert und Fiete Tiemann, der zur Reisegesellschaft gehört, war einst ihr Chef.

 Es war eine Überraschung für die Unternehmerin, als sie die Reisegruppe zur Führung durch ihren Betrieb abholte und ihren einstiegen Chef sofort wiedererkannte:

Michaela Denissen hatte 1991 beruflich in Beratertätigkeit in Vorpommern auf dem Betrieb, der als ehemalige LPG vom Holländer Rudolf  Denissen übernommen wurde, zu tun.
Auf diesem Weg lernte sich das Paar (mit inzwischen 4 Kindern) kennen und stellte ein gigantisches Unternehmen auf die Beine.
Nach der Begrüßung ging es durch die Gewächshäuser mit dem Gurken-, Tomaten- und Paprika-Anbau


2,5 Hektar Gemüse stehen hier unter Glas. 
Allein für die Ernte der Tomaten sind 30 Mitarbeiter eingestellt.
Insgesamt sind im Betrieb je nach Saison 150 bis 250 Angestellte beschäftigt. 
Die Erntehelfer stammen aus Polen und Rumänien. 
Vermarktet wird das Gemüse zum Beispiel über Ketten wie EDEKA und Marktkauf.
Die Gewächshäuser und Wohnhäuser werden das ganze Jahr über mit der hofeigenen Biogasanlage geheizt. 
Die Wasserversorgung läuft über einen eigenen Brunnen. 
Zum Spargelanbau: Es werden um die 65 ha Spargel bewirtschaftet und geerntet werden ca 400 Tonnen Rohspargel  von dem 25-30 Prozent Verlust anfällt. Die Saison läuft gerade aus.
Außerdem gehört zum Betrieb der Erdbeeranbau.
Das Pflücken in dieser Höhe beim Substratanbau ist einfach, aber dennoch in dieser Saison eine kleine Katastrophe. "Durch die starke Hitze konnten die Erntehelfer das Gewächshaus nur in den frühen Morgenstunden betreten. Die Früchte wurden alle blitzschnell reif und bei der Hitze rasch matschig", berichtet Michaela Denissen.  
3000 Kilogramm werden am Tag geerntet. 

Vorgestellt wurde auch die Milchkuhhaltung auf dem Hof Denissen
Insgesamt 1400 Rinder werden in riesigen Freilaufställen gehalten. Angefangen hatte der Betrieb mit 150 Kühen (wie davor von der LPG geführt) in Anbindehaltung.
700 Kühe werden 3 mal am Tag in einem Melkstand für 33 Kühe gleichzeitig gemolken.
Leistung: 12.000 liter pro Kuh. Es werden am Tag zwischen 25.000 und 28.000 Liter Milch vom Betrieb abgeholt.
Als ob diese enorme Zahl der Tierhaltung und Pflanzenproduktion, was ein großes Management abverlangt, nicht ausreicht, haben die Denissen vor zwei Jahren ein Restaurant mit Hofladen eröffnet.
Das Ausflugslokal zieht Besucher einer großen Region an. 
Außerdem gibt es unter dem Namen Denissen 2 Eiscafés, Eiswagen sowie Verkaufsstände für Spargel und Erdbeeren und ein Geschäft in der Innenstadt von Schwerin.
Egon Kunzmann ließ vorab  im gut besuchten Restaurant für die Ausflügler einen Tisch reservieren. 
Der letzte köstliche Spargel der Saison wird mit reichlich Beilagen serviert.

Frisch gestärkt ging es weiter nach Schwerin.
Das Schweriner Schloss  fast ohne Gerüst - ein sehr sehenswertes Bauwerk. Es ist heute Sitz des Landtages Mecklenburg-Vorpommerns.
Ein kurzer Spaziergang durch die beschauliche Stadt und um das Schloss bleiben den Teilnehmern in Erinnerung.
Bevor es wieder zur Rückfahrt ging, wurde in der Orangerie des Schlosses Kaffee getrunken und von den angebotenen Torten/Eissorten gekostet.
Pünktlich zur Austragung Deutschland -Schweden waren alle daheim. 
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8.-10.6.2018

Ein Wochenende im Oderbruch

Einmal im Jahr trifft sich die Wandergruppe Mikroelektronik im Juni für ein Wanderwochenende.
In diesem Jahr konnte ein Jubiläum im Oderbruch gefeiert werden.
Seit inzwischen 25 Jahren trifft sich die Gruppe, die sich einst im Ministerium in Bonn gebildet hatte.
In jedem Jahr ist ein Teilnehmer der Gruppe dafür zuständig, die Wanderung auszurichten.
 Mein Mann und ich hatten die Organisation in SH auch bereits in der Hand.
In diesem Jahr ging es nun aber nach Brandenburg an die Grenze zu Polen.

Zurück vom Oderbruch


Rund 450 Kilometer sind wir an diesem Wochenende von Hohenaspe zum Oderbruch ins Bundesland Brandenburg (Grenze zu Polen) gefahren, um dort am diesjährigen Wandertreffen teilzunehmen.
Zum Start wurde sich nach der langen Anreise im Lokal in Altlewin Zum Alten Fritz getroffen. 
Wir hatten zu spät Zimmer gebucht und wurden in ein Ferienhaus umquartiert, was sich für uns noch als großer Glücksfall zeigen sollte.
Als wir am späten Abend uns im Ferienhaus einfanden, war es so, als ob man in der Zeitschrift Landlust oder ähnlichen Ausgaben eingetaucht ist.
Die Einrichtung des Hauses und ein 7000 (!) Quadratmeter großer Garten soll hier vorgestellt werden.
Die Ferienwohnung besteht aus zwei Etagen. Das Schlafzimmer besitzt ein Himmelbett.
Früh am Morgen stehe ich auf und schaue mir den riesigen Garten an, den ich fotografieren darf, wie mir Besitzerin Sigrid Lüneberg am Abend zuvor genehmigte.http://www.oderbruch-lueneberg.de/
Als erstes fällt der Blick auf den Badeteich, wenn man die Wohnung verlässt
Im Außenbecken mit den Seerosen und anderen Wasserpflanzen tümmelt sich ein riesiger Koi-Karpfen, der die Mückenlarven vertilgt. Die Frösche höre ich zwar, aber entdecken kann ich keinen. 

Frau Lüneberg mit dem grünen Daumen frage ich, wie sie die Arbeit mit dem großen Garten schafft.
Es scheint mehr als ein Hobby zu sein, was die Brandenburgerin hier auf die Beine stellt, denn "nebenbei" arbeitet sie außerdem in einer Apotheke.
Ich möchte wissen, ob die Rosenliebhaberin schon einmal in einer Gartenzeitschrift mit ihren Blumen und Kräutern (die Fotos folgen) abgelichtet wurde. 
Der Radiosender Brandenburg sei schon einmal da gewesen und die Moderatorin hätte gestaunt, berichtet Sigrid Lüneberg, aber in einer Gartenzeitschrift ist ihre Anlage noch nicht erschienen. 
Kaum zu glauben, wenn ich mich so umschaue, denn der Garten ist ein Kunstwerk der besonderen Art und Kunstwerke sollten gezeigt werden.




Die Fotos entstanden in der Früh gegen 6 Uhr, denn ich wollte vor der anstehenden Wanderung den Garten noch schnell im Bild festhalten.

Die Gärtnerin verrät, dass der Boden sehr viel Lehm enthält und den scheinen ihre Pflanzen zu mögen.
Wie sonst kann die üppige Blütenpracht erklärt werden?
Auch für Gäste gibt es jede Menge Möglichkeiten einen Lieblingsplatz im riesigen Garten zu finden. Im Pavillion, an der Feuerstelle, auf der Steinbank oder am Wasserfall und und und...  es gibt Platz ohne Ende. 

Aber dann ruft die Wanderung an der Oder. Wir starten bei tollstem Wetter an der Zollbrücke.



 Sehr bald wurden die Temperaturen recht "mollig".  17 Kilometer bei 33° waren teilweise grenzwertig.
Die Landschaft ist idyllisch, aber die starke Hitze ließ die letzen Meter bis zum Ausflugslokal hart werden.

Eigentlich sollte nach Plan am Nachmittag noch weiter gewandert werden, aber die Gruppenmittglieder entschieden sich wegen der Temperaturen dagegen.
 Mein Vorschlag, alternativ den Garten an unserem Feriendomizil zu begutachten, wurde von den noch fitten Teilnehmern begrüßt und so fanden sie sich im Garten bei den Lünebergs ein.
Sigrid Lüneberg entschied sich spontan, die begeisterte Gruppe durch ihren Garten zu führen.
 Sie erzählte von der Historie ihres Gartens und wies auf die Kräuter hin.
...wie zum Beispiel die Schokoladenminze, die ein sehr extremes Aroma von After-Eigth besitzt und für Tee, Sirup und Saucen genutzt werden kann. Der Name Schokoladenminze stammt vielleicht von ihren schokoladenbraunen Stängeln, die die Minzblätter tragen.

Lustig auch die Idee mit der Flüstertonne. Das alte Weinfass wird als Raum für den Geheimnisaustausch der Enkelkinder genutzt. Die Geheimnisse müssen in dieser Tonne bleiben!

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20.5. 2018

Radtour an der Nordsee

Bei sommerlichen Pfingstwetter locken zahlreiche Veranstaltungen ins Freie.
Wir haben als Familienausflug die Nordsee gewählt und ab der nordfriesischen Halbinsel Nordstrand eine Radtour gestartet.
Blick auf das Watt mit den Halligen in der Ferne

Es war ein besonderes Erlebnis und ich habe es sehr genossen. 

Vorweg an den Leser eine Frage:
Als wir eine Rast einlegten, kam eine Gruppe Dänen auf uns zu und ein älterer Herr fragte in lustiger Lehrermanier meinen Ehemann, ob wir wüssten, warum die Dächer im Sönke-Nissen-Koog alle grün sind? 
Wir konnten es ihm nicht sagen, aber der Däne wusste es auch selbst und klärte uns darüber auf und wir sollten uns doch noch einmal bei Google darüber informieren, so sein Rat an uns. 
Na, dass ein Däne uns unsere Heimat erklären muss, war mir dann doch unangenehm. Vielleicht war es ein Ahne von Sönke Nissen? Hätten sie es gewusst? 

Die auffälligen grünen Dächer der Häuser sollen auf Sönke Nissen  einen Ingenieur zurückgehen (-> eine interessante Geschichte, bei der es um den Eisenbahnbau in Afrika und Diamanten geht), der den Bau des Kooges finanziell unterstützte. Er soll verfügt haben, dass die Hausdächer grün zu streichen sind.

Das traumhafte Märchenwetter lockte uns wie viele andere ans Meer.
Eine Hohenasperin berichtete mir, dass sie in St. Peter Ording am Strandzugang eine lange Zeit anstehen mussten, um die Kurtaxe zu zahlen. So etwas hätte sie dort noch nie erlebt.

Nachdem wir in den letzten zwei Jahren kaum einen Sommer hatten, werden wir dafür anscheinend in diesem Frühjahr entlohnt und obwohl die Pflanzenwelt einen Regenschauer gebrauchen könnte, genießt jeder auf seine Art und Weise die Zeit in allen Zügen.
                                    Blick auf Hallig Hamburg, die auch mit dem Pkw befahrbar ist.

 Auf Nordstrand hatte ich am Tag zuvor Fahrräder gebucht und die Abholung klappte prima.
Also auf in das Abenteuerland Nordfriesisches Wattenmeer;
Beim Radeln am Deich kommt man meistens mit anderen Fahrradfahrern an den Toren ins Gespräch.
So informiert mich eine Radlerin über das Gelege direkt am Radweg. Es muss vom Austernfischer das Nest mit den lustig gesprenkelten Eiern sein.

Wildgänse in Nordfriesland Segen und Fluch in einem 

Die Bestände der Wildgänse sollen gewachsen sein und für die Landwirtschaft mancher Orts ein Problem.
In Nordfriesland am Lüttmoor-Siel auf der anderen Seite des Deiches sind tausende von Gänse zu beobachten. Die Nonnengänse und die Ringelgänse sollten eigentlich schon längst in Richtung Norden weiter gezogen sein. Die Graugänse ziehen hier ihre Brut auf. 

Auf den Warften gibt es Entschädigungen für die Invasion von Gänse, wenn das Weideland von ihnen abgegrast wird. Wie es hier auf dem Festland ist, weiß ich nicht. 
Vogelliebhaber werden von den zahlreichen Enten, Gänsen und Wattvögel angezogen und so sind sie auch eine touristische Attraktion. 

Kiebitz am Wattenmeer bei der Futtersuche

 Meine Kamera ist bei diesem Ausflug gefordert: Überall sind überaus hübsche Vögel zu entdecken
     Beim Schafstelzenpärchen besitzt das männliche Tier eine solch stark gefärbte gelbe Brust, die an blühenden Löwenzahn erinnert.
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Nordfriesland den 21.4.2018

Zurück von der Hallig Hooge, auf der die 21. Ringelganstage eröffnet wurden.

Am Vormittag hüllte der Nebel die Hallig noch ein, aber später kam auch hier die Sonne zum Vorschein und ließ einen Blick auf die unendlich vielen Ringelgänse zu, die auf dem Weg nach Sibirien rasten.

Es war ein interessanter Tag für mich, von dem ich jede Menge tolle Eindrücke mit nach Hohenaspe nehmen konnte.
Vom Schiff aus bei der Anfahrt nach Hallig Hooge konnten auf einer Sandbank 78 Seehunde gezählt werden. 

Minister Habeck, der sich gerade von den Grünen in SH verabschiedet hat (er geht in die Bundespolitik), wurde auf der Eröffnung  für sein Engagement von der Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann  im Bio­sphä­ren­ge­biet Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Wattenmeer mehrfach in Abwesenheit gelobt.
Vorab schon mal ein paar Aufnahmen der im Mittelpunkt stehenden Gänse

Insgesamt rasten im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer etwa 75.000 Ringelgänse und der Großteil davon auf den Halligen.
Für die Gänse, die zweimal im Jahr eine strapaziöse Reise zwischen ihren Überwinterungsgebieten in Westeuropa und den Brutgebieten in Sibirien unternehmen, ist das schleswig-holsteinische Wattenmeer ein wichtiger Zwischenstopp zum Auftanken der Reserven für den Weiterflug.

Es gibt nicht nur Ringelgänse zu entdecken:
Als ich vom Schiff steige, höre ich die Vögel gleich über meinem Kopf singen, die selten zu sehen sind:
Feldlerchen in Massen, deren Gesang mich sofort an meine Kindheit in Niedersachsen erinnern lässt.
An diesem Tag hatte ich die Feldlerche das erste Mal vor der Kamera.
Der Gesang der Fledlerche, der immer hoch aus dem Himmel zu hören ist, ist HIER aufgezeichnet.
Als Kind hatte ich mich immer gewundert, warum dieser Vogel nur zu hören, aber nie zu sehen war.

Auch den Schwarm in der Nachbarschaft konnte ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht ablichten und nur wenige werden die Vögel bestimmen können.
Es sind Goldregenpfeifer wie mir Lars Lachmann (Leiter vom Vogelschutz und Ornithologie NABU) bestätigte.

Aber noch einmal zurück zum Start des Ausfluges: 
Bei der Abfahrt mit der MS Seeadler ab Schlüttsiel ging ich davon aus, dass der Ort ein kleines Stück hinter Husum liegt, aber weit gefehlt. In letzter Minute schaffte ich es vor Abfahrt aufs Schiff zu steigen.
Nach dem Anlegen auf der Hallig Hooge ging es im Fußmarsch zum Veranstalltungsstart mit der Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann, denn in wenigen Minuten sollten die 21. Ringelganstage eröffnet werden.

Für fußkranke gibt es auf der Hallig auch Alternativen, um zu den unterschiedlichen Warften zu gelangen.
Hallig Hooge zählt 160 Einwohnern auf einer Fläche von 574 Hektar mit 110 Einwohner im Winter, 160 im Sommer, 70 Haushalte auf 10 Warften, davon sind 35 Vermietungsbetriebe, 9 Gaststätten, 2 heimatkundliche Museen, 2 landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe und ein Fischereibetrieb.

Etliche Fahrräder stehen am Anlieger außerdem zur Vermietung
Obwohl ich zu Fuß oder mit dem Rad die Hallig erkundete, begegnete mir dieser Kutscher ständig. 
Beim dritten Mal mussten wir beide lachen und er sagte mir (natürlich auf plattdeutsch), " das ist hier nun mal auf Hooge so". 

Ich bin Fan von Gänsen und guten Ansprachen, beides konnte ich an diesem Tag genießen.
Wen und warum die Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann hier auszeichnet gleich...

Vorerst wurden um die 200 Gäste vom Hallig Hooge Bürgermeister Piepgras begrüßt, der sich nach 15 Jahren als Bürgermeister mit vielen Ämtern verabschiedet, da er nicht mehr antreten wird und gab damit Quasi das Erbe an die nächste Generation weiter, wie der Moderator Dr. Detlef Hansen, Leiter der Nationalparkverwaltung passend, feststellte. 
Einen interessanten Artikel über Matthias Piepgras vom letzten Jahr habe ich in einer Spiegelausgabe gefunden HIER.

Das 18. Mal wurde die goldene Ringelgansfeder auf der Eröffnungsveranstaltung der Ringelganstage übergeben. 
In diesem Jahr erhielt Albert Pahl (ehemaliger Kreispräsident aus Nordfriesland) die damit verbundene Ehrung. Der ehemals Kreispräsident von Nordfriesland, Amtsvorsteher von Eiderstedt und Bürgermeister von Westerhever, setzte sich in besonderer Weise für den Schutz der Ringelgänse und ihres Lebensraumes ein. Der Eiderstedter hatte auch als Landwirt mit der Herausforderung zu kämpfen, denn der Konkurrenzkampf von Gänsen und Vieh auf den Grünflächen ist und war ein Problem, denn die Zahl der Gänse steigt an. 
Gratulation an einen " feinen Mann", wie Albert Pahl von Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann und anderen Rednern bezeichnet wurde

Ich ahne als Zuhörerin: Es muss jede Menge Diplomatie dazu gehören die verschiedenen Interessengruppen wie Tourismus, Landwirtschaft und Naturschutz unter einem Hut zu bekommen. 
Inzwischen ist der einstige ungebetene Gast (die Ringelgans) zum Besuchermagnet geworden und die Landwirte erhalten ein Pflegeendgeld, das die für den Naturschutz erbrachten Leistungen finanziell ausgleicht. 
Zum Programm der Ringelganstage geht es HIER

Die Gewinnerin des diesjährigen  Malwettbewerbs kommt aus Brunsbüttel 
 Im Rahmen der Feierlichkeiten präsentierte die Staatssekretärin auch das Plakat für die Ringelganstage 2019, das Milina Adelina Graz – die Gewinnerin des diesjährigen Malwettbewerbes – aus der Klasse 6c des Gymnasiums Brunsbüttel gemalt hat. Lale Zoe Grütt (6b, Gymnasium Heide Ost) und Franka Dohrn (5b, Gemeinschaftsschule Meldorf) wurden mit dem zweiten und dritten Platz ausgezeichnet.

 Insgesamt nahmen 433 Schülerinnen und Schüler aus 29 Schulen teil, darunter auch eine Schule aus Berchtesgaden.
Was für tolle Zeichnungen. Gratulation an die Sieger!


nicht immer ist diese Postkartenidylle zu sehen, wie auf einem Plakat zu entdecken ist.

 Bei der Erkundung der Hallig mit dem Rad begleiteten mich die Küstenseeschwalben, sie wirkten wie die meisten Vögel vor Ort sehr furchtlos.

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November 2017

Hohenasperin engagiert sich in Äthiopien

 Anna Glindemann beteiligte sich mit sieben Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar für 2 ½ Wochen an einem Bauprojekt in Äthiopien. 
Die Urbanistik-Studentin im 7. Semester unterstützte damit den Bau eines im ländlichen Raum verwirklichten Duschhauses, das von der Universität entworfen wurde und ein Forschungsprojekt ist.

  Durch den Bau sollen nicht nur die hygienischen Standards für die dortigen Bewohner gesteigert werden, sondern auch die Behandlung des Abwassers durch eine Pflanzenkläranlage mitberücksichtigt werden.
  Wasser prägt das Siedlungsverhalten 
Erhofft wird, dass das Duschhaus Menschen anzieht und dadurch neue Siedlungen in naher Umgebung entstehen.
  Das Duschhaus ist für verschiedene Nutzungen ausgelegt: Zum Duschen, Kleidung waschen und als Treffpunkt für die Bewohner aus der Umgebung.

  Im kleinen Dorf Wurer Nähe Addis Abeba der Hauptstadt von Äthiopien startete das Projekt 

Anna Glindemann berichtet von ihrer Exkursion:
Zu Beginn waren wir drei Tage in Addis Abeba, eine unheimlich intensive Stadt.
 Impressionen von Addis Abeba (Fotos von Jakob Schmitt) 

Gefühlt von allem zu viel. Nach nur einigen Tagen wurde aber alles erschreckend schnell normal. Wir nahmen uns Zeit, um letzte Baumaterialien zu kaufen und die Stadt und ihre Bewohner kennenzulernen.
Markttag 

Wir erhielten schöne, aber auch chaotische Eindrücke:
 Zu 20igst in einem Minibus gequetscht fuhren wir durch die Stadt, den größten Markt Afrikas besuchten wir, auf dem so gut wie alles gekauft werden konnte und kamen in den Genuss von neuen Geschmacksrichtungen.
Zusammen mit äthiopischen Architekturstudierenden machten wir uns auf den Weg nach Wurer unserem zu Hause für die nächsten zwei Wochen.
Wir wohnten in einfachen Hütten in einer Siedlung entlang einer Hauptstraße. Fußläufig gab es eine Wasser- und Blumenfabrik.
Foto vom Ort, indem das Haus gebaut werden soll
Die Temperaturen schwanken hier im November nachts von ca. 5-10 Grad, tagsüber zwischen 25 und 30 Grad.
Traditionelle Siedlung in Äthiopien 

 Traditionelle Siedlungen lagen entfernter von der Hauptstraße, die wir bei morgendlichen Spaziergängen erkundeten. Im Freien bauten wir uns eine improvisierte Toilette und Dusche.
Frei herumlaufende Kühe, Ziegen und Hühner statteten uns öfters Besuche vor unserer Tür ab. Eine Art Terrasse war neben der Baustelle unser Hauptaufenthaltsort, dort aßen wir gemeinsam und genossen die Abende mit Karten spielen und Lagerfeuer.


Ein Duschhaus entsteht - Fotos Jakob Schmitt 
Beim Schichten der Pflanzkläranlage
Anna Glindemann berichtet weiter: 
Tag für Tag arbeiteten wir an anstehenden Aufgaben.
Ich half bei vielen verschiedenen Teilen mit: Beim Füllen der Pflanzenkläranlage mit Lehm und Sand, beim Bau der Fachwerkträger für das Dach, beim Bau der Schalung für die Abwasserbecken. Weitergestaltete ich ein Plakat über das Duschhausprojekt, um die Bewohner über das Projekt zu informieren.
Ich strich den Außen- und Innenbereich des Hauses und baute Sitzgelegenheiten für den Außenbereich.
 In den letzten Tagen ist uns die Zeit davongerannt, viele Aufgaben mussten noch erledigt werden. Entscheidende Elemente, wie der Wasseranschluss oder die Anbringung der Duscharmaturen erfolgten erst kurz vor Schluss, wodurch nicht sichergestellt werden konnte, dass sie einwandfrei funktionierten.

Bislang hat noch keiner der Bewohner das Haus auf Grund von ungeklärten Betreiber-Zuständigkeiten und technischen Problemen genutzt.
Derzeit arbeitet die Universität daran, die Probleme zu beheben, damit möglichst bald das Haus als das genutzt werden kann, wofür es gedacht wurde.

Einweihungsfeier nach Fertigstellung
Das Projektteam mit Anna Glindemann (Bildmitte grüne Latzhose) 

Am Abreisetag waren wir noch einmal bei der Baustelle.
Unsere gebaute Bank wurde auseinandergenommen, das Holz war weg.
Ein deprimierendes, enttäuschendes Gefühl machte sich breit und hat den Abschied von dem Ort auf einmal leichter gemacht.
Aber ist das zu verübeln?
 Die Bevölkerung wurde vorab in keinster Weise über den Bau informiert.
Erst als angefangen wurde zu bauen, später durch das Plakat und durch Gespräche mit den Bewohnern, verbreitete sich die Nachricht langsam.
Würden wir so etwas anders wertschätzen, wenn wir gar nicht wüssten, für wen oder was „das“ alles sein soll?
Und wenn wir die Materialien anders besser verwenden könnten? Nach Hause komme ich mit wundervollen, unvergesslichen Momenten, liebgewonnen neuen Freunden, dem Verständnis, wie eine Kläranlage gebaut wird und einer Menge Ernüchterung.  
Gruß Anna Glindemann

Das Forschungsprojekt IN3 (Integrated Infrastructure) ist ein interdisziplinäres, internationales Projekt der Bauhaus-Universität Weimar und dem Äthiopischen Institut für Architektur, Baukonstruktion und Stadtentwicklung (EiABC). 
Der Fokus liegt dabei auf der Erforschung und Ausbildung nachhaltiger städtebaulicher Planung ländlicher Räume in Äthiopien. Dabei wird davon ausgegangen, dass die technischen Infrastrukturen, wie Wasser, Energie und Transport, ausschlaggebend für die räumliche und soziale Entwicklung sind. Mit dieser Erkenntnis sollen Wege aufgezeigt werden, wie der Urbanisierungsprozess umgesetzt und erleichtert werden kann. Ein Ziel sind nachhaltige und resiliente Kleinstädte, um auch den immensen Zuwachs auf die Hauptstadt Addis Abeba zu verringern.
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