Dienstag, April 02, 2024

Ortswechsel

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den 30.5. 2024

Zurück aus Niedersachsen

Auf dem Weg zu einem Wandertreff bei Celle legen wir eine Pause bei Bergen-Belsen ein, wobei zufällig der Weg der Erinnerung entdeckt wird.
An dieser Stelle befand sich der Zubringer zwischen 1940 und 1945 für Deportationszüge mit Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen zum Lager Bergen-Belsen. 
Die Gefangenen wurden nach einer langen Fahrt in verriegelten Waggons unter Gewaltandrohung durch die SS über einen etwa sechs Kilometer langen Weg ins Lager getrieben.




📌Auf der Rampe werden keine Menschen mehr verladen, aber für den Truppenübungsplatz der Nato werden augenblicklich Maschinenteile abtransportiert. 
Der angrenzende Schießplatz ist einer der größten in Europa und im Hintergrund hört man Salven von Geschützen. 

Ein beängstigender Klang gerade, wenn man die aktuellen Meldungen verfolgt.
‼️ Nato plant Kriegswende mit West-Waffen gegen Russland  und Pistorius verspricht Ukraine neues 500-Millionen-Waffenpaket aus dem Spiegel HIER
‼️ Die Nachricht aus Russland ließ nicht lange auf sich warten 
Russland droht mit nuklearen Waffen 

Es muss umgehend eine andere Lösung gefunden werden, um die sich gegenseitig hochschaukelnden Entwicklungen zu stoppen! 
Nato-Abwehrsoldaten aus Holland verladen Maschinen und Einsatzfahrzeuge
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26.4. April 2024

Auf dem Weg nach Franken


Vor ein paar Tagen waren wir in der Nähe von Würzburg gefordert und so ging es wieder auf die Reise.
Die Anfahrt war zunächst in der Landschaft sehr frühlingshaft, aber das änderte sich schnell. 
Im Mittelgebirge waren sogar Schneeräumfahrzeuge unterwegs.

Ein seltsamer Anblick, der sich da bot. Blühende Rapsfelder und Schneelandschaften.


Bei Würzburg - hier Winterhausen - lag zwar kein Schnee, aber es war extrem kalt.

Als vor unseren Augen ein Mann bei 5° in den Main stieg, rief ich ihm zu, dass ich ihn nicht retten würde. Er lachte und sagte, dass er jeden Morgen in den Main steigt, ob Winter oder Sommer, und dass er kerngesund ist. 

Tolle Idee in Winterhausen:



Es blieb Zeit für kleine Wanderungen in den Weinbergen, mit den wunderschönen Wegen und reichlich Information zu den hier angebauten Weinsorten, die auf den Höfen überall direkt vermarktet werden. 



Wanderweg mit Unterhaltungsprogramm. Im Bild ein Barfußweg.








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April 2024 

Abenteuerland Türkei 


2 Jahre waren wir nicht an unserem geliebten Urlaubsort in der Türkei.
Endlich sind wir von Hamburg nach Izmir geflogen und nach drei Stunden in der Hitze gelandet.
Auch wenn die Hotelanlage in Özdere alles bietet, hat das Wandern in der Landschaft oberste Priorität.
Nur wenige Schritte von der Anlage entfernt ist man hier, anders als an der türkischen Rivera, sofort in die Landschaft und den Ort mit seinem authentischen Leben eingebunden. 
Überall blüht es. Ob im Ort, in den Gärten oder auf den Terrassen, an der Küste oder in den Bergen. Eine bunte Blumenvielfalt, wohin das Auge reicht. 


Wildblumen wie zum Beispiel Knabenkraut (ein Orchideenart) oder Anemonen begeistern.




Dumm gelaufen für die jungen Männer am Strand. Es dauerte eine Weile, bis sie wieder aus dem Sand herauskamen. Ob es wirklich geholfen hat, das Auto hinten zu beschweren?

Als Besucher der Türkei muss man die Wochenmärkte (den Basar) aufsuchen.

Hier werden Eindrücke von der Vielfalt und dem Leben in der Türkei vermittelt.
Die Inflationsrate liegt derzeit bei über 67 Prozent. Die türkische Lira befindet sich im freien Fall. 
10 Türkische Lira entsprechen derzeit 0,29 €. Für Türken steigen die Preise im Land rasant. 
Für Urlauber ist die schwache Währung ein Vorteil. 

Ein zufällig getroffenes Ehepaar aus Nürnberg, das in Özdere ein Wochenendhaus besitzt, erzählt von seinen Erfahrungen mit den dramatischen Folgen der Inflation für die türkische Bevölkerung.
Das Ehepaar reist oft mit dem Auto über Österreich, Ungarn, Serbien und Bulgarien.
In Istanbul überqueren sie das Meer über die neu eröffnete Yavuz-Sultan-Selmi-Brücke.


Die Ausflüge in die Küstenlandschaften der Ägäis waren für mich immer etwas ganz Besonderes.


Manchmal begleitete mich auch mein Ehemann
Wenn es um antike Stätte ging, war er gern dabei.



Hier Reste aus der Antike ohne jede Hinweisschilder mit der Befestigungsmauer, der Nekropole, der Tempel, der Agora und des Theaters.


Auch bei Wanderungen hoch in der Bergen stößt man auf Ruinen einer längst vergangenen Zeit.
.. hier ein seit Jahrhunderten verlassenes Dorf.

Als wir an einer Schafherde vorbeikommen, wird diese von 4 Hunden bewacht, die sich wohl langweilen und uns lieber ein Stück des Weges begleiten wollen. Der Schäferhund zieht es jedoch vor, allein mit uns zu gehen und verjagt die anderen kleinen Hunde. 

Direkt in Özdere gibt es einen hohen Berg, den wir auf dem Serpentinenweg erklimmen. Die Aussicht ist faszinierend.
"Schildi" ist nicht so begeistert von uns und verzieht sich rasch ins Dickicht. 
Eine riesige schwarze Schlang kriecht ebenfalls davon. Ich glaube, dass es sich um eine Giftschlange handelte. 


Aber dann ruft auch schon das Mittelmeer zum Abkühlen
Von unseren Liegestühlen aus sehen wir den Berg, den wir gerade erklommen haben.

Tschau Türkei, wir kommen bald wieder!! 

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Neulich in Tschechien:

den 19.2.24

Zurück aus Marienbad



Eine Geburtstagsfeier für zwei Familienmitglieder sollte in diesem Jahr mit einem Kurzurlaub in Marienbad, Tschechien, stattfinden. Als Geburtstagsgeschenk war für ein Jubilar eine Brauereiführung mit anschließendem Restaurantbesuch in der Nähe von Marienbad gebucht.
Unsere Erlebnisse und Entdeckungen auch während der Wanderungen sollen hier vorgestellt werden.

Ralf Dudde hat bei der Führung gut aufgepasst und schreibt:

"Lagerung der Braugerste bis zum Keimen

Die tschechische Brauerei Chodovar ist ein mittelständisches Familienunternehmen in der Region Pilsen und Eger. Der Jahresausstoß der Brauerei entspricht der Menge, die Pilsener Urquell in drei Tagen herstellt. Die Brauerei wurde 1860 gegründet und war bis heute in Betrieb. Sogar die deutschen Besatzungssoldaten tranken das Bier in den 1940er Jahren. Im Zuge der Privatisierung Anfang der 1990er Jahre kaufte der damalige Brauereidirektor die Brauerei.

Keimende Braugerste

 Die Brauerei stellt ihr eigenes Malz her, indem sie die Gerste auf einem großen Feld ausbreitet. Dort wird das Korn mit Thermometern kontrolliert. Erfahrene Braumeister spüren den Reifegrad aber auch von Hand an der Wärmeentwicklung, wobei das Korn mehrmals gewendet werden muss. Nach einigen Tagen werden die Keimlinge in einem der Braukessel erhitzt (60° bis 70°Celsius) und kommen getrocknet zum Schroten. Dabei werden die Keimlinge zu Malz zerkleinert (am besten 6 mal walzen, Vorsicht: Staubentwicklung mit Explosionsgefahr). Im Maischebottich werden dann die Inhaltsstoffe und der Zucker aus dem Malz herausgelöst. 

In einem weiteren Kessel setzen sich dann die festen Bestandteile am Boden ab und werden mit einer Schnecke aus dem Kessel geschoben, um als Treber weiterverwendet zu werden (Läuterung). 

Offene Braukessel sind ein Indiz für feinstes Handwerkzeugs 

Die kostbare Flüssigkeit gelangt dann in den Hopfenkochkessel (gasbeheizt). Für einen Sud werden 40 bis 60 kg Hopfen benötigt. Um diese Menge rationell bewegen zu können, wird der Hopfen vorgetrocknet angeliefert. (Einige Hopfentabletten werden noch zum Abstimmen zugegeben). 

Nach dem Hopfenkochen und Abkühlen wird die Bierhefe zugegeben und der Gerstensaft kommt in offene Bottiche, wo die Hefe bei ca. 9°Celsius Alkohol produziert, um das Bier haltbar zu machen.

Dabei bildet sich zunächst ein dichter Schaumteppich auf dem Bier, der sich nach und nach bis zum gewünschten Endzustand auflöst. 

Nach Einstellung der Alkoholkonzentration wird das Bier in Flaschen und Fässer abgefüllt. Auf eine Pasteurisierung des Bieres, die die Haltbarkeit erhöht, verzichtet die Brauerei vorerst. Dadurch ist das abgefüllte Bier zwar nur ein halbes Jahr haltbar, aber wegen des Aromas wird das Bier ohnehin nicht so alt. 

Im Brauereigasthof wird das Bier auch unfiltriert ausgeschenkt. Dann schmeckt es noch etwas kräftiger und damit besser als Pilsener Urquell. Aber Chodovar, Urquell und Budweiser sind unübertroffen gute Biere, einfach Weltmeister."

🍺🍺🍺🍺🍺🍺🍺🍺🍺


Zwei Fachleute unter sich in der Brauerei Chodovar: Ralf Dudde und ein deutscher Brauereimeister (beides Teilnehmer der Führung)
🍺Lustig an der Führung war, dass sich unter den Besuchern auch ein Braumeister befand, der seine Sternstunde hatte, weil er sich ständig bei der Führung sein Wissen einbrachte und sogar die Führerin überlegte, ihm den Job zu überlassen.

Die historische Fabrik ist ein Zeichen dafür, dass eine Produktionsanlage nicht immer grau und hässlich aussehen muss

In einem Teil des 800 Jahre alten Bierkellers (Höhle) befindet sich ein Restaurant mit 260 Sitzplätzen und ein kleines Brauereimuseum.Die alten Lagerkeller aus dem 12. Jahrhundert, die in Granit gehauen wurden, werden von der Brauerei Chodovar immer noch zur Lagerung ihrer Biere genutzt.Das Restaurant bietet eine breite Auswahl an bezahlbarer böhmischer und internationaler Küche sowie die einzigartige Möglichkeit, ein unfiltriertes Bier direkt aus unseren Lagerfässern zu probieren.


Marienbad hat wie Karlsbad Heilquellen. Das Mineralwasser kam aber geschmacklich nicht so gut bei uns an. Auch auf den Wanderungen - wie auf dem "Metternich-Wanderweg" gab es eine Quelle zu testen. Aber auch hier waren wir nicht sonderlich begeistert vom Geschmack.
Die Bärenquelle kommt hier aus einem Baumstamm.

Diese Statuen erinnern an das Monarchentreffen in Marienbad: 1904 trafen sich hier Kaiser Franz und der britische König Edward VII.

Der Wanderausflug in Miniaturland war idyllisch. Tschechien mit den bedeutenden Bauwerken sind hier im Maßstab 1:25 zu entdecken

Der Wanderweg führt entlang einer Ski Loipe mit Kunstschnee, die extrem steil nach unten ging.


Am Abend hatten wir sehr schnell eine Stammkneipe gefunden, in der wir Doppelkopf spielten.


Aber auch im Kurpark war am Wochenende für Unterhaltung gesorgt


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20.1.24

Winterwelt Harz erlebt

Schon vor einigen Wochen hatten wir unseren Kurzurlaub im Harz geplant und nicht damit gerechnet, dass wir Hahnenklee so tief verschneit erleben würden. 
Die Straßen waren alle schneefrei, sowohl bei der An- als auch bei der Abreise. Meistens fuhren wir durch schneefreie Landschaften. Nur eine Freundin aus der Nähe von Bonn schrieb, dass es dort so viel Schnee wie schon lange nicht mehr gibt. Im Rheinland bereitet man sich auf die 5. Jahreszeit vor.

Die Schneemassen begannen hier erst kurz vor Hahnenklee. 
Ein älterer Herr, den wir zufällig trafen, sagte: "Hahnenklee ist ein reizender Ort, aber ohne Sommer".

Wir waren überrascht, was hier den Touristen geboten wird. 
Der 726 m hohe Bocksberg lädt zu einem Ausflug zu Fuß oder mit der Bocksbergseilbahn ein. Für das Schneevergnügen stehen alpine Pisten, Schlepplifte, ein Kinderlift und eine Natureisbahn zur Verfügung.  Die 1500 m lange Rodelbahn soll eine der längsten im Harz sein.


An den Liebesbankweg  kommt man im Harz-Hahnenklee bei Wanderungen nicht vorbei.




Mit der Gästekarte kann man zum Beispiel unentgeltlich mit dem Bus nach Goslar fahren.
Obwohl die Kreisstadt nur 15 Kilometer von Hahnenklee entfernt ist, lag hier nur eine dünne Schneeschicht. Mein Mann wollte unbedingt die Kaiserpfalz sehen. Ein sicher sehenswertes historisches Gebäude, aber die Eintrittskarte für die Ansicht im Gebäude lohnt sich nach meiner Meinung nicht.


Da ist sie wieder die Löwenstatue, die ich aus Braunschweig, Lübeck, Ratzeburg, Königslutter und nun Goslar kenne.


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Hamburg den 18.11.23

Neulich in Hamburg 


Wir waren in Hamburg Harburg verabredet und fuhren wegen der Sperrung des Elbtunnels mit der U- und S-Bahn quer durch Hamburg zum Treffpunkt. 
Durch dieses Fahrerlebnis (denn es war eines) konnte ich endlich den Bau des neuen Wahrzeichens (?) "Elbtower" von Hamburg entdecken, denn hier soll für ca. 950 Mio. € das drittgrößte Hochhaus Deutschlands entstehen. Inzwischen gibt es, wie Sie sicher wissen, einen Baustopp für die geplanten 64 Stockwerke wegen ausbleibender Zahlungen des Konzerns des Karstadt-Milliardärs Benko, aus dessen Signa-Gruppe eine weitere Firma Insolvenz anmelden musste.

Im Holzhochhaus "Roots" wurde Holz auch aus dem Mariengrund im Flurstück Hohenaspe verbaut. Der Elbtower soll nach seiner Fertigstellung noch etwas höher werden. Größer, höher, teurer und exklusiver waren schon immer die Markenzeichen von Hamburg. 
Die S-Bahn nach Harburg ist brechend voll und doch finde ich einen Platz gegenüber von zwei muslimischen Frauen - Mutter und Teenager-Tochter mit Kopfbedeckung wie viele andere Frauen im Zug. 
Die elitär gekleidete Frau (reichlich Goldschmuck) mir gegenüber telefoniert mit ihrem Handy und wird während des Gesprächs von ihrer Tochter ermahnt, dass ihre Haare unter dem Kopftuch hervorschauen. Die Mutter zupft verärgert an ihrem Kopftuch und telefoniert weiter. 
Erschrocken schaue ich mich um, sind wir schon so weit, dass auch in Hamburgs U- und S-Bahnen Sittenwächter unterwegs sind? Erleichtert entdecke ich auch freizügigere Haarfarben

Mit dem Smartphone auf Entdeckungstour 

In Harburg angekommen, starten wir eine Art Schnitzeljagd mit einer App, die uns den Weg weist und Fragen beantwortet. Obwohl es in Harburg auch eine digitale Kulturroute gibt, haben wir uns für die App eines privaten Anbieters entschieden.                                                                                                 

Es war sehr spannend und wir haben Harburg mit manchmal ganz kleinen Details entdeckt, die wir sonst übersehen hätten, hinter denen sich aber eine historische Geschichte verbirgt.Zuerst galt es die Plastik vom Tuba-Bläser zu finden, was nicht sonderlich vor dem Rathaus schwer war. Allerdings gab es dazu noch Informationen, die so nicht bekannt waren.


auch die überbauten Bahnschienen in der Innenstadt von Harburg waren nicht schwer zu entdecken


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Den sterbenden Oberharz im August 2023 erlebt

Wegen einer Familienfeier führte uns der Weg nach Niedersachsen und da wir den Brocken noch nicht erlebt hatten, entschieden wir uns, ihn mit der Brockenbahn ab Schierke zu befahren, um dann auf Wanderwegen wieder zum Pkw zu gelangen.
Die Fahrt ab Schierke kostet mit der Bahn, deren Sound in einer weiten Region zu hören ist, 35,-€.

Zum Bahnhof muss man vom Parkplatz aus, zuerst einen kräftigen Anstieg bewältigen. 
Kein Problem mit dem richtigen Schuhwerk und Zeit. Mein Ehemann wollte die Abfahrt zu einer bestimmten Zeit schaffen und so war Eile angesagt. 
Jeder Tritt muss auf dem steinigen Felsboden beachtet werden und so blieb vorerst keine Zeit für die Ansicht der Landschaft, aber das Grauen versteckt sich nicht und der Anblick trifft einem ins Herz.

 Die Bezeichnung "Apokalypse" kommt der Beschreibung wohl am nächsten.

Wir hatten natürlich vom Desaster im Harz gehört, aber dass es so dramatisch ist, hätten wir nicht gedacht. 
Im Zug sagt ein Mitreisender, "der Wald stirbt nicht, er ist nur im Wandel". Einen so schlagartigen Wandel in der Natur? Es verharmlost die Situation.

Rund 21.000 Hektar Wald sollen hier abgestorben sein. Vor allem Fichten hat es erwischt. 
Borkenkäfer und Trockenheit gaben ihnen den Rest. Die Aufforstung wird eine Mammutaufgabe. 
Zum Extremwetter kamen noch Waldbrände dazu. Auch die Auswirkungen auf die Wirtschaft und den Tourismus sind verheerend. Besonders  aber die ökologischen Folgen bis hin zur negativen CO² - Bilanz sind massiv. Bis zu 5 Millionen  Tonnen Kohlendioxyd (CO²) werden durch das vermodernde Totholz  im Laufe der Jahre frei gesetzt. Info HIER



Wir sind vom Brocken zurück auf Wegen gewandert, die Abseits der Betonstraße zum Brocken lagen und somit "mountainbikefahrerfrei" sind. 
Positiv überrascht war ich, so viele junge Menschen auch mit Kleinkindern bei der Wanderung anzutreffen. 

Die an den zahlreichen Wanderwegen zu entdeckenden unendlich vielen Baustümpfe, sind auffällig häufig mit Steinen belegt. 

Ob das ein neuer Volkssport geworden ist, Steine auf Baumstümpfen in allen Höhen abzulegen? Den Grund dafür kenne ich nicht, obwohl ich danach gesucht habe. 




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Mecklenburg Vorpommern den 16.7. 

Upahl sagt nein

Auf dem Weg in einen Kurzurlaub in Mecklenburg-Vorpommern stoppe ich in Upahl.
Die Gemeinde mit 500 Einwohnern macht derzeit Schlagzeilen. 



Im Ort sollten anfänglich 400 Asylsuchende in einer Containersiedlung untergebracht werden. 
Nach heftigen Protesten der Gemeinde wurden inzwischen vom zuständigen Ministerium die Zahl der Neubürger auf  250 reduziert, die hier vorübergehend eine Bleibe finden sollen. Der Bau wurde in Schwerin beschlossen. 
Die Dorfbewohner finden auch die neue Zahl an Asylbewerbern für den kleinen Ort zu hoch und die Proteste halten an.
Landrat Tino Schomann (CDU) bezieht Stellung für die Upahler HIER

Noch beim Frühstück erfuhr ich aus den Tagesmeldungen, dass ein Teil der aufgehängten Protest-Plakate weichen muss. Es soll "reguliert" werden, heißt es in den Meldungen.

Ein kleiner Ausschnitt in der kleinen Gemeinde von der Protestaktion. Außerdem ist zu lesen, "Upahl ist überall". 

Als ich die Transparente vor Ort fotografiere, überlege ich, welche aufgehängten Plakate bleiben dürfen und welche nicht. 

Im Gewerbegebiet von Upahl werden in Kürze Container aufgestellt und wie man mir im Ort erzählt, werden hier hauptsächlich junge asylsuchende Männer untergebracht.
"Eine gern geleistete Integration der Flüchtlinge, sei bei diesen Massen nicht zu stemmen", heißt es von einem Dorfbewohner. 
Es wird mir versichert, dass niemand in der Gemeinde fremdenfeindlich ist, die Masse an Neubürgern aus fremden Kulturen, bereitet den Bewohnern der kleinen Gemeinde Angst. 
Ob diese Angst unbegründet ist? Wir werden es sehen, ich bleibe dran.

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den 15.6.23

Tangermünde an der Elbe in Sachsen-Anhalt erkundet

Den Elberadweg an der 1094 kilometerlangen Elbe haben wir nicht nur in SH abgeradelt.
Immer mal wieder ging es ein Stück auch in den 10 anderen Bundesländern längst des "Blauen Bandes" entlang. In diesem Jahr hatten wir uns mit Freunden in Tangermünde verabredet und so lernen wir eine neue Region kennen.
Tangermünde selbst besitzt eine historische Bausubstanz, die noch weitgehend erhalten ist und ich kann mir gut vorstellen, dass hier mittelalterliche Filme gedreht werden können. 
In der Stadt in der einst Kaiser Karl der IV gelebt hat, ist die Backsteingotik überall zu entdecken.




1615 kam es allerdings zu einem verehrendem Stadtbrand, den Grete Minde aus Rache gelegt haben soll. Theodor Fontane hielt die Tragödie in einer Novelle fest. 
Erst nach der Veröffentlichung des Buches, ließ sich beweisen, dass die Frau nicht schuldig gewesen sein konnte. Grete Minde wurde gefoltert und öffentlich verbrannt.


Wir starteten unsere Radtouren ins Umland mit einer sehenswerten Naturlandschaft

zuerst musste die Elbe überquert werden, da wir einen Rundradweg abradelten.
Später überquerten wir den Fluss mit einer kleinen Fähre.
Blumen am Wegesrand begeisterte. Hier der Natternkopf.
Mohn- und Kornblumen soweit das Auge reicht.


Eine ideale Vogelwelt

Unser erstes Ziel war das Kloster Jerichow 

Vor allem der Klostergarten war sehenswert




Hier die Spornblume als Bienenweide

Bei einer Radtour am anderen Tag mitten in der Walachei entdecke ich den kleinen armen Waschbären.


Wie ich erst später merkte, flüchtete er nicht, weil er verletzt war. Was war zu tun? Der Allesfresser ist ganzjährig jagdbar, denn er wird als Neozoon betrachtet. Trotz dieses Hintergrundwissens: Darf ein verletztes Tier einem traurigen Schicksal überlassen werden?
Der Waschbär hatte überall Zecken auch an den Augen und es war ein extrem trauriger Anblick.
Waschbären sind Krankheitsüberträger. Was hätten sie an meiner Stelle unternommen?

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Mai 2023
Brandenburg auf dem Rad erlebt


In diesem Frühjahr hatten mein Ehemann und ich eine Radtour in Brandenburg gebucht auf die wir uns schon eine lange Zeit freuten. Wir wurden nicht enttäuscht.

Anfang Mai startete das Unternehmen mit unseren Klapp E-Bikes in Erkner / Berlin am Dämeritzsee in einem guten Hotel.
Am Morgen nach unserer Ankunft wurden wir mit anderen Radlern auf die Strecke eingewiesen, die uns auf dem Handy per Komoot-App angezeigt wurde.


Die Handyhalterung am Lenkrad für 2,30 € leistete gute Dienste und so konnte per Ansage der App (auch über Google maps) theoretisch nichts schief gehen.
Der erste Streckenverlauf  (65 km) führte uns nach Buckow also in die Märkische Schweiz.

Maiglöckchen so weit das Auge reicht. Auf dem Hinweg waren die Blüten noch geschlossen.
Auf dem Rückweg (andere Strecke) blühten sie bereits kräftig und erfüllten die Luft mit ihrem Duft.


Zu entdecken gab es unterwegs immer etwas. Zum Beispiel der Ziegeleipark Mildenberg


oder die zahlreichen Wildblumenflächen in den Orten und auf den Flurstücken



Auf die Pyramide in Garzau machten uns Passanten auf einem Markt aufmerksam und meinten, wir müssten dorthin unbedingt einen Abstecher machen:


und schon ging es weiter zum heutigen Ziel


Der Ort Buckow selbst begeisterte meinen Mann und mich sehr und das Hotel mit dem lichtdurchfluteten hübschen Zimmer mit Blick auf Ort und Wasserrad war schon etwas Besonderes. 
Auch das angebotene Essen, war köstlich.
 

Leider haben wir es nicht mehr geschafft das Brecht- Weigel - Haus anzuschauen.
Na, beim nächsten Besuch.


und es heißt wieder Kofferpacken, denn pünktlich um 9 Uhr werden sie abgeholt. Nach einem guten Frühstück geht es mit den Rädern weiter nach Bad Saarow


.. und am See die moderne Übernachtung kann nicht lange genossen werden.



Wir kommen an den ehemaligen Gebäuden der Agrargenossenschaften vorbei, die nun mit Schweinemast oder mit Hühnern bestückt sind.
Hier ein Schweinemastbetrieb.


Etwas weiter werde ich auf einen Legehennenbetrieb aufmerksam. Bei einer Mitarbeiterin, die gerade die Schicht verlässt, erkundige ich mich. 
14.000 Legehennen sind dort untergebracht - auf Bio -. Aber legen dürfen sie auch nur 2 Jahre, dann wird geschlachtet. 
Es laufen ein paar wenige Hähne auf der Freifläche und ich frage, was mit den Hennen ist. 
"Ja, die wollen manchmal nicht aus dem Stall oder wenn ein Greifvogel am Himmel zu sehen ist, trauen sie sich nicht", erfahre ich. Ihr Chef kommt wie wir aus Schleswig-Holstein.

Schloss Trebnitz - nun Bildungs- und Begegnungszentrum 

Vorbei kommen wir an jede Menge Gutshäusern und entdecken immer wieder Schlösser.


Die Organisatoren von dieser buchbaren Tour durch Brandenburg sprechen von unserer geleistete Route von "Gurkentour" weil sie ohne gefährliche Streckenabschnitte verläuft, was ich aber nicht bestätigen kann, da sie auch teilweise an autobefahrenden Straßen entlang geht. 

Manchmal ist der Weg so sandig, dass man das Rad schieben muss, was natürlich kein Problem ist.
🥒Gurkentour nennt sich die Strecke aber auch, weil sie zum Teil auf dem Gurkenweg in der Spreeregion entlangläuft. 
👉Mike der Einweiser, erzählte, dass er gerade aus dem Krankenhaus nach mehreren schwierigen Gesichts OPs kommt.  
Nach einer Extrem-Radtour (im Ausland) musste er nach einem Unfall mehrfach mit Brüchen im Gesicht unters Messer. 
Also dann doch lieber "Gurkentour".

In Lübben glücklich angekommen - hier durften wir 2 Mal übernachten, sind wir mit der Unterkunft wieder durchaus zufrieden.
Die Radwege hier im Spreewald auch nach Lübbenau sind einmalig. Was für eine wassereiche Landschaft.
Lübbenau mit den Wassertaxis kennen sicher die meisten bereits. 



Überall gibt es nette Lokale mit Biergärten an den Wasserstraßen. 
Es gibt regionale Kost. Hier im Café an der Spree in Schlepzig
Besonders hat mir nach einer langen Radelstrecke aber das Gasthaus Bukoitza gefallen. 

Radwege, die kein Ende nehmen wollen in einer sehr idyllischen Landschaft .

Am vorletzten Tag unserer Reise geht es von Lübben nach Königs Wusterhausen. 
Die Unterbringung war hier etwas einfacher, aber der Ort mit dem Schloss vom "Soldatenkönig"  (Friedrich Wilhelm der I) ist sehr interessant. 
Wir haben in einem mexikanischem Restaurant toll gegessen. 


In Königs Wusterhausen wurde demonstriert. Als ich erzählte, dass ich die Petition unterschrieben habe, wurden wir beste Freunde. 

Die Friedensbewegung ruft dazu auf, das angekündigte Aufrüstungspaket von 100 Milliarden € gemeinsam zu stoppen.
Die Aufrüstungspolitik ist grundfalsch und hochgefährlich. Mehr Waffen schaffen keinen Frieden!

Am anderen Morgen ging es zurück nach Berlin / Erkner wo unser Auto am Hotel auf uns wartete. 
Auch diese Fahrt durch Berlin haben wir nett in Erinnerung. Kein Autoverkehr reine Radwege mit der ein oder anderen Fähre brachte uns ans Ziel.

🚴‍♀️🚴‍♂️🚴🚵‍♀️🚵‍♂️🚵

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den 19.2.2023

Zurück aus Würzburg

Die neue Wohngegend unserer Tochter mit Lebensgefährten am Guttenberg Wald  im Steinbachtal fällt nicht nur wegen der Wohnlagen mit den Häusern auf.

Die Katzen haben hier adlige Doppelnamen und wir konnten uns selbst davon überzeugen.

Unser Nachbar, der während unserer Abwesenheit unsere "Miezi" versorgte, meint dazu, "bei einem solchen Namen würde ich auch abhauen" :-) 
In Würzburg tobt der Karneval und was wir sonst noch erlebten:

Dieses Gericht nennt sich in Franken "Brizza", kam aber beim Norddeutschen-Besteller nicht 100prozentig in der Geschmacksnote an.  


Die Anfahrt nach Würzburg verlief konfliktfrei. Nach gut 4 Stunden erreichten wir die fränkische "Stadt der Sinne" 

Nach dem Einchecken im Hotel, dass obwohl es sich um ein historisches handelte, nur mit einem Code betreten werden konnte, der vorab auf dem Handy eintraf, starteten die Ausflüge.
(Das Handy mit der langen Codenummer durfte man niemals vergessen, wenn man wieder ins Zimmer wollte und kein gutes Gedächtnis für eine 6 stellige Zahlenkombination hatte.)   

... mit Blick auf den Main

In Würzburg gibt auch zu dieser Jahreszeit vieles zu entdecken.
In der Innenstadt ist jede Menge Betriebsamkeit und längst der  langen Alten Mainbrücke stehen junge und alte Einheimische mit einem Weinglas am Vormittag in der Hand. Es scheint so etwas wie ein traditioneller Treffpunkt zu sein. Man muss es erlebt haben.
Ganz eindeutig sind wir nicht mehr in Norddeutschland.


Ein Besuch in den Botanische Garten der Universität Würzburg steht auf dem Plan.
In den riesigen Glasschauhäusern wird die Vegetation der unterschiedlichen Erdteile mit einer faszinierende Pflanzenwelt präsentiert.

Auch auf dem Gelände selbst wird es bunt
Hier ein Teppich mit blühenden wilden Alpenveilchen, die wir so nur aus der Türkei kannten.

Beim Spaziergang durch die Weinberge wird immer wieder auf den berühmten Frankenwein hingewiesen. 

Es ist Karnevalzeit und in den Straßenbahnen, der Innenstadt und in den Gaststätten überall sind überaus gut gelaunte bunt verkleidete junge Menschen anzutreffen.
Würzburg ist ganz unverkennbar eine Universitätsstadt 

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November / Dezember 22

Grüße aus Karlsbad 


In einer Dokumentation im TV hatte ich von den Quellen in Karlsbad bereits gesehen und gehört, es nun live zu erleben, fand ich faszinierend. 
Wie damals im Film laufen die meisten Menschen wirklich mit derartigen Schnabeltassen durch die Innenstadt von Karlsbad und schlendern von Quelle zu Quelle.

Uns hat es für ein paar Tage in die Tschechische Republik verschlagen.
In Karlsbad gibt es viel zu entdecken. Nicht nur Goethe, Schiller oder "Schwejk"  ist hier mit seinen Anekdoten immer wieder anzutreffen. 


Am präsentesten in der Jugendstil geprägten Stadt sind die Thermalquellen. Tschechen und Touristen aller Nationen schlendern mit bunten Schnabeltassen mit einer enormen Vielfalt durch die adventlich beleuchtete Fußgängerzone, denn überall sprudeln die meist heißen Quellen aus dem Boden. 
Das Wasser kann zum Trinken abgefüllt werden und soll eine heilende Wirkung wegen der darin befindlichen Mineralien haben. 
Je nach Wassertemperatur für bestimmte Erkrankungen HIER.
Das Wasser wird in den Tassen abgefüllt und dann trinkt man es schluckweise. Es schmeckt nicht unangenehm und die Temperatur des Wassers ist bei dem Wetter durchaus angenehm.


Die heißen Quellen und Geysire schießen überall aus dem Boden und 13 von ihnen werden für Trinkkuren im Kurort Karlsbad eingesetzt 

Es ist schon eine Ewigkeit her, als ich die Geschichten vom Soldaten Schwejk gehört habe, vor der Gaststätte / Restaurant "Schwejk" bringen sie sich wieder in Erinnerung.


Der brave Soldat Schwejk in Karlsbad erinnert an den Roman mit Verfilmung HIER

Der Schriftsteller vom Anti-Kriegsheld Schwejk feiert am 3.1. 2023 seinen 100. Todestag Info HIER



Überrascht sind wir von der Jugendstil-Architektur. Die Häuser wirken alle prachtvoll und sind im Gegensatz zu vergleichbaren Städten in Deutschland vom 2. Weltkrieg verschont geblieben. 







Die adventlich geschmückt Innenstadt wirkt reich und die Geschäfte sind wohl eher etwas für russische Oligarchen. Die unendlich lange Zone mit den Mosaiksteinen auf dem Boden ist etwas Besonderes. Wer die vielen Steine wohl in Handarbeit verlegt hat? 



Diese Aufnahme hat mich viel Schweiß gekostet. Der steile Wanderweg zehrt an den Muskeln. 

Wir wandern alle Sehenswürdigkeiten ab, die teilweise auch mit der Seilbahn erreicht werden konnten. 
Von oben der Blick auf unser Hotel, das sowieso schon oberhalb von Karlsbad liegt. Allein der Fußweg dorthin war für mich anstrengend. Überhaupt muss man sich als Schlewig-Holsteiner hier im Bäderdreieck Westböhmen an die Berge gewöhnen. 

Blick auf den Kaiserwald vom Aussichtsturm Diana, der Gott sei Dank auch mit der Seilbahn erreicht werden konnte.

Endlich geht es wieder bergab 

Mein Eindruck ist, dass es den Tschechen nicht schlecht geht. Verarmte Menschen sehe ich auch außerhalb von Karlsbad nie. Bettler gibt es kaum. Die Züge sind überaus modern, nirgendwo liegt Müll. Es wird viel gebaut. Die Straßen werden erneuert und Häuser saniert. Ein Zeichen von Wohlstand. 


Als wir die Tschechische Republik verlassen, fängt der angekündigte Schnee an zu fallen.
Die Elbe begleitete uns auf der Heimreise mit dem Zug ab Ústí nad Labem in Tschechien.
Ob das Wasser schneller als wir in Hamburg ankommt?, überlege ich mir bei diesem Anblick aus dem Zug.

Niemals hätte ich gedacht, dass die Elbe bereits hier, eine so imposante Breite hat

Nein, wir kommen vor dem Wasser in Hamburg / Itzehoe an. Mein Mann rechnet es mir mit der Fließgeschwindigkeit vor. 
Es gab lediglich eine Stunde Verspätung auf der Rückreise, weil Menschen auf den Gleisen zwischen Elmshorn und Pinneberg liefen. 
Die Zugfahrt (a Strecke rund 9 Stunden mit Umstieg) im ICE und im Eurocity (Rückfahrt) hat uns gut gefallen. Das Restaurant im Eurocity war allerdings noch so, wie ich es vor 20 Jahren in Erinnerung hatte.


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April 2022

Wärme und Sonne am Mittelmeer

Nach drei Jahren war es endlich wieder so weit, die Ägäis - also das nordöstliche Teilmeer des Mittelmeers lockte uns in die Türkei
Was für ein Leben ohne Jacke und ohne Mundschutz einen Urlaub genießen zu können.

Ständig, wenn ich zum Beispiel im Hotel ohne Maske spazierte, hatte ich das Gefühl, irgendetwas falsch zu machen und gleich auf mein Fehlverhalten angesprochen zu werden.
Nein, dem war nicht so und wir hatten auch nie Massen an Menschen um uns herum. 

Das letzte Mal, dass ich mich wegen Menschenmassen unwohl fühlte, war in Looft bei meiner Fotosession beim Osterfeuer.

In der Türkischen Ägäis gab es erneut viel zu entdecken 

Blumengruß aus der Türkei

Auch wenn der Hotelstrand nach wie vor reizvoll ist, lockt dann doch die Landschaft der Türkei zu Ausflügen.


Gleich bei der 1. Wanderung in Özdere stoße ich auf dieses für mich unbekannte Vogelpaar.
Wie ein Ornithologe schreibt, handelt es sich um das Chukarhuhn - Alectoris chukar, das wohl aus der Fasanenfamilie stammt.
Überall blühen in dieser Zeit die Mimosa-Bäume.
Auch bei diesem Vogel benötigte ich eine Bestimmungshilfe: Es ist der Weißbartgrasmücke - Sylvia cantillans

Gleich hinter der Küste geht es steil hoch in die Berge. Für Schleswig-Holsteiner sehr ungewohnt das Steigen, aber der Körper gewöhnt sich rasch daran.


Na, die Flamingos kann ich allein bestimmen und bin ganz fasziniert, sie hier anzutreffen.

Total überraschend fand ich den Anblick von wilden Flamingos in der Nähe vom Pamucak-Beach. 
Diese an der Küste selten gebliebene Naturlandschaft wird von Quad-Fahrern als Tour genutzt. Unfassbar auch die Massen an Müll, die hier am weitläufigen Strand mit einer Dünenlandschaft einfach von Urlaubern und Anglern liegen gelassen wird. 

Ansonsten ist mein Eindruck, dass die Müllberge in der Landschaft weniger werden. Ob die Türken auch noch drauf kommen?
Sind sie sich darüber im Klaren, was sie für Naturschätze besitzen?


Der Südliche Schwalbenschwanz ist ziemlich selten. Ihn habe ich bei Claros einem antiken Heiligtum entdeckt.

Grauortolan - Emberiza caesia


Bei unseren kleinen Wanderungen, kamen wir wieder an einen einsamen Strand, von dem ich vor einigen Jahren versuchte, die Insel im Wasser zu erreichen. Ich kam zwar auf meiner "Robinson Crusoe - Insel" an, aber mit unzähligen Seeigelstachel im Fuß. Die Abenteuerlust war mir damals vergangen. Inzwischen habe ich eine Kamera mit einem tollen Objektiv und so kann ich mir derartige Ausflüge sparen. Der Mann mit der Angel hatte sicher besseres Schuhwerk an den Füßen.


An dieser Stelle möchte ich ihnen von meinem Lesestoff in diesem Urlaub erzählen. 
Gerade an diesem Tag (28.4. 2022) steht ein Artikel in der Shz vom Bericht der Expedition und ich kann ihnen das Buch "Kon-Tiki" nur empfehlen. 
Vor allem der Teil wie sich das Team auf dem Floß auf dem Pazifik ernährt hat, fand ich überaus spannend berichtet. 
Norweger Thor Heyerdahl segelte mit einem Floß 1947 von Lima aus über den Pazifik. Er wollte beweisen, dass die Besiedlung Polynesien von Südamerika vor der Zeit der Inkas möglich war. Info HIER

Blumen wie die Haferwurz sind hübsch anzuschauen. Angeblich soll die Wurzel wie Spargel oder als Rohkost sehr gut schmecken.

Die Märkte in der Türkei sind etwas für alle Sinne

Kräuter, Gemüse, Obst und Fisch in einer großen Vielfalt für wenig Geld, die wir aus Deutschland so nicht kennen.
Mehl und Öl gibt es in jedem Supermarkt, allerdings sind dafür die Preise ungewöhnlich hoch.




Auch die Katzen profitieren vom Markttag. Katzen gibt es in der Türkei nach wie vor wie Sand am Meer
Sie haben Narrenfreiheit und vor fast jedem Haus stehen Futternäpfe für die immer freilaufenden heimatlosen Tiere.



Gleich mehr



Rallenreiher - Ardea ralloides

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den 22.11.2021

Zurück von einer Hanse-City-Tour

Für ein Wochenende verschlug uns der Weg in die Stadt mit den Schwedenköpfen als Wahrzeichen:
Die lustigen Köpfe sind oft in Wismar zu entdecken und erinnern daran, dass die Stadt vor 389 Jahren (30-jähriger Krieg) von den Schweden besetzt wurde. Die Zugehörigkeit zu Schweden dauerte 155 Jahre. 

Wir unternahmen eine Stadtrundfahrt in einem originalen Schulbus aus Amerika und erhielten jede Menge Infos zur alten Hansestadt, der es bis zur Entdeckung Amerikas ziemlich gut ging und so die Erklärung für die teuren Backsteinkathedralen an der Ostsee. 
Die Handelsrouten änderten sich um 1500. Mit der Entdeckung Amerikas entstand die Atlantikroute über die Nordsee und damit kam es zum Machtverlust.

Es waren spannende Geschichten, die im Bus mit der Fahrt durch die Stadt erzählt wurden, denn eine Kulisse mit der Backsteingotik gab Gesprächsstoff her. 
Interessant war auch, was nicht für erwähnenswert gehalten wurde, nämlich die DDR-Zeit.  Vielleicht 2 Sätze waren es in der 1,5  stundenlangen Stadttour und ich stelle mir Herrn Honecker vor, wie er wohl gestaunt hätte, dass "seine" Zeit nicht einmal in der Historie der Stadt Platz findet. Es müsste ihn ziemlich verärgern.
 
... entdeckt an der "Volkskammer Wismar" also einer Gaststätte. 

Das Fachwerkhaus Gewölbe über der Grube (Mühlenbach)

Auf dem Grundriss der  St. Marien wurde ein Platz der Begegnung gebaut. Ein gelungenes Projekt. Den ganzen Tag über sind hier vor allem junge Leute anzutreffen. 
1960 wurde das Kirchenschiff an dieser Stelle gesprengt.
Das damals baufällige Gebäude passte eh nicht in die DDR-Politik. Religion ist Opium für das Volk... 

Anlaufpunkt für Touristen ist er alte Hafen in Wismar

St. Georgen-Kirche 
Hochaltar in St. Georgen zu Wismar von 1430 



Blick auf die Marienkirche in Wismar.

Skulptur vom Parzival in der St. Marien und mir fällt sofort das gelbe Reclamheft aus der Schulzeit ein, mit einer Deutschlehrerin, die an mir verzweifelte. Dabei hatte ich ihr zugehört und die Geschichten über den Minnesang fand ich überaus spannend. 

Gut, dass wir die Fahrräder mitnahmen, denn so konnten wir die Bucht bei Wismar abradeln.

Die Seebrücke bei Wismar ist 350 Meter lang. 

In der Landschaft gibt es einiges zu entdecken.

Hier sind angeblich Fledermäuse eingezogen. Ob im Haus auch genügend Feuchtigkeit vorhanden ist? Wasser steht jedenfalls nicht auf dem Boden.

Wir treffen einen Jäger an, der nach Wildschweinspuren sucht. 
"Wildschweine haben es bei uns leicht, nicht erwischt zu werden", erzählt der Weidmann.
"Hier wird Weizen, Raps und Mais im Wechsel auf riesigen Flächen angebaut und da haben Wildscheine gute Möglichkeiten, versteckt zu leben. 
👉"Die vor kurzen ausgebrochene Schweinpest in einem Betrieb nicht weit von hier, wurde nicht durch Wildtiere eingeschleppt" und so gibt es böse Spekulationen. Info zum aktuellen Fall HIER

Aber auch einen anderer Fruchtanbau ist zu entdecken: Zahlreiche unendlich lange Foliengewächshäuser mit Erdbeerpflanzen erinnern an Spanien oder Türkei.
Die Folie stammt also aus Hohenwestedt.

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den 14.9. 2021

Wie geht es weiter im Flutgebiet?

Eine Freundin aus Bonn hält mich auf dem Laufenden.
Heute schreibt sie zum Thema:

"Die Arbeit im Flutgebiet wird wirklich noch Jahre dauern. 

In den meisten Häusern, die direkt am Fluss - jetzt wieder Bachlauf - liegen, ist schon irgendetwas gemacht worden, aber in Häusern in zweiter Reihe war oft noch niemand. 
Gestern stand ein Skandal in der Zeitung. Ein älteres Ehepaar, dessen Haus zwar im Moment bewohnbar wäre im 1. Stock, in dem aber vor März - also den ganzen Winter über - keine Heizung ist, hat jetzt in Bonn eine Mietwohnung gefunden und die Stadt Bonn hat ihnen zusätzlich zur Miete, die sie ja zahlen müssen, eine Zweitwohnungssteuer auferlegt.
Die ist jetzt wegen Protesten erst mal ausgesetzt für 6 Monate, danach müsste sich das Ehepaar mit 1. Wohnsitz in Bonn anmelden und entsprechend alle Papiere wie Personalausweis, Führerschein, Versicherungspolicen etc. für viel Gebühren umändern lassen. Alles total unverständlich! Die meisten Häuser werden wegen noch kaputter oder fehlender Gasleitungen und Mangel an Heizungsbauern im Winter nicht heizen können.
Louisa war am Samstag wieder im Flutgebiet und hat erst im Bahnhof in Dernau gearbeitet und dann in einem Haus, das gestern abgerissen wurde. Louisa musste die Dämmung aus dem Dach und die Holzvertäfelung entfernen.
 Das ist Sondermüll und wenn das noch in dem Haus gewesen wäre, hätte es gestern nicht abgerissen werden können. 
Irgendwie ist das frustrierend, wenn man weiß, dass das Haus ja doch abgerissen wird und es den Leuten gar nicht hilft, dass man darin arbeitet, aber es muss ja irgendwie weitergehen.

Ja und das mit den Plünderungen ist leider noch nicht gegessen. Selbst wenn man mit dem Rucksack dort ankommt um zu helfen, muss man den auf dem Rücken behalten, sonst ist er weg."
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den 24.7.2021

Nachrichten aus dem Flutgebiet

👉Eine Freundin aus Bonn hält mich zur Flutkatastrophe immer auf dem Laufenden. Sie genehmigte eine Veröffentlichung ihres Berichts.

Rosel Porcas schreibt:

"Die Hubschrauber fliegen immer noch über unser Haus. Sie kommen aus dem Katastrophengebiet und müssen in Hangelar auftanken. Es gibt immer noch kleine Orte, in die bisher kein Helfertrupp vorgedrungen ist, einfach, weil es keine Straße mehr gibt, die zu den Leuten führt.Aber die Bundeswehr ist jetzt massiv im Einsatz. Die Soldaten bilden Menschenketten und so ist ein Keller im Nu, na ja, nicht ganz im Nu, aber doch wesentlich schneller ausgeräumt, als wenn jeder einzeln mit einem Eimer da rumwurschtelt.Die meisten Keller sind im Dunkeln, weil es noch keinen Strom gibt und man tappt in der Matsche und weiß nicht, auf was man da tritt, wenn man was unter dem Stiefel fühlt. Shuttle-Busse von Bonn bringen Helfer kostenlos in die Region und abends wieder zurück. Viele Jugendliche tun sich zusammen und helfen. Das ist echt toll. Gelegentlich geht der Funk und man bekommt übers Handy eine Nachricht, wo noch Leute gebraucht werden.

So konnten sie einem 80-jährigen Mann, der alleinstehend ist, ihre Hilfe anbieten und den Keller ausräumen und einer alleinerziehenden jungen Mutter auch. 

Anbei ein Foto von Louisa nach dem Einsatz, kurz vor der Heimfahrt. Und obwohl sie stundenlang Matscheimer geschleppt hat, ist sie tatsächlich abends noch zum Fußballtraining gegangen. Sie ist echt ein Teufelsweib. Ich frage mich, wo sie die Energie herholt? 
Heute stand in der Zeitung, dass 62 Brücken an der Ahr beschädigt oder ganz weg sind, 600km Eisenbahnschienen müssen neu verlegt werden und 85 Bahnhöfe sind kaputt. Mann-oh-Mann.

Hoffen wir, dass die fürs Wochenende angekündigten Starkregen keinen weiteren Schaden anrichten.

Zum Foto: Die Eimer mit dem Matsch sind so schwer, dass man sie nicht weit ab vom Körper mit ausgestreckten Armen schleppen kann. Also nimmt man den Bauch zur Hilfe, um die Eimer abzustützen. Die Truppe hat ein paar angeschwemmte Mülltonnen auf Rädern gefunden und mehrere Eimer Matsch da reingefüllt und dann das Ganze auf Rollen über die Straße gebracht und das in die Böschung des Baches gekippt. Das spart Zeit und Arbeit, wenn man nicht für jeden Eimer zur Böschung laufen muss. Auf die Straße soll nichts mehr gekippt werden, damit die Autos der Hilfsorganisationen durchfahren können. Sie bringen Getränke und Essen für die Einwohner und Helfer.

👉Jeden Tag werden noch Leichen von Menschen geborgen, die ertrunken oder vielleicht im Schlamm erstickt sind. Die Zahl der Toten liegt jetzt bei 180, glaube ich.

  Die Abwasserleitungen sind ja teilweise verstopft mit Schlamm oder ganz weggespült worden. Wenn so ein Starkregen genau über dem Katastrophengebiet runterkommt, könnte es ganz leicht wieder zu einer Überschwemmung kommen, allerdings sollen es punktuelle und nicht so flächendeckende Starkregenereignisse sein. Julia ist heute wieder mit dem THW vor Ort. Hoffen wir, dass es nicht so schlimm wird, aber die Leute haben wirklich Angst, dass ihre Keller an diesem Wochenende wieder volllaufen."

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den 13.9.2021

Celle  mit den Alltagsmenschen 


Ein Familientreff in Celle war angesagt und die Stadt und Umgebung hatte wieder viel zu bieten.
Die Ausstellung von Alltagsmenschen, die überall in der Stadt verteilt sind, ist lustig und fast allen Betrachtern zaubern die Skulpturen ein Lächeln ins Gesicht.
Die positionierten Damen in der Altstadt waren immer wieder für Gruppenfotos gefragt.


Vor dem Schloss ein Brautpaar mit Hund und im Hintergrund ein echtes Hochzeitspaar

Beim Schlendern durch die Stadt entdeckt: Das Mietreagalkonzept ist eine tolle Idee. Der Kleinproduzent  - egal mit welcher Ware- ,  kann hier in einer Kiste seine Produkte anbieten und verkaufen. Die Kiste soll laut Info zirka 50,-€ Miete kosten.  Wäre diese Option für leerstehende Ladenflächen nicht eine gute Möglichkeit?

Nicht weit von Celle z.B. in der Misselhorner Heide blüht derzeit auch hier auf einer riesigen Fläche das Heidekraut so üppig wie lange nicht. 


Weite Spaziergänge sind in einer lila gefärbten Landschaft angesagt.
Köstliche Steinpilze wurden bei einem Waldspaziergang bei Celle am anderen Tag entdeckt, aber dafür braucht man nicht nach Niedersachsen zu reisen, denn die Pilzsaison hat auch bei uns im Kreis Steinburg begonnen.
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den 9.10.2020

Hamburg erleben

Blick aus dem Hotelzimmer - 15 Stockwerk- auf die Elbe von der St. Pauli Hafenstraße

Eine Familienfeier lockte uns nach Hamburg. In Zeiten von Corona ein nicht so einfaches Unterfangen, aber es war möglich und ich genoss vor allem aus dem Hotelzimmer den Blick auf die Elbe.
Aber so lange konnte der Panoramablick nicht ausgekostet werden, denn ein recht umfangreiches Programm wartete auf uns. 
Zum Beispiel war da die Fahrt mit der Fähre ab St. Pauli Landungsbrücken angesagt. 
Die Linie 62  mit dem Schiff nach Finkenwerder ist zu empfehlen, weil sie eine günstige Alternative zur klassischen Hafenrundfahrt ist. Sie gehört zum HVV und so mit einem Ticket wie auch für S- und U-Bahn nutzbar.


Längst der Landungsbrücken bin ich erstmalig mit einem E-Scooter gefahren. Mein Sohn hatte die App auf seinem Smartphon und so lud er mich ein. Was für ein Spaß!
Später war die Elbphilharmonie angesagt, aber da schwänzte ich aus dem Grund, den ich auf diesem Blog bereits gepostet hatte. Nein, ich bin eher Fan der Straßenkunst und die gibt es auch in Hamburg zu finden.
Auf dem Jungfernstieg ist derzeit eine "Outdoor-Ausstellung" zu bewundern.
"Wanderer im Nebelmeer aller Welt" nennt sie sich und es sind Fotos, die dem weltberühmten Gemälde von Caspar David Friedrich nachgestellt wurden. Was für eine lustige Idee.
Dann ist auch nicht weit entfernt der Park Planten und Blomen - eine schöne Oase.
... und wenn man schon mal in HH ist, darf ein kurzer Bummel z. B. in der Europapassage nicht fehlen.
Meine Tochter empfahl mir hier (1. Etage) dieses dänische Geschäft mit wirklich hübschen Artikeln, die erschwinglich sind.
Spaziert bin ich auch durch die Speicherstadt, auf dem Weg zum Treffpunkt in einem Restaurant am Rathaus.
Hamburgs Verlierer: Obdachlose in der Stadt sind kein seltener Anblick. 

Ach, überhaupt geht es in Hamburg wild zu. In den 2 Tagen bin ich zufällig in vier Demonstrationen gelaufen.
Z.B. Mönckebergstraße - Demo gegen Folter im Iran
Veganer- Demo gegen Tierhaltung auf dem Rathausmarkt, äh - meine natürlich die Demo fand statt auf dem Rathausmarkt. 
Sehr laute Demo gegen den Krieg Armenien -Aserbaidschan 

Party oder Demo - es war nicht ganz klar. Jedenfalls jede Menge junge Leute, die sich nach lauten elektronischen Musikklängen bewegten. Eine nette Stimmung an der Elbe.

So viele Menschen an einem Ort sind wir Schleswig-Holsteiner gar nicht mehr gewohnt und so freue ich mich trotz spannender Stunden auf die Ruhe daheim. 

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den 6.12.2019

Grüße von einem Weihnachtsmarkt in Niedersachsen

Auf dem Weihnachtsmarkt waren große und kleine Weihnachtsmänner anzutreffen.

 An diesem Wochenende war ein Familientreffen in einer "Weihnachtsstadt" angesagt.
Vielleicht erkennen sie den Ort mit diesem Schlossfoto?
Genau, es ist das Herzogschloss Celle , dass hoch über dem Weihnachtmarkt im Mittelpunkt steht.

Celle in Niedersachsen holte sich den Publikumstitel der schönsten Weihnachtsstadt Deutschlands beim Online-Wettbewerb „Best Christmas City“.  Diesen Titel hat sich die Stadt nicht zu unrecht erworben, denn die mittelalterliche Innenstadt mit ihrer historischen Stadtgeschichte bietet gerade jetzt mit der Weihnachtsbeleuchtung ein ganz besonderes Schauspiel.
Überall gibt es etwas zu entdecken. Sei es die Eisfläche vor dem Schloss, die vielen Veranstaltungen mit den Highlights und Spezialitäten der Region. Es gibt sprechende Laternen und eine riesige Weihnachtspyramide zu entdecken. Am meisten gefällt, dass obwohl wir am Wochenende dort spazierten, es niemals zum Gedränge kam. An den Glühweinständen kommt man schnell mit anderen ins Gespräch. Musiker präsentieren ihr Können.

Im Schlossgraben sind nicht nur Enten und Gänse zu entdecken. Nutrias gehören hier zum gewohnten Bild.
Obwohl sie reine Pflanzenfresser sind und sehr zutraulich werden können, vermehren sie sich wohl ziemlich stark und es soll Probleme geben, wie in der Cellesche-Zeitung zu lesen ist HIER

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den 20.7.2019

zurück aus Niedersachsen

Königslutter am Elm 

 Wir waren lange nicht in der alten Heimat und so wurde es Zeit einmal wieder Königslutter am Elm mit den kleinen Gemeinden zu besuchen.
Der erste Eindruck bestätigte sich sofort. Hier ist es trockener als bei uns in Schleswig Holstein. Selbst im Wald mit der Lutterquelle wirkte es beängstigend trocken.
In der Landschaft präsentiert sich auf den Feldern fast ausschließlich Getreide. Ob es hier keine Fruchtfolge gibt?, frage ich insgeheim.
Alle stöhnen über die Wärme der letzten Zeit und warten auf Abkühlung.
Für uns Schleswig-Holsteiner verwunderlich, denn über zu hohe Temperaturen konnten wir uns bislang nicht beklagen. Bei einer Wanderung durch den Elm bekamen wir die Hitze vor Ort dann aber auch selbst zu spüren.
 Es fällt auf, dass es kaum Blühstreifen oder eine Blühfläche wie in SH zu sehen gibt.
 Idyllisch ist der Ausblick vom Elm auf Abbenrode mit der funktionstüchtigen Mühle, die an einem sehr reizvollen Ausflugslokal liegt, aber dennoch.

Am Abend gibt es den lang ersehnten Regen, der teilweise kräftig ist, aber dennoch wie ein Tropfen auf dem heißen Stein wirkt.  (In Hohenaspe und Region regnete es zeitgleich ebenfalls, aber leider noch weniger.)
 Auch wenn wir schon so oft den Kaiserdorm in Königslutter besuchten, er ist ein Muss! Die sehr attraktive Parkanlage um den Dom lädt zu Spaziergängen ein und man trifft kaum auf Besucher.
Nach wie vor steht die alte Linde am Dom. Sie soll von Kaiser Lothar III persönlich gepflanzt worden sein (ist aber nicht nachzuweisen) und so nennt man sie allgemein die 1000 jährige Linde. Fakt ist, sie ist ein Naturdenkmal und zählt zu den ältesten und dickesten Linden in Niedersachsen.
Aber da gibt es nicht weit vom Dom ein weiteres sehr historisches Ausflugsziel, das wir traditionell mit der Familie besuchen.
Der Tetzelstein begeisterte mich schon als Grundschülerin bei den jährlichen Ausflügen mit der Wanderung zum Standort. War doch der Held ein Ritter Hagen und da mein Nachnahme damals Hagemann lautete, bildete ich mir als Kind ein, ein Ahne von ihm zu sein. 
Und egal wo ich bin, ob in Wittenberg oder sonstigen Orten, an denen es um das Thema Reformation geht, werde ich an die Sage meiner Heimat erinnert. Über Johann Tetzel HIER.
 Es gibt aber nicht nur historisches im Elm zu entdecken. Die Tierwelt ist faszinierend und meine Schester berichtet von unzähligen Begegnungen mit zum Beispiel von Wildschweinen.
Schwarzwild ist uns im Elm an diesem Tag nicht über den Weg gelaufen, aber die Insekten (wie zum Beispiel Wanzen, Perlmutterfalter) fand ich auch attraktiv.




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Özdere / Hohenaspe den 18.10.2018

Zurück aus der Türkei

 Nach zwei Jahren haben mein Mann und ich uns erneut einen Urlaub in der Türkei gegönnt.
An der Westküste der Türkei - der türkischen Ägäis - finden wir alles, was für uns zum perfekten Urlaub gehört. Eine relativ kurze Anreise,  ein überschaubares Hotel mit reichlich Annehmlichkeiten und tollen Ausflugszielen gleich in der Nachbarschaft.
Mit antiken Ausgrabungsstätten fast immer ohne Menschengedränge, mit Naturlandschaften, die zum Erkunden einladen, Temperaturen zum Genießen und ein Mittelmeer mit teilweise klarem fischreichen Wasser und nicht zu vergessen, eine überaus freundliche Bevölkerung, bei der man sich als Gast noch willkommen fühlt.
 Die Hotelanlage ist reizend, aber es ist zu schade, wenn man das weitläufige Gelände nicht verlässt, um einen Eindruck von der Region zu bekommen.
Für mich bietet die Türkei erneut tolle Naturerlebnisse. 
Der Schwalbenschwanz soll der schönste Tagfalter Europas sein. Fotografiert habe ich ihn an der Küste der türkischen Ägäis.
Nicht nur Schmetterlinge und Vögel konnte ich hier artenreich ablichten.
 Seine gefundene Nahrung weißt auf den Namen des Vogels hin, den es hier in Massen gibt.
 Auch die Haubenlerche ist häufig zu beobachten. Beobachtet habe ich einen Schwarm an einem Strand.

Zahlreiche Tiere konnte ich an den kleinen meist zu dieser Zeit ausgetrockneten Zuflüssen aus den Bergen fotografieren. Es verwundert, wie viel Müll mancherorts in den Gewässern liegt. Es ist ein Manko hier an der Küste, auf das ich noch eingehen werde.
Auch der Eisvogel fischt zwischen Plastikmüll, der auf dem Weg ins Mittelmeer ist.
 Und es sind noch weitere Fischfänger zu entdecken:

Nicht weit von der Küste entfernt, gibt es den Gemüseanbau.
Früh am Morgen auf dem Weg nach Izmir  treffe ich diese Frauen beim Dillschneiden an. 
Auf den Märkten sind die üppigen Agrarprodukte der Türkei in Massen für wenig Geld zu erhalten. 
 Vor allem Mandarinen-Plantagen bestimmen in dieser Region der Türkei die Landschaft. Sie stehen kurz vor der Ernte und sind bereits zuckersüß.
Die Wochenmärkte in der Türkei sind ein Muss! 
 Ich habe immer noch nicht herausgefunden, wie dieses Gemüse heißt.
 Zu den zahlreichen Wochenmärkten, die es sich immer lohnt zu besuchen, denn sie spiegeln mit den Angeboten ein Stück Türkei wieder, gibt es noch die Basare in den Städten.
Es ist ein buntes Treiben mit viel Trubel, in den von uns besuchten Basarvierteln von Izmir und Kusadasi mit Angeboten ohne Ende. Auch wenn man nichts kaufen möchte, macht das Schlendern durch die Gassen Spaß. Manchmal wird man von Verkäufern angequatscht - es nervt, aber nach einer Weile bekommt man die aufdringlichen Verkäufer in den Griff.

Was mich an der Türkei fasziniert, ist die Pflanzen- und Tierwelt.

Als ich die Fische am Hotel im Mittelmeer fütterte, gab es gleich Beobachter. Also die Türken und die Katzen  sind schon auffällig. In den Orten gibt es nach meiner Einschätzung pro Quadratmeter eine Katze.
Auch Hunde trifft man reichlich und ich glaube nicht, dass alle ein Zuhause haben. Ob die Beiden abgelichteten ein Heim besitzen, meine ich nicht. Sie wurden weit ab von einer Ortschaft fotografiert.
Die Hündin kam schwanzwedelnd auf mich zu, aber ihr Junges war sehr ängstlich. Beide waren total verlaust, sahen aber gut ernährt aus.

Als mein Mann und ich einmal an einer Schafherde vorbei marschierten, schlug ein Wachhund an, da er uns als Fremde wahrnahm. Alle (zirka 40) Schafe aus einer weitläufigen Landschaft (ohne Zaun)  kamen sofort zu ihm und stellten sich in seine Nähe.
Ich glaube, ein Wolf hätte hier wenig Chancen.

Auf Wunsch meines Mannes fuhren wir ins nicht weit entfernte Claros, das schon im 7 Jh. v. Chr. existierte, die jetzigen Ruinen des Orakeltempels werden dem 4. Jh. v. Chr. zugeordnet. 
Lustig auf dem Gelände fand ich die zahlreichen Wasserschildkröten
Hier am Pamucak Beach kann man stundenlang spazieren, es wird nie langweilig.
Das Wasser ist warm und lädt zum Schwimmen ein. 
An diesem Abschnitt war das Meerwasser aber nicht so klar wie bei Özdere an unserem Hotel.

Die Kühe werden hier von einem Hirten mit Mofa bewacht. Auf Rinder trifft man allerdings selten, ich glaube sie werden ansonsten in großen Ställen gehalten. Das bekomme ich beim nächsten Besuch heraus.
Auf Ziegen trifft man dagegen oft. Hier fressen sie die Pflanzenabfälle aus der Hotelanlage.
 Typische Landschaft an der Küste der türkischen Ägäis
 Gleich im Inland geht es in die Berge
 Für mich als Schleswig-Holsteiner war es ungewohnt, so hoch in den Bergen mit dem Pkw zu fahren Mein Ehemann zog es vor, die Strandliege am Hotel zu nutzten.  Der Ausflug hat sich gelohnt. Das besuchte Bergdorf war interessant mit den engen Gassen und alten Häusern, wenn auch etwas überlaufen.
Die Besucher des Ortes waren meistens Asiaten, wie wir sie vor zwei Jahren auch in Ephesos, den berühmten Ruinen ganz in der Nähe getroffen haben.
 Auf meinen Spaziergängen an der Küste traf ich immer wieder auf Plastik-Müllmengen.
Mein Verdacht ist, dadurch dass die Türkei soviel wilde Natur besitzt, machen sich die Landbewohner noch nicht so viele Gedanken wie wir in Deutschland um unsere Umwelt. 
Leider kein Einzelfall, sonst hätte ich dieses Foto nicht online gestellte, da es auch in Deutschland Umweltsünder gibt. 
 Mein Eindruck ist aber dennoch, dass sich etwas in der Türkei tut, was den Umweltschutz betrifft.

Betonwand an einer Schnellstraße in Izmir


Urlaubserlebnisse aus der Türkei von den Jahren zuvor auf diesem Blog unter Ditt und Datt
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Ende September 2018

  Auf den Spuren von Martin Luther

Auf privater Einladung eines Oberkirchenrates vom Lutherischen Weltbund (mit Sitz in Hannover)  lernten mein Mann und ich ein mittelalterliches Wittenberg zur Zeit des Mönchs und Gelehrten kennen.
Im Programm standen:
Stadtführung, Baumpflanzung am Lutherhaus, Führung durch das Panorama vom Künstler Yadegar Asisi, Besichtigung des Lutherhauses, Sektempfang im Lutherhaus mit anschließender Begrüßung von Katharina von Bora (Luthers angetrauter Ehefrau) und Barbara Cranach (Ehefrau des berühmten Malers).
Reise in das Mittelalter
Obwohl wir fast 500 Kilometer gefahren sind, treffen wir in Wittenberg eine alte Bekannte:
Die Elbe, die die Thesen von Luther in die Welt getragen hat.
Zum Vergleich die Elbe im Kreis Steinburg bei Glückstadt nach zirka 300 Kilometern in Richtung Nordsee unterwegs.
Foto vom 3.10. 2018

Die sehenswerte Innenstadt von Wittenberg mit Blick auf die Schlosskirche mit dem Turm, der den Schriftzug "Ein feste Burg ist unser Gott" trägt, ist der Kaiserkrone nachgebaut.

Die Schlosskirche steht nach Luthers Thesenanschlag im Mittelpunkt der Reformation.
Die Bachläufe wurden in Wittenbergs Innenstadt um 1880 wegen Gestank und Platzmangel abgedeckt.
Seit 1990 gab es Pläne die Bachläufe in der Altstadt wieder zu öffnen.

Es hieß: "Die Offenlegung der Stadtbäche ist ein wichtiger Aspekt der Altstadtsanierung mit historischer Dimension. Wasser als verbindendes Element der Gesamtstadt ist ein bedeutendes Thema des Stadtumbaus. Ziel ist eine lebenswerte Stadtmitte mit unverwechselbarem Profil. Die Altstadt als Wohn- und Geschäftsstandort aufzuwerten und weitere touristische Anziehungspunkte zu schaffen."

Wittenberg hat viele Millionen € für die Sanierung / Restaurierung der geschichtsträchtigen Stadt erhalten und so konnten auch die Bäche in der Altstadt wieder freigelegt werden.
Vielleicht gibt es irgendwann einmal auch bewilligte Gelder für das Projekt "Stör auf" in Itzehoe? Träumen darf man ja.
 Vorerst ging es am Lutherhaus bei der Stadtführung mit sehr interessanten Details vorbei.
Am Nachmittag dann die Führung durch das Lutherhaus, mit dem Museum.
Noch original erhalten und zu sehen ist die Lutherstube.  Hier hat Martin Luther mit Ehefrau, Freunden, Studenten und Kollegen gesessen und seine berühmten Tischreden gehalten.
Damals war es üblich, dass sich alle Gäste des Hauses an der Wand mit Namenszug verewigten. So auch der Namenszug des russischen Zaren an der Wand von Peter der Große von 1712. Dieser Schriftzug sorgte dafür, dass ein russischer Kommandant im April 1945 das Haus unter seinen Schutz stellte.
Das Lutherhaus besitzt die umfangreichste Sammlung zu Luther und der Reformationsgeschichte.

Kathrina von Bora wird in Wittenberg fast so häufig, wie Martin Luther selbst erwähnt. 

In der Führung durch die Stadt und durch das Lutherhaus wurde eines sehr deutlich: Martin Luther hätte es ohne Unterstützung seiner Frau Kathrina von Bora, dem GelehrtenPhilipp Melanchthon (der ihm u.a. bei der Übersetzung der Bibel half) und dem Maler Lucas Cranach, der Martin Luther und die Reformation immer wieder ins Bild setzte, niemals so weit gebracht. 
Melanchthon bekam von der Stadt Wittenberg ein Haus geschenkt, um ihn in der Stadt / an der Universität zu halten.
Alle Häuser in der Stadt sind top restauriert.
Lucas (der Jüngere) Cranach mit dem Bild im Lutherhaus - Christus am Kreuz
Die 10 Gebote aus der Werkstatt von Lukas Cranach der Ältere. Das Gemälde von 1516 wurde mit Öl auf Holz gemalt. Auch für Analphabeten (zu dieser Zeit gab es nur wenige, die lesen und schreiben konnten) wurde mit diesem Bild eine Botschaft vermittelt.
Am Abend gab es im Colleg Wittenberg Martin Luthers Lieblingsessen: Erbsenpüree mit Matjes, denn Kartoffeln gab es zu der Zeit noch nicht.
Als zweiten Gang wurde eine köstliche Gemüsesuppe gereicht und später gab es Fleisch mit Sellerie-Stampf.
Als Nachtisch wurde Obst gereicht.
Vor dem Essen am Abend begrüßten uns von rechts Barbara Cranach und Katharina von Bora und erkundigten sich u.a. nach der Anreise der Gäste. Als den Damen jemand erzählte, dass er aus Holland angereist war, fragten sie ihn, wie viele Wochen er brauchte, um mit der Kutsche nach Wittenberg anzureisen.


Panoramabild des Künstlers Yadegar Asisi


Blick aus unserem Hotelzimmer. Wir waren in der Alten Lateinschule direkt in der Innenstadt untergebracht.

Und dann geht es auch wieder in Richtung Heimat.


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Sachsen-Anhalt / Niedersachsen Juli 2018

Ausflug nach Sachsen-Anhalt und Niedersachsen 

Eine Familienfeier in Oschersleben / Sachsen-Anhalt führte in eine für uns fast unbekannte Region.
Die A 7 mit den zahlreichen Baustellen in der Ferienzeit zu nutzen, ist derzeit Höchststrafe.
In Sachsen Anhalt geht es dagegen ruhiger zu und wir staunen über die kleinen verschlafenen Orte in der Magdeburger Börde.

Auf den riesigen Feldern ist fast ausschließlich Sommergetreide zu sehen. Die landwirtschaftlich geprägte Hügellandschaft ist für uns Schleswig-Holsteiner reizvoll, aber ungewohnt.
Überall sind historische Baudenkmäler zu entdecken.
Hier der Neuwegersleben Telegraphenberg, der ab 1833 bis 1849 für optische Signale genutzt wurde.
Die einzige Telegrafenlinie Preußens verband Berlin und Koblenz über Potsdam, Magdeburg, Gandersheim, Iserlohn und Köln.
In Neuwegersleben fällt der Blick auf den Eingang einer alten Domäne, die zu DDR-Zeiten als LPG genutzt wurde und nun verpachtet ist.

Der Anblick ist derartig traurig, dass ich es kaum aushalten kann diese verbauten historischen Gemäuer anzuschauen. 
In Oschersleben selbst erwartet uns eine schöne familiäre Feier in deren Mittelpunkt nach wie vor die Gespräche über die DDR mit der Wende stand.
Ich möchte mich nach dem guten Essen bewegen und unternehme einen Spaziergang, der mich durch eine Schrebergartensiedlung führt. 

Zu DDR-Zeiten war das Kleingärtnern besonders beliebt. Es wurde aber nicht nur zur Erholung genutzt, sondern diente auch zur Versorgung der Bevölkerung, wie mir ein zufällig angetroffener Gärtner berichtete.
Der rüstige Senior (80 Jahre) pflanzte gerade Erdbeeren in seiner gut gepflegten Parzelle und wir kamen ins Gespräch.
"Zu DDR-Zeiten verkaufte ich um 1970 Tomaten aus dieser Parzelle an die staatliche Annahmestellen und erhielt 3,50 Mark für das Kilo".
 (  Laut MDR: "Nicht selten aber zeigte sich auch bei diesem Konkurrenzgeschäft zu den staatlichen Erzeugern die Schwäche der subventionierten Planwirtschaft. Oft nämlich verkauften Kleingärtner ihre Ware hinten an der Annahmetheke teuer an den Staat, kassierten den Ertrag und kauften ihre eigene Ware vorn im Laden billiger wieder ein.")

Diese Machenschaften traute ich meinem Gegenüber in keinster Weise zu. Er erzählte stolz, dass er mit dem Verkauf 2000 Mark in einem Sommer verdiente. Es war eine schöne Zeit, erzählt er, aber jetzt sei es auch schön, denn er käme gut mit seiner Rente aus und würde mit seiner Frau viel reisen. Sein Sohn wohnt bei Lüneburg und auch Schleswig-Holstein würde ihm gut gefallen.
Unzufrieden ist er mit Angela Merkel (und da sind wir uns einig). Traurig macht ihn die Situation der Jugend vor Ort, die oft nur schlecht bezahlte Jobs annehmen müssten und so nicht in die Rentenkasse einzahlen könnten. Er sieht das zukünftig als großes Problem.

Ich erkundige mich nach einer Pflanze in seinem Garten, die ich nicht bestimmen kann, aber auch in einigen anderen Nachbargärten gesehen hatte. Es ist die Weißrand-Wolfsmilch, die er von einer anderen Schrebergartenbesitzerin bekommen hat und die (also die Pflanze) sich nun üppig vermehrt.
 In den Schrebergärten konnte man gut erkennen, mit wem sich die Frau gut verstand und mit wem nicht. Denn die Weißrand-Wolfsmilch war nicht überall zu entdecken.
Zwiebeln wurden zum Trocknen gelegt. Niederschlag fehlt in dieser Region wie bei uns in SH


Wir begeben und auf die Heimreise und wollen in Niedersachsen bei Königslutter einen Stopp einlegen, um andere Verwandte zu besuchen. 

Vor Königslutter (Landkreis Helmstedt) erblicke ich dieses Feld und bitte meinen Mann das Auto zu stoppen, da ich ein Feld mit gelber Schafgarbe und Mohn noch nie zuvor gesehen hatte. Wofür die Blumen hier wohl angebaut wurden?
Schafgarbe wird für Tee und als Heilpflanze genutzt, aber vielleicht wurden die Blumen auch für Gestecke angebaut?


Im Landkreis Helmstedt sieht es genauso trocken aus wie bei uns. Auch hier bestimmt ansonsten reifes Sommergetreide wie in der Magdeburger Börde das Bild. Die Landwirte wurden gerade zu gezwungen es anzubauen, da sie im Herbst im letzten Jahr wegen der Nässe nicht aufs Feld kamen.  
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Hohenaspe / Mecklenburg Vorpommern den 23.6.

Skatverein Null ouvert Hohenaspe unternimmt einen Ausflug mit vielen Highlights 


Eine überschaubare Zahl an Mitglieder und Fans vom Skatverein Null ouvert Hohenaspe machte sich am frühen Morgen in einem riesigen Reisebus (ein kleinerer Bus war ausgebucht) auf dem Weg nach Mecklenburg-Vorpommern.
 Skat-Vereinsmitglied Egon Kunzmann - ein erfahrener Reiseführer - hatte für die Ausflügler eine ganz besondere Tour organisiert.
 Vorerst ging es in Richtung Ludwigslust in die kleine Gemeinde Wöbbelin zum nicht so kleinen Hof Denissen
 Kurz vor der Ankunft informierte Egon Kunzmann die Reisegruppe über den angesteuerten Großbetrieb.

 Seit 1992 bewirtschaften Rudolf und Michaela Denissen den 1500 Hektar großen Betrieb in Wöbbelin. Einen Namen gemacht haben sich Ehepaar Denissen u. a. durch den Spargelanbau mit Verkauf.
 Michaela Denissen ist eine geb. Kraft und stammt aus Hohenlockstedt.
Bis 1986 hatte sie bei der Raiffeisen Hauptgenossenschaft im Kreis Steinburg die Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann absolviert und Fiete Tiemann, der zur Reisegesellschaft gehört, war einst ihr Chef.

 Es war eine Überraschung für die Unternehmerin, als sie die Reisegruppe zur Führung durch ihren Betrieb abholte und ihren einstiegen Chef sofort wiedererkannte:

Michaela Denissen hatte 1991 beruflich in Beratertätigkeit in Vorpommern auf dem Betrieb, der als ehemalige LPG vom Holländer Rudolf  Denissen übernommen wurde, zu tun.
Auf diesem Weg lernte sich das Paar (mit inzwischen 4 Kindern) kennen und stellte ein gigantisches Unternehmen auf die Beine.
Nach der Begrüßung ging es durch die Gewächshäuser mit dem Gurken-, Tomaten- und Paprika-Anbau


2,5 Hektar Gemüse stehen hier unter Glas. 
Allein für die Ernte der Tomaten sind 30 Mitarbeiter eingestellt.
Insgesamt sind im Betrieb je nach Saison 150 bis 250 Angestellte beschäftigt. 
Die Erntehelfer stammen aus Polen und Rumänien. 
Vermarktet wird das Gemüse zum Beispiel über Ketten wie EDEKA und Marktkauf.
Die Gewächshäuser und Wohnhäuser werden das ganze Jahr über mit der hofeigenen Biogasanlage geheizt. 
Die Wasserversorgung läuft über einen eigenen Brunnen. 
Zum Spargelanbau: Es werden um die 65 ha Spargel bewirtschaftet und geerntet werden ca 400 Tonnen Rohspargel  von dem 25-30 Prozent Verlust anfällt. Die Saison läuft gerade aus.
Außerdem gehört zum Betrieb der Erdbeeranbau.
Das Pflücken in dieser Höhe beim Substratanbau ist einfach, aber dennoch in dieser Saison eine kleine Katastrophe. "Durch die starke Hitze konnten die Erntehelfer das Gewächshaus nur in den frühen Morgenstunden betreten. Die Früchte wurden alle blitzschnell reif und bei der Hitze rasch matschig", berichtet Michaela Denissen.  
3000 Kilogramm werden am Tag geerntet. 

Vorgestellt wurde auch die Milchkuhhaltung auf dem Hof Denissen
Insgesamt 1400 Rinder werden in riesigen Freilaufställen gehalten. Angefangen hatte der Betrieb mit 150 Kühen (wie davor von der LPG geführt) in Anbindehaltung.
700 Kühe werden 3 mal am Tag in einem Melkstand für 33 Kühe gleichzeitig gemolken.
Leistung: 12.000 liter pro Kuh. Es werden am Tag zwischen 25.000 und 28.000 Liter Milch vom Betrieb abgeholt.
Als ob diese enorme Zahl der Tierhaltung und Pflanzenproduktion, was ein großes Management abverlangt, nicht ausreicht, haben die Denissen vor zwei Jahren ein Restaurant mit Hofladen eröffnet.
Das Ausflugslokal zieht Besucher einer großen Region an. 
Außerdem gibt es unter dem Namen Denissen 2 Eiscafés, Eiswagen sowie Verkaufsstände für Spargel und Erdbeeren und ein Geschäft in der Innenstadt von Schwerin.
Egon Kunzmann ließ vorab  im gut besuchten Restaurant für die Ausflügler einen Tisch reservieren. 
Der letzte köstliche Spargel der Saison wird mit reichlich Beilagen serviert.

Frisch gestärkt ging es weiter nach Schwerin.
Das Schweriner Schloss  fast ohne Gerüst - ein sehr sehenswertes Bauwerk. Es ist heute Sitz des Landtages Mecklenburg-Vorpommerns.
Ein kurzer Spaziergang durch die beschauliche Stadt und um das Schloss bleiben den Teilnehmern in Erinnerung.
Bevor es wieder zur Rückfahrt ging, wurde in der Orangerie des Schlosses Kaffee getrunken und von den angebotenen Torten/Eissorten gekostet.
Pünktlich zur Austragung Deutschland -Schweden waren alle daheim. 
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8.-10.6.2018

Ein Wochenende im Oderbruch

Einmal im Jahr trifft sich die Wandergruppe Mikroelektronik im Juni für ein Wanderwochenende.
In diesem Jahr konnte ein Jubiläum im Oderbruch gefeiert werden.
Seit inzwischen 25 Jahren trifft sich die Gruppe, die sich einst im Ministerium in Bonn gebildet hatte.
In jedem Jahr ist ein Teilnehmer der Gruppe dafür zuständig, die Wanderung auszurichten.
 Mein Mann und ich hatten die Organisation in SH auch bereits in der Hand.
In diesem Jahr ging es nun aber nach Brandenburg an die Grenze zu Polen.

Zurück vom Oderbruch


Rund 450 Kilometer sind wir an diesem Wochenende von Hohenaspe zum Oderbruch ins Bundesland Brandenburg (Grenze zu Polen) gefahren, um dort am diesjährigen Wandertreffen teilzunehmen.
Zum Start wurde sich nach der langen Anreise im Lokal in Altlewin Zum Alten Fritz getroffen. 
Wir hatten zu spät Zimmer gebucht und wurden in ein Ferienhaus umquartiert, was sich für uns noch als großer Glücksfall zeigen sollte.
Als wir am späten Abend uns im Ferienhaus einfanden, war es so, als ob man in der Zeitschrift Landlust oder ähnlichen Ausgaben eingetaucht ist.
Die Einrichtung des Hauses und ein 7000 (!) Quadratmeter großer Garten soll hier vorgestellt werden.
Die Ferienwohnung besteht aus zwei Etagen. Das Schlafzimmer besitzt ein Himmelbett.
Früh am Morgen stehe ich auf und schaue mir den riesigen Garten an, den ich fotografieren darf, wie mir Besitzerin Sigrid Lüneberg am Abend zuvor genehmigte.http://www.oderbruch-lueneberg.de/
Als erstes fällt der Blick auf den Badeteich, wenn man die Wohnung verlässt
Im Außenbecken mit den Seerosen und anderen Wasserpflanzen tümmelt sich ein riesiger Koi-Karpfen, der die Mückenlarven vertilgt. Die Frösche höre ich zwar, aber entdecken kann ich keinen. 

Frau Lüneberg mit dem grünen Daumen frage ich, wie sie die Arbeit mit dem großen Garten schafft.
Es scheint mehr als ein Hobby zu sein, was die Brandenburgerin hier auf die Beine stellt, denn "nebenbei" arbeitet sie außerdem in einer Apotheke.
Ich möchte wissen, ob die Rosenliebhaberin schon einmal in einer Gartenzeitschrift mit ihren Blumen und Kräutern (die Fotos folgen) abgelichtet wurde. 
Der Radiosender Brandenburg sei schon einmal da gewesen und die Moderatorin hätte gestaunt, berichtet Sigrid Lüneberg, aber in einer Gartenzeitschrift ist ihre Anlage noch nicht erschienen. 
Kaum zu glauben, wenn ich mich so umschaue, denn der Garten ist ein Kunstwerk der besonderen Art und Kunstwerke sollten gezeigt werden.




Die Fotos entstanden in der Früh gegen 6 Uhr, denn ich wollte vor der anstehenden Wanderung den Garten noch schnell im Bild festhalten.

Die Gärtnerin verrät, dass der Boden sehr viel Lehm enthält und den scheinen ihre Pflanzen zu mögen.
Wie sonst kann die üppige Blütenpracht erklärt werden?
Auch für Gäste gibt es jede Menge Möglichkeiten einen Lieblingsplatz im riesigen Garten zu finden. Im Pavillion, an der Feuerstelle, auf der Steinbank oder am Wasserfall und und und...  es gibt Platz ohne Ende. 

Aber dann ruft die Wanderung an der Oder. Wir starten bei tollstem Wetter an der Zollbrücke.



 Sehr bald wurden die Temperaturen recht "mollig".  17 Kilometer bei 33° waren teilweise grenzwertig.
Die Landschaft ist idyllisch, aber die starke Hitze ließ die letzen Meter bis zum Ausflugslokal hart werden.

Eigentlich sollte nach Plan am Nachmittag noch weiter gewandert werden, aber die Gruppenmittglieder entschieden sich wegen der Temperaturen dagegen.
 Mein Vorschlag, alternativ den Garten an unserem Feriendomizil zu begutachten, wurde von den noch fitten Teilnehmern begrüßt und so fanden sie sich im Garten bei den Lünebergs ein.
Sigrid Lüneberg entschied sich spontan, die begeisterte Gruppe durch ihren Garten zu führen.
 Sie erzählte von der Historie ihres Gartens und wies auf die Kräuter hin.
...wie zum Beispiel die Schokoladenminze, die ein sehr extremes Aroma von After-Eigth besitzt und für Tee, Sirup und Saucen genutzt werden kann. Der Name Schokoladenminze stammt vielleicht von ihren schokoladenbraunen Stängeln, die die Minzblätter tragen.

Lustig auch die Idee mit der Flüstertonne. Das alte Weinfass wird als Raum für den Geheimnisaustausch der Enkelkinder genutzt. Die Geheimnisse müssen in dieser Tonne bleiben!

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20.5. 2018

Radtour an der Nordsee

Bei sommerlichen Pfingstwetter locken zahlreiche Veranstaltungen ins Freie.
Wir haben als Familienausflug die Nordsee gewählt und ab der nordfriesischen Halbinsel Nordstrand eine Radtour gestartet.
Blick auf das Watt mit den Halligen in der Ferne

Es war ein besonderes Erlebnis und ich habe es sehr genossen. 

Vorweg an den Leser eine Frage:
Als wir eine Rast einlegten, kam eine Gruppe Dänen auf uns zu und ein älterer Herr fragte in lustiger Lehrermanier meinen Ehemann, ob wir wüssten, warum die Dächer im Sönke-Nissen-Koog alle grün sind? 
Wir konnten es ihm nicht sagen, aber der Däne wusste es auch selbst und klärte uns darüber auf und wir sollten uns doch noch einmal bei Google darüber informieren, so sein Rat an uns. 
Na, dass ein Däne uns unsere Heimat erklären muss, war mir dann doch unangenehm. Vielleicht war es ein Ahne von Sönke Nissen? Hätten sie es gewusst? 

Die auffälligen grünen Dächer der Häuser sollen auf Sönke Nissen  einen Ingenieur zurückgehen (-> eine interessante Geschichte, bei der es um den Eisenbahnbau in Afrika und Diamanten geht), der den Bau des Kooges finanziell unterstützte. Er soll verfügt haben, dass die Hausdächer grün zu streichen sind.

Das traumhafte Märchenwetter lockte uns wie viele andere ans Meer.
Eine Hohenasperin berichtete mir, dass sie in St. Peter Ording am Strandzugang eine lange Zeit anstehen mussten, um die Kurtaxe zu zahlen. So etwas hätte sie dort noch nie erlebt.

Nachdem wir in den letzten zwei Jahren kaum einen Sommer hatten, werden wir dafür anscheinend in diesem Frühjahr entlohnt und obwohl die Pflanzenwelt einen Regenschauer gebrauchen könnte, genießt jeder auf seine Art und Weise die Zeit in allen Zügen.
                                    Blick auf Hallig Hamburg, die auch mit dem Pkw befahrbar ist.

 Auf Nordstrand hatte ich am Tag zuvor Fahrräder gebucht und die Abholung klappte prima.
Also auf in das Abenteuerland Nordfriesisches Wattenmeer;
Beim Radeln am Deich kommt man meistens mit anderen Fahrradfahrern an den Toren ins Gespräch.
So informiert mich eine Radlerin über das Gelege direkt am Radweg. Es muss vom Austernfischer das Nest mit den lustig gesprenkelten Eiern sein.

Wildgänse in Nordfriesland Segen und Fluch in einem 

Die Bestände der Wildgänse sollen gewachsen sein und für die Landwirtschaft mancher Orts ein Problem.
In Nordfriesland am Lüttmoor-Siel auf der anderen Seite des Deiches sind tausende von Gänse zu beobachten. Die Nonnengänse und die Ringelgänse sollten eigentlich schon längst in Richtung Norden weiter gezogen sein. Die Graugänse ziehen hier ihre Brut auf. 

Auf den Warften gibt es Entschädigungen für die Invasion von Gänse, wenn das Weideland von ihnen abgegrast wird. Wie es hier auf dem Festland ist, weiß ich nicht. 
Vogelliebhaber werden von den zahlreichen Enten, Gänsen und Wattvögel angezogen und so sind sie auch eine touristische Attraktion. 

Kiebitz am Wattenmeer bei der Futtersuche

 Meine Kamera ist bei diesem Ausflug gefordert: Überall sind überaus hübsche Vögel zu entdecken
     Beim Schafstelzenpärchen besitzt das männliche Tier eine solch stark gefärbte gelbe Brust, die an blühenden Löwenzahn erinnert.
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Nordfriesland den 21.4.2018

Zurück von der Hallig Hooge, auf der die 21. Ringelganstage eröffnet wurden.

Am Vormittag hüllte der Nebel die Hallig noch ein, aber später kam auch hier die Sonne zum Vorschein und ließ einen Blick auf die unendlich vielen Ringelgänse zu, die auf dem Weg nach Sibirien rasten.

Es war ein interessanter Tag für mich, von dem ich jede Menge tolle Eindrücke mit nach Hohenaspe nehmen konnte.
Vom Schiff aus bei der Anfahrt nach Hallig Hooge konnten auf einer Sandbank 78 Seehunde gezählt werden. 

Minister Habeck, der sich gerade von den Grünen in SH verabschiedet hat (er geht in die Bundespolitik), wurde auf der Eröffnung  für sein Engagement von der Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann  im Bio­sphä­ren­ge­biet Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Wattenmeer mehrfach in Abwesenheit gelobt.
Vorab schon mal ein paar Aufnahmen der im Mittelpunkt stehenden Gänse

Insgesamt rasten im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer etwa 75.000 Ringelgänse und der Großteil davon auf den Halligen.
Für die Gänse, die zweimal im Jahr eine strapaziöse Reise zwischen ihren Überwinterungsgebieten in Westeuropa und den Brutgebieten in Sibirien unternehmen, ist das schleswig-holsteinische Wattenmeer ein wichtiger Zwischenstopp zum Auftanken der Reserven für den Weiterflug.

Es gibt nicht nur Ringelgänse zu entdecken:
Als ich vom Schiff steige, höre ich die Vögel gleich über meinem Kopf singen, die selten zu sehen sind:
Feldlerchen in Massen, deren Gesang mich sofort an meine Kindheit in Niedersachsen erinnern lässt.
An diesem Tag hatte ich die Feldlerche das erste Mal vor der Kamera.
Der Gesang der Fledlerche, der immer hoch aus dem Himmel zu hören ist, ist HIER aufgezeichnet.
Als Kind hatte ich mich immer gewundert, warum dieser Vogel nur zu hören, aber nie zu sehen war.

Auch den Schwarm in der Nachbarschaft konnte ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht ablichten und nur wenige werden die Vögel bestimmen können.
Es sind Goldregenpfeifer wie mir Lars Lachmann (Leiter vom Vogelschutz und Ornithologie NABU) bestätigte.

Aber noch einmal zurück zum Start des Ausfluges: 
Bei der Abfahrt mit der MS Seeadler ab Schlüttsiel ging ich davon aus, dass der Ort ein kleines Stück hinter Husum liegt, aber weit gefehlt. In letzter Minute schaffte ich es vor Abfahrt aufs Schiff zu steigen.
Nach dem Anlegen auf der Hallig Hooge ging es im Fußmarsch zum Veranstalltungsstart mit der Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann, denn in wenigen Minuten sollten die 21. Ringelganstage eröffnet werden.

Für fußkranke gibt es auf der Hallig auch Alternativen, um zu den unterschiedlichen Warften zu gelangen.
Hallig Hooge zählt 160 Einwohnern auf einer Fläche von 574 Hektar mit 110 Einwohner im Winter, 160 im Sommer, 70 Haushalte auf 10 Warften, davon sind 35 Vermietungsbetriebe, 9 Gaststätten, 2 heimatkundliche Museen, 2 landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe und ein Fischereibetrieb.

Etliche Fahrräder stehen am Anlieger außerdem zur Vermietung
Obwohl ich zu Fuß oder mit dem Rad die Hallig erkundete, begegnete mir dieser Kutscher ständig. 
Beim dritten Mal mussten wir beide lachen und er sagte mir (natürlich auf plattdeutsch), " das ist hier nun mal auf Hooge so". 

Ich bin Fan von Gänsen und guten Ansprachen, beides konnte ich an diesem Tag genießen.
Wen und warum die Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann hier auszeichnet gleich...

Vorerst wurden um die 200 Gäste vom Hallig Hooge Bürgermeister Piepgras begrüßt, der sich nach 15 Jahren als Bürgermeister mit vielen Ämtern verabschiedet, da er nicht mehr antreten wird und gab damit Quasi das Erbe an die nächste Generation weiter, wie der Moderator Dr. Detlef Hansen, Leiter der Nationalparkverwaltung passend, feststellte. 
Einen interessanten Artikel über Matthias Piepgras vom letzten Jahr habe ich in einer Spiegelausgabe gefunden HIER.

Das 18. Mal wurde die goldene Ringelgansfeder auf der Eröffnungsveranstaltung der Ringelganstage übergeben. 
In diesem Jahr erhielt Albert Pahl (ehemaliger Kreispräsident aus Nordfriesland) die damit verbundene Ehrung. Der ehemals Kreispräsident von Nordfriesland, Amtsvorsteher von Eiderstedt und Bürgermeister von Westerhever, setzte sich in besonderer Weise für den Schutz der Ringelgänse und ihres Lebensraumes ein. Der Eiderstedter hatte auch als Landwirt mit der Herausforderung zu kämpfen, denn der Konkurrenzkampf von Gänsen und Vieh auf den Grünflächen ist und war ein Problem, denn die Zahl der Gänse steigt an. 
Gratulation an einen " feinen Mann", wie Albert Pahl von Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann und anderen Rednern bezeichnet wurde

Ich ahne als Zuhörerin: Es muss jede Menge Diplomatie dazu gehören die verschiedenen Interessengruppen wie Tourismus, Landwirtschaft und Naturschutz unter einem Hut zu bekommen. 
Inzwischen ist der einstige ungebetene Gast (die Ringelgans) zum Besuchermagnet geworden und die Landwirte erhalten ein Pflegeendgeld, das die für den Naturschutz erbrachten Leistungen finanziell ausgleicht. 
Zum Programm der Ringelganstage geht es HIER

Die Gewinnerin des diesjährigen  Malwettbewerbs kommt aus Brunsbüttel 
 Im Rahmen der Feierlichkeiten präsentierte die Staatssekretärin auch das Plakat für die Ringelganstage 2019, das Milina Adelina Graz – die Gewinnerin des diesjährigen Malwettbewerbes – aus der Klasse 6c des Gymnasiums Brunsbüttel gemalt hat. Lale Zoe Grütt (6b, Gymnasium Heide Ost) und Franka Dohrn (5b, Gemeinschaftsschule Meldorf) wurden mit dem zweiten und dritten Platz ausgezeichnet.

 Insgesamt nahmen 433 Schülerinnen und Schüler aus 29 Schulen teil, darunter auch eine Schule aus Berchtesgaden.
Was für tolle Zeichnungen. Gratulation an die Sieger!


nicht immer ist diese Postkartenidylle zu sehen, wie auf einem Plakat zu entdecken ist.

 Bei der Erkundung der Hallig mit dem Rad begleiteten mich die Küstenseeschwalben, sie wirkten wie die meisten Vögel vor Ort sehr furchtlos.

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November 2017

Hohenasperin engagiert sich in Äthiopien

 Anna Glindemann beteiligte sich mit sieben Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar für 2 ½ Wochen an einem Bauprojekt in Äthiopien. 
Die Urbanistik-Studentin im 7. Semester unterstützte damit den Bau eines im ländlichen Raum verwirklichten Duschhauses, das von der Universität entworfen wurde und ein Forschungsprojekt ist.

  Durch den Bau sollen nicht nur die hygienischen Standards für die dortigen Bewohner gesteigert werden, sondern auch die Behandlung des Abwassers durch eine Pflanzenkläranlage mitberücksichtigt werden.
  Wasser prägt das Siedlungsverhalten 
Erhofft wird, dass das Duschhaus Menschen anzieht und dadurch neue Siedlungen in naher Umgebung entstehen.
  Das Duschhaus ist für verschiedene Nutzungen ausgelegt: Zum Duschen, Kleidung waschen und als Treffpunkt für die Bewohner aus der Umgebung.

  Im kleinen Dorf Wurer Nähe Addis Abeba der Hauptstadt von Äthiopien startete das Projekt 

Anna Glindemann berichtet von ihrer Exkursion:
Zu Beginn waren wir drei Tage in Addis Abeba, eine unheimlich intensive Stadt.
 Impressionen von Addis Abeba (Fotos von Jakob Schmitt) 

Gefühlt von allem zu viel. Nach nur einigen Tagen wurde aber alles erschreckend schnell normal. Wir nahmen uns Zeit, um letzte Baumaterialien zu kaufen und die Stadt und ihre Bewohner kennenzulernen.
Markttag 

Wir erhielten schöne, aber auch chaotische Eindrücke:
 Zu 20igst in einem Minibus gequetscht fuhren wir durch die Stadt, den größten Markt Afrikas besuchten wir, auf dem so gut wie alles gekauft werden konnte und kamen in den Genuss von neuen Geschmacksrichtungen.
Zusammen mit äthiopischen Architekturstudierenden machten wir uns auf den Weg nach Wurer unserem zu Hause für die nächsten zwei Wochen.
Wir wohnten in einfachen Hütten in einer Siedlung entlang einer Hauptstraße. Fußläufig gab es eine Wasser- und Blumenfabrik.
Foto vom Ort, indem das Haus gebaut werden soll
Die Temperaturen schwanken hier im November nachts von ca. 5-10 Grad, tagsüber zwischen 25 und 30 Grad.
Traditionelle Siedlung in Äthiopien 

 Traditionelle Siedlungen lagen entfernter von der Hauptstraße, die wir bei morgendlichen Spaziergängen erkundeten. Im Freien bauten wir uns eine improvisierte Toilette und Dusche.
Frei herumlaufende Kühe, Ziegen und Hühner statteten uns öfters Besuche vor unserer Tür ab. Eine Art Terrasse war neben der Baustelle unser Hauptaufenthaltsort, dort aßen wir gemeinsam und genossen die Abende mit Karten spielen und Lagerfeuer.


Ein Duschhaus entsteht - Fotos Jakob Schmitt 
Beim Schichten der Pflanzkläranlage
Anna Glindemann berichtet weiter: 
Tag für Tag arbeiteten wir an anstehenden Aufgaben.
Ich half bei vielen verschiedenen Teilen mit: Beim Füllen der Pflanzenkläranlage mit Lehm und Sand, beim Bau der Fachwerkträger für das Dach, beim Bau der Schalung für die Abwasserbecken. Weitergestaltete ich ein Plakat über das Duschhausprojekt, um die Bewohner über das Projekt zu informieren.
Ich strich den Außen- und Innenbereich des Hauses und baute Sitzgelegenheiten für den Außenbereich.
 In den letzten Tagen ist uns die Zeit davongerannt, viele Aufgaben mussten noch erledigt werden. Entscheidende Elemente, wie der Wasseranschluss oder die Anbringung der Duscharmaturen erfolgten erst kurz vor Schluss, wodurch nicht sichergestellt werden konnte, dass sie einwandfrei funktionierten.

Bislang hat noch keiner der Bewohner das Haus auf Grund von ungeklärten Betreiber-Zuständigkeiten und technischen Problemen genutzt.
Derzeit arbeitet die Universität daran, die Probleme zu beheben, damit möglichst bald das Haus als das genutzt werden kann, wofür es gedacht wurde.

Einweihungsfeier nach Fertigstellung
Das Projektteam mit Anna Glindemann (Bildmitte grüne Latzhose) 

Am Abreisetag waren wir noch einmal bei der Baustelle.
Unsere gebaute Bank wurde auseinandergenommen, das Holz war weg.
Ein deprimierendes, enttäuschendes Gefühl machte sich breit und hat den Abschied von dem Ort auf einmal leichter gemacht.
Aber ist das zu verübeln?
 Die Bevölkerung wurde vorab in keinster Weise über den Bau informiert.
Erst als angefangen wurde zu bauen, später durch das Plakat und durch Gespräche mit den Bewohnern, verbreitete sich die Nachricht langsam.
Würden wir so etwas anders wertschätzen, wenn wir gar nicht wüssten, für wen oder was „das“ alles sein soll?
Und wenn wir die Materialien anders besser verwenden könnten? Nach Hause komme ich mit wundervollen, unvergesslichen Momenten, liebgewonnen neuen Freunden, dem Verständnis, wie eine Kläranlage gebaut wird und einer Menge Ernüchterung.  
Gruß Anna Glindemann

Das Forschungsprojekt IN3 (Integrated Infrastructure) ist ein interdisziplinäres, internationales Projekt der Bauhaus-Universität Weimar und dem Äthiopischen Institut für Architektur, Baukonstruktion und Stadtentwicklung (EiABC). 
Der Fokus liegt dabei auf der Erforschung und Ausbildung nachhaltiger städtebaulicher Planung ländlicher Räume in Äthiopien. Dabei wird davon ausgegangen, dass die technischen Infrastrukturen, wie Wasser, Energie und Transport, ausschlaggebend für die räumliche und soziale Entwicklung sind. Mit dieser Erkenntnis sollen Wege aufgezeigt werden, wie der Urbanisierungsprozess umgesetzt und erleichtert werden kann. Ein Ziel sind nachhaltige und resiliente Kleinstädte, um auch den immensen Zuwachs auf die Hauptstadt Addis Abeba zu verringern.
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